Fürs Hobby (und dazu gehört bei mir dieses Blog) ist momentan die Zeit knapp. Gerne würde ich wieder ein paar Programme vorstellen, die ich in letzter Zeit entdeckt habe, aber das muss wegen der aktuellen und immer skurrileren politischen Lage warten.
Fangen wir mit Linux/Ubuntu an. Das freie Betriebssystem ist Jugendgefährdend! Zu diesem Eindruck muss man kommen, wenn man das Filterangebot auf jugendschutzprogramm.de anschaut. Folgende Ergebnisse wurden da ausgegeben und auf den entsprechenden Seiten heiß diskutiert:
Auch wenn (angeblich?) unsere Regierung die Regierung dieses Landes nicht dahinter steckt, sondern Firmen und Organisationen, so ist das Ergebnis doch erschreckend. Sollen unsere Kinder erst mit M$-Produkten „versaut“ werden, bevor sie die Freiheit auf dem Desktop erleben dürfen?
Ich finde es ja nicht schlecht, wenn – wie als Werbung zu sehen ist – erotisch orientierte Seiten da mitmachen und freiwillig ihre Seiten melden und mit entsprechendem Schutz ausstatten, aber Seiten zu einem Betriebssystem???
Übrigens, die Seite der Zeitschrift BRAVO hat heute auf der Startseite als erstes das Thema „Sperma – Die Facts!“ und zwei Zeilen weiter „LoveSchool: Die Löffelchen-Stellung“ . OK, dachte ich mir, schau mal, was dazu der Filter sagt, FSK14? Vielleicht FSK12? Das wäre ja noch ok, aber was ist das Ergebnis? Die Seite ist als Kinderseite eingestuft!
Und schaut man dann bei Dr. Sommer rein, wird man ja regelrecht mit erotischen Inhalten überflutet und Kinder bekommen als Werbung Cremes gegen Vaginalpilz zu sehen…

OK, zurück zum Thema. Der Petition gegen Internetsperren fehlen aktuell nur noch 380 Stimmen für die magische Zahl von 100 000 Mitzeichnern. Auch ist das Thema KiPo-Sperre aktueller denn je. Allen voran berichtet heise.de regelmäßig über den Stand der Dinge. So auch heute in diesem Artikel, wo z.B. zu lesen ist, dass Juristen und angesehene Persönlichkeiten vor unausgegorenen Schnellschüssen warnen. Ebenfalls wird auf einen vorher erschienen Artikel hingewiesen, in dem Alvar Freude vom AK Zensur berichtete, wie er innerhalb von 12 Stunden 60 KiPo-Seiten vom Netz nehmen lies! Aber trotz allem Protest ist die Tussie Zensursula kaum zu Kompromissen bereit. Heise schreibt:
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, die seit Monaten an allen Fronten für Web-Sperren kämpft, will trotz der wachsenden Kritik „keinen Deut“ von ihrem Ansatz abrücken. Die CDU-Politikerin kann sich nach ihren Worten allein vorstellen, ein Kontrollgremium mit unabhängigen Experten für die Filterlisten des BKA zu schaffen, sagte sie Spiegel Online. Die Einholung einer Richtergenehmigung für die Aufnahme jeder zu sperrenden Webadresse sei nicht praktikabel.
Soviel Arroganz seitens der PolitikerInnen wird immer unerträglicher. Aber bevor sich Magengeschwüre melden und noch nicht alle kritischen Seiten gesperrt werden, gehen wir es lieber von der satirischen Seite an:
So hatte das Satiremagazin Titanic letzte Woche reagiert und nebenstehendes Bild als Startcartoon veröffentlicht. Ganz schön derb, aber vielleicht merkens die Betroffenen ja, wenn sie sich endgültig unmöglich und lächerlich gemacht haben?
Übrigens, bei der Titanic kann man dieses Bild als Grußkarte versenden, einfach auf das Bild klicken, dann kommt Ihr zur Eingabemaske. Schickts doch mal der Ursula
Es gab schon immer Entscheidungen, die im Volk eigentlich nur Kopfschütteln hervorriefen und es gab dann immer wieder Komiker/Satiriker/Kabarettisten und andere Künstler, die sich dem Thema auf ihre Weise annahmen.
So auch im Oktober 1989, als die Regierung beschloss, dass Aidshandschuhe im Verbandskasten Pflicht sind. Eine Lachnummer war das damals, hatte aber zum Glück keine schlimmen Nebeneffekte wie heute das Thema Internetzensur. Ich war damals (und bin es noch heute!) Fan von Hans Söllner, einem bayrischen Barden, der sich mit Gitarre und Gesang gegen die Hohlköppe in der Politik wehrte und gegen das (vor allem) bayrische Spießertum. So manches seiner Lieder wurde für Liveauftritte per Verfügung untersagt, das interessierte den Hans aber nicht, er zahlte dann lieber die Strafe!
1993 erschien dann seine CD „Fang ma do o wo ma neilich aufg’heat ham“, wo er sich fragt, wie solche Gesetze wohl entstehen? Ehrlich gesagt, fand ich es damals ganz schön heftig, aber wechselt man die Personen gegen die heutigen aus → tut mir leid, dann bin ich der Meinung, dass es nur so sein kann!
Dank YouTube kann sich das jeder anhören (zumindest der oder die, die ein wenig bayrisch verstehen), man sieht danach die Politiker mit gaaaaanz anderen Augen!
Viel Spaß!
Teil 1: Aidshandschuhe?

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Teil 2: Gesetze ½

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Teil 3: Gesetze 2⁄2

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Update:
@Dr.Scott: Wegen der von Dir beklagten Verhältnismäßigkeit. Da muss ich Dir insofern Recht geben, dass mein Anliegen in dem Artikel mißverstanden werden kann. Keinesfalls war es meine Absicht, etwas zu verharmlosen! Ich habe den Satz deshalb ersatzlos entfernt.
Der Rest ist Ansichtssache. Wenn Du mit mir darüber diskutieren willst, gerne. Aber nicht hier. Kannst mir aber gerne eine Mail schicken.
Was den Filter von Jugendschutzprogramm.de angeht:
Ja! Das hat nichts mit den geplanten Sperren seitens der Regierung zu tun! Kommt es aber zu so einem Thema, wird man automatisch sensibilisiert. In diesem Falle haben hauptsächlich namhafte Sexmagazine einen Schutzfilter forciert. Ist doch eigentlich eine super Sache, da hat wohl keiner was dagegen?
Wenn man dann aber liest, dass die enthaltenen Seiten sorgfältig gepüft werden und ein Filter für erotisches/pornographisches Material bzw. nicht kindgerechte Inhalte eine ganze Reihe von Linuxseiten filtert – dann darf ich wohl zu Recht meinen Unmut kund tun. Da ist es mir auch egal, ob es sich um ein Gesetz oder die verkorksten Ansichten einer Organisation handelt.