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GPN22 - „Qualitätskontrolle mittels KI/ML“

Etwas spät, und eigentlich sollte erst der zweite Artikel zum Thema „Broken connections, broken firewalls“ kommen, aber ihr kennt das, es kommt immer anders als man denkt.

Wie auch immer, ich habe auf der GPN22 (30.05.-02.06.2024) einen Vortrag zum Thema „Qualitätskontrolle mittels KI/ML“ gehalten. Das war mein erster Vortrag auf einem Chaos-Event, entsprechend war ich ein klein wenig nervös. Im großen und ganzen scheint aber alles sehr gut geklappt zu haben.

Lediglich das Audio ist in der Aufzeichnung etwas verzerrt, Zischlaute (S, Z, Sch) werden deutlich stärker betont. Kurzum: Es hört sich so an, als würde ich lispeln. Stört mich zugegeben etwas, aber ist halt jetzt so.

Wer den Vortrag sehen möchte, den gibt es unter unter anderem auf media.ccc.de - GPN22 zu sehen, oder auch hier als Video eingebettet.

Die Folien stelle ich hier zur Verfügung.

 

 


Feedback & Gedanken

Ich habe zum Vortrag auch etwas Feedback bekommen, und mir ein paar Gedanken gemacht.

 

Das eine ist, dass man auf der letzten Folie noch den eigenen Blog oder Kontaktdaten verlinken sollte. Am besten sowohl die URL als auch einen QR-Code. Die Frage nach „wie kann man dich erreichen“ habe ich nämlich mehr als einmal gehört. Es gab zwar auch eine Folie dazu, aber mitten im Vortrag zückt man eher weniger das Smartphone…

…außer es handelt sich um die strategisch platzieren Katzenbilder, die dann fotografiert wurden. Anscheinend ist meine Katze doch sehr süß >·<

 

Hallo liebe Welt, ich bin Elia 🏳️‍⚧️ 🏳️‍🌈

Das andere Thema ist etwas komplexer. Wer sich mein Outfit ansieht wird merken (insbesondere die Leute, die mich von früher™ kennen), dass ich mittlerweile deutlich anders aussehe und herumlaufe, als bspw. noch vor drei Jahren, oder auch vor einem Jahr.

Beim Vortrag habe ich einen Rock getragen, ein fitted T-Shirt mit dem Aufdruck „Make Me“, man sieht bei mir mittlerweile auch eine weiblichere Figur, und dazu gab's dann noch Halsband, Katzenohren, und lackierte Fingernägel. Nichts, was auf einem Chaos-Event ungewöhnlich wäre, aber außerhalb durchaus Blicke auf sich zieht.

Es ist auch nicht das erste Mal, dass ich einen Vortrag gehalten habe. Aber es ist das erste Mal, dass ich einfach nur ich sein konnte.

Was der Grund ist, warum dies der erste Vortrag von mir ist, der nicht nur aufgezeichnet, sondern auch veröffentlich wurde. Einfach, weil ich mich das erste Mal im meinem Leben, in mehr als drei Jahrzehnten, nicht verstellen musste, sondern einfach nur sein konnte.

Ich bin sehr froh damit, wie ich mich verändert habe. Zwar bin ich noch immer nicht da angekommen, wo ich hin möchte, aber die Richtung stimmt, und es fühlt sich so unglaublich gut an. Man könnte fast sagen ich bin ein ganz klein wenig stolz auf mich und das, was die letzten drei, aber insbesondere das letzte Jahr über passiert ist.

Was übrigens ohne einen Haufen sehr toller Menschen nicht möglich gewesen wäre, und für die bin ich auch sehr dankbar <3

Mozilla hat die Übernahme von Anonym bekannt gegeben. Anonym stellt Lösungen bereit, um den Erfolg digitaler Werbung in einer datenschutzfreundlichen Weise zu messen.

Mozilla hat das Unternehmen Anonym inklusive seiner 13 Mitarbeiter übernommen. Anonym wird von Mozilla als Vorreiter im Bereich der datenschutzfreundlichen digitalen Werbung beschrieben. Gegründet wurde Anonym vor etwas mehr als zwei Jahren von zwei ehemaligen hochrangigen Managern bei Meta.

Diese strategische Übernahme soll es Mozilla ermöglichen, die Messlatte für die Werbeindustrie höher zu legen, indem die Privatsphäre der Nutzer geschützt wird, während gleichzeitig trotzdem effektive Werbelösungen angeboten werden können.

Die Online-Werbebranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Angesichts der wachsenden Bedenken der Verbraucher und der zunehmenden Kontrolle durch die Regulierungsbehörden ist es offensichtlich, dass die derzeitigen Datenpraktiken übertrieben und unhaltbar sind. Wir stehen an der Spitze eines entscheidenden Wandels in der Koexistenz von Datenschutz und Werbung, der die digitale Landschaft für Werbetreibende, Plattformen und Verbraucher umgestaltet.

In dieser Zeit des Wandels zeichnet sich Anonym durch seine einzigartige Technologie zur Wahrung der Privatsphäre aus. Durch die sichere Zusammenführung verschlüsselter Datensätze von Plattformen und Werbetreibenden ermöglicht Anonym eine skalierbare, datenschutzkonforme Messung und Optimierung von Werbekampagnen und führt damit einen Wandel hin zu einem nachhaltigeren Werbe-Ökosystem herbei.

Und so funktioniert es:

  • Sichere Umgebung: Die Datensätze werden in einer hochsicheren Umgebung abgeglichen, um sicherzustellen, dass Werbetreibende, Publisher und Anonym keinen Zugriff auf Daten auf Nutzerebene haben.
  • Anonymisierte Analysen: Der Prozess führt zu anonymisierten Erkenntnissen und Modellen, die Werbetreibenden helfen, die Kampagnenleistung zu messen und zu verbessern, während die Privatsphäre der Verbraucher geschützt wird.
  • Differenzielle Datenschutz-Algorithmen: Diese Algorithmen fügen den Daten ein „Rauschen“ hinzu, das verhindert, dass die Daten zu einzelnen Nutzern zurückverfolgt werden können.

Diese Übernahme ist ein wichtiger Schritt, um den dringenden Bedarf an datenschutzfreundlichen Werbelösungen zu decken. Durch die Kombination der Größe und des guten Rufs von Mozilla mit der Spitzentechnologie von Anonym können wir die Privatsphäre der Nutzer und die Effektivität der Werbung verbessern und so die Wettbewerbsbedingungen für alle Beteiligten angleichen.

Anonym wurde mit zwei Grundüberzeugungen gegründet: Erstens, dass Menschen ein grundlegendes Recht auf Privatsphäre bei Online-Interaktionen haben und zweitens, dass digitale Werbung für die Nachhaltigkeit von kostenlosen Inhalten, Diensten und Erlebnissen entscheidend ist. Mozilla und Anonym teilen die Überzeugung, dass fortschrittliche Technologien relevante und messbare Werbung ermöglichen können, ohne die Privatsphäre der Nutzer zu verletzen.

Mozilla

Anonym wird als eigene Einheit innerhalb der Mozilla Corporation operieren, um neue Lösungen für datenschutzfreundliche Messung, Targeting und Optimierung zu entwickeln. Das Hauptaugenmerk im nächsten Jahr wird aber zunächst auf der Markteinführungs-Strategie liegen, einschließlich der Einstellung von weiteren Mitarbeitern und der Erweiterung der bestehenden Produkte von Anonym.

Lesetipp: Übersicht über Investitionen und Akquisitionen von Mozilla

Der Beitrag Mozilla kauft Anonym – Datenschutzfreundliche Messung digitaler Werbung erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

16. Juni 2024

FreeBSD ist in der öffentlichen Wahrnehmung ein Nischensystem unter den freien Systemen, obwohl es eine große Geschichte und viele Vorteile gegenüber Linux hat. Mittlerweile läuft es recht zuverlässig auf Standardhardware. Dank eines engagierten Teams ist KDE Plasma immer auf dem neuesten Stand.

BSD – Mehr als der Kernel

Es gibt verschiedene BSD-Systeme. Ein Blick in den Wikipedia-Artikel zur UNIX-Geschichte hilft beim groben Verständnis. Bekannte Vertreter sind neben FreeBSD DragonflyBSD, NetBSD und OpenBSD. Eine Liste findet sich ebenfalls bei Wikipedia. Das BSD-Ökosystem ist jedoch bei weitem nicht so fragmentiert wie die Linux-Welt. BSD wird eher selten auf dem Desktop eingesetzt und häufiger auf Servern und in spezialisierten Anwendungsszenarien. Grundsätzlich ist BSD aber auch für den Desktop-Einsatz geeignet.

BSD-Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie mehr als nur den Kernel bezeichnen. Bei FreeBSD gibt es keine organisatorische Trennung zwischen dem Kernel, den zentralen Bibliotheken sowie dem sogenannten “Userland”. BSD-Varianten wie FreeBSD fassen alle diese Teile zusammen und entwickeln sie gemeinsam weiter, wodurch ein hohes Maß an Konsistenz erreicht wird. Dieses Userland unterscheidet sich stark von den GNU-Umgebungen der Linux-Distributionen, weshalb man nicht allzu viele Gemeinsamkeiten erwarten sollte. FreeBSD-Versionen wie die aktuelle 14 beziehen sich daher auf dieses Kernsystem und nicht auf die Anwendungen der Ports.

Diese strikte Trennung von Basissystem und Anwendungen wird durch die getrennte Verwaltung deutlich. Mit pkg verfügt FreeBSD zwar über einen Paketmanager für Binärpakete, vergleichbar mit den Pendants unter Linux. Dieser ist jedoch nicht für das Basissystem zuständig und muss nach der Installation des Basissystems separat installiert werden. Das eigentliche FreeBSD-Kernsystem wird mit dem Befehl freebsd-update aktualisiert. Mit pkg verwaltet man nur die zusätzlich installierten Programme aus den Ports, was aber unter anderem auch den Desktop und vieles mehr umfasst.

Eine Besonderheit von BSD ist ZFS. Dieses ursprünglich von Sun entwickelte Dateisystem wird von vielen Experten als das beste Dateisystem für freie Systeme angesehen und Canonical hat daher auch versucht, es in Ubuntu zu implementieren. Lizenzfragen bremsen dies immer wieder aus. Vergleicht man die Funktionen, so fällt auf, dass vieles, was ZFS auszeichnet, nun mit Btrfs unter Linux erreicht werden soll.

FreeBSD zeichnet sich durch eine exzellente Dokumentation aus. Diese sollte man bei allen Problemen zu Rate ziehen.

Desktop und Anwendungen über ein Paketsystem

Desktopumgebungen und Anwendungen werden daher getrennt von diesem Kernsystem installiert und gewartet. Die Trennung zwischen Kernsystem und Installation über pkg wird im Dateisystem abgebildet. Die installierten Programme liegen in einer Struktur unterhalb von /usr/local und sind nicht wie bei Linux im System verteilt. Nur das Kernsystem liegt direkt unterhalb von /.

Eine Recherche in den Quellen der Pakete ist über Freshports möglich. Meine persönlichen Nutzungsbedürfnisse sind damit abgedeckt. Die meisten Desktopumgebungen und Programme aus der Linux-Welt sind dank POSIX-Kompatibilität auch für FreeBSD verfügbar. Was fehlt, sind Programme, die auf Abstraktionsschichten basieren, die es nur für Linux gibt, oder viele grafische Administrationsprogramme. Ebenso gibt es kaum proprietäre Anwendungen wie SoftMaker Office, Synology, Spotify usw., die sich auch unter Linux großer Beliebtheit erfreuen.

Installation

Die Installation erfolgt über die Images von FreeBSD.org. Linux-Benutzer werden sich schnell zurechtfinden. Allerdings sind einige Voraussetzungen zu beachten. FreeBSD kann nicht mit SecureBoot umgehen, es muss also deaktiviert sein. Außerdem erfolgt die Installation entweder über das Image oder über ein Ethernetkabel. Live-Images oder Netinstall über WLAN sind bei FreeBSD nicht der Normalfall.

Die Installationsroutine erinnert in ihrer schlichten Oberfläche an den klassischen Debian-Installer. Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, dem sei dieses YouTube-Video ans Herz gelegt. Es gibt sehr wenige Konfigurationsoptionen und entsprechend auch wenig Möglichkeiten bei der Installation etwas falsch zu machen. Im Wesentlichen werden das Tastaturlayout und die Zeitzone festgelegt, ein Root-Kennwort erstellt, ein Benutzer angelegt und bei der Partitionierung zwischen ZFS oder UFS gewählt.

Nach einem Neustart begrüßt einen die nackte Shell. Hier stellt man zunächst sicher, dass das Basissystem auf einem aktuellen Stand ist:

# freebsd-update fetch

Im Anschluss installiert man die Paketverwaltung

# pkg

Aus dieser Paketverwaltung bezieht man X, Plasma und alle Anwendungen

# pkg install xorg
# pkg install x11/kde6
# pkg install sddm

Theoretisch sollte Wayland auch mit FreeBSD funktionieren, aber ich habe es auf meiner Hardware nicht zum Laufen gebracht.

Für einen erfolgreichen Start sind noch ein paar Konfigurationsänderungen notwendig. Dazu trägt man in der zentralen Konfigurationsdatei /etc/rc.conf folgende Zeilen ein:

dbus_enable="YES"
sddm_enable="YES"

Nach einem Neustart sollte einen SDDM mit einem Standarddesign begrüßen. Nach dem Login erscheint ein rudimentärer Plasma-Desktop, der nun mit weiteren Programmen ergänzt werden kann.

Warum FreeBSD?

Dieser Artikel ist auf Anregung aus einem Kommentar unter diesem Artikel entstanden und beantwortet meiner Meinung nach auch die Frage, warum man FreeBSD einsetzen sollte.

FreeBSD zeichnet sich durch eine deutlich konservativere Entwicklung im Basissystem aus. Es gibt zwar eine aktive Weiterentwicklung, aber große Brüche, wie sie Linux in den letzten Jahren erlebt hat, gibt es meiner Meinung nach bei FreeBSD seltener. Die Entwickler sind stets um Abwärtskompatibilität bestrebt und streben aufgrund der Einsatzszenarien eine wesentlich größere Stabilität an.

Wesentliche Einstellungen werden immer noch auf der Kommandozeile in zentralen Dateien vorgenommen. Wer mit der Entwicklung von Linux unzufrieden ist, weil sie zu schnell geht, zu kompliziert ist oder zu viele Abstraktionsebenen einzieht, sollte sich FreeBSD unbedingt ansehen. Anstelle unaufhörlich die Entwicklung bei Linux zu beklagen, wäre es für manche vielleicht einfach besser auf ein System auszuweichen, das ebenso frei ist (manche würden sagen “freier”) und eher den eigenen Bedarfen entspricht.

Natürlich kann man auch einfach aus Interesse einen Blick auf BSD werfen, obwohl man mit Linux zufrieden ist. Es ist ein freies System mit einer tollen Entwicklungsgeschichte und als solches auf jeden Fall einen Blick wert. Außerdem glaube ich, dass das Kennenlernen von BSD-Systemen das Gefühl für UNIX als Systemfamilie verbessert und warum bei Linux nicht alles perfekt ist.

Ausprobieren kostet nichts und ist allemal sinnvoller als die x.te Linux Distribution zu testen, die sich kaum von den anderen unterscheidet.

Mir persönlich fehlen hier ein paar Errungenschaften, die Linux in den letzten 10 Jahren erreicht hat. Von grafischen Administrationsoberflächen bis Secure Boot und TPM. Deshalb beabsichtige ich aktuell keinen Wechsel auf FreeBSD.

Der Artikel FreeBSD 14 mit Plasma 6 erschien zuerst auf Curius

Ich habe seit ich denken kann zwei Aliase in meiner .bashrc:

alias neustarten='sudo shutdown -r now'
alias ausschalten='sudo shutdown -h now'

So kann ich meinen PC ausschalten oder neustarten, und muss nicht viel tippen.

Diese Art des shutdown ist jedoch eher ungeeignet, und auch systemctl reboot und systemctl poweroff sind mit KDE-Plasma nicht ideal, da kein korrekter Logout aus der Plasmasession erfolgt, sondern die Kiste einfach alles abwürgt und runterfährt.

Um mich also korrekt aus Plasma abzumelden, und dann erst herunterzufahren, habe ich die Aliase entsprechend angepasst.

alias neustarten="[[ -o login ]] && logout || qdbus org.kde.Shutdown /Shutdown  org.kde.Shutdown.logoutAndReboot"
alias ausschalten="[[ -o login ]] && logout || qdbus org.kde.Shutdown /Shutdown  org.kde.Shutdown.logoutAndShutdown"
alias logout="[[ -o login ]] && logout || qdbus org.kde.Shutdown /Shutdown  org.kde.Shutdown.logout"

Diese Variante dauert etwas länger, eben weil alles erst korrekt abgemeldet wird, führt aber genau das aus, was passieren würde, wenn ich mich per UI-Knopf abmelde oder den Rechner neustarte. Ich muss bei dieser Variante auch kein Passwort eingeben, da der Befehl ohne “sudo” auskommt (genau so wie die UI-Knöpfe).

Meine alten Aliase habe ich aber unter neuer Kennung beibehalten, aus nostalgischen Gründen, und falls ich mal außerhalb einer Plasmasitzung zügig rebooten will.

alias neustartenc='sudo shutdown -r now'
alias ausschaltenc='sudo shutdown -h now'

Weblinks


Diskussion per Matrix unter https://matrix.to/#/#produnis-blog:tchncs.de

 

15. Juni 2024

Viele Linux-Anwender halten sich für fortschrittlich und innovativ. Dieses Selbstbild rührt daher, dass es ihnen vor langer Zeit gelungen ist, sich von Microsoft zu lösen. Das Phänomen kennt man von anderen Gruppen wie den Alt-68ern, bei denen Fremd- und Selbstbild mit der Zeit auseinander klaffen. Dabei sind viele Linux-Anwender strukturkonservativ und lehnen Veränderungen krampfhaft ab. Einige Beispiele von bis D bis W.

Aktuell ist eine Debatte um run0 und sudo entbrannt. Die alten Konfliktlinien werden wieder sichtbar. Dieser Rückblick auf die letzten 15 Jahre soll ein wenig Gelassenheit vermitteln. Innovationen haben bei Linux immer Widerstand hervorgerufen. Am Ende haben sie sich aber meist durchgesetzt. Die verzögernden Konfliktmuster sind unvermeidlich und liegen in der Nutzerschaft begründet.

Umstrittene Neuerungen von D bis W

Dateisysteme

Ältere Linux-Anwender können sich noch an die Einführung von ext4 erinnern. Es gab damals ein paar Bugs bei der Einführung. Diese wurden maßlos überzeichnet und ließen Anwender an ext3 festhalten. Damals hieß es dann, dass doch niemand ext4 braucht, weil ext3 super ist. Das gleiche Drama begleitet bis heute Btrfs, das zwar inzwischen Standard bei vielen großen Distributionen wie openSUSE oder Fedora ist, aber dem immer noch vermeintliche Instabilität vorgeworfen wird, weshalb so mancher ältere Handbuchautor weiterhin ext4 empfiehlt.

Flatpak

Flatpak/Snap soll die Grenzen der klassischen Paketverwaltung überwinden. Die Palette der Probleme reicht von fehlendem Sandboxing über die Abhängigkeitshölle bis hin zu fehlender Abwärtskompatibilität etc. pp. Dennoch finden viele ältere Linux-Anwender diese Paketverwaltung perfekt und wollen keine Alternative. Die Entwicklung geht derzeit in Richtung Flatpak – Überraschungen nicht ausgeschlossen.

NetworkManager

Jüngere Anwender können es sich gar nicht mehr vorstellen, aber den NetworkManager, den heute alle Distributionen mitliefern, gab es nicht immer. Eine erste Version gab es 2004, natürlich von Red Hat. Nach und nach übernahm der NetworkManager die Kontrolle über Ethernet, WLAN, (Open)VPN und andere Verbindungen. Zuletzt verdrängte er mit dem Kommandozeilentool nmcli die letzten Konkurrenten. Überladen und überflüssig fanden NetworkManager viele Anwender. Schließlich gab es ja noch ifupdown und wpa_supplicant.

PulseAudio

PulseAudio wurde 2008 mit Ubuntu 8.04 einer breiten Nutzerschaft zugänglich gemacht. Sofort begannen die üblichen Diskussionen. PulseAudio sei überdimensioniert und zu undurchsichtig. Man brauche es sowieso nicht. ALSA und esound reichen völlig aus. Noch heute findet man viele Anleitungen, wie man PulseAudio abschaltet und durch damals abgekündigte Backends ersetzt. Daran erinnert sich heute niemand mehr und PulseAudio war bis zur Einführung von PipeWire Standard.

systemd

Braucht man eigentlich nicht mehr weiter ausführen. Die Entwicklung und Implementierung von systemd in die meisten Linux-Distributionen ist ein Paradebeispiel für Hass und Hetze in der Linux-Welt. Weil es von Lennart Poettering ist, weil es anders ist, weil Administratoren ihre Init-Skripte umschreiben mussten, weil Unix-Veteranen umlernen mussten. Heute gibt es eine Handvoll Distributionen, die systemd nicht verwenden. Ihre Gemeinsamkeit: Wenige Benutzer und keine größere Relevanz im Linux-Ökosystem.

systemd-logs

Binäre Logs benötigen weniger Speicherplatz, schonen die SSDs durch wesentlich effizientere Schreiboptionen und sind besser gegen Manipulation geschützt. Aber sie waren neu und anders, und man brauchte ein winziges Tool, um auf sie zuzugreifen. Außerdem kamen sie aus dem Systemd/Poettering Stall. Genug für massiven FUD und Aufruhr bei der Einführung. Heute benutzen es fast alle Distributionen.

PolKit

PolKit (früher: PolicyKit) ist ein System zur Vergabe von Berechtigungen an Benutzer. Damit bricht das System die traditionelle Trennung zwischen Benutzer- und Administratorkonto auf. Das war umständlich und anders und löste 2011, als PolicyKit weitere Verbreitung fand, massive Vorbehalte aus. Weil die bisherigen Lösungen nicht mehr funktionierten etc. pp. Heute funktioniert keine Linux-Distribution mehr ohne PolKit.

run0

Der neueste Zankapfel. Lennart Poettering hat sich sudo vorgenommen und präsentiert eine Alternative aus dem systemd-Stall. Sofort formiert sich Widerstand, denn es ist von Poettering und systemd steht irgendwo im Beschreibungstext. Dass die Konfigurationssyntax von sudo eine Katastrophe ist und mit visudo ein Werkzeug benötigt wird, damit Administratoren ihre Konfiguration nicht zerstören. Geschenkt!

Verzeichnisstruktur

Der sogenannte usrmerge bricht die veraltete UNIX-Verzeichnisstruktur auf und führt die Verzeichnisse unterhalb von /usr zusammen. Das ist für viele Anwendungsszenarien sinnvoll und die bisherige Struktur war auch nur historisch gewachsen (Warum das so ist, wurde hier mal aufgeschrieben). Das ändert nichts daran, dass es massive Vorbehalte dagegen gab und gibt, weshalb Community-getriebene Distributionen wie Debian mit massivem Zeitverzug nachziehen. Keine größere Distribution hält heute noch an der alten Struktur fest.

Wayland

Wayland wurde erstmals 2008 in groben Zügen skizziert. Es sollte X.Org ablösen, da X.Org nicht mehr den damaligen Anforderungen entsprach. Zur Erinnerung: X.Org war ein Produkt der 1980er Jahre und letztlich auch für Anwendungsszenarien der 1980er Jahre konzipiert. Der Code ist nach Aussage aller Programmierer, die daran gearbeitet haben, schon lange nicht mehr wartbar und de facto wird X nur noch von Red Hat gepflegt. X ist konzeptionell unsicher und das lässt sich nicht ändern. Programme wie xinput können z.B. alle Tastatureingaben mitschneiden. Niemand, der etwas von X.org versteht, hat diesen Zustand bestritten. Es gibt anhaltende Proteste gegen Wayland. Weil X.Org doch funktioniert, weil liebgewonnene Dinge wie Netzwerktransparenz nicht mehr funktionieren, weil es Änderungen am Desktop geben muss, weil es neu und anders ist. Die ersten Distributionen entfernen jetzt die alten X11-Sessions. Wenn Red Hat die Wartung einstellt, ist der Tod des alten Systems nur noch eine Frage der Zeit.

Gesamtschau

Bestimmt habe ich ein paar vergleichbare Phänomene vergessen. Der Debattenverlauf ist eigentlich immer gleich:

  1. Es gibt eine bestehende Lösung. Diese Lösung funktioniert aber ist nicht perfekt und wurde unter anderen Rahmenbedingungen entwickelt.
  2. Die bestehende Lösung lässt sich nicht konstruktiv weiterentwickeln.
  3. Es gibt einen neuen Ansatz.
  4. Weil der Ansatz neu ist, zieht er sofort Kritik auf sich. Wenn es keine Argumente gibt werden Lügen und Halbwahrheiten verbreitetet.
  5. Am Ende setzt sich die neue Lösung nahezu immer flächendeckend durch.
  6. Niemand will mehr etwas gegen die Lösung gehabt haben.

Die Argumente bedienen sich auch immer aus einem bestimmten Pool:

  • Widerspricht dem KISS-Prinzip
  • Widerspricht den UNIX-Prinzipien
  • Ist unnötig
  • Ist intransparent
  • Ist unsicher
  • Ist aufgeblasen

Glücklicherweise gibt es auch Ausnahmen. Die Einführung von Avahi als zeroconf-Implementierung löste meiner Erinnerung nach 2006 keine größere Debatte aus. Die meisten Anwender waren schlicht froh, dass es diese Implementierung nun endlich gab. HAL trauerte nach der Ablösung durch udev/upower und Konsorten auch niemand nach. Gleiches gilt für Gummibot / systemd-boot und das obwohl sogar systemd im Namen vorkommt.

Haben diese Lösungen Linux komplizierter gemacht? Vielleicht. Ich erinnere mich durchaus noch an Zeiten, in denen man Arch Linux in 2-3 Dateien konfiguriert hat und sich das nach Kontrolle angefühlt hat. Diese Zeiten sollte man aber auch nicht verklären, denn damals ging einfach viel nicht, was mit anderen Systemen schon funktionierte und die Tätigkeiten, für die wir unsere Systeme verwendeten waren viel beschränkter.

Ursache

Die Ursache liegt meiner Meinung nach in der Struktur der Linux-Anwender auf dem Desktop.

  • Fast alle Nutzer sind Umsteiger, die von Windows oder macOS auf Linux umgestiegen sind, um bestimmten Entwicklungen zu entgehen. Sie haben in der Regel eine steile Lernkurve hinter sich und glauben, das System verstanden zu haben. Entsprechend frustriert reagieren sie auf neue Entwicklungen bei Linux, die sie nicht verstehen oder nicht verstehen wollen, weil sie ihren Wissensstand bedroht sehen.
  • Während der steilen Lernkurve haben sie oft verinnerlicht, dass die Lösung bei Linux besser ist als bei macOS oder Windows. Die Überlegenheit ist vielen Anleitungen und Erklärungen für Umsteiger immanent. Warum diese bessere Lösung nun doch schlechter als eine Neuentwicklung sein soll, erschließt sich ihnen nicht. Es stellt infrage, ob die Lösung wirklich besser war.
  • Die Community ist stark männlich geprägt. Das war sie schon immer. Es liegt am Thema, der Netzkultur etc. pp. Für die Debattenkultur war das nie förderlich.
  • Das Durchschnittsalter steigt mangels Nachwuchs stetig an. Viele Linux-Anwender haben ihre prägenden Migrationserfahrungen irgendwann zwischen 2005 und 2010 oder sogar noch früher gemacht. Das ist fast schon zwangsläufig, weil der Desktop als privat genutztes Gerät für jüngere Anwender nicht mehr selbstverständlich ist und Linux auf modernen mobilen Geräten nie angekommen ist.

Der Kausalzusammenhang zur Debattenkultur zwischen Geschlecht und Generation ist kein exklusives Linux-Thema. Studien zur Verbreitung von Fake News zeigen, dass Männer und ältere Menschen anfällig dafür sind und diese häufiger verbreiten. Zusammen mit den ersten zwei Punkten führt zu einem stark innovationsfeindlichen Klima. Alles was wirklich neu ist, wird kritisch beäugt und schlecht gemacht. Positives Feedback bekommen nur noch kosmetische Änderungen am bestehenden Status quo.

Lösung

Das Schöne an der Situation ist, dass es für alle eine Lösung gibt. Wer die neuen Entwicklungen gut findet und nur von den Debatten genervt ist, kann sich zurücklehnen. Auf diese Unix-Veteranen hören die Entwickler und Distributoren schon lange nicht mehr. Kritische Kommentare haben keine der oben genannten Entwicklungen verhindert. Entwicklung und die Diskussion in der Community haben sich tendenziell entkoppelt. Das lässt sich mindestens seit 2010 beobachten (Entwicklung GNOME 3).

Wer sich an den Entwicklungen stört, dem empfehle ich immer FreeBSD. Das ist mittlerweile auf dem Desktop sehr gut einsetzbar und zeichnet sich durch eine wesentlich konservativere Entwicklungsrichtung aus. Dort bleibt man von solchen ungeliebten Änderungen und Vereinfachungen weitgehend verschont. Die geringe Wechselbereitschaft zu FreeBSD wundert mich immer und lässt mich mutmaßen, dass die geringe Lernbereitschaft für neue Tools schon so weit ausgeprägt ist, dass man sich auch kein neues Unix-System mehr anschauen will. Schließlich ist man ja schon ein mal migriert: Zu Linux. Noch eine Migration möchte man sich selbst scheinbar nicht zumuten. Das ist dann zu viel Innovation.

Der Artikel Der ewige K(r)ampf um Fortschritt bei Linux erschien zuerst auf Curius

11. Juni 2024

Mozilla hat Firefox 127 für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen – wie immer auf diesem Blog weit ausführlicher als auf anderen Websites.

Download Mozilla Firefox für Microsoft Windows, Apple macOS und Linux

Firefox automatisch starten, wenn Windows gestartet wird

Bereits seit Firefox 120 wurde eine neue Option schrittweise ausgerollt, um den Browser automatisch zu starten, wenn Windows gestartet wird. Diese Option steht nun für alle Nutzer zur Verfügung (außer bei Verwendung von Firefox aus dem Microsoft Store).

Firefox 127

Schnelles Schließen identischer Tabs

Manchmal kommt es vor, dass man bestimmte Websites mehrfach geöffnet hat. Gerade mit einer größeren Anzahl offener Tabs kann dies sehr leicht passieren. Ein neuer Eintrag im Kontextmenü der Tabs erlaubt es, sämtliche Duplikate des ausgewählten Tabs zu schließen. Im „Alle Tabs auflisten“-Menü in der Tableiste gibt es einen neuen Menüeintrag, um alle doppelten Tabs zu schließen. So muss man nicht länger nach anderen Tabs mit gleicher URL suchen, um diese zu schließen.

Firefox 127

Schutz der gespeicherten Zugangsdaten

Auf Windows und Apple macOS kann der Zugriff auf gespeicherte Zugangsdaten sowie das Anlegen derer jetzt optional durch die Authentifizierung des Betriebssystems (Passwort, Fingerabdruck, Gesichts- oder Stimmerkennung) geschützt werden.

Firefox 127

Verbesserte Screenshot-Funktion

Die Screenshot-Funktion von Firefox wurde neu implementiert, was diverse Vorteile bringt. So sind jetzt auch Screenshots von Dateitypen wie SVG und XML möglich, ebenso Screenshots von den internen about:-Seiten, was bislang nicht möglich war. Neue Tastatur-Kurzbefehle sowie Kompatibilität mit Hochkontrastthemen verbessern die Zugänglichkeit. Außerdem wurde die Performance beim Aufnehmen großer Screenshots verbessert. Auch steht der entsprechende Kontextmenü-Eintrag jetzt auch bei Rechtsklick auf Bilder und Videos zur Verfügung.

Firefox 127

Host-Berechtigungen bei Installation von MV3-Erweiterungen

Sogenannte Host-Berechtigungen sind seit dem Manifest v3 für Firefox-Erweiterungen grundsätzlich optional. Ab Firefox 127 werden die Host-Berechtigungen automatisch bei Installation der Erweiterung gewährt. Details zu dieser Neuerung wurden in einem separaten Artikel ausführlich behandelt.

Sonstige Endnutzer-Neuerungen von Firefox 127

Die Untertitel-Option der Bild-im-Bild-Funktion für Videos unterstützt ab sofort noch mehr Websites.

Wenn Firefox so konfiguriert ist, dass keine Chronik gespeichert wird, wird für die Priorisierung von Vorschlägen in der Adressleiste jetzt die Anzahl der Lesezeichen für die jeweilige Domain als Kriterium herangezogen.

Links und andere fokussierbare Elemente sind unter Apple macOS standardmäßig über Tabs navigierbar, anstatt der macOS-Einstellung „Tastaturnavigation“ zu folgen. Dies ist ein besser zugänglicher Standard und entspricht außerdem dem Standard auf den anderen Desktop-Plattformen. Eine Option in den Einstellungen erlaubt es, das alte Verhalten wiederherzustellen.

Zwecks Reduzierung des digitalen Fingerabdrucks und Webkompatibilitätsproblemen wurde die CPU-Architektur im User-Agent unter Linux eingefroren und zeigt jetzt unabhängig von der tatsächlichen Hardware auch für 32-Bit-Systeme x86_64 an.

Über die Entwicklerwerkzeuge aufgenommene Screenshots landen zukünftig wie Screenshots, welche über die Screenshot-Funktion aufgenommen werden, im Downloads-Ordner statt im Ordner für Bilder.

Mehr Sicherheit für Firefox-Nutzer

Auch in Firefox 127 wurden wieder mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 127 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

Via http:// eingebettete <img>-, <audio>– sowie <video>-Elemente auf Seiten, welche via https:// geladen werden, werden jetzt automatisch auch via https:// geladen, sofern diese Elemente via https:// aufrufbar sind. Wenn dies nicht der Fall ist, werden die Elemente nicht länger geladen.

Alte Erweiterungen, welche nur mit dem SHA-1-Algorithmus signiert worden sind, lassen sich nicht länger installieren. Sämtliche Erweiterungen, welche auf addons.mozilla.org angeboten werden und zuletzt vor April 2019 aktualisiert worden und damit betroffen sind, wurden durch Mozilla automatisch neu signiert.

Verbesserungen der Webplattform

DNS-Prefetching für HTTPS-Dokumente via rel="dns-prefetch" wird jetzt unterstützt, um Domain-Namen für wichtige Assets anzugeben, die präventiv aufgelöst werden sollen.

Firefox 127 unterstützt die Clipboard API, welche die Möglichkeit bringt, auf Zwischenablagebefehle (Ausschneiden, Kopieren und Einfügen) zu reagieren sowie asynchron aus der Systemzwischenablage zu lesen und in diese zu schreiben. Beim Versuch, Inhalte aus der Zwischenablage zu lesen, die nicht von einer Seite gleichen Ursprungs stammen, wird ein Kontextmenü zum Einfügen angezeigt, das der Benutzer bestätigen muss.

Für Sets in JavaScript wurden mehrere neue Methoden wie unter anderem intersection(), union() und difference() implementiert.

Auch für Entwickler von Firefox-Erweiterungen gab es Neuerungen. Alle Neuerungen für Entwickler von Websites und Firefox-Erweiterungen lassen sich in den MDN Web Docs nachlesen.

Vorschau: Wetter auf der Firefox-Startseite

Wird über about:config der Schalter browser.newtabpage.activity-stream.system.showWeather per Doppelklick auf true gestellt, kann das aktuelle Wetter auf der Firefox-Startseite angezeigt werden. Über das entsprechende Menü lassen sich Temperatur-Einheit sowie Darstellungs-Modus anpassen. Sollte der automatisch erkannte Ort nicht passen, müssen Nutzer auf Firefox 128 warten. Denn dann lässt sich der Ort auch manuell auswählen.

Firefox 127

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10. Juni 2024

Solo ist ein Ende des vergangenen Jahres vom Mozilla Innovation Studio angekündigter Website-Builder, der auf Künstliche Intelligenz (KI) und einen maximal einfachen Erstellungsprozess setzt. Nun steht Solo 1.0 bereit.

Im Rahmen der Innovation Week im Dezember 2023 hatte das Mozilla Innovation Studio Solo angekündigt. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Website-Builder mit Fokus auf Selbständige, der auf generative Künstliche Intelligenz für einen maximal einfachen Erstellungsprozess setzt.

Jetzt Website-Builder Solo von Mozilla testen

Seit dem Start hat Mozilla einige Funktionen ergänzt. Jetzt hat Mozilla Solo 1.0 fertiggestellt. Neu ist unter anderem eine Option zum Aktivieren eines ganz simplen Cookie-Banners. Außerdem gibt es eine Option für einen fixierten Header, Threads von Meta wurde als Option zu den Social-Media-Kanälen hinzugefügt und die Labels in Kontaktformular können jetzt auch auf Deutsch oder Italienisch eingestellt werden. Dies war nur eine kleine Auswahl der Neuerungen. Die vollständigen Release Notes:

Version 1.0

  • Added a new fixed header option so you can have the Navigation bar always show as you scroll
  • You can now add up to 3 Text Banner and Image Banner sections
  • Added Threads as a new social media type
  • Option to now add an image to your Text Banner sections
  • Improved custom domain connection handling
  • Multiple visual UI improvements
  • Squashed a lot of small bugs including a general site speed-up
  • Slowed down transition time for gallery photos in carousel
  • Added multiple new animations to published sites giving it a more polished feel
  • Increased custom image upload cap to 30
  • New “centered” layout option for Footer text and social media icons
  • Increased character limit for the Services section items
  • Added Italian and German as new language options for the Contact Form labels

Die Nutzung von Solo ist kostenlos. Geringe Kosten fallen höchstens bei Verwendung einer benutzerdefinierten Domain an. In Zukunft könnten gegen eine monatliche Gebühr aber auch zusätzliche Funktionen bereitgestellt werden. Als Nächstes stehen weitere Optionen zum Bearbeiten und Gestalten sowie benutzerdefinierte Favicons auf der Roadmap.

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9. Juni 2024

Mozilla hat die AI Intersections Database gestartet. Dabei handelt es sich um eine Datenbank, welche Überschneidungen zwischen den dokumentierten Auswirkungen Künstlicher Intelligenz sowie verschiedenen Bereichen sozialer Gerechtigkeit erfasst.

In der AI Intersections Database von Mozilla werden Überschneidungen zwischen den wichtigsten Bereichen der sozialen Gerechtigkeit und der Menschenrechte unserer Zeit sowie die dokumentierten Auswirkungen der künstlichen Intelligenz und ihre Erscheinungsformen in der Gesellschaft dargestellt. Darüber hinaus erfasst die Datenbank zivilgesellschaftliche Organisationen, Akteure sozialer Bewegungen, Forscher und andere Einrichtungen, die entweder aktiv an diesen Schnittpunkten arbeiten oder sich gut für ein Engagement in diesen Bereichen über Partnerschaften eignen.

Die Nutzer können die Datensätze unter anderem nach Rechtsbereichen (zum Beispiel Behindertengerechtigkeit, wirtschaftliche Gerechtigkeit, Rassengerechtigkeit), nach KI-Auswirkungskategorien (zum Beispiel Vorurteile und Diskriminierung, Verletzung von Verbraucherrechten, Ausbeutung von Arbeitnehmern) und Region filtern.

Die Datenbank soll Organisationen helfen, Forschung zu betreiben, Arbeit zu teilen, Partnerschaften zu schmieden und Unterstützer im gemeinsamen Kampf für digitale Technologien zu finden, die Menschen und Gemeinschaften helfen und nicht schaden.

AI Intersections Database
AI Intersections Database
AI Intersections Database

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8. Juni 2024

Mozilla hat eine neue Mozilla Builders Initiative gestartet, in deren Rahmen Projekte bis zu 100.000 USD Förderung und Mentoring für die Entwicklung von Open-Source-Anwendungen zum Thema Lokale KI erhalten können.

Der Mozilla Builders Accelerator finanziert und unterstützt Projekte, die für das Open-Source-KI-Ökosystem wichtig sind. Ausgewählte Projekte erhalten bis zu 100.000 US-Dollar Förderung und nehmen an einem 12-wöchigen Programm teil, welches sich auf die Entwurfs-, Bau- und Testphasen der Projekte fokussiert, gefolgt von einer Alumni-Phase zur laufenden Unterstützung. Das Programm umfasst Unterrichtssitzungen, geführte Workshops und praktische Aufgaben. Die Teilnehmer haben Zugang zum Mozilla-Ökosystem, das ein breites Spektrum an Menschen, Partnern und Organisationen umfasst, die sich für Open-Source-Innovationen einsetzen. Darüber hinaus wird es Möglichkeiten geben, die Projekte über Mozilla-Kanäle und -Veranstaltungen zu präsentieren.

Damit ein Projekt für die Förderung infrage kommt, muss es sowohl unter einer Open-Source-Lizenz stehen als auch Lokale KI zum Thema haben, sprich Künstliche Intelligenz, welche direkt auf dem Gerät des Endanwenders und nicht in einer Cloud ausgeführt wird. Lokale KI bietet im Vergleich erhebliche Vorteile in Bezug auf Datenschutz, Kosteneffizienz, kulturelle Relevanz und Systemzuverlässigkeit.

Bewerbungsschluss ist der 1. August 2024. Teilnehmer verpflichten sich, während der Laufzeit des Programms Vollzeit an ihrem Projekt zu arbeiten und sowohl beim Kick-Off-Workshop am 12. September 2024 sowie am Demo-Tag am 5. Dezember 2024 anwesend zu sein.

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7. Juni 2024

Mögt ihr auch diese Hacker-Szenen in Filmen, bei denen der Bildschirm der Nerds gezeigt wird? Der ist dann meist zugeballert mit seltsamen Fenstern, in denen die Post abgeht.

Falls ihr mal im Cafe oder in der Bahn flexen wollt, empfehle ich das hollywood Paket. Einmal gestartet, zaubert es herrlich melodramatisches Technogebabbel auf euren Bildschirm.

:-)

Weblinks


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5. Juni 2024

Mit ØDin, kurz für Zero-Day Investigation Network, hat Mozilla ein Bug-Bounty-Programm für Generative Künstliche Intelligenz (GenAI) gestartet.

Unter einem Bug-Bounty-Programm versteht man Initiativen, welche für das Melden von Sicherheitsproblemen Belohnungen ausloben. Mit dem Zero-Day Investigation Network, kurz ØDin, hat Mozilla nun ein Bug-Bounty-Programm für sogenannte Generative Künstliche Intelligent (GenAI) gestartet.

Während es bereits andere Bug-Bounty-Programme wie HackerOne und BugCrowd gibt, beschränken diese sich auf Sicherheitsprobleme in der Software selbst. Bei ØDin soll es um die Absicherung des gesamten Ökosystems und explizit um Schwachstellen gehen, welche andere Programme ausschließen. Dies schließt vor allem Schwachstellen in den KI-Modellen mit ein. So soll ØDin die erste und bisher einzige Bug-Bounty-Plattform sein, welche offen Anreize für die Modellforschung schafft.

Da sich die Technologielandschaft ständig weiterentwickelt, sehen wir die Notwendigkeit für die nächste Evolution der Bug-Bounty-Programme, um das GenAI-Ökosystem weiter voranzutreiben und die Schwachstellen in den Modellen selbst zu beheben. Zu diesen Schwachstellen gehören Prompt Injection, Training Data Poisoning, Denial of Service und mehr. Mozilla investiert in die nächste Generation der GenAI-Sicherheit mit dem 0Day Investigative Network (0Din), einem Bug-Bounty-Programm für große Sprachmodelle (LLMs) und andere Deep Learning Technologien. 0Din erweitert die Möglichkeiten zur Identifizierung und Behebung von GenAI-Sicherheit, indem es über die Anwendungsebene hinausgeht und sich auf neu entstehende Klassen von Schwachstellen und Schwachstellen in diesen neuen Generationen von Modellen konzentriert.

Mozilla

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3. Juni 2024

In den vergangengenen Wochen habe ich die erste »echte« Ubuntu-Server-Installation durchgeführt. Abgesehen von aktuelleren Versionsnummern (siehe auch meinen Artikel zu Ubuntu 24.04) sind mir nicht allzu viele Unterschiede im Vergleich zu Ubuntu Server 22.04 aufgefallen. Bis jetzt läuft alles stabil und unkompliziert. Erfreulich für den Server-Einsatz ist die Verlängerung des LTS-Supports auf 12 Jahre (erfordert aber Ubuntu Pro); eine derart lange Laufzeit wird aber wohl nur in Ausnahmefällen sinnvoll sein.

fail2ban-Ärger

Recht befremdlich ist, dass fail2ban sechs Wochen nach dem Release immer noch nicht funktioniert. Der Fehler ist bekannt und wird verursacht, weil das Python-Modul asynchat mit Python 3.12 nicht mehr ausgeliefert wird. Für die Testversion von Ubuntu 24.10 gibt es auch schon einen Fix, aber Ubuntu 24.04-Anwender stehen diesbezüglich im Regen.

Persönlich betrachte ich fail2ban als essentiell zur Absicherung des SSH-Servers, sofern dort Login per Passwort erlaubt ist.

/tmp mit tmpfs im RAM

Das Verzeichnis /tmp wird unter Ubuntu nach wie vor physikalisch auf dem Datenträger gespeichert. Auf einem Server mit viel RAM kann es eine Option sein, /tmp mit dem Dateisystemtyp tmpfs im RAM abzubilden. Der Hauptvorteil besteht darin, dass I/O-Operationen in /tmp dann viel effizienter ausgeführt werden. Dagegen spricht, dass die exzessive Nutzung von /tmp zu Speicherproblemen führen kann.

Auf meinem Server mit 64 GiB RAM habe ich beschlossen, max. 4 GiB für /tmp zu reservieren. Die Konfiguration ist einfach, weil der Umstieg auf tmpfs im systemd bereits vorgesehen ist:

systemctl enable /usr/share/systemd/tmp.mount

Mit systemctl edit tmp.mount bearbeiten Sie die neue Setup-Datei /etc/systemd/system/tmp.mount.d/override.conf, die nur Änderungen im Vergleich zur schon vorhandenen Datei /etc/systemd/system/tmp.mount bzw. /usr/share/systemd/tmp.mount enthält.

# wer keinen vi mag, zuerst: export EDITOR=/usr/bin/nano
systemctl edit tmp.mount

In diese Datei einbauen:

# Datei /etc/systemd/system/tmp.mount.d/override.conf
[Mount]
Options=mode=1777,strictatime,nosuid,nodev,size=4G,nr_inodes=1m

Mit einem reboot werden die Einstellungen wirksam.

PS: In Debian 13 wird /tmp mit tmpfs standardmäßig aktiv sein (Quelle). Ubuntu wird in zukünftigen Versionen vermutlich folgen.

Links/Quellen

2. Juni 2024

Ich baue fast alle meine Dokumente mit quarto, seien es Briefe, Handouts, Artikel oder Folien. Für letztere bin ich über den Beitrag von Emil Hvitfeldt gestolpert. Er bindet iframes als Hintergrund ein, um animierte Folien zu erzeugen.

Passende Hintergrundanimationen finden sich dabei z.B. auf codepen.io und auch im GitHub Repository von Emil.

iFrame einbinden

  • Im Verzeichnis der .qmd-Datei erstellt ihr einen weiteren Unterordner, und nennt ihn z.B. iframes.
  • Ladet ein passendes iframe herunter, z.B. von der GitHub-Seite von Emil Hvitfeldt.
  • Den Ordner des iframes schiebt ihr in euren iframes-Ordner.
  • Hinter die Rauten einer neuen Folie schreibt ihr {background-iframe="Pfad/zur/index.html"}, also z.B.
## title {background-iframe="iframes/meatballs/index.html"}
  • Im YAML-Header muss zudem der Parameter preload-iframes: true gesetzt werden.
  • Eine Beispieldatei könnte so aussehen:
---
title: "iframe backgrounds"
preload-iframes: true
format:
  revealjs:
    embed-resources: true
---

## {.center .white background-iframe="iframes/ambient/index.html"}
::: {.r-fit-text}
Ambient
:::

## {.center background-iframe="iframes/moving-waves/index.html"}
::: {.r-fit-text}
Moving Waves
:::

Das sieht dann in etwa so aus:

(es kann uU etwas dauern, bis der Hintergrund sichtbar ist. Das ist lokal in der “echten” Präsentation aber nicht der Fall)

Nachteil

Einen Nachteil habe ich ebenfalls festgestellt: da die Hintergründe per iframe eingebunden werden, sind sie in der HTML-Präsentationsdatei selbst nicht enthalten, auch nicht, wenn der Parameter embed-resources: true gesetzt ist. Das heisst, man kann die Präsentationsdatei nicht “einfach so” weitergeben, weil dann die animierten Hintergründe nicht mehr funktionieren.

Wenn die Präsentation mittels decktape in eine PDF-Datei umgewandelt wird, bleibt ein Screenshot des Hintergrunds erhalten.

Weblinks


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1. Juni 2024

Mozilla Hubs war eine Plattform, um virtuelle Treffpunkte zu erstellen. Mit dem 31. Mai 2024 erfolgte die planmäßige Abschaltung durch Mozilla. In Zukunft geht es bei der neu gegründeten Hubs Foundation weiter.

Was ist Mozilla Hubs?

Mit dem Start von Mozilla Hubs im April 2018 ging eine Online-Plattform an den Start, welche es Nutzern ermöglicht, sich in sogenannten Räumen virtuell zu treffen. Das Besondere an Hubs: es spielt sich komplett im Web ab – keine geschlossene Plattform, keine Installation einer Anwendung, keine Abhängigkeit von einem bestimmten Gerät. Einfach eine URL teilen und miteinander treffen. Hubs funktioniert in jedem Browser, am Smartphone – und auch mit der VR-Brille, wo Hubs als virtuelle Plattform sein volles Potenzial entfaltet. Mozilla Hubs ist quasi eine Miniatur-Ausgabe eines Web-basierten „Metaverse“, aber Open Source und mit Fokus auf Datenschutz.

Mitte Februar hatte Mozilla angekündigt, im Rahmen einer Umstrukturierung die Weiterentwicklung von Mozilla Hubs einzustellen. Am 31. Mai 2024 folgte schließlich die planmäßige Abschaltung.

Hubs Foundation

Mit der Hubs Foundation hat die Community eine neue Non-Profit-Heimat für die Hubs ins Leben gerufen. Hier soll das Projekt weiterentwickelt werden. Die Git-Repositorys wurden von Mozilla an die Hubs Foundation übertragen, ebenso wie der Discord-Server.

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Seit Anfang 2018 hoste ich diverse Sachen beim Webspace-Anbieter uberspace.de. Aktuell wird dort CentOS 7 als Betriebssystem für die Server verwendet. Da der Support von CentOS 7 demnächst eingestellt wird, haben die Betreiber schon vor einiger Zeit mitgeteilt, dass auf eine rollende Distribution gewechselt werden soll, da dies aus ihrer Sicht für sie sinnvoller ist.

Um welche Distribution es sich handelt, war meines Wissens bisher nicht öffentlich bekannt. Somit konnte man nur Vermutungen anstellen. Persönlich hatte ich OpenSuse Tumbleweed vermutet und auf Arch Linux gehofft.

Jonas Pasche, der Chef von uberspace.de, hat kürzlich ein Interview gegeben, in dem er etwas aus dem Nähkästchen geplaudert hat. Und laut diesem Interview hat man sich für Arch Linux entschieden.

Our biggest development right now is the switch from an enterprise-style Linux distribution (our current product line is based on CentOS) to a rolling-release Linux distribution (specifically, ArchLinux). ~Jonas Pasche~

Was ich persönlich aus zwei Gründen gut finde. Zum einen, weil ich Arch Linux seit über 10 Jahren selbst nutzte. Was aber im Grunde egal ist. Viel interessanter finde ich, dass sich jemand der seit 2010 eine Hosting-Plattform betreibt, bewusst für eine rollende Distribution mit aktuellen Paketen entscheidet.

Das werden vermutlich einige Administratoren der alten Schule schrecklich finden. Und einige werden vermutlich auch den Untergang von uberspace.de vorhersagen. Weil eine rollende Distribution mit aktuellen Paketen kann für einen Server ja generell gar nicht funktionieren.

Und ich würde sagen, diese Leute irren sich. Der Begriff stable hat beispielsweise zwei Bedeutungen.

Zum einen, dass sich nach einem Update wenig ändert. Ja, in dem Fall ist Arch Linux unstable. So kann es vorkommen, dass es nötig ist nach einem Update die Konfigurationsdatei eines Pakets anzupassen. In meinem Fall dürfte es dieses Jahr bisher 2 mal nötig gewesen sein. Letztes Jahr, wenn ich mich recht erinnere, hingegen war ich gar nicht betroffen. Mit Tools wie Ansible ist das zudem auch kein Beinbruch wenn man mehrere Rechner nutzt.

Die zweite Bedeutung von stable ist die, die in der Regel genutzt wird. Nämlich dass es nach einem Update keine Probleme gibt. Aufgrund der aktuellen Pakete können unter Arch Linux natürlich neue Bugs vorhanden sein. Bei LTS-Distributionen wie Debian besteht dafür die Möglichkeit, dass Backports nicht durchgeführt werden. Dieses Pech hatte ich vor ein paar Jahren mit dem Paket ddclient unter Debian. Wenn man den Anbieter afraid.org verwendet hat, wurde die IP-Nummer nicht zuverlässig aktualisiert. Den Entwicklern von ddclient war das Problem bekannt, und sie hatten schon länger eine neue Version veröffentlich in der das Problem behoben war. Seitens Debian ist aber selbst nach Monaten kein Backport erfolgt. Was ist nun besser? Mögliche neue Bugs oder alte, die eventuell nicht behoben werden?

Ich will jetzt nicht behaupten, dass eine rollende Distribution mit aktuellen Paketen für jeden Anwendungsfall geeignet ist. Wie so oft kommt es darauf an. Es gibt halt nicht nur schwarz und weiß. Daher können Distributionen wie Arch Linux durchaus auch für Dinge abseits eines privaten Hobbys genutzt werden. So basiert beispielsweise das Betriebssystem des Steam Decks ebenfalls auf Arch Linux. Und das Teil verkauft sich meines Wissens nach ganz gut.

Unabhängig davon bin ich auf OpenSuse Slowroll gespannt. Eine rollende Distribution bei der normale Updates deutlich langsamer angeboten werden.

31. Mai 2024

Ich hatte es geahnt, aber dann ging es doch schneller als gedacht. Mit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes Ende April wurde in einem Fall in Frankreich die Speicherung von IP-Adressen seitens des ISPs auf Vorrat nicht nur für den Bereich schwerer Straftaten, sondern auch für Urheberrechtsverstöße für zulässig erachtet. Damit ist eine Diskussion wieder auf dem Tisch, die seit 20 Jahren regelmäßig aufflammt, aber bisher durch Urteile gegen die erlassenen Gesetze eingefangen wurde.

Mit diesem Thema haben wir uns vergangene Woche mit Professor Dr. Stephan G. Humer in der 48. Episode des Risikozone-Podcasts beschäftigt, den ich euch wärmstens empfehlen kann.

Die klassische VDS in Deutschland wird momentan nicht praktiziert, da sie nach einem älteren Urteil des EuGH, das konkret das deutsche Gesetz betraf, als rechtswidrig eingestuft wurde. Nichtsdestotrotz ist die Diskussion wieder eröffnet und alle Möglichkeiten für Vorhaben zur Wiedereinführung werden wieder eingebracht. Das Thema wird uns also weiterhin noch eine ganze Weile verfolgen.

Klar, im Urteil des EuGH wird als Bedingung gestellt, dass Maßnahmen getroffen werden müssen, damit die Privatsphäre der einzelnen Nutzer gewahrt bleibt, aber das ändert nichts daran, dass die Daten grundsätzlich erstmal erhoben werden. Die "Neuerung" in diesem Urteil zu der Thematik ist, dass IP-Adressen und Identitäten getrennt gespeichert werden müssen. Mir ist allerdings noch nicht einleuchtend, was im Urteil mit der "Verknüpfung nur unter Verwendung eines leistungsfähigen technischen Verfahrens [...], das die Wirksamkeit der strikten Trennung dieser Datenkategorien nicht in Frage stellt" gemeint ist. Sollen die Datenbanken mit einem anschließend zu verwerfenden Schlüssel verschlüsselt werden, der bei der Verknüpfung erst geknackt werden muss? Am Ende kann ein technisches Verfahren doch gar nicht feststellen, ob ein Gesuch den formellen juristischen Anforderungen genügt oder nicht.

Technisch reden wir hier im Übrigen von zwei Teilaspekten: einerseits die Speicherung, welche Stationen (mit welchen IP-Adressen) miteinander kommunizieren und andererseits, wer hinter welcher IP-Adresse steckt. Diese ganze letzte Thematik haben wir allerdings nur, weil die ISPs einerseits ungern Privatkunden feste IP-Adressen vergeben und andererseits mitunter gar nicht so viele IP(v4)-Adressen wie Kunden haben und dann zu Tricks wie CG-NAT greifen müssen. Hämisch könnte man jetzt fragen, warum in dem Zusammenhang die Politik noch nicht alle zu IPv6 verpflichtet hat. Auf der anderen Seite wird deutlich, wie sehr sich das Internet verändert hat, nachdem es ein Massenmedium wurde.

Früher wurden feste IP-Adressen genutzt und die Zuordnung größtenteils öffentlich hinterlegt. Die Teilnehmer des Internets kannten sich mehr oder weniger sowieso alle untereinander. Als das Internet mehr und mehr ein Massenmedium wurde, ging es allerdings nicht mehr um den wissenschaftlichen oder beruflichen Austausch, sondern auch vorrangiger um das private Leben, wodurch auf einmal Grundrechte tangiert wurden und das Thema der Anonymität im Netz aufkam.

Gespeichert werden die Zuordnungen wohl auch weiterhin noch, aber sichtbar sind sie nur noch für Behörden und ähnliche Organisationen. Spätestens mit dem breiten Ausrollen der DSGVO wurde z. B. der whois-Dienst der DENIC für die Öffentlichkeit geschlossen. Wer einen Webseitenbetreiber ermitteln möchte, der kein Impressum auf der Seite stehen hat, schaut seitdem in die Röhre.

Vorratsdatenspeicherung ist und bleibt somit ein netzpolitisches Thema und lässt sich somit nicht auf der rein technischen Ebene erklären. Von da aus kann man sich oft an den Kopf fassen, was da alles von der Technik erwartet wird. Solche Themen sind auch ein Abbild der Gesellschaftspolitik, was daran deutlich wird, dass im Wesentlichen Deutschland eines der wenigen kritischen Länder diesbezüglich ist.

Die Never-ending-Story geht jetzt also in die nächste Runde. Weitere Probleme, Risiken und Lösungsansätze könnt ihr gerne euch in unserem Podcast anhören und in den Kommentaren mitdiskutieren.

29. Mai 2024

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 115.11.1 ein Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 115.11.1

Thunderbird 115.11.1 bringt genau eine Änderung gegenüber der Vorversion: So wird für einen Prozent der Nutzer eine Umfrage angezeigt, in welcher um Feedback gebeten wird.

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28. Mai 2024

Mozilla hat Firefox 126.0.1 veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion.

Download Mozilla Firefox 126.0.1

Mit dem Update auf Firefox 126.0.1 behebt Mozilla ein Barrierefreiheitsproblem beim Betrachten von PDF-Dateien mit einem Screenreader.

Ein Problem mit Drag and Drop auf Websites unter Linux wurde behoben.

Ebenfalls behoben wurde ein Problem, welches zu einer hohen GPU-Speicherlast bei bestimmten Grafikchips von AMD führte.

Unter Apple macOS waren die Texte des Absturzmelders nicht mehr übersetzt.

Dazu kommen mehrere potenzielle Absturzursachen sowie ein Problem mit der JavaScript-Methode Array.sort, welche behoben worden sind.

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27. Mai 2024

Mit Thunderbird Appointment wird die MZLA Technologies Corporation einen neuen Online-Dienst starten, welcher die Terminplanung vereinfachen sollen.

Die MZLA Technologies Corporation, Entwicklerin des E-Mail-Programms Thunderbird, arbeitet an einem neuen Online-Dienst, der sich Thunderbird Appointment nennt. Dieser beschreibt sich in eigenen Worten wie folgt:

  • Thunderbird Appointment macht Termine finden zum Kinderspiel. Spar dir den Aufwand und gestalte deinen Tag effizienter.
  • Einen Termin planen: Mit mehreren Möglichkeiten, Meetings zu organisieren und einzurichten.
  • Definiere deine Verfügbarkeit: Lege fest, wann und wie deine Zeit gebucht wird.
  • Mit anderen teilen: Versende deinen persönlichen Link per E-Mail, oder füge ihn deiner Website hinzu.
  • Verbinde deine Kalender und finde alle deine Termine an einem Ort. Buche einmalige oder wiederkehrende Veranstaltungen und lade andere dazu ein.
  • Du musst ein Treffen mit einem Kunden organisieren? Schicke einfach deine allgemeine Verfügbarkeit. Kein Grund mehr, mit dem Kalender zu jonglieren.

Thunderbird Appointment

Thunderbird Appointment

Thunderbird Appointment

Die Datenschutzerklärung von Thunderbird beschreibt zusätzlich zu den oben genannten Informationen die Möglichkeit, Kalender von Google, Apple oder Microsoft an Thunderbird Appointment anbinden zu können.

Wann Thunderbird Appointment an den Start gehen wird, steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Auch darüber, ob die Nutzung vollständig kostenlos bleiben wird, liegen noch keine Informationen vor. Aktuell lassen sich keine Anzeichen für eine kostenpflichtige Version finden.

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22. Mai 2024

Mozilla hat eine Roadmap veröffentlicht, welche beschreibt, an welchen größeren Features für Firefox sie in den kommenden Monaten arbeiten werden.

Auf seiner Ideen-Plattform Mozilla Connect hat Mozilla einen Ausblick auf die nächsten großen Firefox-Features gegeben. Teilweise hat Mozilla die Arbeiten bereits begonnen. In diesen Fällen nennt der Artikel die dazugehörige Option für about:config, um das jeweilige Feature zu aktivieren und die Entwicklung zu verfolgen. In allen diesen Fällen befindet sich die Entwicklung aber noch in einem frühen Stadium und repräsentiert zu diesem Zeitpunkt noch nicht das fertige Produkt.

Umsetzung häufig gewünschter Funktionen

Tab-Gruppen sowie vertikale Tabs sind auf der Liste der meistgewünschten Funktionen auf Platz 1 respektive Platz 3. Wie ich bereits im April berichtet habe, arbeitet Mozilla an beidem. In diesem Zusammenhang arbeitet Mozilla auch an einer neuen Seitenleiste für den schnellen Zugriff auf bestimmte Funktionen. Neugierige Nutzer können sidebar.revamp auf true setzen.

Ein neuer Profilmanager, der direkt im Menü integriert wird, wird das schnelle Wechseln zwischen verschiedenen Firefox-Profilen ermöglichen. Die Entwicklung dieser Funktion findet hinter der Option browser.profiles.enabled statt.

Für die Startseite von Firefox wird der Nutzer aus Hintergrundbildern auswählen können. Auch hierüber habe ich bereits berichtet. Die Aktivierung erfolgt über browser.newtabpage.activity-stream.newtabWallpapers.enabled.

Die Privatsphäre-Einstellungen sollen überarbeitet und leichter zu verstehen werden. Ebenfalls überarbeitet werden sollen die Menüs, welche die wichtigsten Aktionen priorisieren werden.

Fortgesetzter Fokus auf Performance und Webkompatibilität

Die Geschwindigkeit, mit der Websites geladen werden, die Akkulaufzeit bei Nutzung von Firefox sowie die Kompatibilität mit Webstandards waren schon immer Fokusthemen und werden es auch weiterhin bleiben. Mozilla nennt hier den Speedometer 3-Benchmark als Beispiel, den die großen Browserentwickler gemeinsam entwickeln und der bereits 20 Prozent Geschwindigkeits-Verbesserungen nachweist, die Mozilla in den letzten Monaten in Firefox erreichen konnte. Im Rahmen der Interop-Initiative arbeiten die Browserentwickler auf Ebene der Webstandards an den gleichen Zielen.

Weitere KI-Funktionen, welche den Datenschutz respektieren

Künstliche Intelligenz, welche einen Mehrwert für den Nutzer schafft und dabei die Privatsphäre respektiert, ist bereits Teil von Firefox. So besitzt Firefox eine Übersetzungsfunktion, welche lokal auf dem System des Nutzers arbeitet und nichts an einen Cloud-Dienst wie beispielsweise Google Translate sendet. Mit der Integration von Fakespot erkennt Firefox gefälschte Produktbewertungen auf Amazon.

Die nächste KI-Funktion, deren Entwicklung Mozilla in Kürze starten wird, ist die automatische Generierung von Alternativtexten für Bilder, die in PDF-Dateien eingefügt werden. Auch diese Funktion wird lokal arbeiten und keine Daten an eine Cloud senden. Leider werden Alternativtexte für Bilder in der Content-Erstellung immer noch sehr häufig vernachlässigt. Profitieren werden von dieser Funktion vor allem Menschen mit Beeinträchtigungen, die auf Alternativtexte angewiesen sind, weil sie keine Bilder sehen können.

Die Zukunft von Firefox mitgestalten

Die Auswahl der Funktionen wie auch die Plattform, auf der diese Roadmap angekündigt worden ist, sind kein Zufall. Mozilla legt sehr großen Wert auf das Feedback seiner Nutzer. Jedem, der eine Meinung hat und die Zukunft von Firefox mitgestalten möchte, möchte ich daher ans Herz legen, Mozillas Ideen-Plattform Mozilla Connect zu besuchen, Ideen einzureichen und mit Mozilla sowie anderen Community-Mitgliedern zu diskutieren.

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20. Mai 2024

Mozilla hat Version 2.22 seiner VPN-Clients für das Mozilla VPN veröffentlicht. Dieser Artikel beschreibt die Neuerungen vom Mozilla VPN 2.22.

Mit dem Mozilla VPN bietet Mozilla in Zusammenarbeit mit Mullvad sein eigenes Virtual Private Network an und verspricht neben einer sehr einfachen Bedienung eine durch das moderne und schlanke WireGuard-Protokoll schnelle Performance, Sicherheit sowie Privatsphäre: Weder werden Nutzungsdaten geloggt noch mit einer externen Analysefirma zusammengearbeitet, um Nutzungsprofile zu erstellen.

Jetzt Mozilla VPN nutzen

Die Neuerungen vom Mozilla VPN 2.22

Mit dem Update auf das Mozilla VPN 2.22 hat Mozilla eine neue Option hinzugefügt, um das Mozilla VPN auf die Standard-Einstellungen zurückzusetzen. Ansonsten bringt das Update wie immer auch Fehlerbehebungen sowie weitere Verbesserungen unter der Haube.

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15. Mai 2024

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 115.11 ein planmäßiges Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 115.11

Mit dem Update auf Thunderbird 115.11 hat die MZLA Technologies Corporation ein planmäßiges Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht. Das Update bringt diverse Fehlerbehebungen und Verbesserungen unter der Haube, welche sich in den Release Notes (engl.) nachlesen lassen. Auch wurden diverse Sicherheitslücken geschlossen.

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14. Mai 2024

Mozilla hat Firefox 126 für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen – wie immer auf diesem Blog weit ausführlicher als auf anderen Websites.

Download Mozilla Firefox für Microsoft Windows, Apple macOS und Linux

NVIDIA RTX Video Super Resolution und Video HDR

Firefox 126 unterstützt Video Super Resolution und Video HDR für Nutzer einer Grafikkarte mit NVIDIA RTX KI-Technologie.

NVIDIA RTX Video Super Resolution verbessert und schärft Videos mit niedrigerer Auflösung und entfernt blockartige Artefakte, die häufig bei gestreamten Videos mit niedriger Bitrate zu sehen sind.

NVIDIA RTX Video HDR konvertiert automatisch und in Echtzeit SDR-Videos zu HDR10-Videos und bringt bei Nutzung eines entsprechenden Bildschirms mehr Dynamik und Farbtiefe.

Beide Features können im NVIDIA Control Panel aktiviert werden. Neben einer entsprechenden Grafikkarte (mindestens 20er Serie) werden die Treiberversion 530 oder höher (Video Super Resolution) beziehungsweise 550 oder höher (RTX Video HDR) sowie eine 64-Bit-Version von Windows benötigt.

Hardwarebeschleunigte Wiedergabe von AV1-Videos unter Apple macOS

AV1-Videos können bereits seit Firefox 98 unter Linux und seit Firefox 100 unter Windows durch die Hardware beschleunigt werden, eine entsprechende Grafikkarte vorausgesetzt. Firefox 126 bringt die Hardwarebeschleunigung für AV1-Videos auch auf Apple macOS, sofern ein Apple M3 oder neuer eingesetzt wird.

Bessere Website-Performance dank zstd-Komprimierung

Firefox unterstützt jetzt zstd als Alternative zur brotli- und gzip-Komprimierung für Webinhalte, was höhere Komprimierungsstufen bei gleicher CPU-Auslastung oder umgekehrt eine niedrigere CPU-Auslastung des Servers für die gleiche Komprimierung ermöglicht. Facebook ist ein prominentes Beispiel, wo starker Gebrauch von zstd gemacht wird.

Verbesserte Kopieren von Links ohne Tracking-Parameter

Im Kontextmenü von Links auf Websites gibt es seit Firefox 120 neben dem normalen Eintrag zum Kopieren eines Links noch einen weiteren Eintrag, um Links ohne bestimmte Tracking-Parameter zu kopieren. Dabei handelt es sich um Parameter wie beispielsweise utm_campaign, die man sehr häufig in Links sieht.

Mit Firefox 126 hat Mozilla die Funktion verbessert. Die Option unterstützt nun das Blockieren von über 300 Tracking-Parametern aus kopierten Links, einschließlich derer von großen Shopping-Websites.

Nur in den USA: Such-Telemetrie

Ausschließlich für Nutzer in den USA hat Mozilla die Telemetrie für Suchanfragen innerhalb von Firefox erweitert. Dabei werden die Suchbegriffe einer von 20 Content-Kategorien zugeordnet und an Mozilla gesendet. Die 20 Kategorien sind Tiere, Kunst, Autos, Geschäft, Karriere, Bildung, Mode, Finanzen, Lebensmittel, Regierung, Gesundheit, Hobbys, Haus, Nachrichten, Immobilien, Gesellschaft, Sport, Technik, Reisen sowie nicht eindeutig.

Das Ganze erfolgt in einer Weise, welche den Datenschutz respektiert: So werden keine genauen Suchbegriffe übermittelt, die Daten keinem spezifischen Nutzer zugeordnet, mittels Oblivious HTTP (OHTTP) anonymisiert und keine IP-Adresse oder andere potenziell identifizierenden Daten gesendet, keine Profile gebildet und die Daten auch mit keinem anderen Unternehmen geteilt.

Zweck des Ganzen ist es, Mozilla bessere Einblicke zu geben, was den Nutzern wichtig ist, und das entsprechend in der Entwicklung neuer Firefox-Funktionen zu priorisieren.

Sonstige Endnutzer-Neuerungen von Firefox 126

Firefox wird seit Version 118 standardmäßig mit einer lokalen Funktion zur maschinellen Übersetzung von Websites für den Browser ausgeliefert. Das bedeutet, dass die Übersetzung vollständig im Browser geschieht und keine zu übersetzenden Inhalte an einen Datenriesen wie Google oder Microsoft übermittelt werden müssen. Neu ist die Unterstützung der katalanischen Sprache.

Der Absturzmelder von Firefox wurde komplett neu in der Programmiersprache Rust geschrieben, womit die Grundlage für zukünftige Verbesserungen geschaffen wurde.

Für die Funktion, kürzlich geschlossene Fenster wieder zu öffnen, merkt sich Firefox standardmäßig jetzt bis zu fünf statt nur bis zu drei Fenster.

Verbesserungen gab es auch beim Ausdruck von Websites, welche Tabellen nutzen.

Befindet sich eine URL in der Zwischenablage und die Adressleiste wird fokussiert, hat Firefox diese seit Firefox 125 direkt in der Adressleiste vorgeschlagen. Aufgrund eines Performance-Problems, welches Mozilla derzeit noch untersucht, wurde die Funktion in Firefox 126 wieder deaktiviert. Mit einem späteren Update soll die Funktion erneut Einzug in Firefox erhalten.

Mehr Sicherheit für Firefox-Nutzer

Auch in Firefox 126 wurden wieder mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 126 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

Verbesserungen der Entwicklerwerkzeuge

Drückt man bei aktivem Entwicklerwerkzeug die ESC-Taste, öffnet sich ein Konsolen-Fenster zusätzlich zum aktiven Werkzeug. Dies kann praktisch für manche Entwickler sein, während andere das vielleicht eher nervig finden. In den Einstellungen der Entwicklerwerkzeuge gibt es jetzt eine Einstellung, um die zusätzliche Konsole zu deaktivieren.

Bei Verwendung von CSS-Variablen für Farbeigenschaften zeigt der Inspektor neben den entsprechenden Eigenschaften jetzt einen Farbwähler an. Bislang war dieser nur zu sehen, wenn Farbwerte direkt einer Eigenschaft zugewiesen waren.

Außerdem gab es Performance-Verbesserungen des Inspektor-Entwicklerwerkzeugs.

Verbesserungen der Webplattform

Firefox 126 bringt Unterstützung für die Web-APIs URL.parse() sowie die Screen Wake Lock API. Mittels indexedDB.databases() kann über IndexedDB-Datenbanken iteriert werden.

Auf CSS-Seite neu ist die Unterstützung von :state() und zoom.

Die Unterstützung für den Video-Codec Theora, der im Web kaum noch genutzt wird und seit März auch von Chromium-basierten Browsern nicht mehr unterstützt wird, wurde entfernt.

Auch für Entwickler von Firefox-Erweiterungen gab es ein paar Neuerungen. Alle Neuerungen für Entwickler von Websites und Firefox-Erweiterungen lassen sich in den MDN Web Docs nachlesen.

Vorschau: Übersetzung von markiertem Text und Hintergrundbild für die Firefox-Startseite

Mozilla arbeitet zwischen den Releases häufig an mehr neuen Funktionen, als schlussendlich ersichtlich sind, weil neue Funktionen teilweise noch nicht aktiviert sind, während Mozilla weitere Verbesserungen vornimmt. Die zwei interessantesten Neuerungen, die in Firefox 126 als Vorschau aktiviert werden können, sind zum einen die Übersetzung von markiertem Text anstelle einer vollständigen Website-Übersetzung sowie das Festlegen eines Hintergrundbildes für die Startseite von Firefox.

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Screen Sharing mit dem Raspberry Pi war schon immer ein fehleranfälliges Vergnügen. In der Vergangenheit hat die Raspberry Pi Foundation auf die proprietäre RealVNC-Software gesetzt. Zuletzt war RealVNC aber nicht Wayland-kompatibel. Die Alternative ist wayvnc, ein Wayland-kompatible VNC-Variante: Wie ich unter Remote Desktop und Raspberry Pi OS Bookworm schon berichtet habe, ist wayvnc aber nicht mit allen Remote-Clients kompatibel, insbesondere nicht mit Remotedesktopverbindung von Microsoft.

Anfang Mai 2024 hat die Raspberry Pi Foundation mit Raspberry Pi Connect eine eigene Lösung präsentiert. Ich habe das System ausprobiert. Um das Ergebnis gleich vorwegzunehmen: Bei meinen Tests hat alles bestens funktioniert, selbst dann, wenn auf beiden Seiten private Netzwerke mit Network Address Translation (NAT) im Spiel sind. Das Setup ist sehr einfach, als Client reicht ein Webbrowser. Geschwindigkeitswunder sind aber nicht zu erwarten, selbst im lokalen Netzwerk treten spürbare Verzögerungen auf.

Der Zugriff auf den Raspberry-Pi-Client erfolgt hier in einem Fenster des Webbrowsers Google Chrome unter macOS

Voraussetzungen

Raspberry Pi Connect setzt voraus, dass Sie die aktuelle Raspberry-Pi-Version »Bookworm« verwenden und dass der PIXEL Desktop in einer Wayland-Session läuft. Das schränkt die Modellauswahl auf 4B, 400 und 5 ein. Ob Ihr Desktop Wayland nutzt, überprüfen Sie am einfachsten im Terminal:

echo $XDG_SESSION_TYPE 

  wayland

Gegebenenfalls können Sie mit raspi-config zwischen Xorg und Wayland umschalten (Menüpunkt Advanced Options / Wayland).

Installation

Die Software-Installation verläuft denkbar einfach:

sudo apt update
sudo apt upgrade
sudo apt install rpi-connect

Nach der Installation erscheint ein neues Icon im Panel des PIXEL Desktops. Über dessen Menüeintrag Sign in gelangen Sie auf die Website https://connect.raspberrypi.com/sign-in. Dort müssen Sie eine Raspberry-Pi-ID einrichten. Die Eingabefelder sind auf ein Minimum beschränkt: E-Mail-Adresse, Passwort (2x) und Name. Fertig!

Bevor Sie Raspberry Pi Connect nutzen können, müssen Sie eine Raspberry Pi ID einrichten.

Fernzugriff

Um nun von einem anderen Rechner auf den PIXEL Desktop Ihres Raspberry Pis zuzugreifen, melden Sie sich dort ebenfalls auf der Website https://connect.raspberrypi.com/sign-in an. Dort werden alle registrierten Geräte aufgelistet. (Mit einer Raspberry-Pi-ID können als mehrere Raspberry Pis verknüpft werden.)

Remote-Verbindungsaufbau im Webbrowser

Praktische Erfahrungen

Bei meinen Tests hat Raspberry Pi Connect ausgezeichnet funktioniert. Der Verbindungsaufbau war problemlos. Der Desktop-Inhalt erscheint in einem neuen Browser-Fenster. Der Desktop-Inhalt wird automatisch auf die Fenstergröße skaliert. Die Bedienung ist denkbar simpel. Über zwei Buttons können Texte über die Zwischenablage kopiert bzw. eingefügt werden.

Raspberry Pi Connect testet beim Verbindungsaufbau, ob sich der Raspberry Pi und Ihr Client-Rechner (z.B. Ihr Notebook) im gleichen Netzwerk befinden. Wenn das der Fall ist, stellt der Client eine direkte Peer-to-Peer-Verbindung zum Raspberry Pi her. Nach dem Verbindungsaufbau fließen keine Daten mehr über den Raspberry-Pi-Connect-Server. Die Verbindungsgeschwindigkeit ist dann spürbar höher. Dennoch ist es empfehlenswert, die Bildschirmauflösung auf dem Raspberry Pi nicht höher einzustellen als notwendig.

Wenn sich Ihr Pi und Ihr Client-Rechner dagegen in unterschiedlichen (privaten) Netzwerken befinden, agiert ein Server der Raspberry Pi Foundation als Relay. Sowohl der Bildschirminhalt als auch alle Eingaben werden verschlüsselt nach Großbritannien und wieder zurück übertragen. Selbst wenn alle Geräte eine gute Internetverbindung haben, ist ein gewisser Lag unvermeidlich.

Details über die Art der Verbindung erfahren Sie, wenn Sie den Mauszeiger auf das Schloss-Icon im Screen-Sharing-Fenster bewegen.

Wenn Sie den Mauszeiger über das Schloss-Icon bewegen, erscheint ein Info-Text zum Status der Verbindung

Technische Details

Laut https://www.raspberrypi.com/news/raspberry-pi-connect/ verwendet Raspberry Pi Connect das Verfahren WebRTC. Dieser Standard kommt auch bei Programmen wie Microsoft Teams oder Zoom zum Einsatz.

Wenn die Remote-Desktop-Verbindung nicht im lokalen Netzwerk stattfindet, fließt der ganze Netzwerkverkehr über einen Relay-Server in Großbritannien. Dabei kommt das Protokoll Traversal Using Relays around NAT (kurz TURN) zum Einsatz. Die Daten werden TLS-verschlüsselt.

Der entscheidende Schwachpunkt des Systems besteht darin, dass es aktuell nur einen einzigen TURN-Server gibt. Je mehr gleichzeitige Remote-Desktop-Verbindungen aktiv sind, desto langsamer wird das Vergnügen … (Und besonders schnell ist es schon im Idealfall nicht.)

Fazit

Raspberry Pi Connect punktet vor allem durch seine Einfachheit.

  • Am Raspberry Pi reicht es aus, rpi-connect zu installieren.
  • Die Raspberry-Pi-ID kann rasch und unkompliziert eingerichtet werden.
  • Die Anwendung im Webbrowser funktioniert plattformübergreifend und einfach.

Allzu hohe Performance-Anforderungen sollten Sie nicht haben. Die Nachlaufzeiten bei Mausbewegungen und gar beim Verschieben eines Fensters sind beachtlich. Für administrative Arbeiten reicht die Geschwindigkeit aber absolut aus.

Schließlich bleibt abzuwarten, wie gut die Software skaliert. Aktuell befindet sich Raspberry Pi Connect noch in einem Probebetrieb. Soweit sich der Raspberry Pi und der Client-Rechner nicht im gleichen lokalen Netzwerk befinden, werden die Bildschirmdaten über einen Relay in Großbritannien geleitet. Aktuell gibt es genau einen derartigen Relay. Je mehr Anwender Raspberry Pi Connect gleichzeitig nutzen, desto langsamer wird es. Die Raspberry Pi Foundation lässt sich aktuell überhaupt offen, ob es den Relay-Betrieb dauerhaft kostenlos anbieten kann.

Quellen/Links

13. Mai 2024

Nightly-Versionen von Firefox für Linux stehen jetzt auch für die CPU-Architektur AArch64, auch bekannt als ARM64, zur Verfügung.

Während Firefox für Windows bereits als 32-Bit- und 64-Bit-Version für x86-CPUs sowie als Version für AArch64/ARM64 heruntergeladen werden kann und Firefox für Apple macOS ein sogenannter Universal Build ist, der gleichzeitig Intels x86-Prozessoren sowie Apple Silicon (AArch64) unterstützt, steht Firefox für Linux bislang nur als 32-Bit- und 64-Bit-Download für die x86-Architektur zur Verfügung.

Seit vergangenem Monat stellt Mozilla zumindest Nightly-Versionen von Firefox für Linux auf Systemen mit AArch64/ARM64-CPU bereit. Diese können sowohl als .deb-Paket über Mozillas APT-Repository als auch als .tar.bz2-Archiv von Mozillas Download-Seite heruntergeladen werden.

Finale Firefox-Versionen, Firefox ESR und Firefox Beta gibt es zu diesem Zeitpunkt noch nicht für AArch64/ARM64. Diese dürften im Laufe der kommenden Monate folgen.

Der Beitrag Firefox Nightly für Linux AArch64/ARM64 verfügbar erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.