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Mit meinen Plädoyers für LTS-Distributionen scheine ich bei manchen immer wieder einen Nerv zu treffen. Einige scheinen in ihrer RR-Blase vergessen zu haben, wo die Mehrheiten sind.

Anlass für diesen kleinen Kommentar ist die Feststellung bei Heise, dass Desktop-Anwender bei Debian doch eher Testing verwenden, worauf sich schon in den Kommentaren Widerspruch äußerte. Das möchte ich mal aufgreifen, um hier ein paar Grundannahmen zu äußern, die ich für Linux/Linux-Anwender veranschlage und den meisten Blog-Artikeln zugrunde lege.

Zahlen sind natürlich bei Linux ein schwieriges Thema, weil die wenigstens Distributionen wirklich Zahlen erheben und jene, die das tun (wie z. B. Ubuntu) diese nicht transparent teilen, sondern lediglich in Form von Berichten. Man kann also anders als Apple oder Microsoft schlecht sagen, dass x. Mio. Anwender dieses oder jenes Release nutzen. Unstrittig ist, dass die Zahlen von Distrowatch nichts taugen.

Relativ unstrittig dürfte auch sein, dass die meisten „normalen“ Anwender von Updates tendenziell genervt sind und eher selten den Mehrwert sehen. Die meisten machen Updates erst, wenn die Systeme sie penetrant daran erinnern oder sie gar einfach erzwingen. Nicht umsonst haben Apple und Microsoft automatische Updates im Hintergrund im Dienste einer allgemeinen Systemsicherheit in den letzten Jahren zum Standard erklärt.

Schauen wir uns mal an, welche Distributionen groß sind. Das sind jetzt „gefühlte“ Werte. Sie ergeben sich aus den Zahlen der Distributionen, der Resonanz in den Medien, der Größe der Communitys und der subjektiv wahrgenommenen Präsenz im öffentlichen Raum. Ich mache mal ganz bewusst keine nummerische Liste, sondern gehe alphabetisch vor.

  • Arch Linux
  • Debian
  • Manjaro
  • Mint
  • openSUSE
  • RHEL & Clone
  • Ubuntu

Ich behaupte mal ganz dreist: Alle anderen Distributionen kann man von den Marktanteilen unter „ferner liefen“ eingruppieren. Bei den meisten darf man wohl sogar bezweifeln, dass sie vierstellige Nutzerzahlen haben. Und auch diese Liste dürfte eine erhebliche Spannbreite aufweisen. Vermutlich sind Ubuntu und Mint mit weitem Abstand führend.

Man muss kein Zahlenakrobat sein, um die Mehrheit der Nutzer bei stabilen Distributionen zu sehen. Das müssen jetzt nicht gleich extreme LTS-Varianten sein. Vermutlich aktualisieren die meisten Nutzer irgendwo in einem Intervall zwischen den 12 Monaten, die bei Fedora das Maximum sind, bis zu den 24 Monate zwischen zwei Ubuntu LTS-Varianten. Das ist übrigens auch der Zyklus den Windows 10 und macOS vorgeben.

Eines dürfte jedenfalls auch klar sein: Manjaro und Arch haben nicht mehr Anwender als die hier gelisteten stabilen Varianten. Selbst dann nicht, wenn man Debian und openSUSE wegen ihrer rollenden Zweige dazu zählt.

Nur mal so als Hinweis, weil viele Poweruser und Entwickler manchmal vergessen, wo die Masse der Anwender sind. Das soll natürlich niemanden daran hindern, RR-Distributionen zu nutzen.

Manche Entwickler/Projekte sollten sich allerdings schon fragen, ob ihr Zyklus mit 3-4 Monaten Sinn ergibt und welche Anwender sie damit erreichen, oder ob dahinter nur die Unfähigkeit zur Produktpflege steht. Einer der häufigst gelesenen Artikel hier im Blog ist ausgerechnet: Kommentar: KDE und die Distributionen – zwei Antipoden. Im Grunde genommen kann man Veröffentlichungen ab einer gewissen Häufigkeit und bei fehlender Pflege der Vorgängerversionen auch gleich bleiben lassen und den Distributoren einfach Git-Snapshots zur Paketierung überlassen.

Der Artikel Kommentar: Linux – Die Mehrheit nutzt kein Rolling Release erschien zuerst auf [Mer]Curius

Ein qualitativ hochwertiges Custom ROM mit langfristiger Pflege zu finden, ist gar nicht so einfach. Aktuelle Firmware-Dateien noch viel weniger. Beides ist notwendig für den leidlich sicheren und Datenschutz-freundlichen Betrieb eines Android Smartphones.

Über den allgemeinen Zustand der Custom ROM Entwicklung habe ich mich kürzlich ja bereits hinreichend ausgelassen. Aber man muss ja weiter machen und deshalb heute ein paar eher praktische Empfehlungen. Offizielle LineageOS-Builds gibt es zur Zeit nur noch für wenige Geräte und diese sind meistens ziemlich alt. Deshalb muss man für neuere Modelle (und in der Custom ROM-Szene ist das Samsung Galaxy S10 noch verhältnismäßig neu) in den Weiten von XDA Developers suchen.

Kriterien für ein Custom ROM sind bei mir:

  • Offene Verwaltung des Quellcodes des Custom ROMs
  • Aktuelles Android
  • Aktueller Patchlevel von AOSP und Hersteller
  • Aktives SELinux
  • Aktive Verschlüsselung
  • Keine vorinstallierten Google-Dienste

Ich habe dafür längere Zeit die Variante von modpunk genutzt, aber wie man im entsprechenden Thread sehen kann, entwickelt modpunk eher erratisch. Nach langen Phasen ohne Updates kommt dann ab und mal wieder was. Das soll jetzt definitiv nicht als Vorwurf missverstanden werden, denn bei einem in der Freizeit entwickelten Projekt kann man keine Updates erzwingen.

Vor Kurzem hat Tim Zimmernann (Linux4) sein eigenes Build veröffentlicht (die GitHub-Projektseite findet sich hier). Das möchte ich hier allen Besitzern eines Gerätes der S10-Familie ans Herz legen. Der Entwickler veröffentlicht nicht nur regelmäßig Updates (1-2x pro Monat), sondern hat auch nervige Bugs wie die Probleme mit der WPA3-Verschlüsselung behoben. Updates laufen unproblematisch OTA über die entsprechende Lineage-Routine. Da er auch der offizielle Maintainer des Galax Tab S6 Lite für LineageOS ist, habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Samsung Galaxy S10 doch noch ein offizielles Build bekommen könnte.

Updates für Android sind das eine, Updates für die Firmware aber ebenso wichtig und bei Custom ROMs oft nicht ganz trivial. Deshalb ist es umso schöner, dass Linux4 hier auch Bundles über die Projektseite anbietet. Linux-Anwender können dann mit heimdall ziemlich unproblematisch die Firmware ihrer Geräte aktualisieren.

Dazu muss das Samsung-Smartphone nur in den Download-Mode versetzt werden und dann folgender Befehl in der Konsole ausführt werden.

$ cd </Pfad/zum/Download>
$ heimdall flash --CM cm.bin --DQMDBG dqmdbg.img --KEYSTORAGE keystorage.bin --RADIO modem.bin --CP_DEBUG modem_debug.bin --PARAM param.bin --BOOTLOADER sboot.bin --UH uh.bin --UP_PARAM up_param.bin 

Wie immer besteht natürlich bei Custom ROMs immer ein gewisses Restrisiko am Ende ein Soft bricked oder gar Hard bricked Gerät zu habe, aber ich habe damit sehr positive Erfahrungen gemacht.

Der Artikel Android Custom ROM und Firmware für Samsung Galaxy S10 erschien zuerst auf [Mer]Curius

Unbemerkt von vielen greift sich das Oligopol aus Verlagen und Wissenschaftsdienstleistern nach und nach die wichtigsten Literaturverwaltungslösungen, um ihre Ausrichtung hin zu Daten-Analyse-Firmen zu stärken. Nach EndNote folgte Papers, nun ist Citavi an der Reihe. Übrig bleiben nur noch Open Source-Lösungen.

Die Literaturverwaltung war damals einer der Gründe für meinen Wechsel zu macOS. Die Möglichkeiten von Linux waren mir einfach zu beschränkt, denn Literaturverwaltungen sind bei Linux-Programmen oft nicht mehr als digitale Literaturlisten oder „Literaturverwaltungs-Bronzezeit“, wie ich 2015 konstatierte. Ich schätze umfassende Literaturverwaltungssysteme wie Citavi, weil sie meinem Arbeitsstil sehr entgegenkommen. Ich weiß aber natürlich auch, dass man das anders sehen kann. Schon damals hatte ich allerdings Datenschutz und individuelle Datensouveränität bei Forschungsvorhaben im Blick.

Die letzten gallischen Dörfen fallen

Die Welt war damals aber noch „in Ordnung“. Mendeley gehörte zwar schon zu Elsevier, aber EndNote wurde noch von Thompson Reuters entwickelt und Citavi von einer Firma namens Swiss Academic Software GmbH. Die größte Kröte bei Citavi war damals „nur“ die Bindung an Windows als einziger Plattform. Mit Papers gab es für macOS eine „Geheimwaffe“, die so taten, als ob sie ein kleines unabhängiges Start-up wären. Sicher alles keine Open Source Software und natürlich kommerziell agierende Unternehmen, aber eben doch verhältnismäßig kleine Player in einem vielfältigen Markt. Die Angebotslage war nicht perfekt, aber man konnte guten Gewissens damit arbeiten.

Kurz darauf übernahm Clarivate Thompson Reuters und Digital Science führte sein mittelmäßig erfolgreiches Cloud-Produkt ReadCube mit der Neuerwerbung Papers (das man erstaunlicherweise von Springer Nature erwarb) unter dem gemeinsamen Label „ReadCube Papers“ zusammen. Hinter Digital Science steht die Holtzbrinck Publishing Group und neben ReadCube Papers hat man einige Produkte für den Wissenschaftssektor im Angebot. Am bekanntesten unter den Produkten von Digital Science dürfte hier Dimensions sein, das sich anschickt, eine Alternative zu Scopus und Web of Science (WoS) zu werden. vor einigen Tagen erhielt ich eine Ankündigung, in der mir das lang versprochene Citavi Web offeriert wurde. Nach dem Login sah die URL so gar nicht nach Citavi aus und eine kurze Recherche ergab, dass Citavi im Februar von QSR International erworben wurde. Von der Firma hatte ich vorher noch nichts gehört, aber die englischsprachige Wikipedia weiß dazu etwas mehr:

QSR International is the developer of qualitative data analysis (QDA) software products, NVivo, NVivo Server, Interpris and XSight. These are designed to help qualitative researchers organize and analyze non-numerical or unstructured data. Qualitative research is used to gain insight into people’s attitudes, behaviours, value systems, concerns, motivations, aspirations, culture or lifestyles. It is used to inform business decisions, policy formation, communication and research. Focus groups, in-depth interviews, content analysis and semiotics are among the many formal approaches that are used, but qualitative research also involves the analysis of any unstructured material, including customer feedback surveys, reports or media clips.

Artikel: QSR International, zuletzt abgerufen am 20.06.2021

Das liest sich nicht nach einer Firma, der ich mit meiner Literatur- und Wissensverwaltung das Herzstück meiner wissenschaftlichen Arbeit überlassen möchte.


Exkurs: Geschäftsmodelle von Wissenschaftsverlagen & Co

Mit Elsevier und Springer Nature sind schon zwei wesentliche Akteure im Markt der Wissenschaftsverlage genannt. Clarivate (die nun auch ProQuest übernommen haben) und Holtzbrincks Digital Science sind weitere Akteure unter den Wissenschaftsdienstleistern. Sie alle eint ein sehr „spezielles“ Geschäftsmodell, das sich stark simplifiziert folgendermaßen erklären lässt:

Öffentliche finanzierte Forschung wird publiziert in kommerziellen Zeitschriften, die wiederum zu horrenden Summen von öffentlich finanzierten (Universitäts-)Bibliotheken erworben werden müssen, um ihrem Auftrag in der Zurverfügungstellung von Literatur nachzukommen. Dafür streichen die Verlage eine Rendite von bis zu 30% ein.

Mancher mag jetzt denken, wo sind denn hier die Drittmittel, von denen immer alle reden. Nun, die gibt es eigentlich nicht! Es gibt in Deutschland keine Tradition von privatwirtschaftlicher Wissensförderung. Die Unternehmen haben Grundlagenforschung gerne für Lau (und zahlen dafür nicht mal nennenswert Steuern…). Das was heute meistens Drittmittel genannt wird, hieß früher „Zweitmittel“. Damit waren jene Mittel gemeint, die zwar nicht aus dem eigenen Haushalt stammten, aber dennoch von der öffentlichen Hand in Form von z. B.DFG und BMBF-Förderung. Im neoliberal dominierten Diskurs wollte man das „cooler“ klingen lassen und schaffte die Zweitmittel als Begriff ab, um die Illusion einer nennenswerten Drittmittelförderung zu kreieren. Im Prinzip ist das für den Steuerzahler ein „Linke Tasche, rechte Tasche“-Phänomen.

Weil die Nachwuchswissenschaftlicher im „Ich bin Hanna“-System sich die Zeitschriften, in denen sie publizieren, faktisch nicht selbst aussuchen können, gibt es in vielen Wissenschaften zwangsläufig ein Oligopol aus relevanten Verlagen.

Die Geschäftsmodelle der Datendienstleister im Wissenschaftssektor sind nicht ganz so einfach zu erklären, aber laufen auf ähnliches hinaus. Ohne diese Dienstleister können Einrichtungen ihre Fördermittelanträge nicht mehr ausreichend belegen und haben keine Grundlage für notwendige bibliometrische Verfahren. Diese sind aber mitunter die Grundlage für zahlenbasierte Evaluationsverfahren bei Neuberufungen und Mittelvergabe.


Verlage entdecken neue Geschäftsmodelle

Gleichzeitig entdecken die Verlage neue Geschäftsmodelle. Einerseits einfach um neue Märkte zu erschließen, andererseits sicherlich auch, um sich abzusichern, falls die Open Access-Initiative tatsächlich eine Transformation des Publikationssystems schaffen sollte. Die Kriegskassen der Verlage und Wissenschaftsdienstleister sind dank satter Renditen gut gefüllt. Dem Steuerzahlen sei Dank.

Nachdem man bemerkt hat, auf was für einem „Datenschatz“ man durch seine dominante Stellung im Publikationssystem sitzt, möchte man diesen nun heben. Tracking auf den Plattformen der Verlage gehört da ebenso dazu wie die Aushebelung des bisher auf Anonymität ausgerichteten Authentifizierungssystems über Shibboleth. Wer sich für das Thema interessiert, dem seit die Podcast-Folge 197 des Open Science Radio mit Renke Siems und Björn Brembs ans Herz gelegt.

Diese Daten lassen sich natürlich perfekt ergänzen, wenn man nicht nur die Publikationsdaten hat, sondern auch noch Informationen darüber, wie die Forscher so arbeiten. Diese Daten befinden sich zu einem nicht unerheblichen Teil in den Literaturverwaltungen der Wissenschaftler. Also exakt jene Softwarelösungen, die nicht nur seit Jahren auf Cloud-Lösungen umgestellt werden, sondern auch sukzessive in die Hände der großen Player geraten.

Welche Alternativen bleiben?

Um dem wenigstens ein ganz kleines bisschen zu entgehen, bleiben wirklich fast nur noch die klassischen Open Source-Lösungen. Am prominentesten sind hier vermutlich Zotero und JabRef. Daneben gibt es natürlich noch zahlreiche weitere Lösungen, vor allem im Umfeld der BibTex-Manager. Auch hier sollte man aber Abstand von allfällig offerierten Clouddiensten nehmen. Wer weiß schon, wer als nächstes übernommen wird und wohin die Daten dann fließen.

Gemessen den EndNote, Citavi oder ReadCube ist das mit enormen funktionalen Rückschritten verbunden, aber es bleibt einem keine Alternative, sofern man nicht die Hoheit über seine eigene wissenschaftliche Arbeit preisgeben möchte.

Der Artikel Literaturverwaltung: Es bleiben nur noch Zotero und JabRef erschien zuerst auf [Mer]Curius

17. Juni 2021

Im berühmten Artikel „Linux ist nicht Windows“ wird thematisiert, dass Windows-Kompetenz keine allgemeine IT-Kompetenz ist und nicht einfach 1:1 auf Linux übertragen werden kann. Aber fördern wir überhaupt IT- oder wenigstens allgemeine Linux-Kompetenz oder nicht eher Distributions-Kompetenz?

Ich habe einen ziemlich distanzierten Blick auf Distributionen und Desktopumgebungen. Beides wird maßlos überbewertet. Bevor jetzt ein wütender Kommentar kommt, bitte weiterlesen.

Meiner Meinung nach kochen alle Linux-Distributionen letztlich nur mit Wasser. Das bedeutet, sie können letztlich nur paketieren, was Upstream da ist und die zunehmende Komplexität der Systeme und vielfältige Kooperationen haben in den letzten 15 Jahren eine hohe Standardisierung erzeugt. Eigenentwicklungen und wirklich individuelle Lösungen kann man an einer Hand abzählen. Und selbst die funktionieren oft ähnlich, weil sie die gleichen Aufgaben erfüllen sollen. Das ist wie in der Evolution. Unterschiedliche Arten auf dem Globus, die eine ähnliche ökologische Nische besetzen, prägen vollkommen unabhängig voneinander ähnliche Merkmale aus.

Das Gleiche gilt für Desktopumgebungen. Letztlich haben doch alle ähnliche Konzepte. Es gibt Fenster, in denen Programme laufen. Irgendwo gibt es eine Übersicht der aktuell laufenden Programme (Dock, Fensterleiste o.ä.) und einen Starter (Startmenü, Launchpad etc.). Dazu noch ein bisschen „Gedöns“ für Benachrichtigungen, Systemdienste, Einstellungen. Wir haben dieses Konzept mit Anpassungen inzwischen sogar auf Smartphones und Tablets übertragen. Ob das ein objektiv gutes Konzept für die Bedienung ist oder wir uns einfach kollektiv daran gewöhnt haben, darüber kann man sicher trefflich streiten.

Das so rational herunter zu brechen, beruht auf abstrakter IT- oder Linux-Kompetenz – dazu muss man bei weitem kein Informatik-Studium hinter sich haben. Wenn man mit vielen Distributionen parallel arbeitet und daneben mit macOS und Windows, merkt man mit ein wenig Abstraktionsvermögen schnell, was die funktionalen Grundlagen jedes Systems sind. Dazu muss nicht d-bus verstanden haben, aber das 1×1 der Partitionierung schon. Nur um mal ein paar praktische Beispiele zu bringen. Diese Kenntnisse kann man dann auf jedes neue Systeme anwenden und hat eine deutlich flachere Lernkurse.

Umso mehr überraschen mich immer wieder die entrüsteten Kommentare, die darauf beharren, dass doch alles ganz unterschiedlich sei. Noch mehr überraschen mich in den Supportforen Anwender, die vom Wechsel von Ubuntu zu Debian überfordert sind.

Mir stellt sich die Frage, ob wir als Linux-Community nicht letztlich denselben Fehler wiederholen, den alle Anwender mit Windows machen. Anstelle allgemeine Kompetenz zur Funktionsweise von Betriebssystemen bzw. Linux-Distributionen zu vermitteln (in Wikis, Foren, Blogs etc. pp), lehren wir die Neueinsteiger (und Nicht-mehr-so-Neueinsteiger) die Funktionsweise und Abläufe einer einzelnen Distribution. So wie der Windows-Nutzer dann nur Windows kann, schaffen wir Linux-Anwender, die nur Ubuntu (oder jede beliebige andere Distribution) können.

Werden wir damit unserem eigenen Anspruch eigentlich gerecht? Ein Anspruch, der vor vielen Jahren in solchen Artikeln wie dem oben verlinkten „Linux ist nicht Windows“ formuliert wurde. Ein Anspruch, den viele in Diskussionen wie eine Trophäe vor sich her tragen: „Wir“ vermitteln doch schließlich mehr als nur Klickfolgen-Kompetenz.

Und wenn dem so ist, stellt sich die Frage, warum wir das so machen? Haben wir als – in der Regel – um eine Distribution herum organisierte Community Angst vor mündigen Anwendern, die bei Bedarf schnell das System wechseln können? Verweigern wir in den meisten Supportforen die Unterstützung für „fremde“ Distributionen, um die Anwender im „Walled Garden“ der eigenen Community zu halten? Dienen wir als Community damit eigentlich „Linux“, den „Anwendern“ oder nur unserem eigenen „Walled Garden“?

Der Artikel Fördern wir Betriebssystem-Kompetenz oder Distributions-Kompetenz? erschien zuerst auf [Mer]Curius

16. Juni 2021

Mozilla hat Firefox 89.0.1 veröffentlicht und behebt damit mehrere Probleme der Vorgängerversion, einschließlich einer Sicherheitslücke.

Download Mozilla Firefox 89.0.1

Mit dem Update auf Firefox 89.0.1 behebt Mozilla durch Deaktivierung der erst mit Firefox 89 eingeführten Shared Font List, welche den Speicherverbrauch reduzieren und die Performance verbessern sollte, mehrere Probleme in Zusammenhang mit der Darstellung von Schrift auf Websites, von denen manche Nutzer von Windows und Linux betroffen waren. Auf macOS sind keine Probleme bekannt, hier blieb die Option aktiviert.

Auf macOS konnte es bei Verwendung eines externen Bildschirms zu einem Flackern beim Scrollen kommen. Grund hierfür ist ein Bug in einem AMD-Grafikkartentreiber. In Firefox 89.0.1 wurde dies durch die Deaktivierung von WebRender für die Darstellung der Scroll-Leisten auf macOS behoben. Auf Windows und Linux blieb die entsprechende Option aktiviert.

Dafür gab es für manche Linux-Nutzer Performance- und Stabilitätsprobleme in Zusammenhang mit der Software-WebRender-Implementierung. Diese wurde für betroffene Nutzer deakiviert.

Ebenfalls ein Problem, von dem manche Linux-Nutzer betroffen waren, waren fehlerhafte Scroll-Leisten bei Verwendung mancher GTK-Themes.

Unter Windows haben manche Screenreader nicht mehr korrekt mit Firefox interagiert. Zur Behebung hat Mozilla die mit Firefox 89 erst eingeführte „Pseudo-Oberfläche“ deaktiviert, welche zu Beginn des Startvorgangs angezeigt wurde, um so die gefühlte Performance des Firefox-Starts unter Windows langsameren Systemen zu verbessern.

Die DisableDeveloperTools-Unternehmensrichtlinie zur Deaktivierung der Entwicklerwerkzeuge funktionierte nicht mehr korrekt und wurde repariert.

Außerdem wurde mit Firefox 89.0.1 eine als moderat eingestufte Sicherheitslücke behoben. Von dieser waren ausschließlich Nutzer des Betriebssystem Windows betroffen, welche nicht WebRender als Rendering-Backend von Firefox verwenden.

Schließlich wurden noch einige Übersetzungen aktualisiert.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Firefox 89.0.1 erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

13. Juni 2021

Videokonferenzen sind gekommen, um zu bleiben. Die Idee und die Technologie ist schon alt, aber mit der Corona Pandemie kam der Durchbruch. Wir freuen uns sicher alle, wenn wir weniger Meetings in Videokonferenzen haben, aber eine komplette Rückkehr in Face-to-Face Begegnungen in stickigen Meeting-Räumen wird es sicher nicht geben.

Manchmal bin ich bei [Mer]Curius antizyklisch unterwegs. Über 12 Monate schrieb jede mir bekannte Technik-Seite über Videokonferenzen, aber ich habe mir das Thema gespart. Nun, wo die Zeichen auf Lockerungen stehen, schreibe ich hier einen Beitrag. Denn ich denke, das Thema wird uns erhalten bleiben. Außerdem haben sich die Dienstanbieter und ihre Angebote im letzten Jahr konsolidiert und man kann sich besser einen Überblick verschaffen.

Wichtig ist eine Abgrenzung, denn Videotelefonie ist nicht gleich Videokonferenz. Viele herkömmliche Videotelefonie-Lösungen (FaceTime, Skype, Jami, auch die entsprechenden Funktionen der Messenger) sind lediglich für Gespräche im kleinen Kreis gedacht und teilweise auch offiziell darauf beschränkt. FaceTime wurde gerade erst auf maximal 32 Teilnehmer ausgedehnt. Das sind Bereiche, in denen Videokonferenz-Systeme erst losgehen. Eine gute Videokonferenz-Lösung sollte in der Lage sein, mindestens 100 Teilnehmer mit Bild und Ton zu verarbeiten. Alles darunter ist keine Konferenz, sondern eine kleine Gesprächsrunde. Dessen ungeachtet taugen die großen Videokonferenz-Lösungen natürlich auch für Zweier-Gespräche.

Ist Sicherheit immer wichtig?

Die erste Frage, die man sich stellen sollte, ist ob es wirklich immer eine Lösung mit Fokus auf Privatsphäre und Sicherheit braucht. Erscheint vielen jetzt vielleicht abwegig, ist es aber nicht.

Bei einer öffentlichen Veranstaltung, die jeder besuchen darf und wo die Teilnehmer oder zumindest die zentralen Personen vielleicht sogar öffentlich im Internet stehen, braucht es keine besonders sichere Lösung. Denn weder Gesprächsinhalte, noch Metadaten (Wer, wo, wie, wann?) müssen geschützt werden. Sie liegen ja sowieso offen.

Bei allen anderen Gesprächen sollten sowohl die Inhalte als auch die Metadaten bestmöglich geschützt werden.

Ende-zu-Ende Verschlüsselung

Ende-zu-Ende Verschlüsselung der Gesprächsinhalte ist normalerweise der Goldstandard, ab dem man anfängt, von Sicherheit zu sprechen. Tatsächlich wurde da im vergangenen Jahr aber viel mit Nebelkerzen geworfen. Insbesondere von der großen Zahl der Zoom-Kritiker. Inhalte-Verschlüsselung bei Videokonferenzen bot faktisch Anfang 2020 noch kein einziger Anbieter!

Gegenwärtig bietet das Zoom mit einigen Einschränkungen an. Die Konkurrenz von Cisco Webex bietet das ebenfalls, allerdings auch mit Nebenwirkungen. So schließt man beispielsweise Linux-Nutzer pauschal aus. Bei Microsoft Teams ist das seit Anfang des Jahres offiziell in Arbeit und wird wohl erst mal nur für Zweier-Gespräche ausgerollt. Bei den freien Systemen bietet das gegenwärtig nur Jitsi Meet. Das so gerne gelobte Big Blue Button bietet eine solche Absicherung nicht an.

Betreiber – Vertrauen muss wer nicht selber betreibt

Ende-zu-Ende Verschlüsselung schützt allerdings erst mal auch nur die Inhalte – oder auch nicht, wenn es sie nicht gibt. Metadaten können dennoch viele anfallen und das kann für Betreiber interessant.

Viele der Anbieter haben ihren Sitz in den USA. Datenschutz-Aktivisten rufen da immer schnell: „Nicht-DSGVO-konform!“ Aber so einfach ist das nicht. Mit zur Verunsicherung haben Schnellschüsse mancher Datenschutzbeauftragte der Länder beigetragen. Tatsächlich ist das eine Frage der vertraglichen Aushandlung zwischen den beteiligten Parteien und kann gar nicht pauschal beantwortet werden. Schon gar nicht übergreifend von der Schule über die Universität bis zur privaten Firma.

Ganz klar ist aber auch, dass selbst betriebene Instanzen im eigenen Rechenzentrum von BBB natürlich viel datenschutzfreundlicher sind als die Lösungen von Drittanbietern. Das gilt aber nur für den Eigenbetrieb. Sobald man eine BBB-Instanz nutzt, die man nicht selbst betreibt, steht man vor dem gleichen Problem wie bei Zoom & Co.

Leistungsfähigkeit

Und selbst betreiben muss man erst mal können. Während heute jeder privat eine Cloud mit Nextcloud oder Synology aufsetzen kann und Firmen Groupware- und Cloud-Lösungen selbstverständlich selbst betreiben können (was nicht unbedingt bedeutet, dass sie das auch tun!), sieht das bei Videokonferenz-Lösungen ganz anders aus.

BBB kann theoretisch Videokonferenzen mit 100 Teilnehmern inklusive Bild und Ton abhalten. Faktisch scheitern die meisten Firmen und öffentlichen Einrichtungen daran, eine solch leistungsfähige Plattform bereitzustellen. Das heißt es schnell mal „Kamera aus!“ für alle. Für Jitsi ist mir nicht bekannt, dass die Plattform solche Teilnehmerzahlen verkraftet.

Die anderen genannten Alternativen wie Zoom, Webex und Microsoft Teams kommen damit klar. Meiner persönlichen Erfahrung nach ist Zoom hier immer noch stabiler als die Konkurrenz, aber hier gibt es auch gegenteilige Meinungen.

Komfort

Bei vielen hartnäckigen Problemen bleibt der Komfort als Argument oft auf der Strecke. Bevor man sich diesem Punkt zuwenden kann, müssen schließlich erst die wirklich großen Baustellen geschlossen werden. Das erklärt auch den eher schwierigen Zustand in diesem Bereich.

Positiv zu vermerken ist, dass alle Lösungen plattformübergreifend funktionieren. Die Zeiten, in denen Linux-Anwender pauschal ausgeschlossen blieben, sind lange vorbei. Leider war es das dann aber auch schon.

Die meisten Lösungen funktionieren nämlich im Browser nur mit Chrome wirklich gut, was ein erhebliches Manko für den Datenschutz impliziert. Vollwertige Clients für Linux bieten nur Zoom und Microsoft Teams an. Für Cisco Webex gibt es eine abgespeckte Variante. Für BBB gibt es gar keine Clients.

Was Funktionen betrifft, die über den Kern hinausgehen, wie z. B. Breakout-Räume und Kollaborations-Werkzeuge setzt Zoom immer noch Standards.

Zusammengefasst: Es bleibt kompliziert

Wirklich auf der sicheren Seite ist, wer BBB selbst in einem leistungsfähigen eigenen RZ betreiben kann. Für alle anderen bleibt es kompliziert. Denn setzt man einen Dienstleister für BBB ein, steht man vor dem gleichen Dilemma wie bei Zoom, Webex & Co und das sogar ohne E2E-Verschlüsselung.

Der Artikel Überblick über Videokonferenz-Lösungen erschien zuerst auf [Mer]Curius

Kürzlich stolperte ich in einer Email über den Jabber-ID Email Header und da XMPP (früher Jabber) mein Hauptmessenger ist, muss ich diesen header natürlich auch für meine ausgehenden Emails setzen.

Mit NeoMutt geht das ganz simpel:

my_hdr Jabber-ID: martin@mdosch.de

Nun möchte ich diesen header nicht nur senden, sondern auch die Chatadresse (Jabber-ID, kurz JID) von anderen, die diesen header setzen, direkt in der Leseansicht der Emails angezeigt bekommen. Das geht mit NeoMutt auch einfach mit der unignore Option in der Konfiguration:

unignore Jabber-ID

Damit sieht das bei mir dann so aus:

Jabber-ID in NeoMutt

Im xmpp.org Wiki ist das Setzen des headers auch für andere Emailprogramme beschrieben. Wenn jemand weiß, wie man den header in einem Programm setzen kann, das noch nicht dort gelistet ist, bitte kommentieren. Ich pflege das dann im Wiki ein.

9. Juni 2021

Kürzlich musste ich einige Tickets ausdrucken, die großflächig mit Farbe hinterlegt waren. Der Treiber meines Drucker bietet leider keine Möglichkeit, ein Dokument in Graustufen auszudrucken. Und der Farbdruck vergeudet eine Menge Tinte/Toner. Also habe ich nach einem Weg gesucht, Farb-PDFs in Graustufen-PDFs umzuwandeln. Und siehe da: Was Linux an Benutzerkomfort vermissen lässt, ersetzt es durch tolle Kommandos :-)

Variante 1: convert

Den bequemsten Weg bietet das Kommando convert aus dem Paket ImageMagick (apt/dnf install imagemagick). Mit den Optionen -quality und -density steuern Sie gleichzeitig die Qualität und Größe der resultierenden PDFs. Einen guten Kompromiss bietet:

convert -colorspace GRAY -density 300 -quality 95 in-color.pdf  out-grey.pdf

Noch schärfer wird der Ausdruck so:

convert -colorspace GRAY -density 400 -quality 100 Tickets-color.pdf  Tickets-grey.pdf

Die resultierende Datei ist dann aber auch entsprechend größer.

Bei vielen Distributionen weigert sich convert, PDFs zu verarbeiten, und liefert die folgende Fehlermeldung:

convert-im6.q16: attempt to perform an operation not allowed by the security policy `PDF' @ error/constitute.c/IsCoderAuthorized/421.
convert-im6.q16: no images defined `Tickets-grey.pdf' @ error/convert.c/ConvertImageCommand/3229.

Abhilfe schafft die Entfernung der entsprechenden Zeile aus /etc/ImageMagick-6/policy.xml. Im folgenden Listing habe ich die Zeile auskommentiert:

<policymap>
  ...
  <!-- <policy domain="coder" rights="none" pattern="PDF" /> -->
  ...
</policymap>

Variante 2: gs

Mit mehr Tippaufwand ist das zweite Kommando verbunden:

gs -sOutputFile=out-grey.pdf \
 -sDEVICE=pdfwrite \
 -sColorConversionStrategy=Gray \
 -dProcessColorModel=/DeviceGray \
 -dCompatibilityLevel=1.4 \
 -dNOPAUSE -dBATCH in-color.pdf

Die Qualität ist ähnlich wie bei convert -density 400 -quality 100. Die Rechenzeit ist deutlich höher, dafür ist die Dateigröße spürbar kleiner.

Quelle

https://superuser.com/questions/104656/convert-a-pdf-to-greyscale-on-the-command-line-in-floss

7. Juni 2021

Das openSUSE Projekt hat 2. Juni die aktuelle Version des stabilen Zweigs Leap 15.3 herausgebracht. Nun gibt es schwere Probleme mit dem Update-System, die im schlimmsten Fall zu einem unbenutzbaren System führen können.

Ich nutze openSUSE wirklich gerne und berichte dementsprechend sehr regelmäßig über die Entwicklungen, aber das ist jetzt eine Blamage, die an einen GAU grenzt. Im stabilen Zweig fällt nach dem Release auf, dass das Update-System quasi unbenutzbar ist.

Startet man die YaST Online Aktualisierung, gibt es für zahlreiche Patches Fehler, bei denen die Aktualisierungsverwaltung die Deinstallation Hunderter Pakete empfiehlt.

Fröhlich, wer da nicht genau liest oder gar die Einspielung von Aktualisierungen automatisiert hat.

Abhilfe schafft momentan der Gang auf Kommandozeile

# zypper up

Dadurch nutzt man ein anderes Tool und umgeht das Problem, weil die YaST Online Aktualisierung mit zypper patch arbeitet, was wohl die gegenwärtig fehlerbehaftete Komponente ist. Unklar ist, ob mit zypper up alle bestehenden Sicherheitsaktualisierungen eingespielt werden.

Die Ursache liegt wohl im „Closing the Gap“ und der Einbindung der neuen Update-Repositorien. Das Problem ist bekannt und wird gerade diskutiert. Aufgetreten ist das Problem anscheinend so kurzfristig, weil die neuen Update-Repositorien erst rund um den Release-Termin eingebunden wurden.

Ich weiß, dass viele meine ständige Kritik an Linux oder einzelnen Distributionen nervig finden, aber so etwas darf einfach nicht passieren! Nicht bei einer Variante, die für stabilitätsorientierte Anwender und den Server-Einsatz empfohlen wird! Wenn man so kurz vor der Veröffentlichung was an den Repositorien ändert und das nicht testet, braucht man sich wirklich nicht wundern.

Ich halte openSUSE natürlich weiter die Treue und hoffe, sie beheben das Problem schnell. Als halbwegs erfahrener Anwender testet man eine neue Version ja erst mal ausgiebig, bevor man sie produktiv ausrollt. Das openSUSE-Projekt wird sich aber fragen lassen müssen, ob es sinnvoll war, mitten in einem Zyklus die Art und Weise, wie man die Distribution erstellt, zu ändern und damit nicht bis openSUSE Leap 16 zu warten.

Aktualisierung vom 10.06.2021

Das Problem besteht nach wie vor. Es gibt keine offizielle Kommunikation dazu seitens openSUSE, sondern nur Hinweise in Mailinglisten. Das ist ein Debakel sondergleichen – sowohl was das Problem als auch die Kommunikation betrifft – und sollte im Nachgang dringend evaluiert werden, wenn man die LTS-Ambitionen nicht gleich wieder beerdigen möchte.

Aktualisierung vom 10.06.2021

Die meisten Probleme wurden inzwischen behoben, vereinzelt gibt es noch Schwierigkeiten. Die Ursache ist mir immer noch nicht klar. Die vollständig ausbleibende Kommunikation dazu (abseits der Mailingliste mit ihrer sehr geringen Reichweite) finde ich enorm schwach vom openSUSE-Projekt.

Der Artikel Schwere Fehler im Update-System von openSUSE Leap 15.3 erschien zuerst auf [Mer]Curius

Anfang April habe ich mir Gedanken zu Neuer Hardware in 2021 gemacht. Zu der Zeit hatte ich ein TUXEDO Pulse 14 Gen 1 und ein ThinkPad P14s Gen 1 ins Auge gefasst.

Eure Rückmeldungen in den Kommentaren und das Studium etlicher Testberichte auf notebookcheck.net mündeten nun in einer Entscheidung. Besonders das umfangreiche Feedback von ‚Art‘ hat meine Kaufentscheidung beeinflusst. Danke dafür.

Ich habe mir nun ein Lenovo Campus ThinkPad T14s 20UJS00K00 für 1.399 Euro bei cyberport gekauft. Das Gerät beinhaltet (Quelle: Datenblatt):

  • CPU: AMD Ryzen™ 7 Pro 4750U Prozessor (bis zu 4,1 GHz), Octa-Core
  • Display: 35,6 cm (14 Zoll) IPS Full-HD Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung, 400 nits, 800:1 Kontrast
  • RAM: 32 GB DDR4-3200 SO-DIMM fest verlötet
  • Festplatte: 1 TB SSD M.2 2280 PCIe NVMe Opal2
  • Webcam: IR Kamera und HD720p Kamera mit ThinkShutter
  • WLAN und Bluetooth: Wireless LAN 802.11 ax und Bluetooth 5.1
  • Weitere Anschlüsse:
    • 2x USB 3.2 Gen 1 (1x Always On)
    • 2x USB 3.2 Type-C Gen 2 (mit Power Delivery und DisplayPort 1.4)
    • 1x HDMI 2.0
    • Ethernet extension connector (proprietärer Anschluss)
    • Mikrofoneingang / Kopfhörerausgang (komb.)
    • Dockinganschluss
    • MicroSD-Kartenleser; Lesegerät für Smartcards

Das Feedback von ‚Art‘ bezieht sich zwar auf das P14s, doch teilt sich dieses Modell etliche Komponenten mit dem T14s, so dass ich in der Hoffnung gekauft habe, einige Eigenschaften übertragen zu können. Dieses Feedback, der Trackpoint, dieser Testbericht und der Preis waren die Haupteinflussfaktoren bei diesem Kauf.

Es folgt ein erster persönlicher Erfahrungsbericht zum neuen Gerät.

Ach du Schreck, ist das dünn.

Mein erstes ThinkPad war ein R61. Ich habe dessen Größe, Gewicht und Robustheit geschätzt. Auch das T410 und das X201 machen einen stabilen und robusten Eindruck. Und nun ist da dieses T14s.

Mein erster Gedanke war: „Damit erschlägst du niemanden mehr.“ (Nicht, dass ich das jemals getan hätte.)

Für ein Gerät dieser Größe ist die Stabilität in Ordnung. Erwartungsgemäß ist es nicht so verwindungssteif, wie die älteren Modelle. Dafür ist es bedeutend leichter. Ich glaube, auf dieses Gerät muss ich deutlich besser acht geben, damit es lange hält.

Die äußeren Maße finde ich hingegen optimal. Es passt genau zwischen das T410 und das X201, was mir gut gefällt.

vergleich-t410-x201-t14s
T410 (links unten), X201 (oben) und T14s (rechts unten) auf einen Blick

Um es kurz zu machen, ich habe mich mit dem T14s angefreundet.

Die einzige Sache, die sich mir bisher noch nicht erschlossen hat, ist der Sinn hinter dem proprietären LAN-Anschluss.

proprietaerer-lan-anschluss
Der proprietäre LAN-Anschluss befindet sich zwischen dem USB-C-Ladeanschluss (links) und dem USB-A-Anschluss.

Um einen LAN-Anschluss mit bis zu 1 Gbps nach außen zu führen, hätte in einen Augen ein normaler USB-C-Port gereicht. Diesen hätte man auch noch anderweitig verwenden können. Aber vielleicht steckt ja noch mehr hinter diesem Port, das mir noch nicht bewusst ist.

Und wie läuft es mit Linux?

Debian Buster wollte nicht starten. Ich habe mehrere Debian Testing Images ausprobiert, doch hat mich die Partitionierung im Installer so genervt, dass ich schlussendlich (erstmal) zu Fedora 34 Workstation gegriffen habe. Hiermit funktionierte fast alles Out-of-the-Box.

Lediglich für den Standby-Modus war noch ein Firmware-Update auf Version 1.30 notwendig. Dank LVFS war dies im Handumdrehen aus Linux heraus erledigt.

Nur ein Bug nervt mich sehr. In meinem Gerät ist ein Touchpad und Trackpoint der Firma Elantech verbaut. Bei Nutzung des Trackpoints springt dieser sporadisch an die Seiten bzw. in die Ecken des Displays. Da dieser Bug bei Lenovo bekannt ist und reproduziert werden konnte, habe ich die Hoffnung, dass hier noch Abhilfe geschaffen wird.

Mit dem letzten Debian Testing weekly-build funktionieren Stand-By (ursächlich ist hier wohl eher die aktualisierte Firmware). Nur der Trackpoint-Bug existiert wenig überraschend auch hier.

Fazit

Alles in allem ist es ein schönes Gerät. Die Linux-Unterstützung ist gut und ich habe es behalten.

Das Problem mit dem Trackpoint ist wirklich nervig, doch verschmerzbar. Zudem hoffe ich hier auf Abhilfe.

An dieser Stelle noch einmal Danke für eure Kommentare, die mir bei der Entscheidung geholfen haben.

Weiterführende Links

6. Juni 2021

Viele Linux-Anwender glauben immer noch, sie bräuchten keine Firewall. Das Mantra wurde schließlich jahrzehntelang vor Linux hergetragen. Doch die meisten Linux-Desktopinstallationen sind nicht mehr minimalistisch und bewegen sich auch nicht mehr nur innerhalb des Heimnetzes.

Eine Firewall kann dann Sinn machen, wenn man ein mobiles Gerät besitzt und sich in fremde Netze einwählt. Nennt sich Notebook und dürfte bei den meisten Anwendern der Standardfall sein. Man verweist immer gerne auf Windows mit seinen vermeintlich vielen offenen Ports und Diensten, die man nicht braucht, aber auch bei Linux laufen viele Dienste, die außerhalb des Heimnetzes nicht gebraucht werden: CUPS, Avahi, KDE Connect, ggf. ein Samba-Share. Die Liste ließe sich sicher noch erweitern. Das ist jetzt grundsätzlich kein Problem, aber es schadet auch nicht, diese Ports bei unbekannten Netzwerken zu blockieren. Wer weiß schon, welche Sicherheitslücke demnächst in CUPS oder sshfs gefunden wird.

Distributionen wie Red Hat Enterprise Linux, Fedora, SUSE Linux Enterprise oder openSUSE liefern deshalb mit Firewalld schon länger standardmäßig eine aktivierte Firewall aus. Distributionen wie Debian oder Ubuntu bieten eine Nachinstallation aus den Paketquellen an, aber hier ist ufw verbreiteter.

Ein bisschen Nacharbeit ist in jedem Fall notwendig. Bei SUSE kann man dies via YaST machen oder auf der Konsole. KDE bietet seit Neuestem mit Plasma Firewall eine GUI für Firewalls, aber bei mir hat diese nicht funktioniert.

Zonen in Firewalld

Firewalld arbeitet mit vordefinierten Zonen. Die wichtigen Kern-Zonen sind:

  • block – Alle eingehenden Netzwerkverbindungen werden blockiert. Nur vom System aus initiierte Netzwerkverbindungen sind möglich.
  • dmz – Klassische entmilitarisierte Zone (DMZ), die begrenzten Zugang zum Netzwerk bietet und nur definierte eingehende Ports zulässt.
  • drop – Löscht eingehenden Netzwerkverbindungen und erlaubt nur ausgehende Netzwerkverbindungen.
  • external – Nützlich vor allem im Router-Kontext.
  • home – Gedacht für Heimcomputer wie Notebooks und Desktops innerhalb des eigenen Netzwerks, in dem anderen Systemen vertraut werden kann.
  • internal – Für interne Netzwerke, wenn den anderen Servern oder Computern im Netzwerk vertraut werden kann.
  • public – Es wird anderen Systemen im Netzwerk nicht vertraut. Nur erforderliche Ports und Dienste sind erlaubt.
  • trusted – Alle Netzwerkverbindungen werden akzeptiert.
  • work – Äquivalent von Home für den Einsatz am Arbeitsplatz.

Welche Zonen zusätzlich noch verfügbar sind kann mit folgendem Kommando geprüft werden:

# firewall-cmd --get-zones

Dienste für Zonen konfigurieren

Für die klassischen Notebook-Installation sind vor allem zwei Zonen von Firewalld von Interesse: home und public.

Die Standard-Zone sollte public sein, das lässt sich mit folgendem Befehl prüfen:

# firewall-cmd --get-default-zone

Durch die Integration in den NetworkManager lassen sich Netzwerke Zonen zuordnen. Jede neue Verbindung wird automatisch public zugewiesen. Eigene Netzwerke können home zugewiesen werden.

Für Home können dann Dienste freigeschaltet werden, die man im heimischen Netzwerk gerne nutzen möchte.

Mit folgendem Befehl überprüft man, welche Services gerade aktiv sind:

# firewall-cmd --list-services --zone=home

Folgender Befehl kann man die vorkonfigurierten Dienste für Firewalld ausgeben. Diese sind bereits für den Dienst passend konfiguriert und man muss nicht manuell irgendwelche Ports zusammen stellen und freigeben.

# firewall-cmd --get-services

Für meinen persönlichen Bedarf haben die vorkonfigurierten Dienste immer gereicht, aber das hängt natürlich von den eigenen Einsatzszenarien ab.

Mit folgenden beiden Befehlen fügt man einen Dienst hinzu bzw. entfernt ihn wieder. Hier mal am Beispiel von SSH.

# firewall-cmd --zone=home --add-service=ssh --permanent
# firewall-cmd --zone=home --remove-service=ssh --permanent

Nach jeder Anpassung muss man Firewalld neustarten, damit die Änderung greift:

# systemctl restart firewalld

Beispiel für den Einsatz

Mein primäres Notebook kommt mit zwei Zonen aus: home und public. In public ist so wenig die nötig erlaubt, in home einiges mehr, damit ich z. B. KDE Connect nutzen kann oder meinen Drucker erreiche:

GH-Elite:/home/gerrit # firewall-cmd --list-services --zone=home                  
dhcpv6-client kdeconnect kdeconnect-kde mdns samba-client
 
GH-Elite:/home/gerrit # firewall-cmd --list-services --zone=public 
dhcpv6-client

Die Netzwerke eines Erst- und Zweitwohnsitzes sind Home zugewiesen. Alle anderen Netzwerke landen bei der Einrichtung automatisch bei Public. Bisher hatte ich damit keine Probleme.

Der Artikel Linux-Desktop mit Firewalld absichern erschien zuerst auf [Mer]Curius

5. Juni 2021

Wie bereits im letzten Artikel erwähnt, gibt es mit Visual Studio Code einen starken Editor, welcher sich mit Hilfe von Erweiterungen für jeden Einsatzzweck anpassen lässt.

Ich möchte euch einige davon vorstellen, welche sich für den Einsatz im Administrations- oder DevOps Bereich eignen.

Die 30 besten VS Code Erweiterungen

  1. Ansible Language: Zu dieser Erweiterung muss wenig gesagt werden. Ihr erhaltet YAML Support mit Syntax Highlighting, Autovervollständigung und der mitgelieferte YAML bzw. Ansible Linter zeigt euch Fehler adhoc an. ansible

  2. Apache Syntax Support: Der Name ist Programm und eure Apache Config Files erstrahlen beim Editieren in neuem Glanz, dank Syntax Highlighting.

  3. Atom Keymap: Solltet ihr aus der Atom Editor Welt kommen und eure alten Shortcuts vermissen, dann hilft das Plugin ungemein.

  4. Better Jinja: Das Arbeiten mit Jinja Templates kann schnell in die Verzweiflung führen. Durch diese Erweiterung erhaltet ihr neben Jinja auch Support für HTML, Markdown, YAML, CSS, Docker, Python und uvm. in euren Dateien. jinja

  5. Better TomlTom's Obvious, Minimal Language kommt immer mal wieder vor. Einige werden die Dateien von Gitlab kennen. Die Extension sorgt für bessere Lesbarkeit beim Editieren.

  6. Confluence: Atlassians Wiki Lösung findet sich sehr häufig in Unternehmen. Aus diesem Grund kommen einige sicher öfters mit deren Markup in Berührung. Hier gibt es Unterstützung für Confluence® and Jira® Markup.

  7. Debian Package Syntax Highlighting: Nur für diejenigen, die öfters mit DEB Paketen zu tun haben.

  8. Docker: Eigentlich schon essentiell, Docker Unterstützung für VS Code. docker

  9. Git History: Für Git fast unverzichtbar. Bereitet Logs auf, nimmt Grafiken zu Hand, kann vergleichen usw.

  10. Git Lens: Der selbst ernannte Supercharger. Bietet ähnlich wie Git History eine schöne Log Übersicht. Zusätzlich dazu kommen Features wie Revision Navigation, History Anzeige in der Status Bar oder der aktuellen Zeile.

  11. Gremlins Tracker: Wer kenn es nicht, ein unerwünschtes Leerzeichen sorgt im Code für Aufregung. Gremlins werden sie von dieser Erweiterung genannt und als solche auch in der Sidebar sichtbar gemacht. gremlins

  12. Hugo Language Support: NutzerInnen des Frameworks wird mit Syntax Highlighting und Snippets das Webseiten bauen erleichtert.

  13. Indent Rainbow: Einer meiner Favoriten, macht Nichts anderes als Einrückung kolorieren. Das hilft nicht nur bei YAML Dateien ungemein. 

  14. Jinja Syntax Highlighting: Jinja kann durchaus hilfreich sein, leider geht auch schnell die Übersicht im Code verloren. Durch Syntax-Hervorhebung kann dem aber vorgebeugt werden.

  15. Kubernetes: Die Beschreibung im Marketplace sagt eigentlich alles:  Develop, deploy and debug Kubernetes applications

  16. Nginx Configuration Language Support: Autovervollständigung bei der NGINX Konfiguration, nicht mehr und nicht weniger. Allerdings nicht mehr ganz aktuell. nginx

  17. Notepad++ Keymap: Für Umsteiger eignet sich diese Notepad++ Keymap.

  18. OpenSSL Utilities: Auf ITrig hatte ich bereits Anleitungen, wie Private Key, CSR oder self-signed Zertifikate über die Kommandozeile erstellt werden. Die Erweiterung erlaubt euch das Erstellen ohne weitere Kenntnisse der CLI Befehle direkt in Visual Studio Code. privkey

  19. Prettier: Schöner programmieren mit Prettier - Code formatter. Das Tools formatiert euren Code automatisch. Unterstützt werden JavaScript, TypeScript, Flow, JSX, JSON, CSS, SCSS, Less, HTML, Vue, Angular, GraphQL, Markdown, YAML.

  20. Projekt Manager: Wenn an mehreren Projekten gleichzeitig gearbeitet wird, kann es sinnvoll sein die Verwaltung dieser zu verbessern.

  21. Rainbow Brackets: Es wird wieder bunt. Regenbogenfarben für die runden Klammern, die eckigen Klammern und die verschnörkelten Klammern.

  22. Remote SSH: Dateien direkt auf Servern editieren kann durchaus praktisch sein.

  23. Salt-lint. Einfacher Linter für States und Pillars

  24. Saltstack: Analog zum Salt-Linter ist dieser Syntax Highlighter für Saltstack ein Muss. saltstack

  25. Snort:  NIDS/NIPS in Farbe.

  26. Sort: Wörter alphabetisch sortieren, einfach shift+alt+s  drücken

  27. Tomcat for Visual Code: Tomcat Server direkt aus VS Code starten und war Pakete debuggen.

  28. Toml Language Support: Ein weiterer Formater für Toml Dateien.

  29. XML Support: Alles was es für XML braucht in einem Plugin.

  30. YAML: Voller YAML Support mit Kubernetes Unterstützung. yaml

Themes

Damit die Arbeit noch mehr Spaß macht, gibt es ebenfalls viele Themes, sowie Icon Sets.

Hier eine kleine Auswahl an Themes, welche ich gerne einsetze.

  1. SynthWave 84 (die 80er sind zurück)
  2. Dracula Theme (schönes ausgewogenes Theme)
  3. Material Icons (Icons für die Ordner und Dateistruktur)
  4. Solarized Dark (Blau und Grüntöne, ist bei VSCode dabei)
  5. Monokai Pro (Theme und Icon Set zusammen)

synthwave

Eine schöne Übersicht mit Vorschauen vieler Themes bietet vscodethemes.com

Download

Schlussendlich fehlt wohl noch ein Link zu Visual Studio Code. Denn was helfen Erweiterungen, wenn der Editor fehlt.

Download VSCode

Die MZLA Technologies Corporation hat mit Thunderbird 78.11 ein planmäßiges Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht.

Neuerungen von Thunderbird 78.11

Mit dem Update auf Thunderbird 78.11 hat die MZLA Technologies Corporation ein planmäßiges Update für seinen Open Source E-Mail-Client veröffentlicht. Neben den üblichen kleineren Fehlerbehebungen schließt die neue Version auch wieder die aktuellen Sicherheitslücken. Ein Update ist daher für alle Nutzer empfohlen.

Der Beitrag Thunderbird 78.11 veröffentlicht erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

3. Juni 2021

Das openSUSE Projekt hat mit Leap 15.3 eine weitere Aktualisierung der LTS-Variante herausgegeben. Eine wesentliche Neuerung sind die neuen Repositorien für Updates infolge des Wechsels auf die SLE-Basis.

Leap 15.3 bietet oberflächlich betrachtet nicht viel Neues. Die größte Neuerung ist die Zusammenführung der Basis von openSUSE Leap und SUSE Linux Enterprise. Beide Distributionen teilen sich nun denselben Kern an Binärpaketen und sind kompatibel. Leap enthält zusätzliche Pakete durch die Community und insbesondere im Desktop-Bereich ein größeres Angebot. Mit der Veröffentlichung von Leap 15.3 zeigen sich nun die Veränderungen für die Anwender.

Besonders beachten sollten Anwender die Änderungen bei den System-Repositorien. Eine wesentliche Veränderng gibt es bei den Update-Quellen. Bisher hatte jede openSUSE-Variante im wesentlichen vier Repositorien (abgesehen von Quell- und Debug-Repos):

  1. OSS (für Open Source Software)
  2. Non-OSS (für proprietäre Pakete)
  3. OSS-Updates
  4. Non-OSS-Updates

Die ersten beiden Repositorien wurden mit der Veröffentlichung eingefroren und stabil gehalten. Die beiden Updates liefern Fehlerbehebungen und Sicherheitsupdates während der Laufzeit des Minor-Releases über 18 Monate.

Durch die Zusammenführung von openSUSE Leap und SLE gibt es nun vier verschiedene Update-Repositorien:

  1. OSS-Update (das klassische Update-Repository)
  2. Non-OSS (das klassische Update-Repository für proprietäre Software)
  3. Update von SUSE Linux Enterprise
  4. OpenSUSE Backports

Die letzten beiden sind neu. Insbesondere die Updates von SUSE Linux Enterprise sind sehr umfangreich und umfassen die kombinierten Updates aller gepflegten Enterprise-Varianten.

Das System ist relativ kompliziert und noch nicht gut dokumentiert. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Kanäle und welche Updates über welchen Kanal ausgeliefert werden, muss sich erst noch zeigen.

Der Artikel openSUSE Leap 15.3: Änderung bei den Update Repositories erschien zuerst auf [Mer]Curius

Ich nutze viele TUI1-Programme, wie z.B. profanity, neomutt, newsboat, wo es nicht so ohne weiteres möglich ist emoji einzugeben. Jetzt wurde mir ibus emoji empfohlen und ich bin begeistert:

Ich kann über ein Tastenkürzel (konfigurierbar via ibus-setup) ibus aufrufen und dann entweder über Schlagworte das emoji suchen oder Space drücken und bekomme einen grafischen emoji picker.

Die Installation ist bei Debian denkbar einfach:

# apt install ibus-table-emoji

Ich habe auch ein kleine Beispielvideo angefertigt um ibus-emoji zu zeigen.


  1. Text User Interface ↩︎

1. Juni 2021

Mozilla hat Firefox 89 für Windows, Apple macOS und Linux veröffentlicht. Firefox 89 bringt nicht nur ein völlig neues Design, sondern noch einige andere Neuerungen. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen – wie immer auf diesem Blog weit ausführlicher als auf anderen Websites.

Download Mozilla Firefox für Microsoft Windows, Apple macOS und Linux

Firefox hat ein neues Design

Unter dem Namen „Proton“ hat Mozilla in den letzten Monaten an einem neuen Design für Firefox gearbeitet. Dabei hat Mozilla optisch kaum einen Stein auf dem anderen gelassen. Alleine das neue Design zu beschreiben würde einen ganz eigenen Artikel füllen – und genau aus diesem Grund gibt es auch einen eigenen Artikel, welcher das neue Design von Firefox 89 ausführlich vorstellt und mit dem Design von Firefox 88 vergleicht.

Jetzt weiterlesen: Alles zum neuen Design von Firefox 89

Firefox 89

Firefox 89

Dunkle Kontextmenüs im Dark Mode

Es ist bereits im Artikel zum neuen Firefox-Design erwähnt, muss aber auch an dieser Stelle noch einmal festgehalten werden, weil sich viele Nutzer, ganz unabhängig vom neuen Design, darüber freuen dürften: Mit dem neuen Kontextmenü-Design unter Windows 10 sowie den nun nativen Kontextmenüs unter macOS (von Firefox-Nutzern seit 21 Jahren gewünscht und nun umgesetzt) erscheinen Kontextmenüs erstmals dunkel, wenn der Dark Mode des Betriebssystems genutzt wird.

Firefox 89

Firefox 89

Verbesserter Datenschutz in privaten Fenstern

Mit Firefox 86 hatte Mozilla den sogenannten „vollständigen Cookie-Schutz“ eingeführt. Dieser ist aktiv, wenn der Nutzer in den Datenschutz-Einstellungen den strengen Schutz vor Aktivitätenverfolgung aktiviert. Vereinfacht gesagt bedeutet dieser Schutz, dass die Cookies jeder Domain in einem separaten Cookie-Container gespeichert werden – seitenübergreifendes Tracking über Cookies ist so nicht mehr möglich.

Unabhängig von der Datenschutz-Einstellung ist der „vollständige Cookie-Schutz“ jetzt auch in privaten Fenstern immer aktiv.

Vollständiger Cookie-Schutz in Firefox 86

Zahlreiche Verbesserungen für Nutzer von macOS

Neben der Implementierung nativer Kontextmenüs inklusive Dark Mode-Unterstützung (siehe oben) bringt Firefox 89 noch einige weitere Neuerungen für Nutzer von Apple macOS.

Zum einen wäre da der elastische Overscroll-Effekt zu nennen: Scrollt der Anwender ganz zum Anfang respektive Ende einer Website, zeigt eine leicht hüpfende Animation, dass das Seitenende erreicht ist. Man kennt diesen Effekt beispielsweise aus Safari.

Eine weitere Neuerung ist die Unterstützung für smartes Zoomen: Ein Doppelklick mit zwei Fingern auf dem Trackpad respektive mit einem Finger auf der Magic Mouse führt einen Zoom aus, um auf die Stelle zu fokussieren, wo sich der Mauszeiger befindet.

Im Vollbildmodus werden nicht länger die Tabs durch die Menüleiste verdeckt, wenn man den Mauszeiger zum oberen Bildschirmrand führt.

Außerdem ist es im Vollbildmodus (via Rechtsklick und Auswahl der entsprechenden Option) jetzt möglich, die Symbolleisten auszublenden. Eine entsprechende Option existiert an dieser Stelle schon lange, hat in den letzten neun Jahren allerdings nicht funktioniert.

Schließlich werden Farben in Firefox auf macOS bei Verwendung eines Wide-Gamut-Bildschirms nicht länger gesätttigt, nicht getaggte Bilder werden korrekt als sRGB behandelt und Farben in Bildern, die als sRGB getaggt sind, entsprechen nun den CSS-Farben.

Verbesserungen der Webplattform und Entwicklerwerkzeuge

Formular-Elemente wurden in einer nicht-nativen Weise neu implementiert, was Auswirkungen auf das Standard-Design dieser Elemente hat und für Performance-Verbesserungen sorgen soll. Außerdem war dies eine Voraussetzung für die Implementierung der Seiten-Isolation, an welcher Mozilla derzeit arbeitet und die in einer späteren Firefox-Version ausgeliefert werden soll.

Neu ist die Unterstützung von CSS aspect-ratio, dem CSS forced-colors Media Query, den CSS @font-face-Deskriptoren ascent-override, descent-override und line-gap-override sowie der Performance Event Timing API und Top-Level await in JavaScript.

Die von anderen Browsern nicht unterstützten Sensor-Events DeviceProximityEvent, UserProximityEvent und DeviceLightEvent werden nicht länger unterstützt.

Im Inspektor der Entwicklerwerkzeuge lassen sich die Eigenschaften in der grafischen Box-Modell-Ansicht jetzt besser mit der Tastatur bearbeiten.

Eine Übersicht über Verbesserungen der Webplattform wie neue unterstützte Webstandards gibt es wie immer in den MDN web docs.

Optionale Features in Firefox 89

Grafik-Info anzeigen im Kontextmenü

Mit Firefox 88 hatte Mozilla bei Bildern den Eintrag Grafik-Info anzeigen aus dem Kontextmenü entfernt. Ab Firefox 89 kann dieser Eintrag optional wieder aktiviert werden. Dazu ist über about:config der Schalter browser.menu.showViewImageInfo auf true zu setzen.

HTTP-First-Modus

Firefox besitzt bereits einen Nur-HTTPS-Modus, in welchem Firefox ausschließlich Seiten über HTTPS lädt, nicht über eine unverschlüsselte HTTP-Verbindung (Ausnahmen sind möglich). Alternativ dazu kann ab Firefox 89 über about:config ein „HTTP-First-Modus“ aktiviert werden, indem über about:config der Schalter dom.security.https_only_mode_https_first per Doppelklick auf true gesetzt wird. Zusätzlich gibt es noch den Schalter dom.security.https_only_mode_https_first_pbm für die Aktivierung in privaten Fenstern. Bei diesem Modus versucht Firefox zuerst eine Verbindung via HTTPS herzustellen, fällt dann aber auf HTTP zurück, falls keine HTTPS-Verbindung möglich ist.

Vollständiger Dark Mode für macOS

Bei Verwendung des Dark Modes von macOS erscheint auch Firefox dunkel – allerdings nicht vollständig. Beispielsweise ist das Bibliotheksfenster nach wie vor hell. Wird über about:config der Schalter widget.macos.respect-system-appearance auf true gesetzt, erscheinen weitere Teile dunkel. Achtung: Hier kommt es in Firefox 89 noch zu Darstellungsfehlern an manchen Stellen, weil diese Verbesserung in Firefox 89 noch nicht fertig ist.

Geschlossene Sicherheitslücken

Natürlich hat Mozilla auch in Firefox 89 wieder mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Alleine aus Gründen der Sicherheit ist ein Update auf Firefox 89 daher für alle Nutzer dringend empfohlen.

Sonstige Neuerungen in Firefox 89

Die Screenshot-Funkion steht jetzt auch als optionale Schaltfläche für die Navigations-Symbolleiste zur Verfügung.

Auch wenn es keine direkten Auswirkungen für den Nutzer hat, weil die Unterstützung des Adobe Flash Players als letztem verbliebenen NPAPI-Plugin mit dem 12. Januar endete, sei an dieser Stelle die Entfernung großer Teile der NPAPI-Schnittstelle in Firefox 89 erwähnt, weil Firefox dadurch um viele Zeilen Code leichter wird.

Eine Eingabe von beispielsweise user@host in die Adressleiste führte bisher dazu, dass Firefox versuchte, nach host aufzulösen und so nur eine Fehlerseite produzierte. Hier findet nun eine Suche nach dem eingegebenen Text bei der Standard-Suchmaschine statt.

Für das Speichern von Zugangsdaten wurden die Heuristiken zur Erkennung von Benutzernamen-Feldern verbessert, für den Fall, dass sich zwischen dem Benutzernamen- und dem Passwort-Feld noch andere Felder befinden.

Die gefühlte Performance des Firefox-Starts unter Windows wurde auf langsameren Systemen verbessert, indem zu Beginn des Startvorgangs eine Pseudo-Oberfläche angezeigt wird, ehe Firefox bereit ist, die vollständige Oberfläche anzuzeigen.

Auf Seiten mit lang laufenden requestAnimationFrame-Handlern, wie Slack, konnte es zu längeren Wartezeiten beim Tabwechsel kommen, was mit Firefox 89 behoben wurde.

Seit Firefox 88 bittet Firefox bei Mikrofon- und Kamera-Anfragen nicht mehr erneut um Erlaubnis, wenn schon einmal innerhalb der letzten 50 Sekunden auf dem gleichen Gerät im gleichen Tab die Erlaubnis für die jeweilige Website erteilt worden ist. Der Zeitraum wurde auf eine Stunde erweitert.

Der Grafik-Renderer WebRender wird mit Firefox 89 für weitere Linux-Nutzer ausgerollt.

Wie immer kamen auch in Firefox 89 Fehlerbehebungen und sonstige Verbesserungen unter der Haube wie auch Verbesserungen der Barrierefreiheit dazu. Auch die Unterstützung weiterer Unternehmensrichtlinien wurde ergänzt.

Der Beitrag Mozilla veröffentlicht Firefox 89 mit neuem Proton-Design erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

31. Mai 2021

Am 1. Juni wird Mozilla Firefox 89 veröffentlichen. Mit diesem Tag wird Firefox in einem völlig neuen Glanz erstrahlen. Dieser Artikel stellt ausführlich das neue „Proton“-Design vor und legt dabei einen besonderen Fokus auf die Gegenüberstellung des aktuellen mit dem neuen Design.

Alles neu macht der Juni: Neues Design für Desktop, Android, iOS

Unter dem Namen „Proton“ hat Mozilla in den letzten Monaten an einem neuen Design für Firefox gearbeitet. Über Proton wurde auf diesem Blog weltweit als erstes berichtet.

Während der Fokus in der Berichterstattung dabei auf Firefox für Windows, macOS und Linux lag, wird es auch für die beiden Smartphone-Browser Firefox für Android sowie Firefox für iOS visuelle Veränderungen geben, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß. In erster Linie ist es die Design-Sprache bei den Icons, welche sich durch Firefox für alle Plattformen ziehen wird. Dieser Artikel stellt ausführlich das neue Design des Desktop-Firefox vor.

Willkommen, neuer Nutzer

Los geht es mit der Einführungstour für neue Nutzer. War die alte Willkommensseite noch eher einfach und langweilig, arbeitet Mozilla hier nun mit einer großen Bild-Text-Kombination, was mehr Emotion bringt und Firefox gleich lebendiger wirken lässt.

Firefox 89 Proton-Design

Neue Icons

Mit wenigen Ausnahmen wurden alle Icons in Firefox gegen neue Icons ausgetauscht. Was dabei auffällt: Die neuen Icons sind sichtbar dünner als die alten Icons, wodurch Firefox weniger schwergewichtig wirkt.

Mut zu Neuem (Tab)

Sicherlich mit das erste, was einem als bestehender Firefox-Nutzer, aber auch als Nutzer eines anderen Browsers auffällt, ist die besondere Tab-Form. Wenn ein neues Browser-Design ansteht, sind Tabs traditionell ein Element, welches eine Überarbeitung erfährt. Meistens beschränkt sich die Veränderung dann auf die Ausgeprägtheit der Rundungen. Mit Firefox 89 geht Mozilla neue Wege. Dies fängt damit an, dass die klassische Verbindung zwischen dem Tab selbst und dem damit verbundenen Inhaltsbereich entfällt. Eine mutige Design-Entscheidung, die aber im direkten Vergleich zu einem deutlich moderneren Erscheinungsbild beiträgt.

Firefox 89 Proton-Design

Eine weitere Besonderheit des neuen Tab-Designs ist die neu dazu gekommene Status-Zeile bei der Wiedergabe von Medien – eine Implementierung, die man sonst so noch aus keinem anderen Browser kennt. Ob nun die Blockierung der automatischen Wiedergabe, Stummschaltung des Tabs oder ob sich ein Video im Tab im sogenannten Bild-im-Bild-Modus befindet – eine zweite Tab-Zeile zeigt den Status in textlicher Form an.

Firefox 89 Proton-Design

Übrigens: Wer die zweite Zeile nicht mag, kann diese über about:config deaktivieren. Dazu muss über about:config der Schalter browser.tabs.secondaryTextUnsupportedLocales um das Kürzel der genutzten Sprache ergänzt werden, also für einen deutschsprachigen Firefox um ,de. Anschließend ist Firefox neu zu starten.

Die Adressleiste und das „Drei-Punkte-Menü“

Natürlich gab es auch Anpassungen der Adressleiste im Rahmen des neuen Designs. Neben dem Austausch von Icons und der Anpassung von Farben ist die auffälligste Änderung hier mit Sicherheit die Entfernung des erst mit Firefox 57 eingeführten „Drei-Punkte-Menüs“, hinter welchem sich seitenspezifische Aktionen befunden hatten. Dieses war vom Grundsatz her eine gute Idee, wurde tatsächlich jedoch nicht viel genutzt und Nutzer kennen ein solches Menü auch nicht aus anderen Browsern. Auch Erweiterungs-Entwickler nahmen diese Platzierung nicht wirklich an, in der Regel wurden auch für seitenspezifische Aktionen Toolbar-Buttons bereitgestellt. Also hat sich Mozilla hier entschlossen, wieder einen Schritt zurück zu gehen und dieses Menü im Sinne einer Vereinfachung für den Nutzer zu entfernen.

Firefox 89 Proton-Design

Firefox 89 Proton-Design

Funktionen wurden dadurch tatsächlich keine entfernt. Alles, was bisher darüber zugänglich war, ist nach wie vor über andere Stellen zugänglich oder wurde mit Firefox 89 anders zugänglich gemacht. Ein Beispiel dafür ist die integrierte Screenshot-Funktion, für die es ab Firefox 89 eine optionale Schaltfläche gibt, die wie alle anderen Schaltflächen auch in die Symbolleiste gezogen werden kann, wenn man das denn möchte. Die Funktion zum Hinzufügen sogenannter OpenSearch-Suchmaschinen wurde in das Adressleisten-Dropdown integriert und erhält so sogar mehr Sichtbarkeit als bisher.

Neues Hauptmenü und Panel-Design

Eine Vereinfachung hat auch das Hauptmenü erhalten, welches nun keine Icons mehr besitzt und trotzdem übersichlicher wirkt. Lesezeichen, Chronik und Downloads sind jetzt einfacher zugänglich, da diese aus dem alten „Bibliothek“-Menüpunkt auf die erste Ebene verschoben worden sind.

Firefox 89 Proton-Design

Das neue Menü-Design zieht sich durch sämtliche Panels, welche im Bereich der Navigations-Symbolleiste beheimatet sind.

Firefox 89 Proton-Design

Neues Dialog-Design

Passend dazu wurde auch das Design diverser Dialoge von Firefox angepasst.

Firefox 89 Proton-Design

Überarbeitete Infoleisten

Neu gestaltet wurden auch die diversen Informationsleisten, welche nun in die Navigations-Symbolleiste integriert sind und damit nicht mehr von Websites nachgeahmt werden können. Manche Leiste wurde in der Priorität reduziert, erscheint nun also in weniger auffallender Farbe.

Firefox 89 Proton-Design

Neues Kontextmenü für Windows 10 und macOS mit Dark Mode-Unterstützung

Nutzer von Windows 10 erhalten ein moderneres Erscheinungsbild der Kontextmenüs, welches besser zum Design von Windows 10 passt und außerdem den Dark Mode von Windows unterstützt. Die alten Kontextmenüs unterstützten dies nicht. Nutzer von Windows 7 sowie Windows 8 erhalten weiterhin die alte Optik.

Firefox 89 Proton-Design

Firefox 89 Proton-Design

Auf Apple macOS ist der Umbau bedeutend größer, denn hier wechselt Mozilla von seiner „Fake-Kontextmenü-Implementierung“ zu nativen Kontextmenüs – einem der ältesten noch offenen Nutzer-Wünsche auf Bugzilla mit einem Ticket-Alter von mittlerweile 21 Jahren. Dies sorgt nicht nur für eine bessere System-Integration und schönere Optik, sondern bringt auch hier die Unterstützung für den Dark Mode des Betriebssystems.

Firefox 89 Proton-Design

Firefox 89 Proton-Design

Firefox-Startseite

Auch die Standard-Startseite von Firefox hat optische Anpassungen erhalten. Aber nicht nur das Design der Startseite hat sich verändert. Zwar gibt es die Konfiguration der Startseite noch immer in den Firefox-Einstellungen, das Einstellungs-Symbol auf der Startseite aktiviert jetzt aber eine neue Oberfläche zur Konfiguration der Startseite.

Firefox 89 Proton-Design

Mehr Fokus auf das Wesentliche

Kontextmenüs in Firefox wurden umstrukturiert, Einträge teils umbenannt oder entfernt, wenn diese nur selten genutzt worden sind. Das Ziel war, dass der Nutzer schneller das findet, was wirklich wesentlich ist. Auf der anderen Seite wurde im Kontextmenü der Tableiste auch ein Eintrag „Neuer Tab“ hinzugefügt, der theoretisch nicht notwendig wäre, weil es bereits mehrere Wege gibt, einen neuen Tab zu öffnen, tatsächlich aber von einigen Nutzern gewünscht worden ist und so auch aus anderen Browsern bekannt ist.

Fokus ist auch das Stichwort für die Navigations-Symbolleiste, welche standardmäßig mit weniger Schaltflächen daherkommt als bisher. Das Bibliotheks-Menüs ist beispielsweise nicht länger standardmäßig sichtbar, da es durch die Vereinfachung des Hauptmenüs keinen Vorteil mehr bietet.

Teilweise wurde auch ein smarter Ansatz gewählt: So erscheint „Barrierefreiheit-Eigenschaften untersuchen“ im Kontextmenü nur noch, wenn die Entwicklerwerkzeuge von Firefox mindestens einmal benutzt worden sind. Und die Schaltfläche für die Startseite, die standardmäßig ebenfalls nicht mehr angezeigt wird, wird nur für die bestehenden Nutzer entfernt, welche die Standard-Startseite von Firefox nutzen und diese Schaltfläche bisher nicht genutzt haben.

Weniger Unterbrechungen

In diversen Situationen hatte Firefox in der Vergangenheit kontextbezogene Empfehlungen gemacht, beispielsweise um auf die Synchronisations-Funktion von Firefox hinzuweisen. Sämtliche Empfehlungen dieser Art wurden entfernt, um den Nutzer in seinen Aufgaben nicht zu unterbrechen.

Standard- wird zu System-Theme

Bislang wurde Firefox mit vier verschiedenen Designs ausgeliefert: Standard, Hell, Dunkel, Firefox Alpenglow. Nach wie vor gibt es vier Optionen, wobei es sich nun tatsächlich nur noch um drei verschiedene Themes handelt.

Während bei Verwendung eines dunklen Betriebssystem-Designs das Standard-Design dem dunklen Design entsprach, gab es bei Verwendung des hellen Betriebssystem-Designs Unterschiede zwischen Standard und Hell. Diese unnötige Komplexität wurde entfernt, so dass das Standard-Theme jetzt immer 1:1 dem hellen respektiven dunklen Theme entspricht, je nachdem, ob das Betriebssystem hell oder dunkel eingestellt ist. Entsprechend wurde die Option in System-Theme umbenannt.

Firefox 89 Proton-Design

Kompakter Modus

Was nur wenige Nutzer wissen: Firefox besitzt einen kompakten Modus, welcher etwas weniger Platz benötigt. Für Nutzer, welche diesen bereits nutzten, ist der kompakte Modus weiterhin aktiv. Für alle anderen Nutzer ist die dazugehörigen Einstellung nun hinter dem Schalter browser.compactmode.show in about:config versteckt. Nach Setzen des Schalters auf true steht die „Dichte“-Einstellung wieder unter Menü > Weitere Werkzeuge > Symbolleiste anpassen… zur Verfügung.

Weitere Verbesserungen folgen

Mit Firefox 89 endet die Arbeit für Mozilla noch nicht. So werden mit den nächsten Updates weitere Detail-Verbesserungen und Korrekturen folgen, die es nicht mehr in Firefox 89 geschafft haben. Daneben arbeitet Mozilla auch noch an größeren Projekten wie einem umfangreichen Dark Mode für macOS oder neuen Tooltips für Tabs und Lesezeichen.

Der Beitrag Proton: Ausführliche Vorstellung des neuen Firefox-Designs erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Webseiten-Analyse ist ein Datenschutz-Albtraum, sowohl für Betreiber als auch für Benutzer. Dabei ist der Ansatz, ein paar rudimentäre Informationen über das Besucher-Aufkommen zu erheben, legitim. Abhilfe kann Koko Analytics schaffen.

Jeder Webseiten-Betreiber möchte gerne ein paar Informationen über sein Angebot. Die Verbesserung des Angebots ist nicht nur eine Floskel für Datenschutzerklärungen und Cookie-Banner, sondern ein wichtiger Beweggrund. Schließlich kann es interessant sein, wie sich das Besucher-Aufkommen entwickelt, welche Artikel viel gelesen werden und welche Perlen in den Tiefen einer Seite schlummern.

Bis zur DSGVO war Google Analytics quasi allgegenwärtig. Weil sich das im Grunde genommen nicht wirklich DSGVO-konform betreiben lässt, hat sich der Markt heute diversifiziert und viele setzen auf Matomo (ehm. Piwik), wobei auch hier vermutlich eine Einwilligung notwendig ist.

Abgesehen von wirklich professionellen Seiten ist das aber immer noch mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Keine kleine oder mittlere Webseite braucht diese ausgefeilten Analyse- und Kampagnen-Werkzeuge und die Ergebnisse sind auch viel zu ungenau, wenn man DSGVO-konform eine Einwilligung einholt.

Koko Analytics hat da einen viel reduzierteren Ansatz. Das WordPress-Plugin zählt die Aufrufe der einzelnen Seiten/Blogbeiträge und liefert diese in einer Seite aus. Zusätzlich gibt es eine Liste der Top-Level-Domains der Referrerer, damit man ein wenig sieht, woher die Besucher kommen.

In den Einstellungen kann man das Setzen eines Cookies komplett deaktivieren, wodurch man nach dem Dafürhalten der meisten Juristen keine Einwilligung braucht, da absolut keine personenbezogenen Daten erhoben werden. Weil wiederkehrende Besucher auf diese Weise sehr schlecht identifiziert werden können, ist die Statistik natürlich ziemlich ungenau.

Zusätzlich gibt es noch ein paar Optionen, um z. B. einige Benutzerrollen von der Erhebung auszuschließen und alte Daten automatisiert zu löschen.

Für einen oberflächlichen Eindruck reicht so etwas aber aus und dürfte den meisten Betreibern genug Informationen liefern.

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Das Tor Browser Bundle ist die präferierte Methode, um mit Tor im Netz unterwegs zu sein. Keine Distribution listet es in den Paketquellen. Abhilfe kann hier der Tor Browser Launcher schaffen.

Tor ist mein primärer Browser, um im Netz unterwegs zu sein. In meiner täglichen Praxis nutze ich nämlich nur ein Zwei-Browser-Konzept. Das liegt daran, dass alle meine Aktivitäten in zwei Bereiche fallen: Solche, die ganz klar mit meiner Identität verknüpft sind und solche, die es nicht sind. Deshalb reicht für mich der Tor Browser zum täglichen Surfen und Firefox für meine Aktivitäten mit klarer Identität.

Eigentlich war ich immer ein Gegner solcher Hilfsmittel, um den Tor Browser zu installieren. Schließlich kann man den auch direkt beim Tor Projekt beziehen. Allerdings ist das für Einsteiger auf dem Gebiet auch nicht so trivial.

Sprache auswählen, Archiv für Linux herunterladen, GPG-Signatur überprüfen, entpacken, Starter anlegen. Alles kein Hexenwerk, aber zum Einstieg schon viel und vor allem die Überprüfung der GPG-Signatur sparen sich viele.

Hier schafft das kleine nützliche Helferlein Tor Browser Launcher Abhilfe, denn es übernimmt alle diese Schritte für einen. Der Tor Browser Launcher ist bei vielen Distributionen in den Paketquellen. Mindestens Debian, Ubuntu, Arch Linux und openSUSE-Anwender können ihn einfach installieren. Als kleines Extra gibt es ein AppArmor-Profil für den Tor Browser.

Ubuntu-Anwender müssen wie immer ein bisschen aufpassen, weil das Paket in universe liegt und es manchmal Änderungen beim Tor Projekt gibt, die eine neue Version des Launchers erfordern. Alle anderen Distributionen liefern diese notwendigen Änderungen wenigstens als Backports aus.

Nach der Installation befindet sich im Menü ein Punkt Tor Browser Launcher Settings. Über diesen kann man initial den Tor Browser installieren. Die Installation erfolgt im Home-Verzeichnis unter .local/share/torbrowser/. Die Aktualisierung im laufenden Betrieb erfolgt anschließend über die integrierte Routine im Tor Browser.

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30. Mai 2021

Es gibt viele tolle Alternativen zu WhatsApp: Signal, Threema, für gewisse Szenarien sogar Matrix oder XMPP. Und es gibt Telegram. Ein unsicherer, intransparenter Messenger ohne Vorteile gegenüber WhatApp, der völlig ohne Faktenbasis in manchen Kreisen als „sicher“ gehandelt wird.

Mir ist durch ein paar Kommentare unter einem Blogartikel aufgefallen, dass ich noch nie dezidiert über Telegram geschrieben habe. Vermutlich, weil ich davon ausging, dass die Leser dieses Blogs informiert genug sind, um nicht auf so einen pseudo-sicheren Messenger wie Telgram reinzufallen.

In zwei Artikeln habe ich mich aber schon mal ein bisschen dazu geäußert. Wer diese Artikel gelesen hat, bekommt jetzt inhaltlich vor allem ein bisschen Wiederholung:

  1. Kommentar: Telegram ist unsicher – welch Überraschung
  2. WhatsApp und seine Alternativen – Herdentrieb oder steuerbare Bewegung?

Telegram bewirbt sich auf seiner Webseite unter anderem als Privat, weil verschlüsselt, Offen, weil API und Quelltext offen sind und Sicher. Wie sich zeigen wird sind das interessante Interpretationen der Faktenlagen bzw. geschickte PR in eigener Sache.

Sicherheit bedeutet im Kontext von Messengern vor allem Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und die Reduktion von Metadaten. Beides ist bei Telegram höchst mangelhaft.

Für die Sicherheit bzw. die Verschlüsselung setzt Telegram auf eine Eigenentwicklung, genannt MTProto Mobile Protocol. Es gibt meines Wissens nach keinen anerkannten Sicherheitsexperten, der dieses Protokoll gut findet. Es gibt einen Sicherheits-Audit von 2017, den man als streckenweise vernichtend bezeichnen kann. Danach gab es zwar Entwicklung bei Telegram und eine neue Version des Protokolls, aber ein neuer unabhängiger Audit liegt nicht vor. Das ist auch unerheblich, da Telegram standardmäßig nicht verschlüsselt, sondern nur für sogenannte „Geheime Chats“ und für Gruppen-Chats ist eine Verschlüsselung sogar überhaupt nicht möglich.

Telegram speichert zudem massenhaft Daten. Von dem Versuch Meta- oder Inhaltsdaten zu vermeiden, ist absolut nichts zu erkennen. Sofern man das auf Basis der sehr schmalen Datenschutzerklärung sagen kann. Abgesehen von „Geheimen Chats“ werden alle Inhalte auf den Servern gespeichert. Es gibt zwar eine Transportverschlüsselung und eine Verschlüsselung auf dem Server, aber ohne E2E-Verschlüsselung kann der Betreiber (und potenziell auch Dritte) die Inhalte problemlos einsehen. Kontakte und Telefonnummern werden im Klartext übertragen und gespeichert. Eine Löschung müsste der Nutzer manuell über die App vornehmen. Die Status-Funktion lässt sich zudem ziemlich einfach massenhaft tracken (siehe auch die entsprechende Heise-Meldung).

Mit der beworbenen Offenheit von Telegram ist es zudem nicht weit her. Clients und API sind quelloffen bzw. offengelegt, aber die Server-Infrastruktur ist proprietär und entzieht sich der Prüfung. Die quelloffenen Clients sind zwar nice-to-have aber ohne die Server-Infrastruktur ist Telegram damit auch nicht transparenter als WhatsApp und definitiv gegenüber Signal im Nachteil.

Die fehlende Quelloffenheit ist umso gravierender, da Telegrams Hintergrund bestenfalls als dubios bezeichnet werden kann. Es gibt kein Impressum und laut FAQ ist der Sitz zur Zeit in Dubai, aber man gibt keine Gewähr für die Zukunft. Die Finanzierung ist auch bestenfalls interessant, um nicht zu sagen höchst intransparent. Der größte bekannte Geldgeber ist der Staatsfond von Abu Dhabi. Eine absolutistische Monarchie (also Diktatur im Monarchie-Mantel) und Teil der VAE. Natürlich steckt Petro-Geld vom Golf in vielen Firmen, aber die Finanzierung eines sicheren und unabhängigen Messengers, dem Dissidenten und Oppositionelle auf der Welt vertrauen, sieht für mich anders aus.

Die problematische Sicherheit von Telegram ist zudem keine Debatte im luftleeren Raum. Wenig faktengestützte PR und irreführende Empfehlungen haben schon real Menschen gefährdet. Das war beispielsweise bei den Protesten in Hongkong vorletztes Jahr ein Thema.

Gibt es also gar nichts, was für Telegram spricht? Manche würden es als Vorteil sehen, dass im Telegram-Netz libertäre Meinungsfreiheit herrscht. So ziemlich jede Verschwörungsideologen-Gruppe hat einen Telegram-Kanal. Das gleiche gilt für rechtsextreme Netzwerke. Da muss jeder für sich bewerten, ob er sich in so einer Gesellschaft bewegen möchte.

Wer glaubt mit der Nutzung von Telegram seine Sicherheit zu verbessern, nutzt vermutlich auch VPN zur Anonymisierung und motzt auf Twitter über Facebook. Oder anders gesagt: Telegram taugt nur für eingebildete Sicherheit. Für die meisten Verschwörungsideologen reicht das sicherlich. Mit Fakten haben die es ja eh nicht so.

Denn eines ist Telegram ganz bestimmt nicht: Sicher. In absolut keiner Definition von Sicherheit! Schon gar nicht sicherer als Signal oder Threema und eigentlich auch nicht sicherer als WhatsApp.

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Das Feld der Messenger ist momentan so offen wie schon lange nicht mehr. WhatsApp dominiert den Markt, aber verliert momentan stärker an Zuspruch denn je. Die Bewegung scheint zu Signal zu gehen und Threema wird abgehängt.

WhatsApp-Alternativen gab es schon immer und spätestens seit dem Kauf durch Facebook versuchen Datenschützer die Menschen von Alternativen zu überzeugen. Lange verhallten diese Ruf, doch manchmal nimmt die Entwicklung ungeahnte Wendungen. Die Einführung der neuen Nutzungsbedingungen hat eine bisher ungeahnte Wechselwelle in Gang gesetzt. Das Medienecho ging weit über die IT-Welt hinaus und die Auswirkungen waren so stark, dass Facebook zuletzt zurückruderte und auf die Durchsetzung der neuen AGBs verzichten möchte.

Für Facebook ist diese Entwicklung sehr gefährlich. Im Gegensatz zu den anderen IT-Giganten hat das Unternehmen einen durchweg schlechten Ruf, hat massiv unter den Fake-News-Debatten der letzten Jahre gelitten und das Kernnetzwerk verliert rasant an Bedeutung. Das schlägt sich nicht so sehr in den Nutzungszahlen wieder, aber die Berichte, dass Facebook nur noch ein Tummelplatz von „Boomern“ und Unternehmen ist, nehmen zu. Würden jetzt noch Instagram und WhatsApp Nutzer verlieren, wäre das eine Katastrophe, die zum Implodieren des Konzerns führen würde.

Bei den WhatsApp-Alternativen war ich immer ein großer Befürworter von Threema. Signal und Threema sind beide sehr gute Alternativen, aber bei Threema habe ich die transparente Finanzierung des Unternehmens und der Entwicklung geschätzt und die Möglichkeit, einen Identifikator jenseits der Telefonnummer zu nutzen. Das war mir sogar wichtiger als das Kriterium Open Source, denn trotz der leidigen Debatte um den Servercode hat hier natürlich Signal die Nase vorn. Die Entwicklung von Signal folgt mir aber ein bisschen zu oft den eigenwilligen Entscheidungen von Moxie Marlinspike, z. B. bei der Verfügbarkeit auf F-Droid.

Wenn ich mir die Bewegung in den letzten Monaten so ansehe, geht diese allerdings ziemlich eindeutig in Richtung Signal. Ich habe das mal grob überschlagen und 80% meiner Kontakte sind auf WhatsApp, 30% haben Signal und lediglich eine Handvoll Threema. Hier gab es auch überhaupt keinen Zuwachs zwischen Februar und heute, während Signal massiv gewonnen hat und sogar einige Gruppe von WhatsApp nach Signal umgezogen wurden.

Die Ursachen sind mir nicht so ganz klar, aber Shitstorms und die Zielrichtung von Massenbewegungen sind ja oft nicht ganz klar. Wir können ja schon froh sein, dass endlich Telegram als das wahrgenommen wird, was es ist: Der noch schlechtere Messenger als WhatsApp.

Mich würden eure Erfahrungen interessieren, sofern ihr ebenfalls alle drei Messenger nutzt (oder auch noch andere). Läuft die Entwicklung auch eher auf Signal zu oder ist das bei euch differenzierter?

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29. Mai 2021

Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Bergamot Projects arbeitet Mozilla daran, eine Übersetzungsfunktion für den Browser zu entwickeln – und das vollständig ohne Online-Komponente wie Google Translate. Die Übersetzungsfunktion wurde nun in Firefox integriert, die Installation einer separaten Erweiterung ist nicht länger notwendig.

Bergamot Project: Website-Übersetzung im Browser

Bereits im Oktober 2019 berichtete ich über das Bergamot Project. Zur Erinnerung:

Hintergrund des Ganzen ist das von der Europäischen Union geförderte Bergamot Project, in dessen Rahmen Mozilla mit der University of Tartu (Estland), der University of Sheffield (England), der University of Edinburgh (Schottland) und der Charles University (Tschechien) kollaboriert, um eine vollständig clientseitige Funktion zur maschinellen Übersetzung von Websites für den Browser zu entwickeln.

Die clientseitige Durchführung der Übersetzung soll einerseits der Privatsphäre dienen, da kein Datenriese wie Google involviert ist, andererseits aber auch die Verbreitung von Sprachtechnologie in Europa fördern, und zwar in Bereichen, welche Vertraulichkeit erfordern und wo es dementsprechend keine Option ist, die Übersetzung in der Cloud durchzuführen.

Das Bergamot Project ist mit drei Millionen Euro durch die Europäische Union gefördert und auf drei Jahre ausgelegt. Damit das Projekt auch über die drei Jahre hinaus einen langfristigen Effekt hat, wird die Übersetzungsfunktion in Firefox integriert und alle Technologien, welche im Rahmen des Bergamot Projects entstehen, als Open Source veröffentlicht.

Website-Übersetzer in Firefox integriert

Vor einer Woche veröffentlichte das Bergamot-Projekt die Version 0.4 seiner Firefox-Erweiterung. Nun hat das Projekt den nächsten Meilenstein erreicht: Die Nightly-Version von Firefox wird ab sofort mit Firefox Translations 0.4 ausgeliefert. Der Nutzer muss also nicht länger eine Erweiterung installieren und auch nicht länger die Signaturpflicht für Erweiterungen verändern, um die Übersetzungsfunktion nutzen zu können.

Standardmäßig ist die Übersetzungsfunktion derzeit noch deaktiviert und muss manuell aktiviert werden, indem über about:config der Schalter extensions.translations.disabled per Doppelklick auf false gesetzt wird. Wie der Name dieser Option bereits andeutet, ist die Übersetzungs-Funktion intern als Erweiterung implementiert. Darum erscheint Firefox Translations anschließend auch im Add-ons Manager von Firefox, worüber die Erweiterung dann auch jederzeit wieder deaktiviert (aber nicht deinstalliert) werden kann. Wer die Übersetzungsfunktion über about:config nicht manuell aktiviert hat, sieht die Erweiterung natürlich auch gar nicht erst im Add-ons Manager.

Nach wie vor erlaubt Firefox Translations ausschließlich Übersetzungen aus dem Spanischen sowie aus dem Estnischen ins Englische und umgekehrt, sowie vom Englischen ins Deutsche (allerdings nicht umgekehrt), die benötigten Sprachmodelle werden bei Bedarf automatisch heruntergeladen.

In den Firefox-Einstellungen darf die Sprache, aus der übersetzt werden soll, nicht als bevorzugte Sprache eingestellt sein. Ist Firefox beispielsweise so konfiguriert, dass Englisch verstanden wird, dann erscheint natürlich auch keine Übersetzungsleiste bei einer englischsprachigen Website.

Firefox Translate 0.4

Hinweis für Nutzer der bisherigen Erweiterung

Wie gesagt ist es nicht länger notwendig, die Signaturpflicht für Erweiterungen zu verändern. Nutzer, welche bereits vorher die Erweiterung installiert hatten, sollten daher aus Sicherheitsgründen die entsprechenden Schalter wieder zurücksetzen. Konkret bedeutet dies, dass xpinstall.signatures.required auf true zu setzen ist. Der Schalter xpinstall.signatures.dev-root kann entweder auf false gesetzt oder gleich ganz gelöscht werden, da dieser Schalter vom Nutzer manuell anzulegen war und nicht weiter benötigt wird.

So geht es weiter

Mit diesem Schritt hat das Bergamot-Projekt einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Die Entwicklung endet an dieser Stelle natürlich nicht. Es müssen weitere Sprachen unterstützt werden, es sind weitere Performance-Verbesserungen zu erwarten und auch weitere Features stehen auf der Roadmap, wie das Übersetzen von Inhalt, welcher dynamisch nachgeladen wird und noch nicht auf der Website zu lesen war, als die Übersetzungsanfrage gestartet worden ist. Einen Überblick über die nächsten zu erwartenden Schritte bietet der Meilenstein 4 des dazugehörigen GitHub-Projekts der Erweiterung sowie die letzten Tickets in der Übersetzungs-Komponente von Mozillas Bugzilla-Bugtracker für notwendige Änderungen auf der Plattform-Seite. Auf Bugzilla ist zu beachten, dass viele Tickets bereits älter sind und nicht in Verbindung mit dem Bergamot-Projekt stehen. Eine Sortierung nach Datum hilft beim Finden der relevanten Tickets.

Was die Integration in Firefox betrifft, bleibt diese erst einmal auf Nightly-Versionen limitiert und wird damit nicht in der finalen Version von Firefox 90 zur Verfügung stehen. Wann die Übersetzungsfunktion über Nightly-Versionen hinaus zur Verfügung stehen wird, kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

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26. Mai 2021

New Tab Override ist eine Erweiterung zum Ersetzen der Seite, welche beim Öffnen eines neuen Tabs in Firefox erscheint. Die beliebte Erweiterung ist nun in Version 15.1 erschienen.

Was ist New Tab Override?

Die Erweiterung New Tab Override erlaubt das Überschreiben der Seite, welche beim Öffnen eines neuen Tabs in Firefox erscheint. Dies kann eine beliebige Website, immer automatisch die aktuelle Startseite, eine lokale Datei, eine Hintergrundfarbe oder die neusten Nachrichten von diesem Blog sein.

New Tab Override war das erste Add-on, welches das Überschreiben des neuen Tabs ermöglichte, und ist damit das Original und auch heute noch die meistgenutzte Erweiterung dieser Art. New Tab Override wurde im Dezember 2016 auf dem offiziellen Mozilla-Blog vorgestellt, schon mehrfach im Add-on Manager von Firefox beworben und gehört außerdem zu Mozillas handverlesener Auswahl empfohlener Erweiterungen.

Download New Tab Override für Firefox

Die Neuerungen von New Tab Override 15.1

New Tab Override 15.1 ist ein Wartungs-Update und bringt gegenüber der im August veröffentlichten Version 15.0, welche drei neue Features brachte, keine neuen Funktionen. Mit dem Update wurden die niederländische, die polnische und die schwedische Übersetzung aktualisiert, es wurde eine Code-qualitative Verbesserung in der Feed-Komponente vorgenommen, eine falsche Textfarbe bei Verwendung des Dark Modes korrigiert sowie das von der Erweiterung angezeigte Copyright-Jahr von 2020 auf 2021 geändert. Außerdem wurde Mozillas Tool web-ext zum Kompilieren der Erweiterung von Version 5.0.0 auf Version 6.1.0 aktualisiert.

Der Beitrag New Tab Override 15.1 veröffentlicht erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Mir ist aufgefallen, dass ich gar nichts über Touchpads und Mausgesten im Blog hier habe, diese aber schon seit einer gefühlten Ewigkeit benutze. Was man dafür braucht ist ein einigermaßen aktuelles Notebook mit einem Touchpad, das Zweifinger-, oder Dreifingergesten unterstützt.

In modernen Linux Desktop Distributionen, wie zum Beispiel Kubuntu kommt libinput als zum Einsatz, um sämtliche Eingaben für sogenannte Display Server zur Verfügung zu stellen. Also alles, was sich Tastatur, Maus, Touchpad, Stift oder sonst noch Eingabegerät nennt, mit dem man irgendwelche Eingaben am Computer machen kann. Libinput ist der Input Manager des Displayservers Wayland.

Hintergrund zum Thema Display Server unter Linux:

Da unter Linux vieles modular aufgebaut ist, also viele Programme und Programmbibliotheken arbeiten zusammen um z.B. eine komplexe Sache erledigen. Frei nach dem Prinzip “teile und herrsche", ist auch die grafische Anzeige in verschiedenen Programm(bibliotheken) unterteilt. So ist die grafische Anzeige bei Linux Desktopsystemen klassischerweise in 3 verschiedene “Programme” aufgeteilt: 1. Display Server, 2. Fenstermanager,, 3. Desktopmanager . Beim letzten Punkt verschwimmt die Teilung mittlerweile etwas. Grob kann man aber sagen, dass:

  1. Display Server (Xorg/Wayland) organisieren beispielsweise die grafische Auflösung, grafische Darstellung, Multimonitorsetup und auch Netzwerkkommunikation zwischen Displayservern auf unterschiedlichen Computern.
  2. Fenstermanager organisieren die Darstellung, Funktion und Verwaltung von Fenstern, Scrollballken, Fenstereigenschaften, Icons usw
  3. Desktopmanager organisieren die Kommunikation zwischen verschiedenen Programmen (z.B. Copy&Paste) und einiges mehr.

Der Displayserver Xorg ist schon relativ alt und der Nachfolge.Displayserver ist Wayland, der so langsam in die Distributionen mit einzieht. Mehr zu diesem Thema findest du auf englisch hier https://freedesktop.org/wiki/Software/ .

 

So, nun aber zum eigentlichen Thema Mausgesten auf dem Touchpad einrichten.

 

Vorbereitung
Installiert sind bei meinem Kubuntu 20.04 folgende Pakete xserver-xorg-input-libinput, libinput-bin, libinput-tools, libinput10, xinput, xdotool . Diese sollten bereits installiert sein. Prüfe das zuerst mit dem Befehl
sudo apt list xserver-xorg-input-libinput libinput-bin libinput-tools libinput10 xinput xdotool
Sollte eines der Pakete fehlen, installiere es mit sudo apt install PAKETNAME

 

Konfiguration
Konfiguriert wird libinput entweder systemweit für alle Benutzer in der Datei /etc/libinput-gestures.conf oder nur für den entsprechenden (eigenen) Benutzer im Homeverzeichnis des Benutzers in der Textdatei ./conf/libinput-gestures.conf . Als Vorlage kann man sich die Datei aus /etc/libinput-gestures.conf in das eigene Benutzerverzeichnis kopieren mit cp /etc/libinput-gestures.conf ~/.config/libinput-gestures.conf . Die Benutzerkonfiguration “überschreibt” immer die systemweite Konfiguration.

 

In der Datei steht am Anfang auch eine Erklärung auf Englisch, wie man das mit der Konfiguration funktioniert

# Each gesture line has 3 [or 4] arguments separated by whitespace:
#
# action motion [finger_count] command
#
# where action and motion is either:
# swipe up
# swipe down
# swipe left
# swipe right
# pinch in
# pinch out

 

Grob gesagt: Jede Gestenkonfiguration pro Zeile enthält 3 bis 4 Argumente, die mit einem Leerzeichen getrennt werden. Bei mir sieht das zum Beispiel so aus (nur 3 und 4 Fingergesten. Keine 2 Fingergesten, da es sich sonst eventuell mit dem Scrollen beisst)

# Show all windows on the Screen
gesture swipe up 3 xdotool key ctrl+F9
gesture swipe down 4 xdotool key ctrl+F8

# Minimize current window
gesture swipe down 3 xdotool key super+space
#gesture swipe up 3 xdotool key super+Page_Down
gesture swipe left 3 xdotool key ctrl+super+Left
gesture swipe right 3 xdotool key ctrl+super+Right


Wichtig hierbei sind 2 Dinge!

  1. Die Aktionen, was passiert, wenn man “swiped” muss in den Systemeinstellungen (grafisch) - Verhalten des Arbeitsbereiches - Arbeitsflächen-Effekte schon konfiguriert sein. Oder aber auch über Systemeinstellungen - Kurzbefehle - Globale-Kurzbefehle - KWin konfiguriert sein!
  2. Die Windows- bzw Linux Taste wird in den Systemeinstellungen als “Meta” bezeichnet. In der Konfiguration von libinput wird sie aber als “Super” bezeichnet. Ansonsten gilt Alt, Ctrl,Shift, Blank, Tab, Page_up, Page_down, left, right, up, down, usw

 

Starten des Dienstes

Es gibt zwei Wege den entsprechenden Dienst zu starten, damit die Gesten funktionieren. Der bevorzugte Weg ist dieser hier

libinput-gestures-setup service

Dann muss noch konfiguriert werden, dass der Dienst für den Desktop aktiv ist

libinput-gestures-setup autostart

Wenn man etwas an der Konfiguration ändert, so kann man das im laufenden Betrieb aktiv machen, indem man

libinput-gestures-setup stop && libinput-gestures-setup start 

oder das hier eingibt

libinput-gestures-setup restart

Den Status prüft man mit dem Befehl

libinput-gestures-setup status

 


Zusätzliche Infos

  • Mit xinput list bekommst du eine Auflistung aller möglichen Eingabegeräte, die an deinem Computer angeschlossen sind.
  • Mit xinput list-props ID bekommst du die Parameter, die mit dem entsprechenden Device (Maus, Tastatur, Touchpad) möglich sind.
  • Mit xinput set-prop ID EIGENSCHAFTEN (ohne Kommas) kannst du die meisten Eigenschaften verändern.

 

Quellen

  1. Libinput-gestures https://github.com/bulletmark/libinput-gestures
  2. Dokumentation (englisch) https://wayland.freedesktop.org/libinput/doc/latest/features.html
  3. Libinput Home https://freedesktop.org/wiki/Software/libinput/

 

 

25. Mai 2021

Ich habe seit längerer Zeit das Problem in dem Musikprogramm (DAW) Bitwig, dass Klicks irgendwie nicht so richtig gut verarbeitet werden. In letzter Zeit wird das Problem intensiver und daher habe ich mich mal auf die Suche gemacht, um dieses Problem in meinem Kubuntu 20.04 einzugrenzen.

Dazu kommt noch, dass seit dem Wechsel von evdev nach libinput sind auch die erweiterten Einstellungen der Mauseigenschaften in den Systemeinstellungen nicht mehr verfügbar. Aber Linux wäre nicht Linux, wenn man das nicht in einer Textdatei selber eintragen könnte.

Im Homeverzeichnis des Benutzers gibt es das versteckte Verzeichnis .config und dort gibt es die Textdatei kdeglobals .

Die Datei kdeglobals öffnet man mit einem Texteditor wie z.B. Kate und sucht den Abschnitt der mit [KDE] anfängt. Bei mir sieht dieser Teil dann mit der entsprechenden weiteren Konfiguration mit einem kürzeren Doppelklick (DoubleClickInterval - Angabe in Millisekunden) so aus

[KDE]
AnimationDurationFactor=1.000000
ColorScheme=Breeze
LookAndFeelPackage=org.kde.breezedark.desktop
ScrollbarLeftClickNavigatesByPage=false
ShowDeleteCommand=false
ShowIconsInMenuItems=true
ShowIconsOnPushButtons=true
SingleClick=true
contrast=4
DoubleClickInterval = 200