ubuntuusers.de

17. Juni 2009

Moin liebe Lesergemeinde,

ich bin vor ein paar Tagen auf ein noch recht neues Projekt namens Spicebird Beta gestoßen. Wie der Name schon sagt ist die Software noch in der Entwicklungsphase und noch nicht in allen Punkten ausgereift, das sollte man bei Nutzung der Software bedenken.

Spicebird ist eine Software, die sowohl Email-Client, Kontaktdatenbank, Kalender, Instant Messaging als auch News Reader, Google Gadget Verwaltung uvm. integriert. Dabei kann der Funktionsumfang stark durch Add-Ons/Plugins erweitert werden. Das Projekt bedient sich dabei verschiedener Software Komponenten aus Thunderbird, Lightning und Telepathy und vereint diese unter einer Softwareoberfläche.

Ruft man die verschiedenen Einstellungsdialoge auf, werden diese einem sehr bekannt vorkommen :)

spicebird

Wer noch mehr Screenshots sehen will, gehe bitte auf die Screenshot Seite von Spicebird. Dort sind noch ein paar schöne Bilder der Hauptkomponenten zu sehen.

Will man die Software nutzen, kann man sich diese herunterladen. Leider gibt es noch keine deutschsprachige 64-Bit Version (also muss man auf die englische ausweichen, falls man 64 Bit hat). Nachdem man den Tarball heruntergeladen hat, kann man diesen entpacken.

Mit dem Befehl

jazz@jazz-laptop:~$ ./spicebird-beta/spicebird

kann man das Programm starten. Nun kann man sich die einzelnen Konten (Email, IM) anlegen und es kann losgehen. Die Software ist recht selbsterklärend, da man das Meiste aus den schon genannten anderen Programmen gewohnt ist. Ein paar Sachen sollte ich jedoch noch erläutern:

Google Gadgets:

Will man Google Gadgets in seinem Home/Start Tab nutzen, kann man unter Applet hinzufügen → Google Applet dieses hinzufügen. Jetzt sollte ein leeres Feld im Start Tab erscheinen. Nun geht man auf die Google Gadget Seite und zieht das Bild des gewünschten Gadgets nach Spicebird in das neu erstellte Applet Feld – die Adresse wird nun automatisch hinzugefügt und das Applet geladen. Das funktioniert allerdings noch nicht immer zuverlässig, ich hatte auch schon einige Gadgets, die nicht funktionierten.

Google Gadgets in Spicebird

Chat Account hinzufügen:

Die Einstellungen für den Chat Account zu finden, hatte bei mir etwas gebraucht, da man es da nicht erwartet. Ein Konto hinzufügen kann man nämlich nur unter dem Tab Kontakte in der Menüleiste unter Chat → New Chat Account. Das Hinzufügen geht zumindest bei Jabber problemlos (die anderen habe ich noch nicht ausprobiert) und man bekommt nach dem Connecten unter Kontakte sein Chat Fenster.

Hinzügen einer Chat Accounts

Startet man jetzt einen Chat wird ein neues Fenster erzeugt, das finde ich eher nicht so schön. Es gibt aber die Möglichkeit einen eigenen Chat Tab neben dem Kontakte Tab zu erzeugen. Dazu drückt man die kleine Schaltfläche rechts im Chatfenster. Dies kann man auch mit mehreren Fenstern tun, die werden dann als Kacheln im neuen Chat Tab angeordnet.

Chat Funktion in Spicebird

Email Funktion:

Hier gibt es zumindest für mich den Entscheidenden Nachteil warum ich diese Software (noch) nicht produktiv einsetzen werde: Es gibt zwar einen Junk Filter, der die Mails als Junk einstuft, doch leider werden diese nicht in einen extra Ordner verschoben. Man findet in den Einstellungen zwar die Möglichkeiten automatisch in einen Ordner verschieben zu lassen, doch ich kann keinen Ordner auswählen, den ich als Junk Ordner nutzen möchte :( Da aber die Möglichkeiten in den Einstellungen schon da sind, hoffe ich das bald eine ordentliche Junk Behandlung möglich sein wird.

Außerdem finde ich die Kontaktverwaltung genau wie in Thunderbird sehr unflexibel und unschön. Man kann jedem Kontakt nur ein paar wenige Attribute zuordnen und sehr wenig selbst definieren. Ich bin in dieser Hinsicht doch sehr Gnome Evolution verwöhnt, dessen Kontakteditor eigentlich keine Wünsche offen lässt (bis auf, dass man vielleicht noch ein paar Attribute selbst definieren kann). Diesen finde ich sogar besser als den von Outlook (obwohl man da auch schon recht viel machen kann).

Kalender:

Auch ein Manko gegenüber Gnome Evolution, das sicherlich erstmal mit dem Programm an sich nichts zu tun hat, aber das ich doch sehr häufig nutze, ist die Möglichkeit Termine im Kalender-Applet von Gnome direkt anzeigen zu lassen. Das kann man zwar realisieren, indem man die Termine von Spicebird und Evolution synchronisiert, aber das ist mir zu umständlich.

Fazit:

Tolle Software, hat aber noch ein paar Macken (ist schließlich eine Beta, da ist das erlaubt), die in den folgenden Versionen hoffentlich ausgebessert werden.

Auch ich möchte mich kurz an der Blogparade beteiligen, die Ute und Roland ins Leben gerufen haben. Thema ist der Betriebssystem- bzw. Distributionsumstieg, Gründe dafür, was (rein subjektiv) besser war und nun besser ist. Wer noch nicht mitgemacht hat kann dies noch bis zum 4. Juli um Mitternacht tun. Nun aber zu mir…

Habt ihr euch stark über andere Möglichkeiten informiert?
Nein, eigentlich garnicht. Nachdem sich mein Windows 2 mal innerhalb von nur 48 Stunden selbst zerstört hatte schlug mir ein Freund, langjähriger Debian-Nutzer, vor, doch einmal Linux auszuprobieren. Den ersten Kontakt hatte ich dann mit Knoppix und fand das ganze doch sehr angenehm. Unsicher wie ich war installierte ich doch zuerst Windows noch einmal neu und dann Ubuntu 5.10 (“Breezy Badger”) – wozu mir geraten wurde, da dies eine einsteigerfreundliche Distribution sei – in einer anderen Partition. Nun, was soll ich sagen? Meine Unsicherheit und leichten Zweifel wurden schnell weniger. Windows startete ich im nächsten halben Jahr danach nur noch 2 mal – um zu spielen. Daran hatte ich aber dann auch kein Interesse mehr, also wurde Windows nach einem halben Jahr vollständig vom Rechner verbannt. Seitdem bin ich ausschließlich mit Ubuntu unterwegs. Windows Nutze ich nur noch in einer VirtualBox wegen Audible.

Was war schlussendlich der Grund für den Umstieg?
Wie schon erwähnt hatte ich nach 2 Neuinstallationen innerhalb von 48 Stunden die Nase voll von Windows, ständigen Schrauben am System, Aktualisieren von Anti-Viren-Software und so weiter.

Was war vorher schöner, besser, schneller, toller?
Schöner, schneller, toller: Eigentlich nichts. Erst nach dem Umstieg merkt man, wie man durch Windows im Prinzip in seinen Möglichkeiten eingeschränkt wird. Vor allem bei der Anpassung des Systems an die eigenen Bedürfnisse und Wünsche. Besser war eben die Unterstützung aktueller Spiele. Aber da ich ohnehin kein großer Spieler bin spielt das für mich keine große Rolle.

Was ist jetzt besser, schneller, schöner, toller?
Hier muss man als erstes die große Community und den Gedanken hinter Ubuntu nennen. Außerdem ist der Desktop (in meinem Fall GNOME) schöner, alles ist schneller (vom Booten bis hin zum Starten von Anwendungen oder auch einfach der Benutzung), besser ist in meinen Augen die Hardware-Unterstützung. Vor 2 Wochen habe ich einen neuen Rechner mit Dual-Boot installiert (nicht bei mir). Unter Windows musste man für eine vernünftige Auflösung am Monitor X Treiber und Programme installieren und des öfteren die Installations-CDs wechseln, unter Ubuntu lief der Rechner direkt nach der Installation in der richtigen Auflösung. Welchen Punkt hab ich noch vergessen? Toller? Ja, toller ist einfach alles. Vor allem, dass man nicht mehr groß im Netz suchen muss nach Software, denn diese kann einfach über die Paketverwaltung installiert werden. Sicher, auch hier gibt es kleinere Ausnahmen.

Bereut ihr euren Umstieg?
Wenn ich es bereuen würde hätte ich schon wieder Windows installiert. Also kurz und knapp: nein.

Würdet ihr Anderen diesen Umstieg empfehlen?
Empfehlen jederzeit. Auf Teufel komm raus überreden allerdings nein.

Gut, die Top-Empfehlung ist persönlich abgestimmt, es ist also jetzt nicht unbedingt so, dass Google jedem den Planeten empfiehlt. Aber es könnte durchaus ein Zeichen dafür sein, dass der Planet oft genug abonniert wurde, um eine Zuordnung zu ermöglichen.

m-player

Manchmal haben streaming media den Nachteil, dass sie nicht einfach später gehört werden können. Abhilfe schafft hier wie so oft Mplayer:

mplayer -dumpstream mms://ms.mdcs.dtag.de/zdf/zdf/070312_wahlkampf_hie_vh.wmv -dumpfile ausgabe.wmv

Mplayer kann über das Paket “mplayer” über aptitude installiert werden.

MSDL (media stream downloader) könnte auch funktionieren…

http://sourceforge.net/projects/msdl/

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Der Blogparade von Roland möchte ich mich auch gerne anschließen und euch ein wenig über meinen Umstieg zu Linux erzählen.

Warum seid ihr auf ein anderes Betriebssystem umgestiegen?

Da gibt es mehrere Gründe: einerseits, weil Windows einige nervige Eigenschaften hat (die ich jetzt nicht alle breittreten will), mir der Gedanke der offenen und freien Software gefällt und ich schon immer einen Hang zu Dingen abseits des Mainstreams hatte.

Habt ihr euch stark über andere Möglichkeiten informiert?

Wenn man “Möglichkeiten” auf die zur Wahl stehenden Linux-Distributionen bezieht, dann ja. Die Wahl der “richtigen” Distribution kann für einen Einsteiger ziemlich verwirrend und frustrierend sein. Anhand einiger Linux-Zeitschriften und Internetseiten habe ich mich relativ lange auf meinen Umstieg vorbereitet. Meine Wahl fiel dann auf Ubuntu, nachdem ich mehrere Distributionen per Live-CD getestet hatte, weil es (damals mit Version 7.10) am besten mit meiner Hardware zusammenarbeitete. Mittlerweile habe ich mehrere Linuxe auf meinen Rechnern installiert, neben Ubuntu sind das momentan OpenSuse und Mandriva.

Als mögliche Alternative zu Windows hatte ich auch mal MacOS im Blick, doch das noch geschlossenere Ökosystem bei Apple brachte mich relativ schnell wieder davon ab.

Der Umstieg dauerte damit bei mir auch relativ lange, und komplett bin ich auch jetzt noch nicht auf Linux umgestiegen. Aber wozu auch die Eile, wenn Windows und Linux nebeneinander auf der Platte existieren können?

Was war schlussendlich der Grund für den Umstieg?

Die Tatsache, dass Linux mittlerweile auch von weniger versierten Nutzern zu bedienen ist und die Hardwareunterstützung stark verbesser wurde. Diese beiden Punkte hatten mich bei meinen ersten Gehversuchen mit Linux noch abgeschreckt.

Was war vorher schöner, besser, schneller, toller?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Ob nun unter Windows manches oder vieles besser war/ist, ist die eine Frage. Auf jeden Fall ist Windows für mich immer noch das vertrautere System, wo ich ohne lange nachzudenken weiß, wo ich was einstellen muss usw. Bei Linux muss ich manchmal noch grübeln oder Google bemühen.

Und da Windows immer noch das “Standard-Betriebssystem” ist, bekommt man manche Software eben nur für Windows, und manche verbreitete Microsoft-Formate wie Word oder Excel machen unter anderen Systemen Probleme.

Was ist jetzt besser, schneller, schöner, toller?

Mir gefällt auf jeden Fall das Gefühl, ein “exotisches” Betriebssystem zu nutzen, welches eben nicht jeder auf seinem Rechner hat :D

Ausserdem mag ich Dinge wie die Paketverwaltung, mit der sich einfach neue Software installieren lässt, die riesige Auswahl an Programmen, für die ich keinen Cent bezahlen muss. Und nicht zuletzt die Tatsache, dass ich unabhängig von einem Großkonzern und dessen Produkt- und Lizenzpolitik bin. Mit Linux fühle ich mich einfach freier ;)

Bereut ihr euren Umstieg?

Nein.  Zwar hat mich der Umstieg einiges an Zeit und Mühen gekostet, aber ich würde es jederzeit wieder tun.

Würdet ihr Anderen diesen Umstieg empfehlen?

Nicht jedem. Wer nicht bereit ist, sich intensiver mit seinem Rechner auseinander zu setzen und/oder sich auf eine andere Philosophie einzulassen, sollte bei Windows bleiben oder einen Mac nutzen. Deshalb sehe ich auch nicht ein, warum man Nutzer anderer Betriebssysteme mit Gewalt “missionieren” sollte, um sie zum Wechsel auf Linux zu bewegen.

[Nachtrag] Da ist mir beim Veröffentlichen dieses Beitrags doch ein kleiner Fehler unterlaufen, und er bekam als Veröffentlichungsdatum den 1. Juni zugeteilt…hab’s soeben ausgebessert[/Nachtrag]

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Verwandte Themen:

  1. Was bei Linux anders ist
  2. Open Source wählen
  3. iTunes für Linux – Vom Aprilscherz zur interessanten Diskussion

16. Juni 2009

Anlässlich der Blogparade von Roland und Ute möchte ich hier einen kurzen Fragenkatalog zu meinem Umstieg auf Linux Ubuntu beantworten.

Die Fragen lauten konkret:

  • Warum seid ihr auf ein anderes Betriebssystem umgestiegen?
  • Habt ihr euch stark über andere Möglichkeiten informiert?
  • Was war schlussendlich der Grund für den Umstieg?
  • Was war vorher schöner, besser, schneller, toller?
  • Was ist jetzt besser, schneller, schöner, toller?
  • Bereut ihr euren Umstieg?
  • Würdet ihr Anderen diesen Umstieg empfehlen?

Warum seid ihr auf ein anderes Betriebssystem umgestiegen?

Die Gründe ist recht einfach und wird wohl der gleiche sein, den andere Linuxer aufweisen: Unzufriedenheit mit Windows und Neugierde. Allerdings muss ich gestehen: so richtig aufmerksam wurde ich auf Linux erst über einen recht ausführlichen Artikel in der größten Computerzeitschrift des Springerverlages, die ich damals noch abonniert hatte. Dort wurden mehrere Distributionen vorgestellt und Unterschiede erläutert. Nachdem ich daraufhin Ubuntu auf einer Live-CD testete und kurz darauf einen neuen Laptop bekam, wurde Linux gleich nach zwei Tagen installiert und seitdem nicht mehr verbannt.

Habt ihr euch stark über andere Möglichkeiten informiert?

Wie anfangs schon gesagt: ich wurde durch einen Vergleich von Distributionen auf Linux aufmerksam und habe mich aufgrund dieses Vergleichs auf Ubuntu gestürzt. Seitdem habe ich diverse andere Distributionen spaßeshalber installiert, gelöscht, verändert, aber Ubuntu gefiel mir nicht zuletzt aufgrund der enormen Community am besten.

Was war schlussendlich der Grund für den Umstieg?

Schlussendlich war es Jonas, der mich dazu brachte. Ihm erzählte ich von Linux und er war sofort Feuer und Flamme. Wir beide installierten es und halfen uns so gegenseitig bei kleinen Startschwierigkeiten. Der anfängliche Testlauf auf meiner Festplatte wurde dann doch ernst und blieb fortan auf meinem Computer fest installiert. Die Windows Recovery-DVD wurde seitdem nicht mehr gesehen ;-)

Was war vorher schöner, besser, schneller, toller?

Uhm, was war schöner? Der Ton bei den Fehlermeldungen unter Windows? Dieser „bellende“ Ton erinnerte mich immer an meinen Hund ;-)
Besser war die WLAN-Verbindung. Allerdings auch nur, weil mein WLAN-Chip nur einen 32-bit Treiber hat und ich Ubuntu 64-bit benutze.
Schneller? Der BSOD kam schneller ;-) Das Linux-Äquivalent habe ich noch nie in echt gesehen…
Toller? Minesweeper hatte eine tollere Grafik ;-)

Was ist jetzt besser, schneller, schöner, toller?

Besser ist der Gedanke hinter dem Projekt. Während ein bekanntes Redmonder Unternehmen mit unangemessenen Lizenzgebüren um sich wirft, steht Linux hinter dem Gedanken jedem Menschen die gleichen Vorraussetzungen zu erteilen und im wahrsten Sinne des Wortes „freie“ Software zu verbreiten.
Außerdem finde ich die Communtiy besser. Wenn ich bei Windows ein Problem hatte, musste ich Tante Google um Hilfe bitten und kam so auf zweifelhafte Hilfeforen. Nun habe ich eine zentrale Anlaufstelle mit kompeteten Helfern ;-) Besser ist auch die Bedienung, man kann hier unglaublich viel einstellen, ohne dass man dubiose Programme installieren muss. Ausführlich über das „bessere“ unter Linux hat Jonas in zwei Artikeln zusammengefasst.
Schneller ist nicht nur der Bootvorgang, sondern irgendwie alles. Die Programme werden schneller gestartet, die Menüs sind immer sofort ansprechbar etc.
Schöner ist die Oberfläche und deren Einstellungsmöglichkeiten. Ich benutze GNOME. Man kann hier mehr als 3 Standardthemes einstellen, installieren, auswählen, ausprobieren und testen. Man kann sie kombinieren, erweitern und so weiter.
Toller? Das Logo :-D

Bereut ihr euren Umstieg?

Klipp und klar: nein.

Würdet ihr Anderen diesen Umstieg empfehlen?

Menschen, die sich schonmal in die Systemsteuerung unter Windows trauten, kann ich Linux nur empfehlen. Man kann es ja im wahrsten Sinne des Wortes unverbindlich auf dem eigenen Computer testen. Interessierte sollten es auf jeden Fall einmal probieren!

Ute und Roland möchten aufgrund ihres Umstiegs von Gentoo zu Ubuntu gerne wissen, welche Gründe andere Benutzer dazu bewogen haben, ein anderes Betriebssystem zu nutzen:

  • Habt ihr euch stark über andere Möglichkeiten informiert?
  • Was war schlussendlich der Grund für den Umstieg?
  • Was war vorher schöner, besser, schneller, toller?
  • Was ist jetzt besser, schneller, schöner, toller?
  • Bereut ihr euren Umstieg?
  • Würdet ihr Anderen diesen Umstieg empfehlen?

Gerne nehme ich dazu Stellung, obschon mein Umstieg schon fast fünf Jahre zurückliegt. Ein Danke für diesen Aufruf geht nach Norden gen Konstanz!

Habt ihr euch stark über andere Möglichkeiten informiert?

Nein, ich wollte auf Teufel komm raus ein Linux zum Laufen bringen. SuSe brachte ich nicht dazu, jedoch das erste Ubuntu 4.10 konnte ich tatsächlich installieren und nutzen.

Was war schlussendlich der Grund für den Umstieg?

Linux basiert auf dem Gedanken der Freiheit. Wissen steht frei zur Verfügung, kann sich ausdehnen und jedermann darf sich an diesem Kreislauf aktiv oder passiv anschliessen. Ausserdem konnte ich (und kann noch noch immer) alle meine Aufgaben auch mit einem Linux statt einem Windows erledigen.

Was war vorher schöner, besser, schneller, toller?

Zu Beginn, also vor knapp fünf Jahren, war die Unterstützung der Hardware unter Windows deutlich einfacher und besser als unter Linux. Heute ist das zum Glück nur noch selten so, oft ist es sogar umgekehrt. Hingegen ist Linux nach meinen Erfahrungen schon immer etwas weniger anspruchsvoll in Sachen Hardware gewesen, was sich in der Geschwindigkeit auszeichnet.

Was ist jetzt besser, schneller, schöner, toller?

Micro$oft hat durchaus seine Berechtigung, keine Frage. Aber ich geniesse es, mit freier Software meine Herausforderungen mindestens genau so schnell und ebenso gut mit einem Linux statt einem Windows zu zu lösen. Das alleine ist für mich Grund genug, um ein Linux zu nutzen. Weiter geniesse ich es sehr, dass ich auf das ganze Viren-Dilemma und andere Sicherheitskonzepte verzichten darf. Natürlich gibt es auch unter Linux einiges zu beachten, aber das ist eine ganz andere Liga.

Bereut ihr euren Umstieg?

Nie im Leben ;-)

Würdet ihr Anderen diesen Umstieg empfehlen?

Ich bin kein Linux-Evangelist, aber wenn ich gefragt werde, empfehle ich mit Sicherheit ein Linux und damit auch Ubuntu.

Ähnliche Artikel

Immer wieder liest man ja das Ubuntu das Linux für jedermann ist. Irgendwie sehe ich hier aber der Entwicklung sehr skeptisch entgegen!

Fängt doch schon beim Hans-Peter (Name von der Redaktion geändert) an: Dieser hat ein Problem mit Windows. Jetzt ist Windows ja doof und Linux muss her, denn auch der Nachbar hat Linux und die kleine Lisa (11, Name geändert) kann damit Counter Strike oder Nexuiz zocken.

Auf den ersten Blick könnte sich die Community (egal ob jetzt Ubuntu, SuSE oder ....) ja über einen neuen Benutzer freuen, aber leider nur auf den ersten Blick!

Was macht der neue Benutzer (Kunde, wenn man Kundenorientiert denken möchte) erstmal? Ich selbst würde erstmal gucken was Linux ist, woher ich Informationen bekomme, usw...

Das macht aber unser Benutzer nicht, denn dieser will ja einfach nur Linux haben. Also zack rein mit der CD von der Profizeitung (PC Welt, Computer Bild, Noob Magazine, ..) welche mit Ubuntu Linux beschriftet ist und schön brav immer auf Weiter klicken (klappt ja mit setup.exe auch). Nun wird auf einmal der Rechner neu gestartet und man ist drin, jetzt hat man Linux.

Aber sobald auch nur ein Problem auftaucht, wird gleich an jeder nur denkbaren Stelle gelästert, was das Zeug hält. Benutzerunfreundlich und viele anderen Sachen darf man sich anhören, auch der Hardware-Support ist ja so schlecht. Und was macht man im 21. Jahrhundert mit einem Terminal?

Liegt das Problem wirklich am System? Oder nicht eher beim Anwender? Denn dieser erwartet, dass alles einfach so geht (was es ja auch unter Windows nie getan hat), aber das es doch irgendwie besser ist als Windows (bei gleicher Bedienung, Softwareauswahl, ...). Eine Suchfunktion zu verwenden, oder mal im Forum (freundlich, mit nötigen Infos) nachzufragen kommt nicht in die Tüte.

Können solche Leute jemals Teil einer Community werden? Bei den wenigsten dieser Sorte kann ich mir vorstellen wirklich Linux zu wollen. Die wollen nur einfach ein fehlerfreies Windows, was Linux aber hald nicht ist.

In dem Sinne: Wenn man nicht die Vorteile von Linux kennt, und kapiert hat das es ein anderes Betriebssystem ist sollte man einfach die Finger davon lassen. So spart man sich, und vor allem anderen den Ärger!

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Seit einigen Jahren bereiten die ehrenamtlich erstellten Magazine freiesMagazin und Yalm Monat für Monat hervorragende auf aufwändig erstellte kostenlose und unter freien Lizenzen stehende Magazine. Seit diesem Monat bekommen sie “professionelle Konkurrenz”. Die Linux-User gibt nun einen Teil ihrer Artikel als PDF aufbereitet unter der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-NC-ND frei.

Ich zitiere als Einleitung “kurz” aus dem Vorwort der ersten LinuxUser Community-Edition von Jörg Luther.

Lizenziert unter CC by-nc-nd von Linux-User

Lizenziert unter CC by-nc-nd von Linux-User

Aus dem Umfeld der Open-Source-Community als Organ der Linux-Usergroups geboren, hat Linux New Media schon immer mit der Community geteilt – sei es durch die direkte Unterstützung für Usergroups und Veranstaltungen oder das freie Bereitstellen von Inhalten. Auf diesem Weg wollen wir auch weiter gehen und bieten Ihnen deshalb heute die erste Ausgabe der LinuxUser Community-Edition im PDF-Format an – unter der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-NC-ND [3].

Diese Lizenz erlaubt ausdrücklich, „das Werk zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich zugänglich machen“. Sie dürfen die LinuxUser Community-Edition also beliebig kopieren, gedruckt oder als Datei an Freunde und Bekannte weitergeben, auf Ihre Website stellen – oder was immer ihnen sonst dazu einfällt. Lediglich bearbeiten oder kommerziell nutzen dürfen Sie sie nicht. Darum bitten wir Sie im Sinn des „fair use“ – und machen im Einzelfall auch gern einmal eine Ausnahme von diesen Einschränkungen, falls Sie uns von der Sinnhaftigkeit Ihres Anliegens überzeugen. Künftig gibt es jeden Monat eine Ausgabe der LinuxUser Community-Edition mit rund einem halben Dutzend Artikeln aus dem aktuellen
Heft sowie den Inhaltsangaben von Heft und DVDs. Die Community-Edition erscheint jeweils einige Tage, bevor die Ausgabe am Kiosk liegt, und bietet Ihnen so gleichzeitig auch eine Themenvorschau.

Die aktuelle Community-Edition und in Zukunft ein Archiv aller älteren Community-Ausgaben findet man auf http://www.linux-user.de/Community-Edition.

Ich finde es klasse, dass ein größerer Verlag auf den Zug freier Lizenzen aufspringt. Letztendlich dient die Community-Edition der Werbung für GNU/Linux und natürlich auch als Werbung für Linux-User selber. Ich freue mich schon auf weitere Ausgaben.


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15. Juni 2009

Canonical hat ja schon öfters angekündigt an der Usability und am Aussehen von Ubuntu zu arbeiten. Doch auch mit der nächsten Ubuntu Version, die im Oktober erscheinen wird, scheint es wieder kein neues Design zu geben. Die Ankündigung das Design zu ändern ist schon eine Art Running Gag in der Community…

Doch wie es aussieht scheint Canonical die Usability höher zu gewichten als das Aussehen. Zusammen mit der University of Sussex betreibt man eine Umfrage zur Usability in Ubuntu Jaunty…

This survey is part of a larger study undertaken by the informatics department of the University of Sussex sponsored and supported by Ubuntu’s official sponsor Canonical. The study is based on the usability of Ubuntu 9.04 and data collected will lead to re-design proposals for the next major release of Ubuntu. The questionnaire comprises of 17 questions (15 multiple choice & 2 optional extended feedback questions) and should take no longer than 5-10 minutes. Results are confidential and your anonymity is guaranteed.

Dazu kommt noch ein Usability-”Labor”, in dem an Probanden die Benutzerfreundlichkeit wissenschaftlich untersucht wird. Interessenten im Raum London/Brighton können sich bewerben und so 40 Pfund verdienen sowie in Canonical reinschnuppern…

The researchers are also looking for participants to take part in short (45 mins – 1 hour) computer task based interviews in their own homes for a £40 payment incentive. Participants need to be in London or the south east (UK) to apply. Participants in the Brighton area will take priority.

Die dort gewonnen Erkenntnisse werden in Ubuntu und natürlich auch Upstream einfließen. Die Details zur Anmeldung findet man bei der vorhin genannten Umfrage.

Bleibt noch ein weiteres Projekt das Canonical auf die Beine gestellt hat. Im One Hundred Paper Cuts Projekt möchte man ein hundert kleine, die alltägliche Arbeit behindernde Bugs/Schwächen von Ubuntu Upstream, also beim Projekt selber, beheben.

Dazu wird speziell die Community aufgerufen Paper Cuts zu finden und Bugs in Launchpad als solche zu markieren. Informationen und Hinweis wie die Bugs zu markieren sind, findet man im Blog von David Siegel (siehe Link weiter oben).

Ich persönlich halte diesen Ansatz sinnvoller als lediglich am Design zu basteln. Das Design von Ubuntu ist nicht schlecht, vor allen Dingen hat man sich mit Braun/Orange einen Wiedererkennungseffekt geschaffen. Es ist besser sich um die alltäglichen kleinen Ärgernisse zu kümmern, die jeden Treffen können, als permanent am Design zu schrauben, das man zum einen eh nicht völlig frei gestalten kann (GNOME ist GNOME, da kann auch Canonical nicht groß etwas ändern) und zum anderen wird ein neues Design auch nicht jedem Gefallen…


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Nicht mehr lange, dann endet die Mitzeichnugsfrist für die Petition gegen die Verschleierung von dokumentiertem Kindesmissbrauch und gegen den Aufbau einer Zensurinfrastruktur.

Wer auf Einsicht von Zensursula und Co gehofft hat, wurde bisher beinahe jeden Tag eines Bessern belehrt. Bitte nutzt daher die restliche Zeit und zeichnet mit!

Erzählt auch euren Bekannten, Freunden, Familie, im Verein, am Stammtisch davon und erinnert euch bei der Bundestagswahl daran. Diese maßlose Gier nach Stimmen und Einschränkung der Grundrechte darf nicht einfach folgenlos bleiben.


open-office-calc

Beim starten von OpenOffice Programmen, finde ich den in Brauntönen gehaltenen Anfangs Bildschirm (splash screen) nicht besonders hübsch. Es wäre zwar möglich den splash screen einfach auszuschalten, aber dann bin ich mir nie sicher ob OpenOffice schon ladet oder nicht.

Um den splash screen auszuwechseln, wird eine Bitmap Datei benötigt. Ich habe hier eine gefunden im kubuntu Design.
Das neue Bitmap (intro.bmp) wird einfach ersetzt:

sudo mv intro.bmp /usr/lib/openoffice/program/openintro_ubuntu_sun.bmp

kubuntu-open-office-splash-screen

Hier gibt es, vorgefertigte splash screens:

http://www.gnome-look.org/content/search.php?name=openoffice&search=Go
http://www.kde-look.org/content/search.php?name=openoffice&search=Go
http://marketing.openoffice.org/art/galleries/marketing/design_elements/
http://lokheed.deviantart.com/art/Tango-OOo-Theme-38088601

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14. Juni 2009

Moin liebe Lesergemeinde,

ich war nun für anderthalb Wochen im Urlaub, komme wieder und siehe da, ich bin nun vom lieben Ikhaya-Team auch für den Planeten auf ubuntuusers.de nominiert worden! Das war eine nette Überraschung nach dem erholsamen Urlaub.

Nun eine kleine Vorstellung meines Blogs. Dieser ist unter http://jazzblog.pete-productions.de/ zu finden. Ich betreibe den Blog seit Anfang des Jahres 2009 und berichte über allmögliche Linux/Ubuntu Themen. Allerdings werden sich auch öfters LaTeX- und Programmier-Spezifische Themen auf meinem Blog finden. Zur Zeit sind schon einige Artikel zu finden, ein Blick ins Archiv lohnt sich ebenfalls. Für Kritik, Anregungen und freudige Huldigung meines Blogs ;-) steht eine Kommentarfunktion auf der Seite bereit.

EDIT: Naja es hat zwei Wochen gedauert, bis das mit meinem Feed richtig funktioniert hat. Nochmal vielen Dank an das Ikhaya-Team, bei der Unterstützung.

Aber nun genug der Vorrede, nun zum eigentlichen Thema des Blogeintrags.

Jedem sind die allseits beliebten Flash Videos im Internet bekannt. Irgendwann will man auch eines der Flash Videos lokal auf dem Rechner speichern, sei es ein Tutorial oder was auch immer. Das geht natürlich mit verschiedenen Programmen oder Plugins für den Browser. Unter Linux geht das allerdings noch viel einfacher und ohne zusätzliche Software:

1. Man spiele das gewünschte Video ab (muss bis zum Ende geladen werden)

2. Man gehe in den Ordner /tmp

3. Dort gibt es eine Datei mit einer zufälligen Zeichenkette als Dateinamen und ohne Dateiendung. Diese Datei ist auch schon das gewünschte Flash Video. Mit Doppelklick kann man sich nun im Totem (oder anderem Mediaplayer) das Video anschauen.

Flash Video speichern

4. Wenn das Flash Video fertig geladen ist, kopiere man sich die Datei in sein Homeverzeichnis und gebe ihr einen sinnvollen Namen mit der Dateiendung *.flv

5. Wird der Browserfenster mit dem Video geschlossen, wird auch die Datei in /tmp gelöscht.

Bemerkung:

Beim Schauen eines Spiegel.de-Videos ist mir gerade aufgefallen, dass diese nicht wie eben beschrieben im /tmp Verzeichnis gecached werden. Eventuell sind dies keine *.flv Videos. Hier kann ich jedoch nur Vermutungen anstellen. Es könnte jedoch auch Möglichkeiten geben, die seitens des Flashplayers eine lokale Zwischenspeicherung verhindern. Das lässt vermuten, dass man für manche Seiten doch Zusatzprogramme benötigt. Für Youtube und Co ist der einfache Weg jedoch ohne Probleme nutzbar.

Wer bei Linux Mint – einem recht populären Ableger von Ubuntu – ein Terminal öffnet, der bekommt einen flotten Spruch präsentiert. Dies lässt sich auch recht einfach bei Debian oder Ubuntu selber einrichten…

Als erstes müssen die dafür nötigen Pakete installiert werden. Dies sind Cowsay und Fortune. Cowsay gibt einen beliebigen Text mit einer netten ASCII-Grafik aus und hinter Fortune steckt eine Datenbank mit tausenden von Zitaten, Sprüchen und Witzen. Über

$ sudo apt-get install cowsay fortunes fortunes-de

kann man die wichtigsten Pakete installieren. Damit nun Cowsay mitsamt Fortune beim Start eines Terminalfensters ausgeführt wird, muss man den Aufruf in der Datei ~/.bashrc eintragen. Dazu öffnet man die Datei bspw. mittels

$ gedit ~/.bashrc

in einen Texteditor und fügt am Ende der Datei die Zeilen ein.

# Gibt mittels Cowsay und Fortunes Sprueche aus
if [ -f /usr/games/fortune -a -d /usr/share/cowsay ]; then
     dir='/usr/share/cowsay/cows/'
     file=`/bin/ls -1 "$dir" | sort --random-sort | head -1`
     cow=$(echo "$file" | sed -e "s/\.cow//")
     /usr/games/fortune quiz wusstensie | /usr/games/cowsay -f $cow
fi

von nun werden beim Einloggen automatisch Sprüche wie bei Linux Mint ausgegeben…

Cowsay mit Fortunes im Terminal

Cowsay mit Fortunes im Terminal

Wer will, dass Cowsay automatisch bei jedem Benutzer des Systems ausgeführt wird, der muss die genannten Zeilen in die Datei /etc/bash.bashrc mit Root-Rechten eintragen. So wird die Änderung an der ~/.bashrc des Benutzers überflüssig und jeder Benutzers des Systems kommt in den “Genuss” der Sprüche.

Fortune biete eine ganze Reihe von Paketen mit Datenbanken, die noch zusätzlich installiert werden können. Von verschiedenen Sprachen, über beleidigende Ausdrücke bis hin zu SPAM Emails kann man vieles installieren. Eine Übersicht erhält man über…

$ apt-cache search fortunes
fortune-mod - Glückskekse
fortunes-min - Datenfile mit »fortune cookies«
[...]
fortunes-de - Deutsche Spruch-Dateien für fortune
fortunes-debian-hints - Debian-Tipps für Fortune
[...]
fortunes-off - Datendateien mit anstößigen Fortune-Cookies
[...]

Eine Übersicht der möglichen Begriffe erhält man anschließend über

$ fortune -f
100,00% de
     0,11% bahnhof
     1,63% sprueche
     0,58% sprichworte
     0,22% sicherheitshinweise
     0,25% quiz
     0,85% wusstensie
[...]

so dass man den Eintrag in der .bashrc noch an seine eigenen Wünsche anpassen kann. Die Zeile

[...]
     fortune quiz wusstensie | cowsay -f $cow
[...]

gibt beispielsweise eine Reihe von (Scherz-)Fragen und Witzen aus.


Comments

In der Blogparade von Ute und Roland geht es darum, warum man auf ein anderes Betriebssystem oder eine andere Distribution umgestiegen ist.

Auch ich wollte diese Gelegenheit nutzen und mal erzählen, wieso ich eigentlich umgestiegen bin und welche Erfahrungen ich bis jetzt sammeln konnte.

Die passenden Fragen dazu werden auch schon geliefert:

  • Habt ihr euch stark über andere Möglichkeiten informiert?
  • Was war schlussendlich der Grund für den Umstieg?
  • Was war vorher schöner, besser, schneller, toller?
  • Was ist jetzt besser, schneller, schöner, toller?
  • Bereut ihr euren Umstieg?
  • Würdet ihr Anderen diesen Umstieg empfehlen?

    Dann mal los :-)

    Habt ihr euch stark über andere Möglichkeiten informiert?

    Naja… Wenn ich heute so zurück denke eher weniger! Bevor ich auf Linux / Ubuntu umgestiegen bin, habe ich mit Vista gearbeitet. Kurz vor dem Wechsel habe ich Ubuntu immer öfters per Live CD gestartet und ausprobiert.

    Und als sich dann mein Vista verabschiedet hatte, wollte ich mal etwas neues ausprobieren. Und wieder ein Windows OS aufzusetzen war mir irgendwie zu öde :-) Also blieben noch ein Mac OS und Linux…

    Doch da ich auf meinen PC angewiesen war und kein Mac OS zur Hand hatte, und ich immer noch eine Live CD von Ubuntu zur Hand hatte, habe ich dieses auch aufgesetzt.

    Was war schlussendlich der Grund für den Umstieg?

    Der Hauptgrund war eine wunderschöne Windowsmeldung beim Aufstarten,

    Fatal Error - Please insert Recovery Disk

    und meine Neugierde endlich mal wieder was neues auszuprobieren.

    Was war vorher schöner, besser, schneller, toller?

    Das einzige was ich vermisse ist Photoshop…Das kann man wohl zu toller zählen.

    Ich weiss, dass ich jetzt praktisch einen Krieg anzettle, aber bevor jetzt alle schreien – GIMP kann und wird Photoshop niemals ersezten :-)

    Ein bisschen vermisse ich auch noch die Hardwareunterstützung im Bezug auf Treiber etc. welche es halt hauptsächlich als erstes für Windows gibt. Das war schöner unter Windows… Aber wenn es dann mal läuft, läuft es genauso gut (oder besser :-) ) wie Windows!

    Was ist jetzt besser, schneller, schöner, toller?

    Besser und schöner ist das Design! An Ubuntu mag ich besonders die Wandlungsfähigkeit in Sachen Design, Frabe etc…

    Auch finde ich die virtuellen Desktops sehr praktisch. Klar gibt es Tools wie Dexpot für Windows, aber halt nicht von Haus aus…

    Schneller ist bei mir der ganze Bootvorgang. Meine Vista-Kiste habe ich mitlerweile gar nicht mehr runtergefahren, weil das Booten schlussendlich bereits mehrere Minuten dauerte!

    Toller oder besser konfortabler finde ich die Installationen per Paketserver. Auch dass man so seine gesamten (oder fast :-) ) Programme in einem File sichern und auf einem neuen System gleich wieder in einem Zug installieren kann.

    Besser finde ich auch das ganze Grundsystem von Linux. An Windows stört mich die Registry… Denn dadurch kann man nicht einfach den Ordner eines Programmes kopieren und hat alle Einstellungen! Da unter Linux alle benutzerdefinierten Einstellungen in Files abgespeichert werden, kann man nur den gesamten Ordner kopieren, am anderen Ort wieder einfügen und alles ist wieder so wie vorher.

    Bereut ihr euren Umstieg?

    Nein, auf keinen Fall. Die zahlreichen Vorteile überwiegen ganz klar die wenigen Nachteile :-)

    Würdet ihr Anderen diesen Umstieg empfehlen?

    Sofort! Jedem der sich ein bisschen mit seinem PC auskennt, etwas Zeit investieren will und nicht das einfachste sondern das beste OS will :-)

    Nur mal so. Um die schnellsten Repository Server zu finden, genügt

    apt-spy   -d lenny  -a Europe  -o apt-spy.lst Damit grast man die europäischen Server ab, der beste landet in der Output datei. Es ist nicht immer der Server um die Ecke ;-) Wenn man die so gewonnenen Ergebnisse in seine sources.lst packt, gehts meist flotter als vorher. apt-spy hat noch mehr Optionen, am besten selber mal gucken.

    Ich kenne das Programm schon sehr lange, damals war es nicht in der Lage nur eine Region zu überprüfen
    und war damit etwas nervig, wenn es die Server der Welt abgraste. Aber jetzt ist es recht flott.

    Roland ruft zur Blogparade Betriebssystem- oder Distributionsumstieg, die natürlich auch bei Blog-Parade.de zu finden ist.

    Ein paar Ideen habe ich schon in meinem Brief an einen Windowsnutzer und Warum Ubuntu? verarbeitet.

    Wer mich kennt oder Teile meiner Arbeit für die Community oder im Web (Podcast oder Blog) verfolgt, weiss, dass ich ein Freund von Open Source und von offenen Standards bin, dazu kommt, dass ich den Gedanken, Wissen zu teilen und damit weiterzugeben sehr mag und daraus resultierend denke, dass niemand benachteiligt werden sollte, weil die Kosten, um an Wissen zu kommen - sei es durch fehlende moderne Hardware oder zu hohe Lizenzgebühren oder durch andere Hemnisse - nicht aufgebracht werden können.

    Wenn ich das einmal als Grundlage für die Betriebssystem-Wahl nehme, kommen für mich nur Linux-Distributionen, BSD-Varianten und OpenSolaris in Frage. Derzeit stehe ich nicht vor der Entscheidung, zu wechseln, aber ich informiere mich regelmässig über Fortschritte. Mir geht es hier um meinen privaten Rechner zu Hause, bei Servern im Büro würden andere Kriterien eine Rolle spielen.

    Ich betreibe das Betriebssystem auf meinem Rechner allerdings nicht als Selbstzweck, sondern um Aufgaben zu lösen. Zu den Aufgaben zählt E-Mail-Schreiben genauso wie im Web surfen, ein bisschen Textverarbeitung und Tabellenkalkulation gehört auch dazu.

    Eine Randbedingung ist ausserdem, dass ich nicht unendlich Zeit zur Verfügung (und auch nicht die Geduld) habe, um ein System zu Fuss zusammenzubauen. Das spricht aus meiner Sicht beispielsweise gegen Linux from scratch oder Gentoo, beide Distributionen sind aber nahezu perfekt, um Linux komplett zu lernen.

    OpenSolaris spricht mit meinem WLAN kein WPA2 und die BSD-Varianten unterstützen meine Hardware nicht komplett.

    Der Linux Distribution Chooser rät mir (mit jeweils 100% Übereinstimmung) zu Mandriva, Fedora, Linux Mint, Debian, Ubuntu und openSUSE.

    Zu meiner Geschichte: Die Reise fing mit SUSE Linux 5.x an und führte mich über Debian zu Ubuntu. Es gab einen Punkt, an dem mich SUSE Linux mehr geärgert hat als dass es mir Spass machte. Debian war toll, allerdings musste man um halbwegs aktuelle Software zu haben den testing-Zweig benutzen und da durfte ich bei jedem Kernelupdate einige Treiber neu compilieren, was mir sehr auf die Nerven ging und als dann der Sound auch nicht mehr ging, hatte ich die Schnauze voll. Dazu kommt, dass ich sowohl das Klima auf den Mailinglisten bescheiden fand als auch die Politik, die dort getrieben wurde.

    Letztendlich habe ich mich für Ubuntu entschieden und würde es wieder tun.

    Es vereint das perfekte Debian-Paketformat (ja, von den Schwächen weiss ich auch ... versucht mal zwei Webserver auf der gleichen Maschine zu installieren ...) mit der einer hervorragenden Community. Die Philosophie hinter Ubuntu deckt sich mit meinen weiter oben angesprochenen Idealen. Ja, Ubuntu ist nicht perfekt, aber es kommt dem am nächsten, was ich haben möchte.

    13. Juni 2009

    Wieder ein paar interessante Links aus den vergangenen Tagen.

    Bei KDE ist man nicht gerade erfreut über die Gestaltung einiger Default KDE-Desktop der verschiendenen Distributionen. Helfen soll die Entwicklung eines Branding, welches die jeweiligen Umgebungen deutlich als KDE erkennen läßt und den Distributionen dennoch Raum läßt um auch ihr Branding unterzubringen. Mehr dazu bei Aaron Seigo.

    Ungefähr 70 teilweise wirklich sehr schicke Wallpaper mit Firefox-Motiven hat Udit Sharma zusammengetragen. Und wenn wir gerade bei Firefox sind. Build your own Browser heißt ein Programm, mit welchem die Verbreitung von Firefox als Standardbrowser auf den Desktops von Unternehmen gefördert werden soll. Mike Beltzner beschreibt in einer Pressemitteilung die Möglichkeiten. So sollen unter anderem Bookmarks auf Firmenportale etc. voreinstellbar sein, aber auch die Optik ist mit dem Personas-Programm anpassbar. Das Programm wird kurz nach dem Erscheinen von Firefox 3.5 starten.

    Das allein mit Applikation-Stores kein Geld zu verdienen ist hat Mandriva vorgemacht, die einen weiteren Partner mittlerweile verloren haben. Während Mandriva sich verstärkt nun mit Support und ähnlichem versucht Geld zu verdienen. Versuchen die anderen Distributoren ihre Verdienstmöglichkeiten damit aufzubessern. Erst munkelt man, das Ubuntus zukünftiger Paketmanager AppCenter wohl deratiges unterstützen wird nun hört man auch noch aus dem Hause Novell von Planungen eines Open-Source Apps Store.

    Bei RecordMyDesktop kann es offenbar zu Leistungseinbusen kommen.

    Zumindest, wenn man unter Ubuntu Jaunty die MIT-Shm Erweiterung zu deaktivieren gedenkt. Dies ist nicht empfehlenswert – es drohen nämlich enorme Leistungseinbusen. Alle Mann in Deckung!
    Leistungseinbusen bei RecordMyDesktop?
    Achtung! Starke Leistungseinbusen bei RecordMyDesktop!

    Wer das nicht will, der sollte auf keinen Fall bei  „MIT-Shm Erweiterung“ das Häkchen falsch setzen.


    Jetzt bin ich doch wieder zu Gnome zurückgewechselt, das hat aber mehr mit persönlichen Vorlieben als mit gewichtigen Gründen zu tun. Wie schon in meinem kurzen Zwischenfazit erwähnt, gefällt mir die Integration der Anwendungen in KDE wesentlich besser als bei Gnome.

    Letztendlich kann ich meine Arbeit mit jedem System tun, aber einige Sachen gingen mir bei KDE schon auf den Wecker:

    Die Integration in Ubuntu wirkt irgendwie halbherzig, was dazu führt, dass die Übersetzung nicht komplett ist und manche Menüs (oder auch ganze Programme) in Englisch, andere in Deutsch und manche gemischt erscheinen.

    Mir ist bei KDE zu viel "Firlefanz" dabei, den ich nicht brauchen kann. Viel davon lenkt mich von meiner eigentlichen Arbeit und damit vom wesentlichen ab.

    Wie bereits geschrieben, das ist rein subjektiv und hat nichts mit der Qualität von KDE zu tun.

    Auch in diesem Jahr sucht Ubuntu wieder nach Beiträgen, für seinen Free Culture Showcase. Gesucht sind Audio-, Video- oder Fotobeiträge. Die Beiträge müssen dabei bestimmte Größen vorweisen und natürlich die freien Formate wie Ogg-Vorbis oder Ogg-Theora verwenden. Für Grafiken geht PNG oder JPG. Die Audiobeiträge dürfen 1MB, die Videobeiträge 2,5MB und die Grafiken ein halbes MB groß sein. Natürlich müssen die Beiträge einer “freien” Lizenz unterliegen und zwar entweder der Creative Commons Attribution ShareAlike oder der Creative Commons Attribution License. Einsendeschluss ist der 16. Juli also nicht mehr allzu lange. Mehr findet man im UbuntuWiki oder bei Ubuntus Communitymanager Jono Bacon.

    Vim lässt sich selbstverständlich auch als Hexeditor nutzen. Dafür wird (normalerweise) gleichzeitig mit Vim das kleine Programm xxd installiert. Dieses sollte also auf jedem System zu finden sein, auf dem Vim installiert ist.

    Wenn man Binärdateien öffnet, sollte man die Option -b von Vim nutzen, was den Binärmodus anschaltet:

    vim -b datei.bin

    xxd kann nun mittels eines Filters auf die geöffnete Datei angewendet werden:

    :%!xxd

    Damit wird aus dem folgenden Inhalt

    Ein Test

    die Hex-Repräsentation

    00000000: 4569 6e20 5465 7374 0a                   Ein Test.

    Die Zahl vor dem Doppelpunkt ist das Offset des ersten Zeichens in der Zeile (in hexadezimaler Schreibweise), also das wievielte Zeichen es ist. Danach folgt die hexadezimale Repräsentation der Zeile bestehend aus (bis zu) 16 Bytes. Danach sieht man die ASCII-Repräsentation der Zeile.
    Nun kann man die hexadezimale Repräsentation beliebig ändern, wobei jedoch die ASCII-Repräsentation so bleibt, wie sie war. Sie wird nicht automatisch geändert.

    Wenn man mit der Bearbeitung fertig ist, kann man xxd mit der Option -r aufrufen um wieder zur normalen Ansicht zurück zu kehren:

    :%!xxd -r

    Für die xxd Kommandos kann man sich nun Mappings erstellen. Dafür fügt man die beiden folgenden Zeilen in die ~/.vimrc ein:

    map <leader>hex :%!xxd<CR>
    map <leader>nhex :%!xxd -r<CR>

    Nun kann man mittels \hex in den “Hexmodus” wechseln und mit \nhex wieder zurück. (Den Leader kann man z.B. mit der Zeile let mapleader="," auf , setzen, so dass man die Befehle mit ,hex und ,nhex aufrufen kann)

    Das Plugin hexman
    Das Bearbeiten von Dateien in der hexadezimalen Repräsentation wird durch das Plugin hexman erleichtert. Nachdem man die Datei hexman.vim ins Pluginverzeichnis (~/.vim/plugin) kopiert hat, kann man einfach folgende Befehle nutzen (Leader wird hier als \ angenommen):

    • \hm – wechselt zwischen Hexmodus und normalem Modus
    • TAB – bewegt den Cursor zum Anfang des nächsten ASCII Zeichens (da ein Zeichen ja aus 2 Hex-Ziffern besteht)
    • \hd – löscht das Zeichen unter dem Cursor
    • \hi – fügt ein ASCII-Zeichen vor dem Cursor ein
    • \hg – Springt zu einem Offset

    In der Statuszeile wird jeweils das aktuelle Offset (des Cursors) in dezimaler und hexadezimaler Schreibweise angezeigt. In der ASCII-Repräsentation wird die Spalte hervorgehoben, in der sich der Cursor in der Hex-Repräsentation befindet. Wenn man die Befehle des Plugins zum Ändern von Werten benutzt, wird die ASCII-Repräsentation automatisch aktualisiert, so dass sie immer mit den Hexadezimalwerten überein stimmt.

    Auch hier ist ein Mapping vorteilhaft, welches einem das Ändern eines Zeichens mittels \hc erlaubt:

    map <leader>hc <leader>hd <leader>hi

    video-display

    Wolltest Du auch schon mal deinen Computer Bildschirm drehen, weil ein Word Dokument nicht ganz auf eine Seite gepasst hat, und du dadurch endlos scrollen musstest? Das ist jetzt möglich, wenn Du einen TFT Bildschirm mit Pivot Unterstützung hast. Das ist eigentlich ganz nützlich, wenn du zum Beispiel ein E-Book mit einer relativ hohen Auflösung hast (z.B.: 120% oder mehr). Du musst also jetzt nicht mehr endlos lang scrollen, um auf die nächste Seite zu kommen.

    So nun aber zum Praktischem Teil: Die beste und meines Wissens einzige Möglichkeit die Pivot Funktion zu nützen unter Ubuntu zu nützen ist, du musst eine Nvidia Graphikkarte haben, und dazu leider den restriktiven Nvidia Grafiktreiber auf Ubuntu installieren.

    Nach dem Installieren des Grafiktreibers, musst du deine xorg.conf Datei öffnen (liegt unter /etc/X11) – aber vorsicht, mach dir bitte zuerst eine Sicherheitskopie bevor du IRGENDETWAS an deinem xorg.conf File änderst. Sicher ist sicher ;)
    Wenn Du zum Beispiel einen Editor wie Kate verwendest, dann wird das automatisch schon für dich angelegt, weil Kate automatisch eine Sicherheitskopie des alten Zustands für dich erstellt, sobald du auf Speichern klickst. Du musst daher kate im Administratormodus starten, also sudo kate /etc/X11/xorg.conf

    Nun zur xorg.conf Datei.

    Dort gibt’s einen Abschnitt der “screen” heißt – du musst folgendes in diesem Abschnitt hinzufügen:

    Option “RandRRotation” “yes”

    Hier ein kurzes Beispiel, wie meine xorg.conf Datei aussieht:

        Section “Screen”
        Identifier “Default Screen”
        Device “nVidia Corporation C51PV [GeForce 6150]“
        Monitor “Standardbildschirm”
        Option “RandRRotation” “yes”
        Defaultdepth 24
        EndSection

    Nachdem Du mit dem Editieren deiner xorg.conf Datei fertig bist, speichere sie ab und danach starte deinen X-server neu in dem du Strg+Alt+Rücktaste drückst (!!!!!!! nicht Strg+Alt+Entf !!!!!!!!!!!!!!!!!!!)

    Wenn Du keine Probleme mit dem neustarten des X-Servers hattest, dann kannst du entweder in einem Terminal die folgenden Befehle ausführen um deinen Bildschirm zu rotieren.

    # rotiert deinen Bildschirm nach Links:
        xrandr -o left
     
    # rotiert deinen Bildschirm zurück in den Normalzustand:
        xrandr -o normal
     
    # rotiert deinen Bildschirm nach Rechts:
        xrandr -o right

    Die zweite Möglichkeit, wenn Du KDE als Desktop Umgebung verwendest, ist in die Systemeinstellungen zu gehen, dann auf Monitor & Anzeige, und dann gibt es eine Box auf der linken Seite, die “Monitor Ausrichtung” heißt, dort steht, normal, linke Seite oben, rechte Seite oben oder auf den Kopf gestellt.

    Du kannst natürlich selbst entscheiden, welche Möglichkeit du wählst, und sei auch nicht skeptisch, wenn plötzlich ein schwarzer Balken auf deinem Bilschirm ist, starte einfach den X-Server neu (mit Strg+Alt+Rücktaste) und es sollte problemlos funktionieren.

    Viel Spaß mit der Pivot Funktion!

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    Da ich ja seit einiger Zeit nicht mehr in die Schule muss (Abi beendet), habe ich die Zeit, die ich sonst immer in der Schule absitzen musste genutzt um meinen Distributionshorizont mal zu erweitern. Meine Wahl fiel dabei auf Arch-Linux, eine Distribution die sich ja sehr deutlich von Ubuntu unterscheidet.

    Installation

    Die Installation ging mithilfe der Anleitung im Arch-Wiki eigentlich recht gut vonstatten, man darf nur keine Angst vor ungrafischen Installern haben. Bei der Installation lernt man vieles über Linux, was man mit Ubuntu nicht so lernt, weil es der Ubuntu-Installer einen abnimmt. Zum Beispiel lernt man die Daemons kennen und ich kann jetzt eine WPA-Wlanverbindung ohne grafische Oberfläche aufbauen (naja, das ist wohl eher in der Kategorie unnützes Wissen, aber was solls). Nach der Installation des X-Servers und von Fluxbox hatte ich das erste mal etwas grafisches. Nachdem ich alle drei für meine Grafikkarte verfügbaren Treiber ausprobiert habe (mesa, radeon, fglrx), und munter die Desktopumgebungen die es so gibt durchprobierte, landete ich wieder bei meinem favorisierten GNOME.

    Bis dann alles richtig lief war zwar einige Anpassungsarbeit nötig, welche aber mithilfe des Arch-Wikis relativ einfach zu bewältigen war, man darf nur nicht überall grafische Einstellungsmöglichkeiten erwarten, vieles muss über die Shell und über die vielen Konfigurationsdateien gemacht werden. Das einzige was jetzt noch fehlt ist ein Bootscreen, da werd ich mir wohl in den nächsten Tagen mal Plymouth kompilieren müssen.

    Benutzung

    Wenn man Arch ersteinmal richtig installiert hat, unterscheidet es sich in der Benutzung kaum noch von Ubuntu. Es gibt genauso Compiz wie auch ein komplettes Gnome. Der einzige Unterschied ist, dass es keine grafische Paketverwaltung gibt. Die Paketverwaltung, Pacman, ist nur für die Shell und das grafische Frontend Shaman ist in Qt geschrieben, sieht also unter Gnome hässlich aus, und hat auch noch nicht alle Funktionen wie Pacman. Dies stört mich eher weniger, da ich unter Ubuntu auch hauptsächlich apt-get und nicht Synaptic benutze.

    Arch mit Pacman

    Arch Linux mit Pacman

    Was aber positiv auffällt, ist dass das WLAN einwandfrei, ohne Geschwindigkeitseinbußen und Aussetzer funktioniert, was unter Jaunty noch nicht der Fall war. Auch die Grafik läuft super. Endlich kann man OpenGL-Anwendungen wie Spiele oder Videos und Compiz gleichzeitig ohne Flackern nutzen. Soetwas ging unter Ubuntu noch nie mit meiner ATI-Grafikkarte. Dies liegt allerdings eher daran, dass Arch schon den neuen Catalyst 9.5 nutzt, während Ubuntu noch den, meiner Ansicht nach, grottigen Catalyst 9.4 nutzt. Aber das ist ja der Vorteil einer Rolling-Release-Distri: Man kriegt immer das neuste vom neusten, was auch nach hinten losgehen kann.

    Vergleich Arch-Ubuntu

    Arch und Ubuntu zu vergleichen ist eigentlich recht schwierig, da beide komplett verschieden sind und auch gänzlich unterschiedliche Zielgruppen haben. Ubuntu soll leicht zu installieren und leicht zu bedienen sein, was es auch wunderbar hinkriegt: Die Ubuntu-Live-Installation ist wirklich kinderleicht und selbst die Alternate-Installation ist nichts im Vergleich zur Arch Installation. Die Arch-Installation ist vergleichsweise schwierig, dafür aber sehr stark anpassbar. Es wird wirklich nur das installiert, was man will, weshalb auch der Speicherbedarf weitaus geringer ist. Allerdings verbringt man schon einige Zeit mit nachinstallieren selten benutzter Programme.

    Arch mit Glest und Video

    Arch mit Glest und Video

    Die Softwareauswahl von Ubuntu ist auch kaum zu übertreffen (Außer von Debian natürlich), allerdings sind in den Arch-Repositorys alle wichtigen Programme und auch einige, die ich im Ubuntu-Repository vermisse (die Libdvdcss oder Truecrypt beispielsweise)

    Ubuntu hat natürlich den Vorteil der gigantisch vielen PPAs, die für nahezu jeden Zweck einfach zu installierende Software bereitstellen. Als Äquivalent gibts dazu das Arch-User-Repository. Dies ist eine Art PPA für Arme ;) . Dort kann jeder seine Software hineinstellen, allerdins nur eine Datei, in der der Bezugsort des Quelltextes und die Kompilierbefehle stehen. Diese kann man dann ausführen und man bekommt ein fertiges Arch-Paket erstellt. Dieses kann man dann ganz einfach mit Pacman installieren und auch wieder deinstallieren. So gibt es auch für Arch genügend Fremdquellen, aus denen man sich die Software holen kann.

    Was die Geschwindigkeit anbetrifft. Hier sind Arch und Ubuntu nahezu gleichwertig. Vor allem seit Jaunty bootet Ubuntu ja auch sehr schnell.

    Ein großer Unterschied zwischen Arch und Ubuntu ist auch die Versionspolitik: Von Ubuntu gibt es alle halbe Jahr ein Release, an dem dann nur noch Sicherheitsupdates reingenommen werden, aber keine neuen Versionen, von Arch gibt es keine Releases, Arch ist eine Rolling-Release-Distribution, d.h.: Wenn es von einer Software, auch vom Kernel, eine neue Version gibt, wird die in Arch als Update eingespielt. Dies bringt natürlich eine wesentlich höhere Aktualität, geht aber bisweilen auch auf lasten der Stabilität.

    Fazit

    Alles in Allen kann man Arch und Ubuntu nur schwer wertend vergleichen, beide haben unterschiedliche Ziele, was ja das tolle an Open-Source-Software ist. Arch ist eher für die, die gerne ein bisschen basteln oder für welche die immer die neuste Software haben wollen (Ich ;) ). Für Arch-Linux sollte man schon eher fortgeschrittenere Linux-Kenntnisse haben, da es nicht immer ganz einfach ist und nicht überall grafische Einstellungsmöglichkeiten vorhanden sind. Ubuntu hingegen ist sehr einfach zu bedienen, auch immer relativ aktuell und durch PPAs auch belibig erweiterbar. Im Endeffekt ist es jedem Selbst überlassen was er nutzt, beides hat seine Vor- und Nachteile. Ich werd wohl in nächster Zeit mal bei meinem Dual- (bzw Triple-)Boot bleiben und alles mal paralell benutzen.

    Gruß Jonas