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2021 Woche 44

6. November 2021

Ich habe Bilder von meiner Speicherkarte auf das Notebook kopiert als ich an den Speicherkarten-Adapter gekommen bin und wohl durch einen Wackelkontakt die Karte direkt verschwunden war. Da das Dateisystem nicht sauber ausgehängt wurde habe ich mich entschlossen die Speicherkarte auf Fehler im Dateisystem zu prüfen.

Es gibt zwei Möglichkeiten. Die erste führt über die grafische Oberfläche und ist die komfortable Variante. Allerdings habe ich schon gesehen das es auch hier zu kryptischen Fehlermeldungen kommen kann. Daher bevorzuge ich die klassische Variante über die Shell.

Die grafische Möglichkeit läuft über die Funktion “Laufwerke”, hier wählt man auf der linken Seite erstmal den USB-Stick oder die SD-Karte aus und dann nachdem man auf die betreffende Partition geklickt hat nutzt man die zwei Zahnräder. Hier kann man die Grösse ändern, die Partition prüfen und reparieren.

Die Zweite (und von mir bevorzuge) Variate führt über die Shell. Hier kann ich den USB-Stick oder Speicherkarte mittels fsck.fat prüfen und reparieren. Zunächst einmal muss man herausfinden wie die genaue Adresse lautet. Hier gebe ich mit einem root Account einfach den “mount” Befehl ein. Ein nachträglich angeschlossener USB-Stick wird dann im Verzeichnis /media/Username/ eingebunden. Bei mir lautet die Ausgabe so:
/dev/sda1 on /media/andre/F009-64A5
Hier sehe ich auch das die Hardware-Adresse /dev/sda1 ist.
Die Überprüfung starte ich dann mit folgenden Befehl:
fsck.fat /dev/sda1
Wenn Unstimmigkeiten gefunden werden fragt das Programm vor jeden Reparaturschritte nach.

Welche Variante man bevorzugt ist erstmal eine Geschmackssache. Die grafische Methode ist sehr gut in Ubuntu integriert und ermöglicht einen eine Speicherkarte zu prüfen ohne die grafische Oberfläche zu verlassen. Der Weg über die Shell steht dagegen immer zur Verfügung, und auch wenn sie unkomfortabler erscheint. Selbst ohne grafische Oberfläche, auf einem Rettungssystem oder vollkommen anderen Linux System kommt man damit zum Erfolg.

Diese Woche haben Bund und Länder mal wieder den Lieblingsfetisch der Open Source Community bedient. Open Source im Staatseinsatz – von vielen gleich auf „Linux löst Windows ab“ und den Vergleich mit LiMux heruntergebrochen. Werfen wir doch mal einen Blick auf die Fakten anstelle immer die gleichen Phrasen zu bedienen.

Das Thema schwappte einer Welle gleich durch die nennenswerten IT-Medien. Golem und Heise waren ebenso dabei wie die reichweitenstarke Community-Plattformen linuxnews und GNULinux.ch. Dazu kommen noch ein paar Blogposts, bei denen ich vor allem den Beitrag auf kaffeeringe hervorheben möchte, weil er eine etwas andere inhaltliche Stoßrichtung hat.

Die Fokussierung der Open Source Community auf den Staatseinsatz von Open Source ist wirklich putzig. Man befasst sich doch auch nicht mit den Softwarelösungen von Volkswagen, der Lufthansa oder ThyssenKrupp. Glaubt man hier mehr mitreden zu dürfen, weil es letztlich Steuergeld ist? Wie dem auch sei, werfen wir zur Abwechslung doch mal einen Blick auf die Fakten.

Einordnung

Erst mal kann man getrost annehmen, dass kaum jemand das Papier wirklich gelesen hat. Ansonsten wäre ihnen der Titel „Gemeinsame Absichtserklärung“ aufgefallen. Das ist in etwa so verbindlich, wie das 1,5 Grad-Ziel der letzten Bundesregierung für die Klimapolitik verbindlich war. Absichten kann man viele haben. Zudem ist das Papier gespickt mit Buzzwords, enthält erstaunlich wenig Fakten und noch weniger Festlegungen. Nach der Lektüre bin ich mir nicht mal sicher, ob dieser souveräne Arbeitsplatz wirklich ausschließlich Open Source sein soll.

Stand jetzt bleibt es dabei, dass nur Schleswig-Holstein eine wirkliche Open Source-Strategie verfolgt und hier auch klare Meilensteine gesetzt hat. Nehmen wir also der Einfachheit mal an, dass diese Strategie indirekt das Vorbild ist und die Absichtserklärung in eine ähnliche Richtung deutet (Anmerkung: Muss man aber nicht so lesen! Werden andere nicht so lesen! Kann eine andere Regierung anders lesen!)

Schauen wir uns mal ein paar Fakten zu den Vorhaben an.

Digitale Souveränität – Nationalismus des 21. Jahrhunderts

Digitale Souveränität ist eines dieser schrecklichen Buzzwords. Es hört sich modern an, ist aber nichts anderes als dumpfer Nationalismus. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hätte man wohl äquivalent von Autarkie bei der Rohstoff- und Lebensmittelversorgung gesprochen. Gemeint es ist das Gleiche: Unabhängigkeit von ausländischen Mächten. Anmerkung vorweg: Hat früher nicht geklappt, wird heute nicht klappen.

Dahinter stecken letztlich eine gehörige Portion dumpfe Verschwörungserzählung. In einem Großkonflikt mit den USA, klemmt Microsoft unser Windows ab, Google und Amazon drehen die Cloud zu und Deutschland wird in die Steinzeit zurück katapultiert. Das glaubt kein Politiker oder leitender Ministerialbeamter wirklich, aber irgendwie hat es die Open Source Community geschafft, mit Lobbyismus die Idee salonfähig zu machen und Politiker sagen und schreiben halt, was auf Zustimmung stößt. Microsoft wählt schließlich in Deutschland nicht und außerhalb von München profitiert auch kaum jemand von dem Konzern.

Dabei verkennt das Vorhaben komplett die Realität und wie Sanktionen der USA funktionieren. Es gibt keine geheime Backdoor mit der man Windows lahmlegt. Stattdessen verbieten die USA den Export und Geschäft mit Staaten und Firmen. Das konnte man gut am Beispiel Iran, China/Huawei oder auch Nord Stream 2 in den letzten Jahren beobachten. Weil die Sanktionen oft schwammig formuliert sind und viele Firmen Angst vor einer Strafe haben, kooperieren sie im vorauseilenden Gehorsam nicht mehr mit den sanktionierten Staaten oder Firmen.

Die Open Source Community glaubt ja gerne, ihre Software wäre irgendwie gut, international und unabhängig, aber das ist Quark. Alle Entwickler sitzen in irgendwelchen Staaten, alle Firmen haben ihren Firmensitz in irgendwelchen Staaten und alle Marken sind irgendwo gemeldet. Ich hatte das im Kontext von Fedora schon mal thematisiert. Bei einem Großkonflikt schützt einen auch der Gebrauch von Linux nicht. Und da haben wir noch gar nicht über die proprietären Treiber bzw. Firmware-Blobs gesprochen, die man faktisch für viele Funktionen benötigt. Der deutsche souveräne Linux-Desktop wäre ebenso funktionsunfähig bzw. von der Weiterentwicklung abgehängt wie jedes proprietäre Äquivalent.

Digitale Souveränität ist eine Fata Morgana und wenn man sie als das bezeichnen würde, was sie wirklich ist – nämlich purer Nationalismus – wäre sie auch deutlich weniger populär.

Fortschritt in der Digitalisierung

Deutschland hat ein Problem mit der Digitalisierung seiner Strukturen. Das wissen wir nun spätestens seit der Pandemie. Kann eine Open Source-Strategie hier helfen? Nein!

Zuerst muss man hier natürlich differenzieren. Bei neu ausgeschriebenen Projekten oder neuen Software-Lösungen kann man eine Open Source-Strategie fahren. Wie das gut klappen kann, sieht man bei der Corona Warn App und wie es scheitert bei Luca. Das gilt auch für neue Sachen wie die Bundescloud. Es spricht nichts dagegen neue Lösungen gleich als Open Source umzusetzen und wird ja auch bereits vielfach praktiziert.

Anders sieht das bei der Umstellung von Bestandslösungen aus. Hier ist man beim Lieblingsfetisch der Open Source Community: Linux für die Verwaltung. Hier gibt es bestehende Lösungen, die migriert werden sollen. Denn angeblich ist der Linux-Desktop ja besser als ein Microsoft-Arbeitsplatz, bietet gleichwertige Funktionen und alle sollen von den Segnungen freier Software profitieren.

Der Vorteil für die Digitalisierung des Staates, also letztlich den Bürger, ist nicht vorhanden. Es gibt keine Verbesserung, sondern bestenfalls merkt er nichts von der Migration. Faktisch wird es vermutlich sogar Probleme geben, weil Linux, LibreOffice & Co eben nicht überall einfach Funktionsparität bieten. Migrationen ohne Probleme existieren nur in der Fantasie ahnungsloser Amateure.

Die Projektgruppen, IT-Mitarbeiter und Verwaltungsmitarbeiter, die mit dem Vorhaben beschäftigt sind, benötigen aber Arbeitszeit. Denn eine Migration passiert nicht so eben nebenbei. Diese Arbeitszeit können sie nicht in andere Vorhaben stecken, z. B. in das wirkliche Voranbringen der Digitalisierung.

Eine Umstellung auf Open Source ist also nicht geeignet, um die Digitalisierung voranzubringen. Kurz- bis mittelfristig ist sie vermutlich sogar kontraproduktiv.

Kosten – Ein Dauerbrenner

Irgendjemand kommt bei dem Thema immer mit den Kosten. Schließlich geht es um Steuergeld. Microsoft und Anbieter proprietärer Softwarelösungen allgemein sind hier im Nachteil, weil Lizenzen einen klar bezifferbaren Betrag kosten und diese Summen meistens in irgendwelchen Aufstellungen auftauchen.

Open Source ist aber nicht umsonst. Zu dem Thema hatte ich mich hier bereits geäußert. Entweder baut die öffentliche Hand massiv ihre IT-Abteilungen aus, was Geld kostet, oder beauftragt sehr viele Dienstleister, was ebenfalls Geld kostet.

Aber mit Open Source fließt das Ergebnis wenigstens an die Gemeinschaft zurück, so oder so ähnlich klingt es bei Kampagnen wie Public Money Public Code. Dahinter steht diese irrsinnige Geringschätzung gegenüber der öffentlichen Verwaltung, die in Deutschland und vielen anderen Ländern so verbreitet ist. Frei nach dem Motto: Was verwenden die schon – ein bisschen Desktop, ein bisschen Office – die Verbesserungen können doch alle brauchen. Die meisten Anwendungen sind aber Fachanwendungen, die der großen Mehrheit gar nichts bringen und vermutlich noch nicht mal anderen Verwaltungen. Der Mehrwert wäre also überschaubar.

Kurzum: Mir ist keine seriöse Studie bekannt, die belegt, dass ein Umstieg auf Open Source effektiv Geld spart. Bestenfalls ist man kostenneutral unterwegs, schlimmstenfalls muss man sogar mehr Mittel investieren.

Datenschutz

Microsoft bzw. Windows haben in den letzten Jahren nicht gerade einen Preis für Datenschutzes verdient – das ist unbestritten. Ob man Windows überhaupt Datenschutz-konform einsetzen kann, ist ist nicht so ganz klar und hängt massiv von der Konfiguration und verwendeten Version ab.

Unstrittig dürfte sein, dass ein „souveräner Arbeitsplatz“, also ein Linux-System mit viel freier Software, hier besser aufgestellt sein dürfte.

Der Arbeitsplatz alleine ist es nur eben nicht. Ein souveräner Arbeitsplatz bei der deutschen Polizei, die dann Daten in die Amazon-Cloud speichert, bringt für den Datenschutz gar nichts.

Datenschutz ist also eine ganzheitliche Angelegenheit und hängt mitnichten nur vom Desktop-Betriebssystem ab, wie manche gerne glauben machen wollen. Das Desktop-Betriebssystem ist hier nur ein Baustein und vermutlich nicht mal der wichtigste.

Zusammengefasst

Der Staat wechselt auf Open Source? Kann er gerne tun. Ich bin gar nicht dagegen, denn es gibt sinnlosere Projekte. Aber wird dadurch irgendetwas besser oder irgendwelche Probleme beseitigt. Macht Deutschland dann einen Quantensprung in der Digitalisierung, halbiert seine Kosten und der Staat funktioniert endlich perfekt? Nein, eigentlich nicht. Und hier sollte man keine falschen Erwartungen wider besseren Wissens wecken.

Im Grunde genommen wird damit nur eine Forderung der verschränkten Open Source und Datenschutz-Community bedient, die nachhaltig dafür wirbt. Ihre Ziele sind bei Licht betrachtet vielleicht gar nicht so schön wie die modernen Buzzwords suggeriern und viele Ziel lassen sich mit der Migration auch gar nicht erreichen.

Letztlich ist das ganze Thema deshalb so ein Fetisch der FOSS-Community, weil sie hofft, damit mittelfristig ihr Freibier-Problem lösen zu können. Freie Software ist eben für die meisten Anwender doch nur so frei wie Freibier. Alles was nicht Relevant für die Wirtschaft ist – und das ist alles außer der Server-Part – siecht deshalb unterfinanziert vor sich hin. Hier hofft man nun mittelbar auf die helfende Hand des Staates, indem er groß in die Entwicklung einsteigt oder diese über Dienstleister voranbringt.

Nur ist dieser dafür nicht da.

Der Artikel Bund und Länder schwenken auf Open Source? – Ein Blick auf die Fakten erschien zuerst auf [Mer]Curius

4. November 2021

Die MZLA Technologies Corporation verteilt mittlerweile das automatische Update von Thunderbird 78 auf Thunderbird 91.

Vor etwas mehr als zwei Monaten ist Thunderbird 91 erschienen. Thunderbird 91 bringt gegenüber Thunderbird 78 zahlreiche Neuerungen.

Wie immer wurden automatische Updates vom vorherigen Major-Update, in diesem Fall also Thunderbird 78, noch nicht umgehend verteilt. In der Zwischenzeit wurden mehrere Updates für Thunderbird 91 veröffentlicht. Nachdem die automatischen Updates von Thunderbird 78 auf Thunderbird 91 bereits seit kurzem für einen Teil der Nutzer aktiviert sind, findet mittlerweile die Ausrollung für alle Nutzer statt. Bestehende Nutzer sollten also, falls noch nicht geschehen, spätestens innerhalb der nächsten Tage das Update erhalten.

Der Beitrag Update von Thunderbird 78 auf Thunderbird 91 wird verteilt erschien zuerst auf soeren-hentzschel.at.

Mozilla hat mit Firefox 94.0.1 ein Update außer der Reihe für seinen Desktop-Browser veröffentlicht. Dieses behebt ein Problem für Nutzer von Apple macOS 10.12.

Download Mozilla Firefox 94.0.1

Mit dem Update auf Firefox 94.0.1 behebt Mozilla ein Problem, welches ausschließlich Nutzer von Apple macOS Sierra (10.12) betrifft. Auf diesem Betriebssystem konnte es zu einem Einfrieren des Systems kommen, wenn ein Video im Vollbild betrachtet worden ist. Neuere Versionen von macOS oder andere Betriebssysteme waren von diesem Problem nicht betroffen.

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