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Mai 18, 2013

b43 Linux Treiber für HP Compaq 6715s (BCM4311-Chipsatz) installieren

Permalink daemonTutorials

Ich habe ein Update auf meinem HP-Laptop installiert und mein ndiswrapperwurde zerschossen. Nun habe ich auf der alten Kernel-Version gestartet und habe die Pakete b43-fwcutter und firmware-b43-installer vonhttp://packages.ubuntu.com heruntergeladen und rübergeschoben.
Mir stand kein Internet zu Verfügung also musste ich nach der Installation von b43-fwcutter die postinst-Datei aus dem firmware-b43-installer-Archiv öffnen und die Arbeitsschritte manuell mit einem auf dem Heimrechner heruntergeladenen Treiberarchiv durchführen. Das hat auch soweit funktioniert und das Entladen des ndiswrapper-Moduls und das Laden des b43-Moduls hat den Rest getan:

~$ sudo modprobe -r ndiswrapper
~$ sudo modprobe b43 

Mai 17, 2013

Google Earth in Raring

Permalink Intux

news-236Mit Ubuntu 12.10 kam erstmals eine Warnung vor der Installation von Google Earth und Google Chrome, welche auf eine schlechte Qualität dieser Pakete hinwies. Nach der Bestätigung dieses Popup-Fensters konnten aber Google Earth und Google Chrome problemlos installiert und genutzt werden.

In Raring Ringtail ist das etwas anders. Hier will man die Beiden Pakete wohl nicht dabei haben. Die Installation der aktuellen Variante von Google Earth klappte deshalb bei mir nicht auf Anhieb. Dazu hatte ich mir zuvor das .deb-Paket von Google herunter geladen. Ich konnte es weder über das Software-Center noch über das Terminal so installieren, so dass dieses lief.

Abhilfe schaffte hier das Herunterladen des .bin-Paketes und Erstellen eines .deb-Paketes mit anschließender Installation.

Dazu waren folgende Schritte notwendig:

sudo apt-get install lsb-core googleearth-package
cd && make-googleearth-package --force
sudo dpkg -i google*.deb
sudo apt-get -f install

Im Anschluss können *.bin und *.deb aus dem Home-Verzeichnis gelöscht werden.

Der einzige Wermutstropfen dabei ist aber, dass Google Earth dann in der älteren Version 6 läuft und nicht wie vielleicht gewünscht in der aktuellen Version 7.

Mai 16, 2013

Die Brainstormabschaffung ist eine Bankrotterklärung

Permalink onli blogging

Ubuntu Brainstorm war im Kerngedanke ein großartiges Projekt. Die Ideen all der Nutzer anzuzapfen, die täglich Ubuntu benutzen, und durch ein Wahlsystem die Ideen gefiltert an die Entwickler weiterzugeben, ist Participatory Design in Reinform. Es ist aber auch die kleine Form des PD, bei dem die Nutzer als Experten ihrer spezifischen Softwarenutzung gesehen werden, aber abgesehen von diesem ersten Input nicht weiter an der Ausgestaltung ihrer Idee beteiligt sind.

Ubuntu Brainstorm war eine faire Abmachung: Ihr Nutzer gebt uns Entwickler Ideen, und dafür kreisen wir Entwickler ab und an über diese Ideensammlung und implementieren manche der Ideen.

Jono Bacon tut nun so, als sei das untypisch für Open Source. Das funktionierende Modell sei, dass der Nutzer möglichst weit beteiligt ist, am besten selbst Mockups und Patches bereitstellt und so die Integration seiner Idee vorantreibt. In dem Artikel zur Brainstorm-Abschaltung schreibt Bacon auch klar, dass das alternative Modell bei Ubuntu nicht funktionierte. Die Ideen wurden von den Entwicklern ignoriert, und weil die Existenz des Brainstorms die soziale Erwartung hervorgerufen habe, dass die Ideen auch umgesetzt würden (wie überraschend), sei das für die Nutzer frustrierend und insgesamt schädlich gewesen. Er schreibt das so:

Some time ago the Technical Board took a work item to try to solve this problem by regularly curating the most popular items in brainstorm with a commentary around technical feasibility, but the members of the TB unfortunately didn’t have time to fulfill this. As such, brainstorm turned into a big list of random ideas, ranging from the sublime to the ridiculous, and largely ignored by the Ubuntu development process.

...

In other words, just because an idea is popular doesn’t necessarily mean it is interesting enough for a developer to want to implement it. Secondly, brainstorm started to garner an unrealistic social expectation that popular ideas would be automatically added to the TODO list of prominent Ubuntu developers, which was never the case.

Das dürfte auch stimmen, seine Schilderung unterschlägt allerdings, dass das Brainstorm-Tool genau für diese nun als unrealistisch bezeichnete Erwartung da war und genau so angekündigt wurde: Als Möglichkeit normaler Nutzer, ihre Ideen einzubringen, über sie abstimmen zu lassen und gute und machbare Ideen von Entwicklern umsetzen zu lassen. So stand das damals beispielsweise in der Ankündigung:

The development team can now take the pulse on the most pressing user issues and propose the ideas as topics at the Ubuntu Development Summits and ultimately as specifications. Ubuntu development is in turn driven by detailed specifications written up in the wiki and tracked as blueprints in Launchpad

Es ist kein Wunder, dass die Nutzung des Tools zurückging, wenn Ideen von den Entwicklern eben nicht aufgegriffen wurden.

Es gibt natürlich Projekte, die nach Bacons vermeintlichem Ideal funktionieren, und es gibt einige wenige Nutzer, die sich tatsächlich so einbringen können. Doch im Großen ist das illusorisch und absurd. Ein Nutzer mit einer guten Ideen muss in einem in meinen Augen idealen Projekt nicht wissen, wie sie umsetzbar ist, er muss ganz sicher keine Mockups designen, er muss nur einen Entwickler finden, der in der Idee Potential sieht und sie für umsetzbar hält. Und bereit ist, das dafür notwendige zu tun. Und genau für diesen ersten Schritt des Nutzers versprach Ubuntu Brainstorm Hilfe - das gleichzeitig auch noch mit verschiedenen Mitteln dabei helfen sollte, Ideen der Nutzer zu strukturieren und sie in eine spezifikationsähnliche Form zu bringen.

Es ist nun nicht so, dass es keine Projekte gibt, die tatsächlich so nutzergetrieben funktionieren. Serendipity z.B. wird seit Jahren so weiterentwickelt. Das Spamblock-Bayes-Plugin kam genau so zustande: Ein Nutzer schlug die Idee vor, kleinerChemiker baute ein entsprechendes Plugin, ich brachte es zum Laufen, vervollständigte es und pflege es seitdem gelegentlich. Und Serendipity ist keine Ausnahme mit diesem Entwicklungsmodell (bei dem natürlich auch die Entwickler eigene Ideen einbringen und eine Beziehung zu der Idee haben müssen), ich sehe so etwas immer wieder. Es ist ab einem gewissen Entwicklungsstadium meinem Eindruck nach eher die Norm als die Ausnahme, dass neue Features aus Nutzerideen entstehen.

Natürlich steht ein solches PD-Tool auch in einem größeren Zusammenhang: In einem Projekt, das ganz bewusst eben nicht PD betreibt, sondern im Großen nur die Ideen der Entwicklung und Projektleitung umsetzt, hat ein solches Tool keinen Wert. Ich sage das ohne Wertung, es geht nicht darum, was Unity, Mir oder Ubuntu Phone taugen. Es geht darum, dass diese Entwicklung des Ubuntu-Projekts nicht aus der Nutzerschaft kam, sondern von oben - und ohne jegliche Einflussmöglichkeit, sogar mit explizit geäußerter Nicht-Beeinflussbarkeit - festgelegt wurde.

Es ist also völlig richtig von Ubuntu, Brainstorm abzuschalten. Es ist etwas schade für mich, weil ich immer mal wieder darauf als Beispiel für PD verwies. Aber es ist für die Nutzer gut, wenn sie nicht länger getäuscht werden, sondern klar ist: Einfach eine gute Idee an die Entwickler weiterzugeben reicht nicht, um sie umsetzen zu lassen, muss vom Nutzer schon mehr kommen. Es heißt auch: Ubuntu hat keine Entwickler, die immer wieder auf den Brainstorm schauen und daraus Ideen umsetzen. Weder gibt es dafür Freiwillige, noch will Canoncial jemanden dafür bezahlen. Diese Art der Nutzerbeteiligung, diese Form von Participatory Design, wird nicht umgesetzt. Die Abmachung gilt nicht mehr.

Diesen Umstand muss man nicht gut finden.

Adobe Photoshop wird es nicht mehr zu "kaufen" geben

Permalink bejonet

Der Titel klingt zunächst irreführend, ist im Prinzip aber wahr: Das sehr verbreitete Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photoshop wird bald nicht mehr als Vollversion zu kaufen sein. Es wird in die Creative Cloud eingegliedert, die man sich fortan nurnoch "mieten" kann.

Es wird noch weiterhin Verkäufe der Creative Suite 6 (aktuelle Version seit Mai 2012) geben, diese werden aber nicht mehr mit Updates versorgt. Als Nachfolger wird es dann nur die Cloud-Dienste geben, die man sich zu gewissen Konditionen mieten kann.

Die kommenden Versionen werden laut Computerbild weiterhin auf dem PC installiert, die Einstellungen und Daten werden in der Cloud gespeichert. Alle 30 Tage auf ein gültiges Abo überprüft. Es handelt sich also nicht um eine Software as a service, sondern „nur“ um eine Software mit Onlinespeicher.

adobe_cloudDas klingt als erstes wirklich erstaunlich, da nun das erste wirklich massenhaft verbreitete Programm ausschließlich in die Cloud gelegt wird. Bisher ist man diesem Prinzip nur bei manchen Spielen begegnet oder für kleinere (wie z.B. Officeanwendungen), die man bequem im Browser bedienen kann.

In meinen Augen gibt es für die Anwender und für Adobe gewisse Vor- und Nachteile. Sehen wir uns zunächst die Umstellung für Adobe an.

Aus Sicht von Adobe

Das neue Bezahlmodell soll besser gegen Raubkopierer schützen. Durch die regelmäßige Kontrolle auf ein bezahltes Abo wird es wohl schwerer fallen, die Vollversion über schwarze Kanäle zu bekommen. Die Key-Generator, die online so kursieren, basieren ja auf dem Algorithmus, den die Software zum Überprüfen der Gültigkeit des Keys benutzt. Für Hacker ist es bei Software für die Cloud aber schwieriger, diesen Algorithmus herauszufinden.

Der größere Vorteil für Adobe sind die stetigen Einnahmen aus den Abos. Bisher war es wohl so, dass kurz nach Erscheinen einer neuen Creative Suite die Verkaufszahlen und damit die Einnahmen kräftig anstiegen, während sie daraufhin stetig fielen.

Durch den Cloud-Service haben die Entwickler größeren Einblick in das Verhalten der Nutzer. Wie oft nutzen sie das Programm, welche Einstellungen nehmen sie vor (oder behalten sie die Standardeinstellungen).

Ich kenne die genauen Pläne von Adobe natürlich nicht. Ich gehe nicht davon aus, dass die neuen Pläne eine Kampfansage gegen Open-Source Alternativen ist, ihre Marktmacht könnten sie mit Cloud-Diensten aber stark erweitern. Sie können für die Anwender einen Mehrwert aus der Cloud generieren. Das wären dann Dinge, gegen die Open-Source-Software dann wahrscheinlich nicht mehr ankommen kann, da hier die Einnahmen aus den Abos fehlen. Folgende Szenarien für einen sinnvollen Einsatz der Cloud wären möglich:

  • Neue Features und Versionen können „on the fly“ installiert werden. Statt die großen Umstellungen von komplett neuen Versionen zu haben, kämen die Neuerungen Stück für Stück. Da Adobe aber (noch?) kein SaaS plant, fällt dieser Vorteil erstmal weg (abgesehen von ständig neuen Updates)
  • In der Cloud könnten die Einstellungen des Programms gespeichert werden, dazu gehören auch persönliche Pinsel und Paletten und so weiter.
  • Aktuelle Projekte könnten im Onlinespeicher abgelegt werden, wodurch man von mehreren PCs darauf zugreifen kann, ohne ständig einen USB-Stick mit sich herum tragen zu müssen.
  • Kollaboratives Arbeiten mit Freunden und Kollegen wäre vereinfacht: mehrere Leute arbeiten gleichzeitig an einem Projekt.

Mozilla hat für ihren Open-Source-Browser Firefox auch Cloud-Dienste, die sie für ihre Nutzer kostenlos zur Verfügung stellen. Diese erfordern aber einen wesentlich geringeren finanziellen Aufwand als die oben genannten Möglichkeiten.

Nachteil für Adobe: Der Betrieb von einer Cloud kostet Geld. Gerade die Anfangszeit wird sehr teuer werden, was aber durch die Abopreise aber wieder reingeholt wird.

Die eben erwähnten Peaks in den Verkaufszahlen werden wohl nicht mehr so stark ausfallen. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass viele Altkunden dann lange bei ihrer (irgendwann) veralteten Software bleiben und die Abogebühr scheuen. Von einer erhöhten Einstiegsschwelle für Neulinge ganz zu schweigen.

Aus Sicht des Nutzers

Für die Benutzer gibt es auch einige Veränderungen. Die Abopreise von knapp 25 Euro/Monat für einzelne Software bzw. 60 Euro/Monat für die gesamte Suite klingen zunächst happig. Dennoch fährt man bei einer Nutzungdauer von 2 Jahren günstiger als beim Kauf der Software. Nach 27 Monaten wird das Abo dann teurer, was aber eigentlich nicht so schlimm sein dürfte. Denn Adobe brachte ca. alle 2 Jahre eine neue Version der Creative Suite heraus, deren Anschaffungspreis man ja nicht zusätzlich zahlen muss. Folglich: Wer stets die aktuelle Version der Creative Suite kaufte, wird keine großen finanziellen Auswirkungen spüren.

Hier muss man aber trotzdem selbst nochmal nachrechnen, wenn man weitere Faktoren berücksichtigen will: Gibt es Verträge mit Adobe über Updates, für wie viele PCs sind die Lizenzen gültig, werden sie kommerziell genutzt. All diese Sachen habe ich bei dieser schnellen Rechnung nicht berücksichtigt!

Neue Versionen und einzelne Features werden sofort bereitgestellt, auch ohne Aufpreis. Das ist einer der zentralen Vorteile von Cloud Computing. Durch diese Evolution statt Revolution verbessert sich das Programm stetig und wird im Umfang erweitert, ohne dass es „harte“ Umstellungsmomente gibt.

Ein weiterer Vorteil vom Cloud Computing ist der Speicherplatz in der Wolke. Es werden mindestens die Einstellungen der Programme online gespeichert. Das ist bei einer Neuinstallation des PCs ziemlich hilfreich, weil diese Einstellungen im Laufe des Betriebs wachsen. Weitere mögliche Zusatzfunktionen habe ich oben bereits gelistet.

Was bedeutet das für Open Source Alternativen?

Gerade jetzt, also in der Zeit zwischen Ankündigung und Umsetzung, sind die Proteste der Benutzer am lautesten. Momentan regen sie viele Leute darüber auf, dass ihr gewohntes Arbeiten mit Photoshop grundlegend geändert wird.

Eine Umstellung ist sowieso notwendig, also können sie genauso gut auf ein anderes Programm umsteigen. Es gibt noch viele andere kommerzielle Bildbearbeitungsprogramme, aber eben auch Open Source Alternativen. Diese sind kostenlos und ebenfalls sehr gut entwickelt. Bugs gibt es kaum noch und es gibt - wenn auch langsam - Neuentwicklungen.

Wer nutzt eigentlich Photoshop? Die meisten von den heutigen Nutzern von Photoshop sind wahrscheinlich Fotografen, Grafikdesigner oder Studenten. Die ersten beiden Berufsgruppen profitieren meiner Meinung nach von dem neuen Modell (stets aktuelle Software für fast den gleichen Preis). Studenten werden an ihren Unis quasi dorthin erzogen, können aber leicht auf GIMP umsteigen, wenn sie wollen. Die restlichen Nutzer von Photoshop sind Hobbyfotografen oder -bildbearbeiter aus der Freizeit. Für die ist das Abomodell eher abschreckend.

Ich glaube also, dass vor allem aus dem privaten Nutzerkreis von Adobe viele nach kostenlosen Alternativen suchen und letztlich bei GIMP landen. Die gewerblichen Nutzer werden das wohl nicht zum Anlass nehmen und umsteigen.

[Bildquelle]

Firefox wird Drittanbieter-Cookies erst in späterer Version blockieren

Permalink Sören Hentzschel

Eine der Neuerungen von Firefox 22 sollte es sein, Cookies von Drittanbietern standardmäßig weitestgehend zu blockieren. Diese Änderung wird sich allerdings verschieben, in der Beta-Version von Firefox werden Drittanbieter-Cookies wie gehabt standardmäßig zugelassen.

Wie Mozillas CTO Brendan Eich in seinem Blog schreibt, wird sich das geänderte standardmäßige Verhalten in Bezug auf Drittanbieter-Cookies verschieben. Ursprünglich war es geplant, Cookies von Drittanbietern standardmäßig zu blockieren, sofern es sich dabei um keine Seite handelt, welche vom Benutzer zuvor besucht worden ist. Während diese Änderung ganz im Sinne der Nutzer sein dürfte, handelte sich Mozilla im Vorfeld viel Kritik seitens der Werbetreibenden dafür ein. Nichstdestominder möchte Mozilla weiter an diesem Plan festhalten und die Änderung später bringen. Derzeit gebe es aber noch Probleme mit der aktuellen Umsetzung zu lösen, welche eine längere Testphase erforderlich machen.

Die überarbeitete Einstellung im Datenschutz-Panel des Einstellungs-Dialogs wird wie gehabt mit Firefox 22 ausgeliefert werden und kann somit von den Nutzern angewendet werden, nur für eine standardmäßige Aktivierung der neuen Einstellung in Firefox 22 ist es für die breite Masse noch zu früh. So kann es in seltenen Fällen derzeit noch dazu kommen, dass Drittanbieter-Cookies blockiert werden, welche nicht blockiert werden sollen, beispielsweise bei der Nutzung von Content-Delivery-Networks (CNDs). Umgekehrt könnten Drittanbieter-Cookies nicht blockiert werden, welche blockiert werden sollen. Mozilla will die Funktionsweise weiter verfeinern, ehe die neue Einstellung standardmäßig aktiv wird. In den Aurora- und Nightly-Versionen bleibt die Einstellung wie bislang auch standardmäßig aktiviert.

Tracking-Visualisierung: Mozilla zeigt Vorschau auf Collusion 1.0

Permalink Sören Hentzschel

Mit Collusion existiert ein Add-on von Mozilla für Firefox, welches das Tracking der Nutzer durch Webseiten visualisiert und ein wenig Transparenz in die Datenerhebung bringt. Mozilla zeigt nun eine Vorschau auf die Version 1.0 der Erweiterung, welche im Juni veröffentlicht werden soll und eine ernstzunehmende Alternative zu Erweiterungen wie Ghostery oder DoNoTrackMe sein könnte.

Mozilla zeigt derzeit intensive Bemühungen, den Datenschutz seiner Nutzer weiter zu verbessern. So wurde mit dem vorgestern veröffentlichten Firefox 21 die Einstellung für Do-not-Track verbessert – einem HTTP-Headerfeld, welches Webseiten signalisieren soll, ob der Benutzer zu Werbe- oder Analyse-Zwecken getrackt werden möchte oder nicht. Mit einer der nächsten Firefox-Versionen werden standardmäßig alle Drittanbieter-Cookies von Webseiten blockiert, welche der Benutzer zuvor nicht besucht hat. Und im Juni wird Mozilla die Version 1.0 des Add-ons Collusion veröffentlichen, eine Erweiterung, welche das Tracking durch Webseiten visualisiert. Die neue Version zeigt sich gegenüber der vor über einem Jahr vorgestellten Version deutlich verbessert.

Collusion 1.0 soll es deutlich einfacher machen, die Kontrolle zu behalten. Die neue Version wird nicht mehr nur zu sehen erlauben, welche Seite einen verfolgt, sondern zeigt auch Informationen zum Standort dieser Seite an und lässt einen Schritte unternehmen, das Tracking durch diese Seite zu deaktivieren. Collusion 1.0 erlaubt sowohl das Blockieren als auch das Whitelisten von Trackern. Außerdem erstrahlt Collusion 1.0 in vollkommen neuem Glanz und kommt mit einer weiteren Visualisierung daher, nämlich der Darstellung der Verbindungen nach Uhrzeiten, wobei zwischen Seiten unterschieden wird, welche aktiv besucht worden sind und Drittanbieter-Seiten. Eine Listen-Ansicht zeigt alle von Collusion gesammelten Daten. Die Daten können außerdem anonym mit einer öffentlichen Datenbank geteilt werden, über die Collusion-Webseite können die öffentlichen Visualisierungen dann von anderen angesehen werden.

Video auf popcorn.webmadecontent.org ansehen

Mozilla plant Änderung der Versionierung von ESR-Versionen

Permalink Sören Hentzschel

Mozilla bietet mit den ESR-Versionen von Firefox und Thunderbird Versionen mit Langzeitunterstützung an, womit man insbesondere auf Unternehmen abzielt. Für diese plant Mozilla nun eine Änderung der Versionierung.

Bislang ändert Mozilla die Versionsnummern von Firefox und Thunderbird ausschließlich an der ersten und der dritten Stelle. Für die ESR-Versionen möchte man in Zukunft den Vorteil der zweiten Versionsstelle nutzen. Konkret soll parallel zu beispielsweise Firefox respektive Thunderbird 25 die dann veröffentlichte ESR-Version anstelle der Versionsnummer 24.0.1 die Versionsnummer 24.1 tragen. Dadurch sollen sich die ESR-Veröffentlichungen leichter mit den dazugehörigen Mainstream-Veröffentlichungen in Verbindungen bringen lassen. Außerplanmäßige Updates verändern in diesem Modell wie bislang auch die dritte Versionsstelle.

Für Erweiterungs-Entwickler bedeutet dies, dass sie die maximale Kompatibilität ihrer Add-ons immer beispielsweise im Format 24.* anstelle von 24.0.* angeben sollten, was besonders bei Erweiterungen mit Binärkomponenten relevant ist, welche keine standardmäßige Kompatibilität besitzen.

Mai 15, 2013

Git Server für mehrere Benutzer einrichten

Permalink Invictus deus ex machina

Wie man Git auf einem Ubuntuserver aufsetzt hatte ich vor einiger Zeit in einem Artikel beschrieben. Nachteil der vorgestellten Methode ist, das sie sich nur für einen Nutzer eignet. Natürlich kann man mit dieser Methode auch mehrere Nutzer zu dem Repositories verbinden, hat damit aber keine Möglichkeit mehr Zugriffsberechtigungen für die Repositories zu setzen.

Als Lösung für das Problem wird Gitolite für die Nutzer und Rechteverwaltung genutzt. Im ersten Schritt werden auf dem Server die notwendigen Pakete installiert:

sudo apt-get install git openssh-server perl

Als nächster Schritt wird der Nutzer angelegt, in welchem Gitolite läuft und in diesen gewechselt:

sudo useradd -m git
sudo su git

Danach geht es auch schon an die Installation von Gitolite:

cd ~
git clone git://github.com/sitaramc/gitolite
mkdir bin
cd gitolite
./install -ln

Anschließend muss der öffentliche SSH Schlüssel von dem Rechner mit welchem auf das System zugriffen werden soll in den Home Ordner des „git“ Nutzers kopiert werden. Anschließend kann das Setup abgeschlossen werden:

cd ~/bin
./gitolite setup -pk $HOME/seeseekey.pub

Damit ist das Setup abgeschlossen und es kann an die Konfiguration gehen. Dazu wird vom Rechner dessen Public Key beim Setup benutzt wurde das entsprechende administrative Repository geklont:

git clone git@192.168.1.128:gitolite-admin

Die Dateistruktur des Repositories sieht dabei wie folgt aus:

conf
  gitolite.conf
keydir
  seeseekey.pub

In dem Verzeichnis „keydir“ sind die SSH Schlüssel enthalten. Um einen Nutzer hinzuzufügen reicht es einfach einen neuen öffentlichen Schlüssel in das Verzeichnis zu legen und das ganze ins Git Repository einzubringen. Die eigentliche Konfiguration der Repositories erfolgt in der „gitolite.conf“ Datei. Diese sieht nach der Erzeugung so aus:

repo gitolite-admin
    RW+     =   seeseekey

repo testing
    RW+     =        @all

Das bedeutet das es zwei Repositores gibt, eines trägt den Namen „gitolite-admin“ und dient der Verwaltung. Das zweite Repository ist „testing“ auf das alle Nutzer zugreifen dürfen. Benötigt man nun ein neues Repository, so fügt man einen neuen „repo“ Abschnitt mit dem Namen und den entsprechenden Rechten hinzu. Sobald das ganze commitet und gepusht wurde, legt Gitolite das neue Repository an. Wenn man bei den Schlüsseln mehrere SSH Schlüssel pro Nutzer wünscht, so legt man dafür am besten eine Verzeichnisstruktur an:

keydir
  seeseekey
    rechner1
      seeseekey.pub
    rechner2
      seeseekey.pub

Möchte man ein Repository löschen so entfernt man es aus der „gitolite.conf“ und löscht es anschließend auch vom Server. Damit hat man eine Lösung für Git Server mit mehren Nutzern und und entsprechender Verwaltung.

Australis-Design: Mozilla wird Add-on-Leiste von Firefox NICHT entfernen

Permalink Sören Hentzschel

Mozilla arbeitet derzeit mit Hochdruck am Australis-Design für Firefox, welches derzeit für Version 24 angestrebt wird. In diesem Zusammenhang wird es Auswirkungen auf die Anpassbarkeit von Firefox geben. Dabei sollte auch die Add-on-Leiste entfernt werden. Mozilla ist nun zum Entschluss gekommen, die Add-on-Leiste doch nicht aus Firefox entfernen zu wollen.

Der ursprüngliche Plan von Mozilla sah vor, die Add-on-Leiste von Firefox zu entfernen. Add-ons sollten ihre Symbole dann in der Navigationssymbolleiste platzieren. Nachdem einige Nutzer diesbezüglich große Bedenken geäußert haben, hat man auch bei Mozilla erkannt, dass dieses Vorhaben nicht funktionieren kann, da Erweiterungen ohne Probleme ziemlich viel Platz für sich beanspruchen können. Statt die Add-on-Leiste zu entfernen wird sie nun also auch in Zukunft ein Ort sein, an welchem Erweiterungen Platz finden und als Fläche für das Anpassen der Symbolleisten dienen kann. Diskutiert wird allerdings noch, ob die Add-on-Leiste nach oben wandern wird, wie das folgende Mockup zeigt, oder nicht.

Bildquelle: people.mozilla.com/~mferretti

Update zum Humble Double Fine Bundle

Permalink deesaster.org

Entgegen meiner Hoffnung gab es als Update des Humble Double Fine Bundles kein „The Cave“. :( Hinzugefügt wurden dagegen 8 Windows-Spiele-Prototypen.

Sicherlich sind die Prototypen interessant, um mal kurz reinzuschauen, aber zum echten Spielen sind sie wohl eher ungeeignet. Das Update ist somit enttäuschend – für Linux-Nutzer besonders, da es für sie nichts Neues gibt.

Mai 14, 2013

Mozilla veröffentlicht Thunderbird 17.0.6

Permalink Sören Hentzschel

Mozilla hat mit Thunderbird 17.0.6 sowie Thunderbird ESR 17.0.6 planmäßig Sicherheits- und Fehlerbehebungsupdates für den freien E-Mail-Client veröffentlicht.

Thunderbird 17.0.6 respektive sein ESR-Pendant schließen insgesamt sechs Sicherheitslücken. Davon werden drei als kritisch und drei als hohes Sicherheitsrisiko eingestuft. Ein Update auf die neuste Version ist damit jedem Nutzer von Mozillas E-Mail-Client dringend empfohlen.

Abgesehen von den geschlossenen Sicherheitslücken hat Mozilla mit Version 17.0.6 die Twitter-API des Instant Messaging-Features auf Version 1.1 umgestellt, da Twitter die alte API-Version eingestellt hat, was eine Anmeldung darüber nicht länger möglich macht. Daneben gab es noch kleinere Fehlerbehebungen.

Thunderbird 17.0.6 kann hier heruntergeladen werden. Der nächste Major-Release von Thunderbird wird mit Thunderbird 24 erst am Ende des Jahres erscheinen. Bis dahin wird Thunderbird nur noch Sicherheits-Aktualisierungen erhalten.

Mozilla veröffentlicht Firefox 21 mit Firefox Health Report

Permalink Sören Hentzschel

Firefox 21 ist da! Nachdem es mit Firefox 20 ein regelrechtes Feature-Feuerwerk gab, liegen mit Firefox 21 die Verbesserungen vor allem im Detail, was die neue Version aber nicht minder interessant macht.

Leistungsdatenerhebung zur Verbesserung von Firefox

Mit dem Firefox Health Report (FHR) integriert Mozilla neben dem schon bestehenden Telemetrie-Feature ein weiteres Feature zur Erhebung von Leistungsdaten in Firefox. Dabei werden Daten zur Computer-Konfiguration, individuellen Anpassung durch Erweiterungen, Performance sowie zum Firefox-Profil und zur Firefox-Nutzung erfasst, wie das Alter des Benutzerprofils, die Länge der Browsersitzung, die Anzahl der Abstürze oder auch die Anzahl der Seiten in der Chronik. Das Senden der Daten an Mozilla ist optional und standardmäßig aktiviert. Diese Daten sollen Mozilla helfen, auftretende Probleme besser zu verstehen und schneller zu beheben und letzten Endes einen besseren sowie schnelleren Browser zu entwickeln. Die in diesem Zusammenhang ermittelten Daten können jederzeit über about:healthreport oder über Hilfe > Firefox Statusbericht eingesehen und über Einstellungen > Erweitert > Datenübermittlung die Übermittlung der Daten an Mozilla deaktiviert werden.

Tipps bei langsamen Firefox-Starts

Firefox merkt sich die fünf letzten Startzeiten. Ist die durchschnittliche Startzeit größer als ein vordefinierter Wert, zeigt Firefox am unteren Fensterrand eine Hinweisleiste an, welche darauf aufmerksam macht, dass der Start überdurchschnittlich lange gedauert hat. Hierüber gelangt man auf einen Hilfeartikel von Mozilla, welcher Tipps zur Verbesserung der Startzeit von Firefox gibt. Über die about:config-Schalter browser.slowStartup.* kann dieses Feature konfiguriert werden.

Genauere Do-not-Track-Einstellung

Bei Do-not-Track (DNT) handelt es sich um ein HTTP-Headerfeld, welches Webseiten signalisieren soll, ob der Benutzer zu Werbe- oder Analyse-Zwecken verfolgt werden möchte oder nicht. Neben den Einstellungen möchte verfolgt werden und möchte nicht verfolgt werden gibt es gemäß Standard nun auch noch die Einstellung Keine Präferenz.

Verbesserte Entwicklerwerkzeuge mit neuem JavaScript-Profiler

Mit dem JavaScript-Profiler hat Mozilla dem Browser ein weiteres Entwicklerwerkzeug spendiert, welches bei der Performance-Optimierung von JavaScript-Applikationen helfen soll. Auch der Inspektor hat einige kleinere Verbesserungen erhalten.

Mozilla integriert Add-on SDK APIs

Die APIs des Add-on SDKs wurden in Firefox integriert. Dies bietet verschiedene Vorteile. So können auf dem SDK basierende Erweiterungen in Zukunft schneller heruntergeladen und installiert werden, da sich dadurch ihre Dateigröße reduziert. Vor allem für die Entwicklung ergeben sich heraus weitere Vorteile, wie ein einfacheres Prototyping neuer Features.

Sonstige Verbesserungen

Es gibt auch noch eine Reihe weiterer Verbesserungen in Firefox 21. So gibt es einen verbesserten Mixed Content Blocker (standardmäßig deaktiviert, voraussichtlich ab Firefox 23 standardmäßig aktiviert), die Unterstützung von H.264, MP3 sowie AAC ohne Plugin ist für Nutzer von Windows 7 und höher standardmäßig aktiviert und mehr. Übrigens funktionieren ab dieser Version auch wieder sogenannte Lightweight-Themes (früher bekannt als Personas) im permanenten Privaten Modus. Einen detaillierten Überblick über alle relevanten Neuerungen bietet der Aurora-Artikel zu Firefox 21.

Den Raspberry Pi als Druckserver benutzen

Permalink Invictus deus ex machina

Wer einen Drucker ohne Netzwerkanschluss besitzt, kann ihn mit Hilfe eines Raspberry Pi zu einem Netzwerkdrücker umrüsten. Dazu werden im ersten Schritt die notwendigen Pakete installiert:

sudo apt-get install avahi-daemon cups cups-pdf

Nach der Installation geht es an die Konfiguration. Dazu wird die „cupsd.conf“ bearbeitet:

sudo nano /etc/cups/cupsd.conf

Den Sektionen „<Location />“, „<Location /admin>“ und „<Location /admin/conf>“ wird dabei die Zeile:

Allow @Local

hinzugefügt. Daneben sollte noch die Zeile:

Listen <IP Adresse>:631

hinzugefügt werden. Das sorgt dafür das auf dem passenden Interface gehorcht wird. Danach geben wir in der Konsole folgendes ein:

sudo adduser pi lpadmin
sudo service cups restart

Damit wird der Nutzer „pi“ der Gruppe der Nutzer hinzugefügt welche Einstellungen vornehmen dürfen. Außerdem wird der CUPS Service neugestartet, so das die Änderungen in der Konfigurationsdatei wirksam werden. Nun kann sich über die URL:

https://<IP Adresse>:631

mit dem Webinterface von CUPS verbunden werden.

Das CUPS Webinterface

Das CUPS Webinterface

Im Webinterface wird nun unter dem Tab „Verwaltung“ der Punkt „Freigeben von Druckern welche mit diesem System verbunden sind“ aktiviert. Bestätigt wird das ganze mit den Zugangsdaten des Nutzers „pi“. Abschließend klickt man auf den Button „Verfügbare Drucker auflisten“ und fügt die angeschlossenen Drucker hinzu und gibt ihn frei. Dazu muss das passende Modell ausgesucht und bestätigt werden.

Anschließend kann man den Drucker in seinem Betriebssystem hinzufügen und über den Raspberry Pi drucken. Sollte wieder erwarten kein Druck stattfinden, so liegt das meist am falsch gewählten Druckertyp. Mit der beschriebenen Konfiguration lässt sich auch von iOS Geräten mittels AirPrint druchen.

Mai 13, 2013

Briefumschlag drucken mit LaTeX

Permalink bejonet

Ich habe vor einigen Wochen anhand des Pakets gbrief-2 gezeigt, wie man mit LaTeX einen geschäftlichen Brief verfasst. Für den Brief kann man auch das Paket scrlttr2 verwenden. Wie man damit einen geschäftlichen Brief schreibt, werde ich ebenfalls bald berichten.

Doch heute geht es zunächst um eine Kleinigkeit, die ich schon seit längerem geplant hatte und heute endlich umsetzen konnte: Einen Briefumschlag mit LaTeX bedrucken!

Envlab

Es gibt ein Paket namens envlab, welches speziell für das Bedrucken von Umschlägen gedacht ist. Ein Minimalbeispiel sieht so aus:

\documentclass[12pt]{letter}
\usepackage{geometry}
\usepackage{ngerman}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\geometry{paperheight=162mm,paperwidth=114mm}
\usepackage{graphics}
\usepackage[c6envelope,noprintbarcodes,rightenvelopes,printreturnaddress]{envlab}
\makelabels
\begin{document}
\startlabels
\mlabel{Absender Name \\Adresse Hausnr.\\12345 Musterstadt}
{Empfaenger Name \\Adresse Hausnr. \\12345 Musterstadt}
\end{document}

C6 Umschlag gesetzt mit Envlab

C6 Umschlag gesetzt mit Envlab

Es ist möglich, Adresslabel mit diesem Paket zu drucken und diese (bzw. die Umschläge) automatisch generieren zu lassen. Der Brief muss dann aber in der letter-Umgebung geschrieben werden. Weiterführende Infos hierzu in der Dokumentation.

Da es sich um ein amerikanisches Paket handelt, gibt es leider einige Probleme. Trotz der gesetzten Zeichenkodierung auf UTF-8 sind Umlaute leider nicht möglichZumindest habe ich keinen Weg gefunden.. Außerdem sind nicht alle Briefformate vorhanden. Es gibt nur folgende Größen:

Briefumschläge und deren Maße in Envlab 
Bezeichnung Breite Höhe
businessenvelope 9,5" 4,125"
executiveenvelope  7,5" 3,875"
bookletenvelope  10,5" 7,5"
personalenvelope  6,5" 3,625"
c6envelope  162 mm 114 mm
c65envelope  224 mm  114 mm
c5envelope  229 mm 162 mm
dlenvelope  220 mm 110 mm

Manuell erstellen

Es ist zwar kein eigenes Paket, aber mit folgendem Minimalcode kommt man schon sehr weit. Die Papiermaße werden manuell angegeben, im ersten Absatz werden die Absenderdaten angegeben. Im zweiten Absatz wird dann die Empfängeradresse niedergeschrieben.

Diese Vorgehensweise hat den entscheidenden Vorteil, dass man den Empfänger gezielt formatieren kann, was bei envlab nur eingeschränkt möglich ist. Nach DIN wird übrigens zwischen Adresse und Postleitzahl keine Leerzeile gesetzt. Das Margin wird auf 15 mm gesetzt, um eine maschinenlesbare Anschrift zu erreichen. Wer wiederum hierzu mehr lesen möchte, kann sich die Broschüre der Post zum Thema automationsfähige Briefsendungen ansehen.

\documentclass[12pt]{scrlttr2}
\usepackage[margin=15mm,papersize={114mm,162mm},landscape,twoside=false]{geometry}
\usepackage{ngerman}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\setlength\parskip{0pt}
\pagestyle{empty}

\begin{document}
Absender Name

Adresse Hausnr.

12345 Musterstadt

\vspace{40mm}\large
\setlength\parindent{70mm}
Empfaenger Name

Adresse Hausnr.

12345 Musterstadt

\end{document}

C6 Umschlag manuell gesetzt mit Scrlttr2

C6 Umschlag manuell gesetzt mit Scrlttr2

Diese beiden Beispiele sind für C6-Briefumschläge gedacht. Die Maße der restlichen Briefumschläge sind die Folgenden:

Format Breite Höhe
C6 162 mm 114 mm
B6 176 mm 125 mm
C5/6 220 mm 110 mm
C6/5 229 mm 114 mm
C5 229 mm 162 mm
B5 250 mm 176 mm
C4 324 mm 229 mm
B4 353 mm 250 mm
E4 400 mm 280 mm
C3 458 mm 324 mm

Temperaturüberwachung mit Psensor

Permalink Intux

news-231Zur Temperaturkontrolle meines Systems, setze ich persönlich Psensor ein.

Um sich Messwerte der Temperatur-Sensoren anzeigen zu lassen, sollten zuerst lm-sensors und hddtemp installiert werden.

sudo apt-get install lm-sensors hddtemp

Nach erfolgter Installation, spürt man die entsprechenden Sensoren auf.

sudo sensors-detect

Diese bestätigt man jeweils mit “YES” und zum Abschluss mit Enter.

Wie man sieht, ist mein Notebook nur mit wenigen Sensoren ausgestattet.

Jetzt führt man einen Neustart durch oder startet das entsprechende Modul mit:

sudo service module-init-tools start

Nun wird Psensor installiert. Psensor ist im Anschluss sofort einsatzbereit und wird in der Benachrichtigungsleiste angezeigt (auch GNOME Shell).

sudo apt-get install psensor

Fehlt die Anzeige des Temperatur-Sensors der Festplatte, so kann man mit

sudo dpkg-reconfigure hddtemp

das entsprechende Paket neu konfigurieren.

news-232

Psensor ist in den offiziellen Paketquellen von Ubuntu enthalten.

Tickets LinuxTag 2013

Permalink Karl-Tux-Stadt

Einige haben ja bereits nachgefragt, ob ich wieder Tickets für den LinuxTag habe. Die haben auch mittlerweile ein Ticket aber es sind immer noch welche übrig. Wer also Bedarf hat an einem Ticket, mir einfach eine Mail schreiben oder hier im Blog einen Kommentar hinterlassen.

Mai 12, 2013

Ergebnisse des IRC-Treffens vom 12. Mai 2013

Permalink ubucon

Heute, am 12. Mai 2013, haben sich alle Ubucon-Helfer und -Organisatoren gemäß der Ankündigung im IRC #ubucon-de auf irc.freenode.net getroffen und ab 20 Uhr eine dreiviertel Stunde lang über aktuelle Punkte gesprochen.

Protokoll

Folgende Punkte wurden besprochen (es werden die IRC-Namen angegeben, wo notwendig):

Termineintragen

Von letzter Woche standen der Punkt Eintragung des Termins im internationalen Kalender aus. Es stellte sich heraus, dass der Ubuntu LoCo Teams Calender nicht mehr genutzt wird. Stattdessen werden Termine immer auf den eigenen Loco-Seiten veröffentlicht.

Für den Ubuntu Weekly Newsletter wurde ein Blogbeitrag verfasst und an José Antonio Rey geschickt. Dieser veröffentlicht den Beitrag im Planet Ubuntu und dann im UWN.

Werbung

Das zweite große Thema war Werbung. Das Orga-Team will gezielter Leute ansprechen, sodass auf der Themenwunschliste ein paar mehr Wünsche zusammenkommen. Mit diesen können dann potentielle Referenten besser angesprochen werden.

Hierfür wurde die Themenwunschliste in der linken Navigationsleiste auch etwas prominenter unter dem Programm verlinkt, damit man leicht dorthin findet.

Als nächstes soll geprüft werden, wo man ein kleines Banner (entweder in der Kopfzeile oder über der Navigationsleiste) präsentieren kann, sodass man als Besucher der Seite sofort sieht, wann und wo die Ubucon 2013 stattfindet.

Nächster Termin

Das nächste Treffen findet planmäßig nächsten Sonntag, den 19. Mai 2013, um 20 Uhr im IRC statt. Jeder, der Interesse an der Organisation der Ubucon hat, ist eingeladen teilzunehmen und sich einzubringen.

Linux 3.10-rc1

Permalink menzer.net

kernel.org am 12. Mai

Der aktuelle Patch ist vergleichsweise groß geraten – gemessen an der Zahl der Änderungen und der angepackten Zeilen des Quellcodes. Vom Volumen her dürfte es schwer sein, die 19 MB (gzip) des 3.7-rc1 zu toppen, allerdings wurden dort in großem Stil Dateien verschoben. So meinte Torvalds, dass dies die bisher größte Entwicklerversion sei und ich konnte ihn mit meinen Stichproben nicht widerlegen.

Trotz der neuen Superlative lief das Merge Window relativ normal ab. Unter den Highlights aus git diff sind auch Änderungen an dem Virtualisierer KVM. Eine neue Device-API, virtualisiertes APIC und Architektur-übergreifende Funktionsaufrufe sind jedoch eher etwas für Entwickler. Im Krypthografie-Bereich wurde unter anderem an der Hardwareunterstützung für Hash- und Verschlüsselungs-Verfahren gearbeitet. Ein NVMe-SCSI-Treiber ermöglicht nun, SSDs mittels SCSI anzusprechen. Traditionellerweise gab es auch wieder viel Bewegung im Treiber-Bereich, wobei hier im Grafik-Umfeld die Aufnahme des host1x-Treibers einen guten Teil ausmacht. Es handelt sich dabei um ein Modul, das den direkten Speicherzugriff für Tegra-Chips ermöglicht.

In fast 13.000 Commits übersieht man gerne mal was, sicherlich findet sich in dem ganzen Text noch die eine oder andere Perle. Mich wundert, dass Heise und Pro-Linux, die darin recht geübt sind, noch nichts geschrieben haben. Aber das wird bestimmt nicht mehr lange auf sich warten lassen.

PS: kernel.org in (wieder) neuem Design
kernel.org erstrahlt nun wieder in einem hübschen Design. Nachdem wegen Unsicherheiten über die Lizenz des Standard-Designs eben jenes entfernt wurde, ließen sich die Pelican-Entwickler eine Zusage des Rechteinhabers der CSS-Dateien geben, dass diese unter einer freien Lizenz genutzt werden können. Doch die Betreuer von kernel.org gaben letztlich einem Design den Vorzug, das von Benoît Monin unter MIT-Lizenz zur Verfügung gestellt wurde – es sehe weniger nach „Standard“ aus.

Das Angebot zur Mitwirkung steht jedoch immer noch: Die Vollständigen Quellen der Seite stehen weiterhin als GIT-Repositorium zur Verfügung und laden dazu ein, verbessert oder korrigiert zu werden.

Die letzten rc1-Versionen:
Eine Übersicht über die ersten Entwicklerversionen der letzten Kernel

Commits geänderte Dateien eingefügte Zeilen gelöschte Zeilen Datum Tage *
3.0-rc1 7 728 7 345 515 283 434 481 30.05.2011 11
3.1-rc1 7 620 8 567 682 861 567 884 08.08.2011 17
3.2-rc1 10 730 12 103 1 628 367 1 406 543 08.11.2011 15
3.3-rc1 9 460 10 078 569 551 360 626 19.01.2012 15
3.4-rc1 9 859 10 526 553 618 344 653 31.03.2012 12
3.5-rc1 10 068 9 139 605 187 400 813 03.06.2012 14
3.6-rc1 9 160 7 629 512 898 248 227 02.08.2012 12
3.7-rc1 11 083 15 096 1 543 528 1 226 219 14.10.2012 14
3.8-rc1 11 737 10 482 554 790 340 624 21.12.2012 14
3.9-rc1 10 941 10 585 589 505 328 642 03.03.2013 13
3.10-rc1 12 714 9 909 641 289 386 291 12.05.2013 13

* Tage seit dem letzten Release

Quellen: Linux Kernel Mailing List, kernel.org Site News


Edit: Golem hatte schon einen Beitrag, aber eigentlich ein paar Stündchen zu früh. Jedoch sind auf Pro-Linux jetzt ein paar Zeilen zu finden und auch Heise hat nachgelegt.

Edit 2: Golem hat noch einen eigenen Artikel zur Veröffentlichung hinterhergeschoben.

Hilfe leisten mit Reverse VNC

Permalink deesaster.org

In der heutigen Zeit sind Linux-Distributionen oft so weit, dass sie auch ein Standardanwender ohne große Schwierigkeiten installieren kann. Dennoch gibt es im laufenden Betrieb immer wieder mal Probleme, wo nur ein „Linux-Crack“ helfen kann. Schlecht, wenn der mehrere hundert Kilometer entfernt wohnt. Gut, wenn es eine Software gibt, die dabei hilft, über diese Entfernung dennoch Unterstützung zu leisten: VNC.

Hintergrund

Der Anwendungsfall ist leicht beschrieben: Fast jeder, der länger mit Linux zu tun hat, kommt früher oder später dazu, bei Freunden oder Verwandten Linux auf deren Rechner aufzuspielen. Sei es, weil die eigene Überredungskunst so groß ist oder weil die PC-Besitzer wieder einmal über das aktuell installierte Betriebssystem fluchen. Das Resultat hiervon sind meist nächtliche Anrufe, weil das E-Mailprogramm mal wieder den Dienst versagt oder der Benutzer mit GIMP zur Bildbearbeitung überfordert ist.

Wohnt man vor Ort, kann man schnell vorbei schauen und sich dem Problem annehmen. Wohnt man aber weit entfernt, bleibt fast nur der telefonische Support. Das hat zur Folge, dass die Problembeschreibung eher vage ist (vor allem, wenn die Benutzer kein Englisch können und versuchen, englische Fehlermeldungen vorzulesen) und umgekehrt muss man grob aus dem Kopf wissen, wo der Hilfesuchende hinklicken oder was er eintippen muss, um alles wieder zum Laufen zu bewegen.

Die Lösung: VNC

Die Lösung für obiges Problem nennt sich Virtual Network Computing (kurz VNC). Hierüber ist es möglich, den Bildschirminhalt eines entfernten Rechners (z.B. über das Internet) anzuzeigen und dessen Maus- und Tastatureingaben zu steuern.

Der Artikel legt dabei Wert auf zwei Dinge: Einfachheit und Sicherheit!

Das Thema „Einfachheit“ ist vor allem bei neuen Linux-Nutzern bzw. nicht ganz so erfahrenen Computern-Benutzern wichtig. Man kann nicht erwarten, dass diese erst ein Terminal öffnen, um etwas einzugeben. Alles muss am besten per Doppelklick funktionieren.

Das Thema „Sicherheit“ ist wichtig, weil man schließlich den kompletten Bildschirminhalt über das Internet überträgt. Werden hier Passworte oder auch nur Login-Daten eingegeben, sollten dies besser nicht von außen eingesehen werden können.

Zusätzlich gab es beim realen Anwendungsfall das Problem, dass man von außen nicht auf den PC des Hilfesuchenden zugreifen konnte, da der Internet-Provider durch einen Proxy den Direktzugriff unterbunden hatte. Es musste also eine Möglichkeit geschaffen werden, dass der Hilfesuchende sich zum Helfer verbindet und nicht umgekehrt, wie man es normalerweise umsetzen würde. Dies nennt sich dann Reverse-VNC.

Vorbereitungen auf der Helfer-Seite

Die Vorbereitungen stützen sich zum Teil auf den VNC-Artikel im ubuntuusers-Wiki.

Die meiste Arbeit muss der Helfer auf sich nehmen, sodass der Hilfesuchende nur extrem wenig zu tun hat.

Neues Nutzerkonto einrichten

Damit der Hilfesuchende sich überhaupt zum Helfer-PC verbinden kann, wird ein neues Benutzerkonto benötigt, welches man einfach mittels

# adduser hilfesuchender

anlegen kann. Den Benutzernamen hilfesuchender kann man dabei natürlich nach den eigenen Wünschen oder nach dem Log-in des Hilfesuchenden anpassen (was oft am praktischsten ist).

Der Benutzer muss nicht Mitglied besonderer Gruppen sein, so kann er auch selbst wenig Unsinn anstellen. ;)

SSH-Server installieren

Für eine sichere Verbindung sollte man SSH (Secure Shell) nutzen. Hierfür muss auf dem Helfer-PC ein SSH-Server laufen, den man über das Paket openssh-server installieren kann. Eine spezielle Einrichtung ist nicht erforderlich.

Port-Forwarding einrichten (optional)

Wer hinter einem Router sitzt (was heute schon fast Standard ist), muss noch dafür sorgen, dass der SSH-Port 22 korrekt an den eigenen Rechner hinter dem Router weitergeleitet wird. Ansonsten ist keine SSH-Verbindung von außen möglich.

Portweiterleitung in der FRITZ!Box.
Portweiterleitung in der FRITZ!Box.

Die Einrichtung unterscheidet sich je nach Router. Bei einer FRITZ!Box findet man die Portweiterleitung in der Regel unter „Internet -> Freigaben“. Als Einstellung wählt man, dass der eingehende Port 22 per TCP-Protokoll an den Port 22 des Helfer-PCs weitergeleitet wird. Hierfür muss man die IP-Adresse des Helfer-PCs eingeben, die man im Terminal mittels

$ ifconfig

eth0 Link encap:Ethernet Hardware Adresse 00:00:00:00:00:00

inet Adresse:192.168.178.2 Bcast:192.168.178.255 Maske:255.255.255.0

herausbekommt. Die eigene Netzwerkkarte hat normalerweise die Kennung eth0. Bei einer WLAN-Verbindung wäre es wlan0. Die Adresse hinter inet Adresse ist die IP, die man im Router zur Weiterleitung angeben muss.

DynDNS-Konto erstellen (optional, aber sinnvoll)

DynDNS ist ein Internet-Dienst, der kostenlos anbietet, Webadressen auf bestimmte IP-Adresse zu leiten. DNS steht dabei für Domain Name System und dient der Namensauflösung solcher Adressen. Ruft man beispielsweise Heise über http://www.heise.de/ im Browser auf, könnte man auch einfach die Zahlenkolonne/IP-Adresse http://193.99.144.85/ aufrufen. Da sich diese Zahlen aber kaum jemand merken kann und sie sich vor allem auch ständig ändern, nutzt man eben nur den Namen www.heise.de, der dann auf die

richtige IP-Adresse geleitet wird.

Bei DynDNS konnte man sich früher ein kostenloses Konto einrichten und dort z.B. die Adresse helfer.dyndns.org registrieren. Das helfer sollte man aber besser etwas eindeutiger wählen. Da dies scheinbar heute nicht mehr möglich ist, gibt es die Alternativen No-IP und FreeDNS. Beide Dienste habe ich aber nicht getestet, da ich ein DynDNS-Konto besitze.

Ein eingerichtetes DynDNS-Konto.
Ein eingerichtetes DynDNS-Konto.

Über die Einstellungen auf der Webseite kann man dann immer, wenn man es benötigt, seine aktuelle IP-Adresse eintragen. Diese ändert sich nämlich normalerweise mit jeder Einwahl ins Internet. Dank der Zwangstrennung der Provider also täglich. (Ausnahmen sind Internet-Provider, die jedem Kunden eine feste IP-Adresse zuweisen.) Die eigene IP-Adresse bzw. genau genommen die IP, über die der eigene Router erreichbar ist, bekommt man entweder über die Webseite checkip.dyndns.org oder im Terminal:

$ curl -s checkip.dyndns.org | grep -Eo '[0-9\.]+'

Etwas komfortabler geht es mit manchen Routern, bei denen man Dynamic DNS fest einstellen kann. Der Router meldet sich dann bei jeder IP-Änderung am jeweiligen Portal (als z.B. DynDNS) an und speichert dort die IP-Adresse. Somit ist man immer aktuell erreichbar. In der FRITZ!Box findet man die Einstellung hierfür unter „Internet -> Freigaben -> Dynamic DNS“.

Die DynDNS-Einstellungen in der FRITZ!Box.
Die DynDNS-Einstellungen in der FRITZ!Box.

Sicherheitshinweis: Durch die automatische Übertragung der IP-Adresse ist der eigenen Rechner also immer über den eingetragenen Namen erreichbar. In der Regel ist es genau das, was man will, aber man sollte hier schon sehr sicher sein, dass der eigene Rechner/Router abgesichert ist, da bei einer (versehentlichen) Veröffentlichung des Namens ggf. Angriffe auf den Rechner/Router geführt werden. Das heißt, es sollten keine unnötigen Ports weitergeleitet werden und keine unnötigen Dienste auf dem Rechner laufen.

VNC-Viewer installieren

Die Installation des VNC-Viewer ist der einfachste Punkt dieser Anleitung. Man muss nur das Paket xvnc4viewer installieren.

Vorbereitungen auf der Seite des Hilfesuchenden

Damit der Hilfesuchende später bei einem Problem wenig tun muss, muss der Helfer nur drei Dinge einrichten, die eine einfache und sichere Verbindung ermöglichen.

SSH-Schlüssel erstellen und kopieren

Damit der Hilfesuchende möglichst automatisch ohne Passworteingabe eine sichere Verbindung zum Helfer-PC aufbauen kann, nutzt man einen sogenannten SSH-Schlüssel. Dieser besteht aus einer langen Zeichenkombination und sorgt für eine eindeutige Identifizierung einer Person.

Auf dem Rechner des Hilfesuchenden erzeugt man sich am besten ein SSH-Schlüsselpaar, falls man nicht eh schon eines hat:

$ ssh-keygen -t rsa

Bei der Frage nach einem Passwort gibt man nichts ein und drückt nur [Enter]. Die Datei ~/.ssh/id_rsa.pub enthält dann den Schlüssel, den man auf den Helfer-PC übertragen muss.

Man speichert den Inhalt der Datei dort in eine neue Textdatei /home/hilfesuchender/.ssh/authorized_keys. Wenn man den Benutzer hilfesuchender weiter oben anders genannt hat, muss man dies natürlich anpassen.

Im Wiki von ubuntuusers.de wird noch empfehlen, den Zugriff des Benutzers einzuschränken. Dies kann man tun, wenn man noch mehr Wert auf Sicherheit legt.

VNC-Programm installieren

Dieser Punkt ist wieder einfach, denn es muss nur das Paket x11vnc installiert werden.

Verbindung herstellen

Bevor man gleich mit VNC loslegt, sollte man überhaupt die Verbindung prüfen. Auf dem Rechner des Hilfesuchenden kann man sich per SSH beim Helfer-PC einloggen:

$ ssh hilfesuchender@helfer.dyndns.org

Sollte man DynDNS nicht eingerichtet haben, kann man auch nur die IP-Adresse nutzen, die man wie oben beschrieben über checkip.dyndns.org herausbekommt:

$ ssh hilfesuchender@212.255.231.242

Sollte hier nach einem Passwort gefragt werden, sollte man den SSH-Schlüssel in der der Datei /home/hilfesuchender/.ssh/authorized_keys auf dem Helfer-PC überprüfen. Ist der Login nicht erlaubt, wurde der Benutzer hilfesuchender vielleicht nicht richtig angelegt.

Ist bei der Verwendung von DynDNS keine Verbindung möglich, sollte man erst einmal prüfen, ob die IP-Adresse stimmt:

$ ping helfer.dyndns.org

Reverse-VNC-Verbindung aufbauen

Auf dem Helfer-PC muss man den VNC-Viewer starten:

$ vncviewer -listen

Damit lauscht der VNC-Viewer auf eingehende Verbindungen.

Ping des Helfer-PCs und Start des VNC-Viewers.
Ping des Helfer-PCs und Start des VNC-Viewers.

Auf der Seite des Hilfesuchenden verbindet man sich per SSH auf den Helfer-PC und startet dann x11vnc, um eine Verbindung herzustellen:

$ ssh -f -L 5500:localhost:5500 hilfesuchender@helfer.dyndns.org sleep 10; x11vnc -connect_or_exit localhost:5500

Der Port 5500 ist der Standardport, über den VNC normalerweise kommuniziert und der über die Option -L lokal weitergeleitet wird, sodass der Helfer-PC sich dorthin verbinden kann. Die Option -f setzt SSH in den Hintergrund, ehe es die Kommandos danach ausführt. Die Wartezeit von 10 Sekunden ist dafür da, dass die Verbindung auch korrekt etabliert wurde, ehe VNC gestartet wird. Hinweis: x11vnc ist nicht mehr Teil des SSH-Kommandos und wird auf dem PC des Hilfesuchenden ausgeführt.

Wie oben auch, muss man helfer.dyndns.org durch die IP-Adresse ersetzen, wenn man kein DynDNS nutzt.

Jetzt sollte eigentlich auf dem Helfer-PC ein Fenster aufgehen, in dem man den Desktop des verbundenen Rechners sieht. Zusätzlich kann man auch Maus und Tastatur steuern.

Damit ist man am Ziel und kann bei einem Problem ziemlich leicht helfen.

Skript zum Ausführen

Damit der Hilfesuchende nicht auf der Konsole die Verbindung aufbauen muss, kann man den Befehl auch in ein kleines Skript gießen, welches man auf dem Desktop verlinkt. Dies kann der Hilfesuchende dann einfach per Doppelklick ausführen. Wichtig dabei ist der Haken bei „Im Terminal ausführen“, damit man etwaige Fehlermeldungen mitbekommt.

#!/bin/sh

ssh -f -L 5500:localhost:5500 hilfesuchender@helfer.dyndns.org sleep 10; x11vnc -connect_or_exit localhost:5500

exit 0

Fazit

Der Artikel hat gezeigt, wie man ohne viel Einrichtung bei Linux-Problemen auf einem entfernten Rechner helfen kann. Der Benutzer muss dafür im Optimalfall nur ein Desktop-Icon doppelklicken, nachdem der Helfer einen Verbindungsaufbau erlaubt hat. Das Ganze geschieht dank SSH zusätzlich noch gesichert.

Es gibt noch andere VNC-Viewer (siehe Wikiartikel von ubuntuusers.de), aber man sollte am besten nie eine ungesicherte Verbindung ohne SSH benutzen, wenn es sich vermeiden lässt. Auch wenn man nichts zu verbergen hat, ist die ungesicherte Übertragung von persönlichen Daten und Passwörtern über das Internet ein sehr guter Weg, sein System zu kompromittieren. Und damit ist dem, der Hilfe sucht, im Endeffekt wenig gedient.

App der Woche: bVNC - Ubuntu über Smartphone fernsteuern

Permalink bejonet

bVNC Free
Genre VNC Client
Preis kostenlos
Homepage Quellcode bei Github

Ich habe neulich als App der Woche die Ubuntu Remote Control vorgestellt. Diese ist zwar ganz nett, wenn es um die Kontrolle der Lautstärke oder das Übertragen von Dateien geht. Der Funktionsumfang ist aber dennoch sehr geschränkt.

bvnclogoMit bVNC kann man sich einen kostenlosen VNC Client auf sein Android-Smartphone oder Tablet laden, was einen Vollzugriff auf den PC ermöglicht. Das beste dabei: Auf dem Ubuntu-Rechner ist keine Zusatzsoftware notwendig, denn alles ist bereits vorinstalliert.

Installation

Auf dem Smartphone wird die App bVNC benötigt, die es sowohl als kostenlose als auch als donate-Version gibt.

Vorbereitung auf dem PC

Auf dem Ubuntu-Rechner ist nichts weiter notwendig als das Tool Freigabe der Arbeitsfläche, das früher einmal Entfernter Bildschirm hieß, aber eigentlich auch vino genannt wird. Dieses sollte man so konfigurieren, dass bei jeder Verbindung nachgefragt wird, ob der Zugriff gestattet wird.

Die Konfiguration und die erwähnte Nachfrage sehen dann so aus:

Vino sollte unter Ubuntu mindestens so wie abgebildet konfiguriert werden

Vino sollte unter Ubuntu mindestens so wie abgebildet konfiguriert werden

Damit ist der PC ausreichend vorbereitet, sofern man einen reinen VNC-Zugang aus dem gleichen Netzwerk möchte. Sollte auch aus dem Internet zugegriffen werden, müssen noch die entsprechenden Ports weitergeleitet werden.

Benutzung

Um nun vom Smartphone aus auf den PC zugreifen zu können, wird die IP des PCs benötigt. Die kann man sich über einen der beiden Befehle anzeigen lassen:

$ ifconfig
$ ip addr show

Diese IP gibt man nun in das entsprechende Feld in der App ein, danach kann man via Connect die Verbindung herstellen.

Über den Touch-Screen kann man die Maus komplett steuern, eine Tastatur kann man sich ebenfalls einblenden lassen. Zoom auf die Arbeitsfläche ist ebenfalls möglich. Den vollen Funktionsumfang sieht man in der Beschreibung der App.

Vollzugriff auf den PC über das Smartphone über bVNC

Vollzugriff auf den PC über das Smartphone über bVNC

Den Raspberry Pi in einen Airplay Server verwandeln

Permalink Invictus deus ex machina

Selten gab es einen Embedded Computer so günstig wie den Raspberry Pi, also was liegt da näher sich einen solchen für den Heimeinsatz zu besorgen. Wenn man sich anschaut bei welchen Preisen Airplay Boxen anfangen, wird man merken das ein Raspberry Pi mit einem entsprechenden WLAN Stick und einem Boxensystem immer noch günstiger ist. Airplay-Boxen welche im Handel erhältlich sind beginnen ab 200 € mit einer nach oben offenen Grenze.

Für einen Raspberry Pi, Airplay Server benötigt man:

  • einen Rapsberry Pi
  • ein Gehäuse für den Pi
  • einen WLAN Stick
  • ein paar Boxen

Im ersten Schritt sollte man sich eine Raspberry Pi Distribution herunterladen, in diesem Fall wird Raspian benutzt. Dazu wird das Image heruntergeladen und entpackt. Anschließend hat man auf dem Rechner eine .img Datei. Diese muss nun auf die SD Karte geflasht werden. Um herauszufinden, welches Volume nun geflasht werden muss, kann man sich auf dem Terminal unter Mac OS X mittels „df -h“ anschauen welches Gerät dazukommt. Eine andere Möglichkeit ist es die Karte über den Namen zu identifizieren, welcher bei neuen Karten meist „NO NAME“ oder „Untitled“ sein sollte.

Wenn das passende Gerät identifiziert wurde, sollte die gemountete Partion mittels:

diskutil unmount /dev/disk2s1

wieder freigegeben werden. Nun wechselt man im Terminal in den Ordner in welchem die Imagedatei liegt und gibt dabei folgendes ein:

sudo dd bs=1m if=raspbian.img of=/dev/rdisk2

Zu beachten ist dabei das aus „disk2s1“ -> „rdisk2“ wird, womit das Gerät direkt angesprochen wird. Theoretisch würde auch „disk2“ funktionieren, allerdings geht die Übertragungsgeschwindikeit hierbei drastisch in den Keller. Nach dem flashen der Karte wird das Gerät mittels:

diskutil eject /dev/rdisk2

ausgeworfen. Die Karte kann nun in den ausgeschalteten Pi gelegt werden und dieser mit Strom versorgt werden. Beim ersten Start wird man vom Konfigurationsmenü „raspi-config“ begrüßt. Hier kann man das Tastaturlayout, den SSH Server und andere Dinge einstellen. Wir stellen ein deutsches Tastaturlayout ein und aktivieren den SSH Server. Desweiteren sollte man das Passwort für den Nutzer Pi ändern und die root Partion auf den gesamten Bereich der SD Karte ausdehnen. Anschließend kann man den Pi neustarten.

Für das drahtlose Netz wird der WLAN Stick an den Raspberry Pi angeschlossen. Wenn man dies im laufenden Betrieb macht kann es passieren das der Pi anschließend neustartet. Das ganze sieht etwas nach einer Brownout Detection aus, sprich der Raspberry hat für einen Moment zu wenig Strom und startet neu.

In der Konsole kann man nun mittels „ifconfig“ feststellen ob ein weiteres Netzwerkgerät hinzugekommen ist. Dort sollten die Geräte „eth0“, „lo“ und „wlan0“ auftauchen. Nun geht es an die Konfiguration des WLANs. Dazu wird die „/etc/network/interfaces“ mittels „nano“ aufgerufen:

sudo nano /etc/network/interfaces

Dabei werden einige Änderungen in der Datei vorgenommen. Anschließend sollte die „interfaces“ Datei wie folgt aussehen:

auto lo

iface lo inet loopback
iface eth0 inet dhcp

allow-hotplug wlan0
auto wlan0
iface wlan0 inet dhcp
pre-up wpa_supplicant -B w -D wext -i wlan0 -c /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf
iface default inet dhcp

Nun geht es an die Konfiguration der „/etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf“ Datei. Diese sollte nach der Konfiguration in etwa so aussehen:

ctrl_interface=DIR=/var/run/wpa_supplicant GROUP=netdev
update_config=1

network={
  ssid="WLAN"
  scan_ssid=1
  proto=RSN
  key_mgmt=WPA-PSK
  pairwise=CCMP
  group=CCMP
  psk="geheim"
}

Im vorliegenden Beispiel wurde ein WPA 2 verschlüsseltes WLAN eingerichtet. Bei einem Neustart sollte das WLAN anschließend verfügbar sein. Ist dies nicht der Fall, so kann der Prozess mittels:

sudo wpa_supplicant -i wlan0 -D wext -c /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf -d

manuell aktiviert werden. Dabei sieht man dann auch entsprechende Fehlermeldungen, welche auf Probleme hinweisen können. Wenn die WLAN Schnittstelle aktiv ist, kann man auf einem anderen Terminal mittels „iwconfig“ sehen ob die Schnittstelle funktioniert. Dies ist dann gegeben wenn die Schnittstelle nicht mehr als „unassociated“ markiert ist.

Der letzte Punkt der jetzt noch fehlt ist die Unterstützung für Airplay. Hierfür wird Shairport installiert. Dazu werden im ersten Schritt die notwendigen Bibliotheken installiert, sowie der Quellcode von Shairport und dem SDP Modul auf den Pi geholt:

sudo apt-get install git libao-dev libssl-dev libcrypt-openssl-rsa-perl libio-socket-inet6-perl libwww-perl avahi-utils libmodule-build-perl
git clone git clone https://github.com/njh/perl-net-sdp.git
git clone git://github.com/abrasive/shairport.git

Bevor Shairport kompiliert wird, muss das SDP Modul installiert werden. Dazu wechseln wie in den Ordner und geben dort folgendes ein:

perl Build.PL
sudo ./Build
sudo ./Build test
sudo ./Build install

Danach wechseln wir in den Shairport Ordner und geben dort „make“ ein. Anschließend können wir ganze mittels „perl shairport.pl“ starten und einen ersten Test vornehmen. Nun müssen wir noch dafür sorgen das Shairport beim Start des Pi auch gestartet wird. Außerdem soll der Empfänger noch einen ordentlichen Namen bekommen. Dazu geben wir im Shairport Ordner folgendes ein:

sudo make install
sudo cp shairport.init.sample /etc/init.d/shairport
cd /etc/init.d
sudo chmod a+x shairport
sudo update-rc.d shairport defaults
sudo nano shairport

Nachdem wir die Datei „shairport“ in „nano“ geöffnet haben, ändert wir dort den Namen z.B. in Schlafzimmer oder Wohnzimmer. Damit bekommt der Empfänger einen eindeutigen Namen. Nach einem Neustart oder einem manuellen:

./shairport start

ist der eigene AirPlay Empfänger fertig.

Weitere Informationen gibt es unter:
http://wiki.ubuntuusers.de/WLAN
http://wiki.ubuntuusers.de/WLAN/wpa_supplicant
http://netz10.de/2010/02/13/wlan-wpa2-mit-psk-manuell-konfigurieren/

Mai 11, 2013

Zurückrudern kommt in Mode

Permalink Pinguinzubehör

Der klassische Desktop ist noch lange nicht tot. Nachdem in der Linuxwelt in letzter Zeit mehr Oberflächen in klassischem Look ’n’ Feel als avantgardistische Konzepte entwickelt wurden, tut sich nun auch in der Windowswelt wieder was. Microsoft lenkt offenbar ein und überholt sein vielkritisiertes Windows 8.

Nachdem es für Gnome 3 seit Neuestem auch wieder eine klassische Ansicht gibt, die von den Gnome-Entwicklern selbst bereitgestellt wird, mit Cinnamon ohnehin ein klassisch zu bedienendes Gnome bereitsteht, Mate, XFCE und LXDE als klassische Alternativen um Nutzer buhlen, KDE das klassische Desktop-Schema ohnehin nie aufgegeben hat, sogar Mac OS X nie drastischere Experimente auf dem Desktop gewagt hat, rudert nun auch Microsoft zurück. Windows Blue, Codename für das kommende Windows-8-Update, wird die Kernpunkte, die mit Windows 8 eingeführt wurden, wieder ändern.


Die großen anwenderfreundlichen Distributionen setzen allesamt auf klassische Konzepte

Microsoft hat dabei gar keine andere Wahl. Desktopnutzer können mit der „Verappisierung“ des Betriebssystems auf großen Bildschirmen, mit Mäusen und physischen Tastaturen, einfach nicht viel anfangen. Sie können oder wollen nicht auf dem Monitor herumwischen und nur eine Anwendung gleichzeitig im Blick haben. Das Smartphone auf den Desktop zu bringen bzw. den Desktop zugunsten des Smartphones abzuschaffen – von Anfang an eine Schnapsidee, die vor allem die langjährigen Microsoft-Fans die Köpfe schütteln ließ.

Entweder man macht es wie Apple und bietet strikt unabhängige Oberflächen für die unterschiedlichen Systeme mit ihren unterschiedlichen Anwendungsszenarien an – oder man macht es wie KDE (oder auch Enlightenment), die zwar eine einzige technische Basis verwenden, je nach Einsatzgebiet aber in unterschiedliche Erscheinungsbilder wechseln, die sich an den Erfordernissen der jeweiligen Systeme ausrichten.

Doch ein System, das das Verhalten von Smartphones auch auf dem Desktop imitiert, das so tut, als wäre der klassische Desktop bereits gestorben, und Taskleiste & Co. nur noch wie eine Übergangslösung erscheinen lässt, die demnächst endgültig abgeschafft wird, muss scheitern. Es geht an den Bedürfnissen und Gewohnheiten der Mehrheit der Anwender einfach vorbei. Demzufolge ist Microsoft offenbar drauf und dran, das aktuelle Windows wieder anwenderfreundlicher werden zu lassen. Wahrscheinlich kommt der Start-Button zurück, vielleicht wird sich direkt in den Desktop booten oder die Kachelansicht abschalten lassen.


Kommt wohl wieder: der Windows-Button.

Microsoft ist gut damit beraten, Innovation nicht auf Kosten der Anwender zu betreiben, die im schlimmsten Fall irgendwann dann deswegen keine Anwender mehr sind. Jedenfalls nicht von Windows. Denn Anwender, die für ein Produkt bezahlen, sind nicht nur Anwender, sondern gleichzeitig auch Kunden – und können allein durch den Umstand, etwas nicht zu kaufen, Marktmacht ausüben. Statt der Konkurrenz das Feld zu überlassen, bessert Microsoft also lieber nach.

Microsoft lernt gerade die Lektion, die Gnome oder Ubuntu schon lernen mussten: Blitzschnell ist man drauf und dran, die einstige, sicher geglaubte Marktführerschaft zu verlieren, wenn man Konzepte um ihrer selbst willen durchzieht. Eine Art „Windows Mint“ ist Microsoft als Closed-Source-Software erspart geblieben, doch Alternativen zu Windows 8 gibt es auch so mehr als genug – seien es andere proprietäre oder freie Lösungen. Für Linux wiederum könnte es bedeuten, dass die Anreize, dem Kacheldesign von Windows nacheifern zu müssen, nun erstmal deutlich geringer werden oder ganz wegfallen.

Die Zukunft, sprich das Wachstumspotential, liegt unbestritten im mobilen Bereich, doch auch den klassischen stationären PC wird es weiterhin geben. Microsoft wollte auf einmal beides sein – System für mobil und klassisch – und ging damit das Risiko ein, in beiden Sparten zu verlieren. Gefragt sind Spezialisten für ihr jeweiliges Einsatzgebiet, keine eierlegenden Wollmilchsysteme. Im Kern handelt es sich damit um einen Grundsatz, den Linux-Nutzer nur zu gut kennen dürften – die Unix-Philosophie.

DNS Tools

Permalink [ENC]BladeXP's Blog

Einer der am meisten unterschätzten Dienste im Internet und auch in vielen lokalen Netzwerken dürfte wohl der DNS Dienst sein. Erst wenn er ausgefallen ist bekommen wir zu spüren das nichts mehr funktioniert und Namensauflösung nicht gerade unwichtig ist. Zusätzlich gibt es durch sog. Virtual Hosts sogar die Anforderung eine funktionierende Namensauflösung zu haben, den ein Webserver mit mehreren Hosts benötigt in der Anfrage zwingend den Hostname und nicht nur eine IP die man sich vielleicht noch merken konnte.

Es gibt insgesamt 5 Tools für DNS welche ich sehr gerne benutze, das wären:

host
Der Standard um zu schauen ob man einen Namen oder eine IP aufgelöst bekommt.
dig
Für Profis das Tool der Wahl wenn es um DNS Records geht und ein Fehler zu suchen ist.
nsupdate
Änderungen an DNS Records ohne ein Zone File manuell bearbeiten zu müssen.
rndc
Nützliches Tool um den Bind Nameserver auf die Sprünge zu helfen.
dnstop
Schauen was im Netzwerk eigentlich los ist.
Ich werde diese jetzt nachfolgend mal kurz vorstellen, mehr Details gibt es in den Manpages ;-)

host

Ist wohl bei den ganzen DNS Tools das am weitesten verbreitete, es gibt davon viele verschiedene Implementierungen mit teilweise vielen besonderen Features. Die Grundlegende Funktion ist aber das Auflösungen von Rechnernamen zu IP Adressen und zurück. Alle weiteren Features sind Optional und je nach Implementierung nicht vorhanden. Die Anwendung von host erfordert keine Erläuterung:

[stefan@pc2007 ~]$ host server.hornynet
server.hornynet has address 192.168.1.1
server.hornynet has IPv6 address fd07:4763:c4fd:8192::1
[stefan@pc2007 ~]$ host 192.168.1.1
1.1.168.192.in-addr.arpa domain name pointer server.hornynet.

dig

Gerne darf es etwas mehr sein, und hierfür nutzt man in der Regel das Tool dig. Der größte und wichtigste Vorteil von dig gegenüber host ist der hohe Informationsgehalt:

[stefan@pc2007 ~]$ dig server.hornynet

; <<>> DiG 9.9.2-P2 <<>> server.hornynet
;; global options: +cmd
;; Got answer:
;; ->>HEADER<<- opcode: QUERY, status: NOERROR, id: 14980
;; flags: qr aa rd ra; QUERY: 1, ANSWER: 1, AUTHORITY: 1, ADDITIONAL: 1

;; OPT PSEUDOSECTION:
; EDNS: version: 0, flags:; udp: 4096
;; QUESTION SECTION:
;server.hornynet.               IN      A

;; ANSWER SECTION:
server.hornynet.        86400   IN      A       192.168.1.1

;; AUTHORITY SECTION:
hornynet.               86400   IN      NS      server.

;; Query time: 0 msec
;; SERVER: 192.168.1.1#53(192.168.1.1)
;; WHEN: Sat May 11 15:16:08 2013
;; MSG SIZE  rcvd: 80

Hier sehen wir unter anderem folgende Informationen:

  • Antwort auf unsere Anfrage
  • TTL Zeit vom Record (wichtig bei Sachen wie dynamischem DNS)
  • Zeit die der Nameserver für die Antwort benötigt hat
  • Welcher Server uns geantwortet hat
  • Ob es beim bearbeiten unserer Anfrage Probleme gab
Sehr wichtig aus dieser Liste ist vor allem, neben der eigentlichen Anfrage und ob diese Fehlerfrei beantwortet werden konnte, die Verarbeitungszeit vom Server. Bei vielen unterschiedlichen Anfragen welche relativ lange dauern summiert sich das bei heutigen Webanwendungen gerne mal auf mehrere Sekunden, da hilft dann auch eine vorhandene 100 MBit/s Leitung nicht mehr viel.

nsupdate

Um Änderungen am DNS durchzuführen hat man früher und auch heute noch in einigen Heimnetzwerken diese direkt in das entsprechende Zone File geschrieben. Das Zone File ist der Ort von welchem der DNS Server seine Informationen über einen bestimmten Bereich des DNS bezieht, meist also die eigenen Domains.

Das manuelle bearbeiten von Zone Files ist dabei relativ Fehler trächtig und erfordert Zugriff auf das Dateisystem des DNS Servers. Die wenigsten Provider werden daher dem Anwender direkten Zugriff auf diesen (wichtigen) Dienst geben. Um Änderungen auch Remote durchführen zu können gibt es das Tool nsupdate. Mit diesem Tool können einem DNS Server über ein definiertes Protokoll die Änderungen zugespielt werden, dieser schreibt diese (wenn valide) in das Zone File und informiert wenn erforderlich auch gleich Slave Nameserver. Der größte Vorteil ist das hierbei gleiche eine Syntaxprüfung durchgeführt wird und der Nameserver nicht neu gestartet werden muss.

In der Praxis sieht das Anlegen eines neuen Hosts dann so aus:

[stefan@pc2007 ~]$ nsupdate -l
> update add server.hornynet. 86400 A 192.168.1.1
> send

rndc

Speziell für mich als Freund des bind Nameservers ist auch rndc ein nützliches Tool. Es wird zur Verwaltung dieses Dienstes verwendet, aber nicht zum bearbeiten der Zone Files sondern wirklich nur für den Dienst an sich. Eine gängige Anwendung wäre das neu laden der Zonen, oder aber auch das Einfrieren einer Zone. Eine Zone die eingefroren ist kann nicht mehr über Tools wie nsupdate verändert werden. Man kann sich aber auch nur den Status vom Server geben lassen:

[root@server ~]# rndc status
version: 9.9.2-P2 (version.bind/txt/ch disabled)
number of zones: 39
debug level: 0
xfers running: 0
xfers deferred: 0
soa queries in progress: 0
query logging is OFF
recursive clients: 0/0/1000
tcp clients: 0/100
server is up and running

dnstop

Ein weiteres Tool welches ich gerne verwende, und auch das letzte in diesem Artikel, ist dnstop. Es handelt sich dabei um ein Tool welches auf einem Netzwerkinterface Traffic mitschneidet und Statistiken über den DNS Dienst anlegt.

Das ganze ist sehr informartiv, vor allem Datenschützer wundern sich immer wieder wie viele DNS Anfragen zu Diensten die man eigentlich nicht nutzen möchte rausgehen. Gleichzeitig kann man so auch sehen ob sich ggf. der Einsatz eines DNS Caches lohnt, den gerade bei Veranstaltungen im Bereich von > 20 Personen habe ich schon festgestellt das eine Fritzbox oder ein Telekom Speedport Router gerne mal bei vielen Anfragen in die Knie geht und die Gesamtperformance (wenn man davon bei einem SOHO Router überhaupt sprechen kann) spürbar leidet.

Fazit

Es lohnt sich mal die wichtigsten Tools anzuschauen, spätestens im Fehlerfall ist jedes dieser Tools Gold wert und spart wenn man damit umgehen kann viel Zeit.

OwnCloud-Installation der TU Berlin

Permalink l3r

Die freie Dropbox-Alternative zum selber hosten Owncloud schwirrt ja schon eine ganze Weile im Internet herum. Inzwischen ist das Projekt bei Version 5 angekommen und bietet jede Menge Features, die weit über die von Dropbox hinaus gehen.
Allerdings ist OwnCloud außerhalb der OpenSource-Community noch nicht sehr weit verbreitet, was sich aber langsam zu ändern scheint:
Die TU Berlin hat vor kurzem für ihre 35 000 Mitglieder ihre neue OwnCloud-Installation vorgestellt, die nach eigenen Angaben zu einer der größten weltweit zählen soll.

Den gut 30.000 Studierenden stehen jeweils 10 GB Speicherplatz zur Verfügung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TU Berlin erhalten jeweils 50 GB Speicherplatz. Alle Daten liegen auf eigenen, speziell gesicherten Servern der TU Berlin.

Ich finde diese neue große OwnCloud-Installation zeigt sehr schön, dass das Projekt und Open-Source-Software generell inzwischen massentauglich ist und sich durchaus nicht hinter proprietärer Software verstecken muss, vor allem da es inzwischen für Projekte wie OwnCloud auch sehr gute Clients für viele Plattformen gibt.
Ein weiterer Vorteil speziell von Open-Source-Cloud-Lösungen ist, wie auch von der TU erwähnt, dass das Unternehmen/die Institution die volle Kontrolle über ihre Daten auf ihren eigenen Server hat.
Eine Zeit lang war das OwnCloud-Projekt irgendwie von meinem Radar verschwunden aber jetzt denke ich wieder darüber nach mir auch mal eine OwnCloud-Instanz aufzusetzen ...


via TU Berlin

Thunderbird Add-on: MathML in E-Mails leicht gemacht

Permalink Sören Hentzschel

Für Mozillas E-Mail-Client Thunderbird existiert mit Mathbird ein Add-on, welches das Schreiben von mathematischen Formeln in E-Mails erleichtert.

MathML steht für Mathematical Markup Language und ist ein Dokumentenformat zur Darstellung mathematischer Formeln. Das Schreiben von HTML-E-Mails und das Verwenden der MathML-Syntax ist umständlich und nicht unbedingt übersichtlich. Mit der Erweiterung Mathbird soll das einfacher gehen. Nach einem Klick auf einen Button in der Symbolleiste oder den entsprechenden Eintrag im Einfügen-Menü öffnet sich ein Vorschaufenster, in welchem man sich der ASCIIMathML-Syntax bedienen und damit mathematische Formeln schreiben kann. Das Fenster zeigt noch während der Eingabe live eine Vorschau, welche per Knopfdruck in die E-Mail eingefügt werden kann.

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