Anwendungen
Portal
Forum
Wiki
Ikhaya
Planet
Mehr
Anmelden

17. April 2014

Empfehlenswerte, freie Android Apps aus dem F-Droid Store (FOSS)

Permalink thomas-leister.de

In diesem Beitrag will ich euch ein paar Android Apps aus dem F-Droid Store vorstellen, in dem ihr ausschließlich Apps unter einer freien Lizenz beziehen könnt. Alle hier aufgelisteten Apps sind also freie Software (FOSS – Free and open source software).

Das besondere am F-Droid Store ist außerdem, dass ihr die Apps völlig anonym beziehen könnt – ganz ohne Nutzeraccount oder Google im Rücken.

AdAway

AdAway ist das, was wir im Browser unter einem Adblocker verstehen. Die App schreibt einige Einträge in die Hosts-Datei des Android Betriebssystems und leitet Anfragen an Werbeserver auf das eigene Gerät um, sodass keine Werbung mehr geladen werden kann. Auf diese Weise wird jegliche Werbung blockiert – sogar in Apps. Die Filterlisten können über die App regelmäßig aktualisiert werden. Damit der Inhalt der Systemdatei /etc/hosts überschrieben werden kann, wird Root-Zugriff benötigt.

Inhalt der Hosts-Datei

Inhalt der Hosts-Datei

AFWall+

AFWall+ ist eine mächtige Firewall für Android. Auch diese App benötigt Root-Rechte, da sie Änderungen am System vornimmt. In einer langen Liste werden alle Apps aufgelistet, die im System registriert sind. Für jede einzelne App kann der Netzwerkgriff für WLAN oder mobile Datenverbindung individuell festgelegt werden. Dabei stehen zwei Modi zur Verfügung: Im Blacklist Modus bedeuten gesetzte Haken “blockieren”, im Whitelist Modus wird alles geblockt nur die explizit freigegebenen Apps nicht.

Wer häufig Spiele spielt, die eigentlich keine Internetverbindung benötigen und dennoch ungefragt Daten ins Internet senden (z.B. Tracking), kann die Apps mit AFWall+ sehr einfach mundtot machen.

AFWallPlus

Antenna Pod

Antenna Pod habe ich hier im Blog schon einmal vorgestellt. Die App wird mit Podcast-Feeds gefüttert und spielt die Podcasts dann auf Wunsch ab. Audiodateien können entweder gestreamt werden oder schon im voraus automatisch auf das Gerät heruntergeladen werden, sodass man ggf. auf eine mobile Datenverbindung unterwegs verzichten kann. Eine einfache, funktionale App. Was will man mehr?

Antenna Pod App

APG – Android Privacy Guard

Diese App sollte auf keinem Smartphone fehlen. Bei APG handelt es sich um einen PGP Provider, der es ermöglicht, Dateien und Textnachrichten komfortabel mit PGP zu verschlüsseln. Es ist möglich eigene Keys zu generieren, fremde manuell oder über Keyserver zu importieren und sogar eine Verbindung zum Mailclient K9 Mail herzustellen.

Vor wenigen Tagen ist eine neue Version veröffentlicht worden, die mit einem modernen Interface beeindrucken kann und die Usability auf ein neues Level hebt. Ein Must-Have für User, die Wert auf Privatsphäre und Sicherheit legen.

APG

Apollo Music Player

Apollo ist ein einfacher Music Player, der auch optisch beeindrucken kann. Die Bedienung ist sehr einfach und er tut was er soll: Musik abspielen. Ursprünglich kam der Player mit CyanogenMod mit, jetzt kann er aber auch über den F-Droid Store heruntergeladen werden.

Apollo

Barcode Scanner

Barcode Scanner scannt nicht nur Barcodes, sondern auch QR Codes. Der Scan funktioniert sehr schnell und zuverlässig. Gescannte Daten können erneut als QR Code verpackt und von einem weiteren Handy eingescannt werden. Auf diese Weise lassen sich gescannte Daten direkt via Handy weitergeben. Zudem ist die App die Grundlage für viele weitere Apps, die eine QR Code Funktion haben. Was will man mehr?

Barcode Scanner

K9 Mail

K9 Mail habe ich bereits bei APG erwähnt. Die App sollte ebenfalls auf keinem Smartphone fehlen! Eine bessere E-Mail App könnt ihr für euren Androiden wohl nicht bekommen – vor allem nicht unter einer freien Lizenz! Einfaches modernes Design, zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten bis ins Detail und ein praktischer “Gemeinsamer Posteingang” für alle eingerichteten E-Mail Konten haben mir überzeugt. E-Mails können direkt aus K9 heraus via APG verschlüsselt werden.

Orbot

Orbot bringt euch das TOR Netzwerk auf das Smartphone. Der TOR Client ermöglicht anonymes Surfen im Internet, sodass eure Identität im Netz geheim bleibt. Die Einrichtung ist relativ einfach  – vor allem dann, wenn Orbot als transparenter Proxy im System registriert wird. In diesem Fall wird jeglicher HTTP Datenverkehr ins Internet über das TOR Netzwerk geleitet und Anwendungen müssen nicht neu eingestellt werden. Andernfalls kann Orbot auch als normaler Proxy funktionieren. In diesem Fall müssen die Netzwerkeinstellungen in den einzelnen App oder dem System angepasst und ein Proxy eingerichtet werden.

Orbot

Performance Control

Mit Performance Control könnt ihr die Leitung eurer Smartphone-CPU und damit auch den Energieverbrauch einstellen. Wer auf etwas Leistung verzichten kann und stattdessen längere Akkulaufzeit benötigt, kann die CPU über die App drosseln bzw einen festen Takt einstellen. Außerdem zeigt die App Informationen zu Speicherverbrauch, laufenden Apps und sonstige Systeminformationen an. Selbstverständlich benötigt Performance Control Root-Zugriff auf das System.

Performance Control

Share via HTTP

Share via HTTP habe ich auch auch schon einmal vorgestellt. Die App hält sich eher im Hintergrund und wird nur aktiv wenn ihr den “Share-Button” unter Android nutzt – ist deswegen aber nicht weniger genial und praktisch. Wenn es darum geht, nur mal schnell eine Datei von einem Gerät auf ein anderes zu übertragen, ist Share via HTTP perfekt geeignet. Die App startet einen kleinen HTTP Server und stellt die zu teilende Datei dann unter der IP Adresse des Smartphones und Port 9999 bereit. Ein anderes Gerät braucht diese Adresse nur aufzurufen und bekommt die Datei direkt serviert.

VX ConnectBot

VX ConnectBot ist ein freier SSH Client, der auch die Authentifizierung über OpenSSH Keys und Portweiterleitungen unterstützt. Sogar X-Forwarding ist mit der App möglich. Über VX ConnectBot ist auch ein Dateitransfer via SFTP möglich, um Dateien auf einen Server oder von einem Server zu übertragen. Auf Wunsch generiert der SSH Clients Konsolen-Screenshots von der aktuellen Sitzung.

Die F-Droid Store App

… darf auch nicht fehlen. Jede App einzeln als APK von der Website herunterzuladen und selbst nach Updates ausschau zu halten ist unkomfortabel. Aus diesem Grund gibt es die übersichtliche F-Droid App, die diese Aufgaben für euch übernimmt. Ihr benötigt keinen Nutzeraccount und könnt die Apps ganz einfach herunterladen. Das ist es, was den F-Droid Store ausmacht! :)

[Direktlink zur F-Droid APK]

16. April 2014

Android: QR Codes scannen mit der Open Source App Obsqr

Permalink thomas-leister.de

Gerade bin ich über die App “Obsqr” gestopltert, die ich schon längere Zeit via F-Droid auf meinem Androiden installiert habe und die irgendwie in Vergessenheit geraten war. Dennoch will ich sie euch kurz vorstellen, denn sie beweist, dass Apps für einfache Zwecke auch extrem einfach und minimalistisch gestaltet werden können.

Obsqr findet ihr im F-Droid Store und könnt sie entweder direkt als .apk-Datei auf eurer Gerät ziehen oder ihr installiert euch gleich den F-Droid Store und ladet die App darüber herunter. Nach dem Start von Obsqr seht ihr das Live Kamerabild. Einstellungen oder andere Buttons gibt es nicht. Jetzt muss nur noch auf den QR Code gezielt werden und der Inhalt offenbart sich nach kurzer Wartezeit.

Obsqr OR Code App

Das war’s auch schon. Mehr kann die App nicht. Aber das muss sie auch nicht. ;)

Projekt Media-PC – Intel NUC – IR-Empfänger – Nuvoton w836x7hg

Permalink loggn.de

Wie ich im ersten Artikel bereits geschrieben habe, besitzen die Intel NUCs (alle mit Core i[3|5|7] der 4. Generation) einen fest verbauten Infrarot-Empfänger – dieser befindet sich rechts neben dem Klinkeneingang (AudioJack).

Update_140422: Fazit zum Projekt Media-PC

Intel NUC im Größenvergleich mit iPhone 5

Intel NUC im Größenvergleich mit iPhone 5

Es ist ein IR-Empfänger von Nuvoton - Nuvoton w836x7hg Infrared Remote Transceiver. Um diesen in Betrieb zu nehmen, sind ein paar kleine Änderungen über die Konsole nötig. ;-)

Zuerst installieren wir LIRC.

apt-get install lirc
# dpkg-reconfigure lirc

In den darauffolgenden Fenstern wählen wir bei “Remote control configuration” die “Windows Media Center Transceivers/Remotes (all)” und bei “IR transmitter, if present” “None” aus.

Standardmäßig wird IR-Empfänger von Ubuntu deaktiviert – seht selbst:

cat /sys/bus/acpi/devices/NTN0530:00/physical_node/resources
state = disabled

Aus diesem Grund ist noch etwas Handarbeit in der /etc/rc.local nötig – die 3 Zeilen müssen vor dem exit 0 eingefügt werden.

vi /etc/rc.local

modprobe -r nuvoton-cir
echo "auto" > "/sys/bus/acpi/devices/NTN0530:00/physical_node/resources"
modprobe nuvoton-cir

Nach einem Neustart, lässt sich der Media-PC, im XBMC, nun perfekt mit der Logitech Harmony und dem Profil “Windows Media Center SE” bedienen – auch der Ruhezustand und das Aufwecken aus dem Ruhezustand ist kein Problem.
Er lässt sich sogar, wenn er komplett “Heruntergefahren” ist, über die Harmony einschalten. :mrgreen:

Viel Spaß!

UPDATE_140416: Der Intel NUC hat ein Problem, wenn man ihn “herunterfährt”, fährt er nach 3-5 Sekunden, im ausgeschalteten Zustand, wieder hoch. Dieses Problem lässt sich durch das Deaktivieren von “Wake On Lan from S4/S5” im Bios beheben – dies ist allerdings nicht für alle eine “gute” Lösung, da sich der NUC dann nicht mehr über die Fernbedienung einschalten lässt. Intel ist seit 4 Monaten dabei das Problem zu lösen – kann ja nicht mehr lange dauern. ;-)


© loggn.de, 2014. | Permalink | 3 Kommentare
_nico bei Twitter und Google+ | loggn.de bei Facebook und Google+

Copyright © 2009-2014
Dieser Feed ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Der gewerbliche Gebrauch, in gedruckter oder digitaler Form, ist ohne ausdrückliche Zustimmung des Betreibers nicht erlaubt.

OpenSSL und andere Open Source Software soll vom BSI überprüft werden

Permalink thomas-leister.de

Sieht so aus, als wäre das die erste Aktion der neuen Bundesregierung, auf die man sich freuen kann: Die SPD schlägt vor, bedeutende Open Source Software durch das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) überprüfen zu lassen. “Audit” nennt man das. Der Code wird dabei strengen Checks unterzogen und Sicherheitsrisiken aufgedeckt. So ein Audit wird meistens von spezialisierten Unternehmen durchgeführt und ist sehr teuer. Zudem müssen Teile des Codes nach Änderungen erneut überprüft werden. Das kann mit der Zeit extrem teuer werden. Ein aktuelles Beispiel von so einem Audit wäre die Überprüfung der bekannten Cryptosoftware “TrueCrypt” (Ergebnisse hier)

Nun will die SPD also das BSI zur OSS Sicherheit beitragen lassen – und das kostenlos.

“Die aktuelle Debatte um Heartbleed zeigt die Notwendigkeit, Open-Source-Software zu unterstützen und zu fördern. Hierbei sind IT-Sicherheits-Audits ein wichtiges Element des IT-Grundschutzes”, sagte Klingbeil dem Wall Street Journal Deutschland.

… heißt es im Artikel des “Standards”. Und die CDU unterstützt das. Die Linke auch, aber von der hätte ich das auch erwartet ;)

Träume ich? SPD und CDU haben eine gute Idee und sind sich einig? Das wäre doch wirklich mal eine sinnvolle Aktion. Staatlich unterstützte Open Source Software. Ob es gut ist, wenn Staaten aktiv zum Code beitragen (Backdoors?) kann man infrage stellen, aber bei einem Code Audit wird ja nur die Sicherheit überprüft und quasi ein Qualitätscheck durchgeführt. Das ist doch auf jeden Fall unterstützenswert, oder?

Ich bin erstaunt über das Verantwortungsbewusstsein, dass hier so plötzlich an den Tag gelegt wurde. Ich hätte von verschiedenen Parteien eine solche Idee erwartet – aber nicht von der aktuellen Bundesregierung. Hier muss ich tatsächlich mal ein Lob aussprechen.

Aber: Jetzt bitte auch durchziehen!
Gerede bringt nichts, ich will Taten sehen!

Unity: Globales Menü und HUD für Java Anwendungen mit JAyatana

Permalink debinux

Mit JAyatana bekommt der Unity-Anwender die Möglickeit, das globale Menü wie auch das HUD für Java-Anwendungen zugänglich zu machen.

Die Installation erfolgt via PPA. Pakete liegen für die Versionen Ubuntu 13.10 Saucy sowie Ubuntu 14.04 LTS Trusty Tahr vor.

Nach der Installation aus- und wieder einloggen, damit die Änderungen wirksam werden.

Die Installation:

1
2
3
sudo add-apt-repository ppa:danjaredg/jayatana
sudo apt-get update
sudo apt-get install jayatana

Die Deinstallation:

1
sudo apt-get --purge remove jayatana libjayatana libjayatanaag libjayatana-java libjayatanaag-java

Quelle

Terminal mit Zeitstempel versehen

Permalink bejonet

Heute mal ein kleiner Tipp am Rande. Wenn man viel mit Terminals bzw. der Bash arbeitet und gleichzeitig mehrere Fenster davon geöffnet hat, verliert man leicht den Überblick. Daher ist es manchmal wünschenswert, dass man einen Zeitstempel im Terminal hat und erkennt, wann der letzte darin ausgeführte Befehl zu Ende war!

terminal_timestamp

Öffnet die Datei .bashrc aus eurem Homeordner in einem Editor (falls die Datei nicht angezeigt wird: Strg + H ) und fügt folgende Zeilen an das Ende der Datei hinzu:

## Zeitstempel hinzufügen
export PROMPT_COMMAND="echo -n \[\$(date +%H:%M:%S)\]\ "

Dadurch wird die Prompt im Terminal zum Beispiel so aussehen:

[16:12:53] name@rechner:~$

Quelle, mehr Bash-Prompt Bearbeitung

[Ergänzt am 22.04.2014]

Opensuse und *csh-Terminals

Wenn die Shell eine csh-Shell ist, muss man etwas anders vorgehen. Mit
einem

echo $SHELL

sieht man, welche Shell man eigentlich hat.
Bei Opensuse könnte das z.B. /bin/tcsh sein.

Die zu ändernde Variable heißt hier prompt und lässt
sich mit folgendem Befehl ändern.

set prompt = "[%T]%n/%m:%~>"

[
href="http://forum.ubuntuusers.de/topic/bash-prompt-in-opensuse/">via
]
[Variablen für die Prompt
(Abschnitt prompt]

Ubuntu 14.04, Unity: App durch Klick minimieren

Permalink debinux

Überall liest sich das Vorhandensein der lang erwarteten Funktion, in Ubuntu 14.04 via Unity Starter, eine App durch einen Klick auf jeweiliges Symbol zu minimieren.

Aber wie wird die Funktion aktiviert?

Vorab sei gesagt: Der Patch wurde “as-is” von den Entwicklern übernommen. Canonical unterstützt ihn nicht und markiert ihn eindeutig als “unsupported”.
Ich kann aber bestätigen, dass der Patch einwandfrei funktioniert und einige – darunter mich – wohl endlich ruhig stellen wird.
Realisiert wurde die Funktion durch das Unity Compiz-Plugin.

Für die Aktivierung verzichte ich auf das CCSM (CompizConfig Einstellungs-Manager) und verwende stattdessen ganz einfach das sowieso vorhandene “dconf”:

1
dconf write /org/compiz/profiles/unity/plugins/unityshell/launcher-minimize-window true

Sinngemäß rückgängig zu machen, durch die Ersetzung von “true” durch “false”.

Gar nicht so einfach: „Ändert Eure Passwörter”

Permalink Kaffeeringe

Vorhängeschloss

Ein Programmierfehler machte es möglich: Potentiell konnte der gesamte verschlüsselte Internetverkehr der letzten zwei Jahre mitgelesen werden — von jedem, der diese Lücke kannte. Vermutlich wird das nicht nur die NSA gewesen sein. Experten empfehlen deswegen, die Passwörter zu ändern. Ich habe es ausprobiert. Das ist gar nicht so einfach.

Schon länger wollte ich meine Passwörter durch richtige, sichere Passwörter ersetzen. Ich wusste auch, dass es dafür Passwort-Manager gibt, die dabei helfen, dass man sich die Zeichenketten nicht mehr merken muss. Nur gemacht habe ich das bisher nicht. Dann habe ich Hinnerks Beitrag zur „Hege und Pflege von Passwörtern” gelesen und mich ans Werk gemacht. Wie gut, dass ich einen Tag frei hatte. Denn so ganz reibungslos ging das nicht. Ich hoffe, dass dieser Beitrag Dir hilft, dass es schneller geht.

KeePass als Passwort-Manager

Zunächst brauch ich eine Software, die unter Linux und Windows läuft. Das geht wohl am besten mit KeePass. Unter Ubuntu läuft das leider nicht ganz so unkompliziert, wie man erwarten könnte. Keepass läuft da nur unter Mono und richtig rund auch nur, wenn man Mono-Complete nachinstalliert:

1
sudo apt-get install keepass2 mono-complete

Danach kannst Du KeePass einrichten. Du musst eine neue Datenbank anlegen und die mindestens mit einem guten Passwort sichern. Ich habe es dann wie von Hinnerk empfohlen gemacht und die Beispiel-Gruppen für die Passwörter in KeePass alle gelöscht und „Geheim” und „Vertraulich” angelegt. Unter „Vertraulich” habe ich mir dann weitere thematische Gruppe angelegt.

KeeFox stellt die Verbindung zu Browser her

Danach kannst Du da Passwörter speichern. Das bringt aber natürlich wenig — Du müsstest die Passwörter dann immer manuell in den Browser kopieren. Mit KeeFox geht das im Firefox automatisch. Nach der Installation des Plugins musst Du es konfigurieren:

Der Pfad für die KeePassRPC Location ist dieser:

1
/home/BENUTZERNAME/.mozilla/firefox/ovsi7zys.default/extensions/keefox@chris.tomlinson/deps

Das KeePass Verzeichnis ist dieses:

1
/usr/lib/keepass2

Und Mono findest Du hier:

1
/usr/bin/mono

Nun musst Du die Datei KeePassRPC.plgx von hier

1
/home/BENUTZERNAME/.mozilla/firefox/ovsi7zys.default/extensions/keefox@chris.tomlinson/deps

nach hier kopieren:

1
/usr/lib/keepass2

Wenn Du dann den Firefox neu startest, sollte die Verbindung zwischen Browser und KeePass stehen.

Mein Hauptfehler

Ich habe dann den Fehler gemacht, meine vorher vom Firefox verwalteten Passwörter bei KeePass importiert. Das sind fast 500 Stück gewesen. Als Mono-Anwendung wird KeePass dadurch richtig langsam und bringt sogar das ganze System zum Anhalten. Ich habe dann erst einmal richtig viele Passwörter rausgeschmissen. Mein Tipp: Mach das manuell. Dann hast Du hinterher weniger alte Passwörter im System und Du behältst den Überblick.

  1. Überleg Dir, wie Hinnerk es vorschlägt, welches die wichtigsten Dienste sind.
  2. Logg Dich da ein.
  3. KeeFox wird Dich fragen, ob es das Passwort speichern soll und wenn ja, in welcher Gruppe.
  4. Nach und nach hast Du dann die wichtigsten und die von Dir am häufigsten genutzten Dienst im neuen System. Du kannst dann anfangen, die Passwörter zu ändern.
  5. Wenn Du einen Eintrag in KeePass editierst, kannst Du ein neues Passwort erzeugen lassen. Beispiel: Du willst das Passwort für Facebook ändern. Dann gehst Du auf facebook.com und loggst Dich mit Deinem alten Passwort ein. Dann gehst Du in KeePass und editierst den Facebook-Eintrag. Dort kannst Du ein neues, komplexeres Passwort erzeugen lassen. Das kopierst Du und fügst es bei der „Passwort ändern”-Funktion auf facebook.com ein. Fertig. Das kannst Du nach und nach für alle Dienste machen.

Und das Smartphone?

Nun benötigt man diese Passwörter meistens nicht nur an einer Stelle. Das Facebook-Passwort brauche ich auch in der App auf dem Mobiltelefon. Es gibt eine ganz wunderbare App, die heißt Airdroid. Mit der kann man vom Computer aus über das WLAN auf das Telefon zugreifen. Und man kann auch vom Computer aus Dinge in die Zwischenablage des Telefons schieben. Ich habe mich also in der Facebook-App abgemeldet. Das neue Passwort per Airdroid in die Zwischenablage des Telefons kopiert und das dann in der App eingefügt. Fertig.

Es gibt mit KeePassDroid auch eine App, mit der Du die Passwörter auch auf dem Telefon nutzen kannst. Dazu kannst Du die Passwort-Datenbank aufs Telefon kopieren und bei Gelegenheit aktualisieren. Du kannst die Datei auch mit ownCloud verwalten lassen und dann wird die bei Änderungen automatisch verteilt. Ich sehe aber gar keinen Sinn darin, mehr Passwörter als nötig mit sich herum zu schleppen. Nur, wenn man sich von fremden Rechnern aus irgendwo einloggen wollen würde, wäre das eine Möglichkeit. Allerdings müsste man dann die super langen Passwörter abtippen.

Zwei doofe Probleme

Ich hatte zwei doofe Probleme — beide mit meinen Routern. Die konnten beide offenbar mit den neuen Passwörtern nicht umgehen. Die Fritzbox musste ich in den Werkzustand zurücksetzen und all die schönen Sachen erneut konfigurieren, die ich in den letzten Monaten eingerichtet habe. Da würde ich dazu raten, vor dem Wechsel des Passwortes ein Backup zu machen. Der andere Router läuft mit DD-WRT und an den komme ich noch nicht wieder ran. Da muss ich mir mal mehr Zeit zu nehmen.

Insgesamt und wenn man weiß, wie es geht, ist der Umgang mit dem Passwort-Manager wirklich einfach. Wenn Du KeePass und Mono installierst, wird KeeFox mit der Anleitung oben schnell zusammen arbeiten. Und dann kannst Du nach und nach Deine Passwörter übernehmen und ändern. Ich vermute, dass KeePass unter Windows einfacher zu installieren ist, wenn dort .Net eingerichtet ist. Und dann lässt es sich sehr einfach relativ sicher leben.

15. April 2014

Der Riesensprung von wbar

Permalink onli blogging

Auf dem DevDiary habe ich von wbar gelesen und war ein bisschen überrascht: wbar kenne ich eigentlich, doch der Screenshot sah viel besser aus als das wbar meiner Erinnerung. Und ein Konfigurationstool, habe ich das damals übersehen? Und richtig: Als ich Simdock aufzugeben versuchte war davon nichts zu sehen.

Das liegt daran, dass die Version in Ubuntu 12.04 von 2007 ist. Wbar war wohl tot und wurde der Releaseliste zufolge 2011 wiederbelebt (das Projekt ist sogar auf Github!), und diese Version 2 ist wesentlich besser, war aber wohl für Ubuntu 12.04 zu spät.

Unter Ubuntu 12.04 ist es daher wohl am einfachsten, die Debian-Pakete für wbar und wbar-config zu installieren. in neueren Versionen ist es sicher schon in neu in den Repos. Dann wbar ausführen und das schöne neue Dock bewundern.

Leider ist das Debian-Paket natürlich nicht für Ubuntu optimiert. Doch mit der Konfiguration können die Programme halbwegs komfortabel nachgetragen werden:

Dann noch die Schrift auswechseln und vergrößern, sodass sie etwas weniger pixelig aussieht:

Und die Effekte anpassen:

Und Tada! Ein ordentlicher Simdock-Ersatz:

...dem leider noch etwas fehlt. Ich hätte gerne, dass - wie in Simdock - die Starter nach Start des Programms bei erneutem Klick das Fenster wiederaufrufen, das Dock also gleichzeitig Taskbar ist. Das kann wbar nicht. Stattdessen gibt es einen Taskbar-Modus mit separaten Icons, der aber wieder in das IceWM-Problem mit dem Hintergrund und den Schlieren rennt (und mein Bugreport bei IceWM blieb unbeachtet, ich fürchte, ich werde IceWM aufgeben müssen).

Aber auch ohne den Bug ist das unschöner als Simdocks Lösung.

Außerdem fehlt mir das Rechtsklickmenü. Zumindest Starter entfernen und hinzufügen sollte man können.

Trotzdem macht wbar in Version 2 einen hervorragenden Eindruck, Hut ab. Ich bin gespannt, was zukünftige Versionen bringen werden.

Danke, ihr Entwickler!

Permalink thomas-leister.de

- Ein Beitrag von Dennis -

Ich bin gerade fasziniert von all dem, was OpenSource-Entwickler auf die Beine stellen und umsetzen. Zu wenig wird ihnen der Dank zuteil, den sie verdienen. Das soll nun nachgeholt werden.

Screenshot

Gnome 3.12 mit Ceti Theme

Seit mehreren Jahren nutze ich nun ArchLinux und bin sehr zufrieden damit. Als Oberfläche Gnome 3.12, als Browser Firefox-Nightly, als Mailclient Evolution, als Messenger Pidgin, als Office-Paket LibreOffice, als Terminaleditor Vim, als Cloud Owncloud, als Docs Etherpad, als Feedreader TinyTinyRSS. All diese Programme sind super für meine Belange und sie funktionieren (die meiste Zeit) sehr gut!

Zudem habe ich vor fast genau einem Jahr einen Laptop gekauft (Lenovo U400 für die, die es unbedingt wissen wollen) und zunächst war die Umstellung von Win7 (vorinstalliert) auf ArchLinux nicht so einfach. UEFI machte Probleme, aber mit GRUB2 und einigen anderen Tools gelang die Installation dann doch.

Dann funktionierten die Helligkeitstasten nicht. Ich wartete ein paar Kernel-Versionen ab und siehe da: Plötzlich funktionierte es. Nun ist vor kurzem wieder ein neuer Kernel veröffentlich worden, der mir fast die ursprüngliche Akkulaufzeit wieder bescherrt hat. Unter Windows waren 5 Stunden vom Händler offiziell angegeben. Ich bin nun je nach Handhabung bei bis zu 4 Stunden, was für Uni und Co, vollkommen ausreicht, während es vorher gerade mal eine Vorlesung durchgehalten hat (1 ½ Stunden).

Ich möchte allen, die diese Fortschritte möglich gemacht haben und alle die sonst bei OpenSource-Projekten mitmachen für ihre tolle Arbeit danken.

Und alle anderen, die ein wenig traurig zu Boden blicken, weil sie sich nicht beteiligt haben oder noch nicht beteiligen können: Ihr könnt den Projekten auch ohne Programmiererwissen helfen. Ob bei Übersetzungen, Crowdfunding, Spenden oder einfach nur Bugtracking und Verbreitung in den soziale Netzwerken. Jeder aktive Nutzer hilft, die Softwarelandschaft nachhaltig offener und benutzerfreundlicher zu gestalten. Macht weiter so!

[Thomas schließt sich dem an ;) ]

Das Problem ist nicht die Freie Software

Permalink Kaffeeringe

Bleeding Heart!

Es ist eine Frage der Freiheit: In seinem ZEIT-Artikel kritisiert Patrick Beuth, dass Open Source in dem Ruf stünde immer besser zu sein als proprietäre Software. Das stimmt und stimmt nicht, denn es gibt gute Software und es gibt schlechte Software. Ob offen oder nicht. Wenn davon gesprochen wird, dass Open Source besser als proprietäre Software ist, dann ist damit nicht die Qualität des Quelltextes gemeint, sondern die Freiheiten, die die Lizenzen einräumen.

Man kann Open Source und Freie Software nicht gleichsetzen. Es wird aber oft gemacht. Die Tatsache aber, dass zum Beispiel Microsoft sich in den Quelltext gucken lassen würde, macht Windows nicht zu einer Freien Software. Freie Software ist diejenige, deren Quelltext unter einer Freien Lizenz veröffentlicht wurde und die ist immer überlegen in den positiven Freiheiten — den Freiheiten, die mir ermöglichen etwas mit der Software zu tun. Denn ich darf in der Regel alles damit tun.

Freie Software ist kein Lebensmodell

Patrick Beuth spricht davon, dass Open Source immer Hobby-Projekte sein müssen und vor allem spricht er über die negativen Freiheiten: den Freiheiten von Zwängen und Problemen. Also zum Beispiel die Freiheit von Bugs. Auch wichtig.

Die Freiheit von den Zwängen aber, eine Software nur auf eine bestimmte Art verwenden zu dürfen — nämlich zum Beispiel nur in binärer, unveränderter Form und nur auf einem Rechner — gibt erst die Freiheit, mich selbst in beliebiger Gründlichkeit darum zu kümmern, wie frei von Bugs eine Software ist.

Wenn große Firmen und Behörden sich nicht selbst um Code-Audits kümmern, dann liegt das Problem nicht bei der Freien Software, sondern bei den Anwendern, die jederzeit die Chance und das Geld gehabt hätten, die Software zu testen, die sie für ihre Geschäfte einsetzen.

Freie Software ist keine Softwarearchitektur

Jede Software hat Fehler. Deswegen veröffentlicht auch Microsoft ständig Patches und es gibt sogar auf der Microsoft Homepage eine offiziell gepflegte Liste bekannter Probleme. Das Problem von Heartbleat ist im Kern keine Frage von Freier Software oder Proprietärer Software. Es ist eine Frage von Software-Monokultur. Warum wird denn nur eine einzige Software auf derart vielen Servern eingesetzt?

Freie Software ist kein Service der Freien Software Industrie. Warum hat ZEIT Online nie überprüft, ob die Software, die sie auf ihren Servern einsetzt regelmäßig gecheckt wird? Warum steckt ZEIT Online viel Geld in die Fassade und nichts in die Fundamente? Spendiert der Welt ein Code Audit — Das ist Eure Verantwortung!

… und da kommen schon die ersten und machen Stimmung gegen OSS

Permalink thomas-leister.de

Hat ja nicht lange gedauert, bis die ersten gegen Open Source Stimmung machen. Wegen der OpenSSL Sache natürlich. Wer sich das mal ansehen will: Patrick Beuth hat auf “Die Zeit” einen Kommentar veröffentlicht, in dem er seinem Unmut über Open Source Ausdruck verleiht.

“Die unbequeme Wahrheit über Open Source” ist die Überschrift zu seinem kurzen Artikel. Und was ist die Wahrheit? Oder besser, was ist die Lüge? Die Lüge ist seiner Meinung nach das:

“Dieses Heilsversprechen lautet: Open Source ist immer besser als proprietär.”

Ja, natürlich ist das eine Lüge. Man kann nicht sagen: Quelloffene Software ist immer besser als Closed Source Software. Doch genau auf dieser Aussage – von der wir nicht erfahren, woher er sie hat – baut Patrick Beuth seine Argumentation auf. “Open Source ist immer besser als proprietär” – diese Aussage legt er Open Source Verfechtern wie mir also in den Mund.

(Nachtrag: Was ist eigentlich “besser”?)

Nein, so einfach ist es leider nicht. Ich würde etwas anderes behaupten: Open Source Software gibt dem Nutzer wieder ein Stück Kontrolle zurück. Daraus kann erhöhte Sicherheit resultieren – muss aber nicht. Wie Sebastian Nerz in seinem Blog zu dem Thema schreibt:

“Open Source ist nicht fehlerfrei. Sie hat das Potential besser zu sein als Closed Source – weil Reviews einfacher möglich sind, weil Tester sich einfach eine Kopie ziehen und evaluieren können (ich habe schon Sicherheitsfehler in Open Source gesucht und gefunden und ich konnte es NUR deshalb, weil es Open Source war). Aber sie ist es nicht notwendigerweise. Auch Open Source Software hat Fehler.”

Zudem fehlt in der Debatte wieder einmal die Unterscheidung zwischen Open Source Software und freier Software.

Der Autor des “Die Zeit”-Artikels trifft keine Unterscheidung und setzt “Open Source” gleich mit Projekten, die fast ausschließlich von Freiwilligen neben dem eigentlichen Beruf am laufen gehalten werden. Dass aber auch große Firmen wie Google ihre Software zum Teil unter einer Open Source Lizenz veröffentlichen – so z.B. Android – lässt er unter den Tisch fallen. Von Google würde ich nicht behaupten, sie würden unter chronischer Unterfinanzierung leiden ;)

An dieser Stelle würde ich noch gerne an Closed Source Software wie Adobe Flash, Adobe PDF Reader, Oracle Java, Microsoft Windows und den IE erinnern. Nein, die hatten tatsächlich noch nie schwerwiegende Sicherheitsprobleme. (Ha! Das kommt ja wie gerufen: Oracle will über 30 Lücken in Java schließen)

Sich Open Source Software zu ziehen und dann mit der Erwartung “die ist immer sicher – ich brauche keine Security Updates” daher zu kommen, ist aber auch falsch.

Chris Beard ist neuer Interims-CEO von Mozilla

Permalink Sören Hentzschel

Chris Beard ist neuer CEO von Mozilla – zumindest solange bis ein neuer CEO gefunden worden ist. Der ehemalige Marketing-Chef von Mozilla wird das Amt interimsweise übernehmen.

Der Kanadier Chris Beard war von 2004 bis 2013 Marketing-Chef von Mozilla. Nach dem Rücktritt von Brendan Eich wurde Beard nun in Mozillas Board of Directors neben Mitchell Baker, Reid Hoffmann und Katharina Borchert berufen und außerdem zum Interims-CEO ernannt. Wie lange die Suche nach einem dauerhaften CEO dauern wird, ist unklar. Die letzte Suche hat elf Monate gedauert.

Chris Beard
Bildquelle: greylock.com

14. April 2014

Free and Open Schools

Permalink Sebastian Seitz - Open Source in Schule

Deckblatt Schoolsout.geaendert

“School’s out? Informelle und formelle Medienbildung” von der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur

Letztes Jahr wurde ich von der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur angefragt, ob ich für deren Jahresband einen Artikel zum Einsatz von Open-Source-Software in der Schule schreiben könnte. Bei so etwas handelt es sich dann in den meisten Fällen um “Grundlagenarbeit”. Die Zielgruppe ist meist nicht mit den Prinzipien der Open-Source-Community vertraut und für viele ist Open-Source-Software “diese Software, die man kostenlos herunterladen kann”. Dass dies zwar meist stimmt, aber ein denkbar schlechter Einstieg in die Thematik ist, habe ich schon einmal versucht näher zu erklären. Viel wichtiger sind für die besagte Zielgruppe wie Lehrkräfte oder Medienpädagogen die Aspekte des Teilens, Kooperierens und Weiterverwendens. Diese sind den meisten, die sich mit Didaktik und Pädagogik beschäftigen, hinreichend bekannt und im Allgemeinen verbinden sie damit auch viel Positives.

Viel zu oft wird die Diskussion über Open Source und Schule sehr technisch geführt. Man spricht über Benutzerverwaltungen, pädagogische Funktionen, Werkzeuge zur Kollaboration, Einhaltung von Standards. Das alles sind wichtige Elemente, die zu besprechen und zu klären sind, damit ein moderner Unterricht und ein “reibungsloser” Schulalltag überhaupt möglich wird. Trotzdem sollten die Fragen nach den übergeordneten Erziehungs- und Bildungszielen nicht in den Hintergrund rücken.

Wer sich für die Argumentation und den Zusammenhang von Open-Source-Software und Schule interessiert, der kann den Artikel hier lesen. Er steht natürlich unter freier Lizenz.

 

 

MediaCenter mit Raspberry Pi – Betriebssystem

Permalink bejonet

Wenn man XBMC auf den Rasperry Pi haben will, dann hat man mehrere Alternativen. Ein paar stell ich hier kurz einmal vor.

Die Auswahl

Raspbmc
Gilt als am einfachsten zu installieren (v.A. aus Windowsperspektive) und auch als einfach zu benutzen.
xbian
xbian hat immer die neuste XBMC-Version, ist dafür nicht ganz so stabil.
OpenElec
Openelec gilt als etwas schwerer zu installieren, aber dafür als sehr schnell.

Man kann natürlich auch ein vollwertiges Linux (z.B. Debian oder Arch) installieren und dort dann XBMC nachinstallieren, das macht aber nur Aufwand und bringt für ein Mediacenter keinerlei Vorteile.

Ich habe mich für OpenElec entschieden, da ich mit XBMC 12.2 ganz zufrienden bin und bei einem Computer mit 700MHz CPU Perfomance das Wichtigste ist.

Installation

Die Installation von OpenElec ist unter Linux relativ einfach.
Hier kann man die neuste OpenElec Version herunterladen. Danach muss man die Datei im Downloadordner entpacken.
Nun startet man ein Terminal und wechselt in den entpackten Ordner, in meinem Fall

 cd ~/Downloads/OpenELEC-RPi.arm-3.2.4/ 

Nun steckt man die SD Karte in den Computer ein und kopiert das Betriebssystem mithilfe dieses Befehls

sudo ./create_sdcard /dev/sdX

auf die Karte. Das X muss durch die Laufwerksbezeichnung der SD-Karte ersetzt werden. Die kann man entweder in gparted herausfinden oder mit dem Befehl df -h. Hier muss man aufpassen, dass man wirklich das Richtige Laufwerk auswählt, da sonst wichtige Dateien gelöscht werden könnten!
Nun wird das System auf die SD-Karte kopiert. Das dauert ca eine Minute.
Danach kann die SD-Karte ausgehängt werden und in den Raspberry Pi eingelegt werden.

Anpassungen

Es macht noch Sinn, jetzt ein paar Anpassungen an der config.txt vorzunehmen, da es mit einem grafischen Texteditor doch einfacher geht als im Terminal über SSH.
Hierzu öffnen wir die Datei config.txt in der Systempartition mit einem beliebigen Texteditor.

Anpassung für Class 10 SD-Karten
Class 10 Karten werden vom Treiber nicht 100%-ig unterstützt, so dass es passieren kann, dass der Raspberry Pi nicht bootet und nur ein Regenbogenfarbiges Bild angezeigt wird. Dies kann man verhindern, indem man

boot_delay=1

am Ende der config.txt einfügt.
Übertakten
Man kann den Raspberry Pi übertakten, um eine Höhere Geschwindigkeit (v.A. in XMBC-Menüs) zu erreichen. Hier kann zwischen verschiedenen Stufen gewählt werden. Ab Zeile 45 wird in der config.txt erklärt, welche Möglichkeiten man hat.
Ich habe eine relativ Moderate Übertaktung auf 800 MHz gewählt, die gefahrlos vorgenommen werden kann. Dafür muss man wieder am Ende

arm_freq=800
core_freq=300
sdram_freq=400
over_voltage=0

einfügen.

Der nächste Artikel in dieser Serie wird darum gehen, was man beim ersten mal starten alles zu beachten hat.

Todo-Indicator: Tray-Anwendung für todo.txt

Permalink debinux

Auch wenn es gefühlt eine Millionen Anwendungen zur Aufgabenplanung gibt, mit ebenso vielen Funktionalitäten und Anbindungen an Dritt-Software, so bin ich ein treuer Freund der schäbigen todo.txt. Am liebsten noch auf dem Desktop. Da bin ich unverbesserlich.

Im Selbstversuch wage ich den Fortschritt und richte mit “Todo-Indicator” eine kleine Python-Anwendung ein, die via Mausklick und Zeile für Zeile, eine frei definierbare Text-Datei ausliest und im Tray anzeigt.
Voraussetzung ist ein Ubuntu-freundlicher Indicator.
Die Benutzung ist denkbar einfach und erklärt sich, einmal gestartet, ganz von allein.
Benötigt wird, klar, eine Text-Datei. Hier werden die Aufgaben einfach untereinander aufgelistet. Jede Zeile entspricht einer Aufgabe. Ein x vor einer Aufgabe, markiert diese als erledigt:

Ich bin die erste Aufgabe
Ich die zweite…
x Ich bin erledigt :)

Installation

Die Abhängigkeiten für den Todo-Indicator sind sehr überschaubar. Interessant ist “pyinotify”, welches Python die Fähigkeit verleiht, mit Hilfe des Subsystems “inotify”, Dateiänderungen in Echtzeit zu erkennen. “git” benötige ich zudem nur für das Herunterladen der Anwendung:

1
sudo apt-get install python-pyinotify python-gi git

Wie gewohnt arbeite ich im Verzeichnis “~/build”. Dorthin wird der Indicator geklont:

1
2
3
mkdir ~/build
cd ~/build
git clone git://github.com/keithfancher/Todo-Indicator.git

Die Installation ist schnell getan. Der Zielort lautet “/usr/local”:

1
2
cd Todo-Indicator
sudo ./setup.py install

Für die automatische Ausführung, lege ich mir einen Starter via “Startprogramme” an. Der Befehl:

1
todo_indicator.py /pfad/zu/einer/txt/datei.txt
Todo-Indicator in Startprogrammen

Todo-Indicator in Startprogrammen

Mit dem Parameter “-e” kann ein alternativer Text-Editor festgelegt werden. Etwa “todoindicator.py -e mousepad ~/todo.txt”.

Die Ungeduldigen starten den Indicator ohne erneute Anmeldung:

1
todo_indicator.py /pfad/zu/einer/txt/datei.txt &

Projekt Media-PC – Xubuntu – Konfiguration

Permalink loggn.de

Nachdem ich euch die Hardware und das Betriebssystem kurz vorgestellt habe, kommen wir nun zur Konfiguration von Xubuntu als Media-PC.

Update_140422: Fazit zum Projekt Media-PC

XFCE - Xubuntu

Installation zusätzlicher Pakete

Ich benötige, für meinen Media-PC, noch ein paar zusätzliche Pakete, die ich über den Terminal installiert habe.

sudo su -
apt-get update
apt-get install openssh-server vim cifs-utils lm-sensors xfce4-sensors-plugin git subversion
chmod u+s /usr/sbin/hddtemp

Installation Hardwarebeschleunigung

Um sicherzustellen, dass alle Intel Treiber und Pakete für die Hardwarebeschleunigung installiert sind, habe ich noch einen weiteren Befehl ausgeführt.

sudo su -
# NVIDIA Hardwarebeschleunigung (VDPAU)
#apt-get install nvidia-current nvidia-settings libvdpau1 vdpauinfo vdpau-va-driver vainfo
# ATI Hardwarebeschleunigung (XvBA)
#apt-get install fglrx fglrx-amdcccle xvba-va-driver vainfo 
# Intel Hardwarebeschleunigung (VA-API)
apt-get install i965-va-driver libva-intel-vaapi-driver vainfo

Einstellungen

Audio Ausgabegerät

Ich möchte, dass der Ton über HDMI, an den Verstärker, ausgegeben wird. (Media-PC > Verstärker > Teufel Consono 25 5.1) Dazu klickt man auf den Lautsprecher, oben rechts, und wählt “Sound Settings…“.

XFCE - SoundeinstellungenWichtig ist, dass ihr, bei eurem jeweiligen Standardausgabe Geräte, das grüne Häkchen aktiviert – um es, meiner Meinung nach, als Standardausgabe Geräte zu definieren, auch wenn die Erklärung zum Häkchen “Als Ausweichoption setzen / Set as fallback” ist.

Energieverwaltung

Nun deaktivieren wir noch den Energiesparmodus des Monitors – damit nicht im Idle alles schwarz wird. ;-)

XFCE - Energieverwaltung Monitor

Bildschirmschoner

Das gleiche wie für den Monitor gilt auch für den Bildschirmschoner.

XFCE - Bildschirmschoner

Animationen / Compositor

Aus diesem Grund habe ich damals das Bloggen angefangen, ich hatte mit meinem ersten Media-PC Bildüberlagerung und Artefaktbildung (Tearing). In einen meiner ersten Blogartikel habe ich damals beschrieben, dass es an den Animation- Schatten- und Transparent-Effekten liegt.

Ob das Deaktivieren heute noch nötig ist, weiß ich nicht 100%ig, aber sicher ist sicher – ihr könnt eure Erfahrungen aber gerne mit mir, in den Kommentaren, teilen. ;-)

XFCE - CompositorFazit

Ich mag Xubuntu, wegen XFCE – toll wenn man nicht alles über die Konsole einrichten muss. Die Programme/Pakete muss ich per Konsole, über apt-get, installieren, das Software-Center ist mir zu mühselig. ;-)

 


© loggn.de, 2014. | Permalink | 4 Kommentare
_nico bei Twitter und Google+ | loggn.de bei Facebook und Google+

Copyright © 2009-2014
Dieser Feed ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Der gewerbliche Gebrauch, in gedruckter oder digitaler Form, ist ohne ausdrückliche Zustimmung des Betreibers nicht erlaubt.

Timelapse aufnehmen mit Ubuntu und einer Canon Kamera

Permalink bejonet

Ich finde, dass es kaum schönere Videos von Landschaften oder Städten gibt als Zeitrafferaufnahmen. Diese haben meistens eine Dynamik, die das gewisse Extra ausmachen.

Jetzt habe ich bei eine recht gute Kamera herumliegen (Canon EOS 550D), die sehr gute Fotos macht. Jetzt hat sich mir die Frage gestellt: Kann man die Kamera in einstellbaren Intervallen auslösen lassen, sodass sie für mich die Zeitraffer-Fotos erstellt? Man kann!

Die Kamera zeitgesteuert auslösen

Leider gibt es für die Canon EOS 550D keine interne Funktion, mit der man massenhaft Bildern in voreingestellten Intervallen machen kann.

Möglicher Aufbau für Zeitrafferaufnahmen mit einer DSLR und Laptop

Möglicher Aufbau für Zeitrafferaufnahmen mit einer DSLR und Laptop

Externe Hardware

Es gibt aber kommerzielle Systeme, mit denen das geht. Diese kosten etwa 25 Euro. Irgendwann versuche ich mal, mir selbst so ein Teil zu basteln, aber das wird dann ein eigener Artikel hier im Blog ;)

Gphoto2

Die Mühen und das Geld kann man sich aber sparen, wenn man einen Laptop zur Verfügung hat, auf dem z.B. Ubuntu läuft. Denn mit einem kleinen Helferlein kann man diese Aufgabe auch über den PC steuern!

Das Paket nennt sich Gphoto2 und lässt sich in den meisten Distributionen sehr leicht installieren.

sudo apt-get install gphoto2

Nach der Installation kann man seine Kamera über USB anschließen. Vermutlich wird sie automatisch eingehängt, das umgeht man, indem man die Kamera auf PTP stellt oder sie einfach wieder aushängt. Das geht zum Beispiel in Nautilus, indem ihr den Escape-Button anklickt.

Kamera aushängen über Nautilus

Kamera aushängen über Nautilus

Jetzt kann man überprüfen, ob gphoto2 mit der Kamera zusammenarbeitet. Das macht man mit dem folgenden Befehl, der die Typenbezeichnung der angeschlossenen Kamera ausgeben sollte (siehe meine Ausgabe).

$ gphoto2 --auto-detect
Modell                         Port                                            
----------------------------------------------------------
Canon EOS 550D                 usb:002,003

Jetzt kann es losgehen. Die Kamera hatte ich im M-Modus (manuell) und habe folgendes manuell eingestellt:

  • ISO,
  • Blende,
  • Verschlusszeit,
  • Weißabgleich und
  • Fokus

Ist man im Halbautomatik-Modus (Av oder Tv) können sich die Bilder in der Helligkeit unterscheiden. Den Autofokus kann man am Anfang verwenden, sollte ihn dann aber abschalten. Das sieht auf dem Video sonst nicht schön aus!

Mit dem folgenden Befehl werden die Bilder für das Zeitraffer aufgenommen.

gphoto2 --capture-image-and-download -I 5 -F 600

Die Einstellungen:

  • --capture-image-and-download
      → Die Bilder werden geschossen und sofort auf den Computer geladen. Auf der Speicherkarte sind die Bilder nicht mehr!
    Alternative: 
    --capture-image
      → Die Bilder werden auf der Speicherkarte abgelegt.
  • -I 5
      → Das Intervall der Aufnahmen beträgt 5 Sekunden
  • -F 600
      → Es werden 600 Aufnahmen gemacht.

Wer noch mehr einstellen möchte, kann sich über den folgenden Befehl all seine Einstellmöglichkeiten auflisten lassen:

gphoto2 --list-config

 Bilder zu einem Video machen

Der schwierigste Schritt ist gemacht. Den Rest übernimmt für uns mal wieder Imagemagick, das Bildverarbeitungsprogramm aus der Konsole. Das Herrliche daran: mit wenigen Zeilen kann man mit einem Rutsch alle seine Bilder bearbeiten lassen.

Bilder auf Full-HD Auflösung bringen

Da die Kamera die Bilder in einer sehr hohen Auflösung aufnimmt, muss man diese auf Videogröße skalieren.

Die Bilder werden ersetzt. Vorher eine Kopie der Bilder machen oder den Befehl entsprechend anpassen, z.B. über
[...] klein_$i; done

Wenn man sich mit dem Terminal im Ordner der Bilder befindet, verkleinert man sie mit dem folgenden Einzeiler auf die Auflösung 1920×1280 (das Bildverhältnis zwingt uns zunächst dazu).

for i in *.jpg; do convert $i -resize 1920x1280 $i; done

Jetzt schneiden wir oben und unten jeweils 100 Pixel ab, um auf die finale Auflösung von 1920×1080 Pixel (Full-HD) zu gelangen:

for i in *.jpg; do convert $i -shave 0x100 $i; done

Beide Vorgänge können je nach Rechenstärke des Computers ein paar Minuten dauern.

Einzelbilder zu Video konvertieren

Mit diesem letzten Befehl verbindet man nun alle Einzelbilder zu einem Video. Ich habe hier eine Framerate von 25 fps (Frames per second) gewählt. Man kann auch weniger nehmen, dann dauert das Video etwas länger, ruckelt allerdings.

avconv -r 25 -f image2 -i capt0%03d.jpg zeitraffer.mp4

Zu beachten ist der Punkt

-i capt0%03d.jpg
 . Die Dateien werden z.B. capt00001.jpg genannt. Mit der genannten Flagge teile ich das ffmpeg bzw. avconv mit, dass eine dreistellige Dezimalzahl in den Dateinamen vorkommt, nach der es die Bilder aneinandersetzen soll.

Beispielvideo ansehen →

Einstellungen für 4K-Videos

4K-Videos haben eine Auflösung von 3840×2160 Pixeln und sind nur auf wenigen Geräten in voller Größe abspielbar.

for i in *.jpg; do convert $i -resize 3840x2560 $i; done 
for i in *.jpg; do convert $i -shave 0x200 $i; done 
avconv -r 25 -f image2 -i capt0%03d.jpg zeitraffer.mp4

Tipps und Tricks

Zeitraffer planen

Bevor ihr ein Zeitraffer aufnehmt, solltet ihr es planen. Es ist wichtig zu wissen, wie lange das fertige Video dauern wird und wie schnell sich die Objekte darauf bewegen sollen.

Für ein 30-Sekunden-Video sind  30×25= 750 Fotos notwendig. Wenn in diesen 30 Sekunden ein Zeitraum von 60 Minuten abgebildet werden soll, muss man das Intervall auf 4,8 ~ 5 Sekunden stellen.

Spiegelreflex-Kameras vermeiden

Wer professionell oder zumindest häufiger Zeitraffer aufnehmen möchte, sollte sich eine Alternative zu einer Spiegelreflex-Kamera überlegen. Meine Kamera ist laut (dubioser) Foren im Internet auf 50.000 Bilder ausgelegt, danach beginnen die Probleme. Die Kamera hat also starken Wertverlust durch die Zeitraffer, da hier in kurzer Zeit viele Bilder gemacht werden.

Anzahl der Auslösungen der Kamera anzeigen

Die Anzahl der Auslösungen der Kamera kann man ebenfalls mit gphoto2 auslesen. Man startet es im Terminal in einer ncurses-Umgebung und navigiert durch das Menü: StatusinformationenAuslösezahl

gphoto2 --config

 Weiterführende Links

Mozillas neues Büro in Mountain View

Permalink Sören Hentzschel

Wer Mozilla ein bisschen besser kennt, der weiß, dass Mozilla nicht nur für hervorragende Open Source Software, sondern was die eigenen Büros betrifft auch für erfrischende Innenarchitektur steht. Nach Japan und Vancouver gebe ich heute einen Einblick in das neue Mozilla-Büro in Mountain View.

Nachdem ich bereits Bilder von den Mozilla-Büros in Japan und Vancouver gezeigt habe, gibt es heute Bilder von Mozillas neuem Büro an Mozillas Hauptstandort: Mountain View, im Herzen des Silicon Valley. Herzlichen Dank geht an Stephen Donner, Web QA Manager von Mozilla, welcher mir freundlicherweise die Bilder zum Teilen zur Verfügung gestellt hat.

13. April 2014

Firefox Profil Ramdisk

Permalink [ENC]BladeXP's Blog

Seit vielen Jahren ist Firefox der Browser meiner Wahl, dies hat unterschiedliche Gründe welche hier kein Thema sein sollen. Jedoch ist vielen Benutzern schon mal aufgefallen das Firefox auf manchen Systemen ab und an eine kurze Verschnaufpause benötigt. Insbesondere bei Systemen mit langsamen Datenträgern für das Firefox Profil ist dies gerne mal der Fall, wie bei mir z.B. mit einem /home welches auf einem NFS Server liegt.

Eine mögliche Problemlösung ist die Verwendung einer sog. Ramdisk, also das verwenden des Arbeitsspeichers als Datenträger. Diese Idee ist nicht neu und wird von einigen Firefox Anwendern gerne genutzt, um die Performance teils deutlich zu verbessern.

Zu beachten ist das bei dieser Lösung die aktuellen Profildaten bei einem Stromausfall verloren gehen, man also eventuell mit dem letzten Stand auf der Festplatte weiterarbeiten muss. Das Risiko ist in Abhängigkeit von der Stabilität des eigenen Rechners und dessen Stromversorgung, also sehr überschaubar.

Vorbereitungen

Bevor wir eine Ramdisk nutzen können, benötigen wir erst mal eine, hierzu gibt es unter Linux, wie könnte es anders sein, mehrere mögliche Ansätze. Ein gerne genommener Ansatz ist die Nutzung des Dateisystems ramfs, davon möchte ich aber mit Hinweis auf die Kernel Dokumentation abraten:

One downside of ramfs is you can keep writing data into it until you fill
up all memory, and the VM can't free it because the VM thinks that files
should get written to backing store (rather than swap space), but ramfs hasn't
got any backing store.  Because of this, only root (or a trusted user) should
be allowed write access to a ramfs mount.

A ramfs derivative called tmpfs was created to add size limits, and the ability
to write the data to swap space.  Normal users can be allowed write access to
tmpfs mounts.  See Documentation/filesystems/tmpfs.txt for more information.

Aus diesem Grund habe ich mich für das Dateisystem tmpfs entschieden, welches auch für viele andere Zwecke genutzt wird. Da normalerweise nur root Dateisysteme anlegen und mounten darf ist folgender Eintrag in der /etc/fstab nötig und anzupassen:

# Firefox Ramdisk
tmpfs /home/user/.mozilla tmpfs user,noauto,size=1g,mode=0700,uid=1000,gid=100 0 0

Das Dateisystem ist auf 1 GiB Platz begrenzt, was meiner Meinung nach für ein Firefox Profil ohne sonderlich großen Cache ausreichend dimensioniert ist. Im nächsten Schritt ist es erforderlich den Firefox Profilordner an einen neuen Ort zu verschieben und den benötigten Mountpoint anzulegen. Hierzu muss Firefox natürlich beendet werden, sonst können die Dateien nicht verschoben werden.

mv ~/.mozilla ~/.mozilla-nfs
mkdir ~/.mozilla

Nutzung

Die Vorbereitungen sind nun abgeschlossen, zur Anwendung habe ich mir folgende Aliase in der ~/.bashrc angelegt:

alias ff2ram="mount ~/.mozilla && rsync -aq .mozilla-nfs/ .mozilla"
alias ff2disk="rsync -aq --delete .mozilla/ .mozilla-nfs && umount ~/.mozilla"

Ab jetzt ist es möglich, nachdem die Shell neu geöffnet wurde, mit dem Befehl ff2ram das Firefox Profil vom Datenträger (oder NFS Share) in die Ramdisk kopieren. Gleichzeitig wird natürlich die erforderliche Ramdisk gemountet. Am Ende eines Tages kann man mit ff2disk das Profil wieder von der Ramdisk auf den Datenträger sichern.

Resultat

Die spontanen Pausen sind weg oder zumindest kaum noch sichtbar, große Erweiterungen wie Vimperator benötigen nach dem ersten Start von Firefox keine Ruhepause und stehen sofort zu Verfügung.

izulu 0.4 nun auf Github

Permalink onli blogging

Vielleicht erinnern sich ein-zwei Leser noch an izulu, das Bash-Skript, mit dem ich meinen Desktophintergrund der jeweiligen Wetterlage anpasse? Das werkelt seitdem friedlich vor sich hin, hat über die Jahre doch ein paar Downloads angesammelt, funktioniert nun getestetermaßen auch in Frankreich, und ich hatte erfreulicherweise wenig Anlass, daran herumzuwerkeln. Bis ich es jetzt doch mal wieder jemanden zeigte und dabei merkte, dass es inzwischen ein kleines Update gebrauchen könnte. Dieses Update in From der Version 0.4 ist nun auf Github

Die sichtbare Änderung: Die Wettervorhersage-Icons wurden mit den komplett freien meteocons ausgewechselt. Das wurde nötig weil ich kleinere Icons haben wollte, um die 5 Vorhersage-Icons (statt vorher 2) anzuzeigen.

Ansonsten habe ich die Projektstruktur geändert. Es liegt jetzt auf Github (statt auf sourceforge) und hat ein Makefile, mit der es sich einfacher auch ohne .deb installieren lassen sollte, welches dadurch später vll etwas einfacher professioneller als in einer checkinstall-Variante gebaut werden kann. Bis dahin gibt es dieses .deb natürlich immer noch.

Als kleine Nebenbemerkung: Es ist alter Code, der für mich funktioniert, aber sicher nur wenige Schönheitspreise gewinnt. Es fühlt sich daher etwas seltsam an, das so sichtbar auf Github zu haben. Was natürlich im Grunde zeigt, dass Github generell eine gute Sache ist.

Download: izulu_0.4-1_all.deb

Samsung Ativ Book 7 mit Ubuntu 14.04 und Windows 8.1

Permalink debinux

Gestern kaufte ich mir einen 13,3 Zoll kleinen Begleiter für unterwegs. Die (spontane) Wahl fiel auf das Samsung Ativ Book 7.
Im Gegensatz zu den Haswell ultra-low-voltage CPUs, bedient es sich noch einer Ivy Bridge-basierten Lösung, die auch bestens mit auf 1,5V gestimmtem RAM klar kommt.

Getreu dem Motto “neu ist immer besser”, entschied ich mich für folgende Konfiguration:

Im Dual-Boot:

  • Windows 8.1 Update 1
  • Ubuntu 14.04 LTS

Auch ohne vorherige Recherche, machte ich mir keine große Hoffnung, ohne Kopfschmerzen aus der Sache Ultrabook + Linux heraus zu kommen – besonders mit Augenmerk auf die Hotkeys. Es mag an der Aktualität der Distribution liegen, aber ich wurde eines Besseren belehrt.

Ubuntu: Was funktioniert, was funktioniert nicht?

Funktioniert sofort

  • WLAN
  • Bluetooth
  • Hotkeys für Helligkeitsregelung
  • Hotkeys für Tastaturbeleuchtung
  • Touchpad-Funktion: Deaktivierung bei Tastatur-Eingabe, Zwei-Finger-Scrollen und “natürliches Scrollen”/invertiertes Scrollen

Funktioniert nach Konfiguration

  • Umschaltbare Grafik via AMD CCC: Radeon 8750
  • Lüftersteuerung
  • Hotkey für WLAN
  • Hotkey für Touchpad
  • Automatische Helligkeitsregelung

Funktioniert nicht (gut)

  • Helligkeit wird nach Bereitschaft und Ruhezustand auf das Maximum eingestellt
  • Touchpad nach Reboot nicht mehr deaktiviert, LED leuchtet trotzdem

Somit ergibt sich ein klasse Ergebnis. Alles, was eine Konfiguration benötigt, ist schnell und einfach erledigt.
Unter Windows funktioniert alles – das sollte weder überraschen noch anders sein.

Schritt 1 – Das BIOS/UEFI

Eine unerfreuliche Nachricht vorab. Das ct-Magazin schreibt:

Das Booten von Linux im UEFI-Modus kann einige Samsung-Notebooks töten – dann hilft nur noch ein Mainboard-Tausch.

Spielt für mich keine große Rolle, ich hatte sowieso nicht vor, mir das UEFI-Spielchen anzutun.

Einmal starte ich das vorinstallierte Windows 8, wo ich via “SW Update” das BIOS aktualisiere.
Den Reboot nehme ich noch mit, damit das Update erfolgreich abgeschlossen wird.

Nun starte ich wieder neu und drücke F2, um in das BIOS zu gelangen. Dort deaktiviere ich zwei Optionen.
Ich habe meine Einstellungen des außergewöhnlich hässlichen Interfaces abfotografiert:

UEFI Optionen

UEFI Optionen


Einige Optionen sind natürlich frei einzustellen. “Battery Life Cycle Extension” etwa, womit der Akku nur bis zu 80% geladen würde – das soll sich positiv auf die Lebenszeit auswirken. Mal abwarten…
Wichtig ist sowohl der Schalter für “Secure Boot”, welcher deaktiviert wird, als auch das Feld “OS Mode Selection”, eingestellt auf “CSM OS”.

Schritt 2 – Windows-Installation

Zuerst starte ich vom Windows 8.1 USB-Stick, lösche alle Partitionen, was erstaunlich viele sind, lasse genügend Speicherplatz für Ubuntu und schließe die Installation ab. Die Partition kann auch später in Windows via Datenträgerverwaltung verkleinert werden.
Mehr gibt es zu Windows nicht zu schreiben…
Auf Probleme stoße ich nicht.

Schritt 3 – Ubuntu-Installation

Den USB-Stick von Windows- auf Ubuntu umgeschrieben, boote ich den Ubuntu-Stick. Ich wähle “Ubuntu ausprobieren”, nicht die Installation.
Die Installation würde zu diesem Zeitpunkt keine Partitionstabelle erkennen:

Warning: /dev/sda contains GPT signatures, indicating that it has a GPT table.
However, it does not have a valid fake msdos partition table, as it should.
Perhaps it was corrupted — possibly by a program that doesn’t understand GPT
partition tables. Or perhaps you deleted the GPT table, and are now using an
msdos partition table. Is this a GPT partition table?

Nein, es ist keine GPT Partitionstabelle. Es ist eine hässliche Mischung aus GPT und MBR. Mit gdisk lösche ich die GPT-Rückstände.

Hierzu im Terminal Folgendes ausführen:

1
sudo gdisk /dev/sda

Die Fragen beantworten bzw. Befehle ausführen:

Found valid MBR and GPT. Which do you want to use? – Hier “1″ drücken
Command (? for help): Hier “x” eingeben
Expert command (? for help): Hier “z” eingeben
About to wipe out GPT on /dev/sdx. Proceed? (Y/N): Hier “y” antworten
GPT data structures destroyed! You may now partition the disk using fdisk or
other utilities.
Blank out MBR? (Y/N): Hier “n” antworten

Nun den Laptop neustarten und wie gewohnt Ubuntu installieren.

Schritt 4 – Ubuntu konfigurieren

Für die korrekte Helligkeitsregelung installiere ich die Samsung-Tools. Diese sind zu diesem Zeitpunkt nur bis einschließlich Ubuntu 13.10 via PPA ppa:voria/ppa verfügbar. Das Paket für Ubuntu 13.10 installiert sich aber auch unter Ubuntu 14.04 korrekt.
Aktuell ist am 13. April 2014 Version 2.3, hier bitte ab und an nach einer neueren Version schauen.

Das Paket herunterladen und installieren. Der letzte Befehl korrigiert die fehlenden Abhängigkeiten:

1
2
3
wget http://ppa.launchpad.net/voria/ppa/ubuntu/pool/main/s/samsung-tools/samsung-tools_2.3~ppa1~loms~saucy_all.deb
sudo dpkg -i samsung-tools*deb
sudo apt-get install -f

Nun sollte die Anwendung “Samsung Tools Einstellungen” verfügbar sein.

Die dort angezeigten Tastenkürzel sind nicht korrekt beschriftet, was aber kein Problem darstellt.

Hier ein Screenshot meiner persönlichen Einstellungen für den Sitzungsdienst. Andere Einstellungen habe ich nicht bearbeitet.

Samsung Tools Einstellungen

Samsung Tools Einstellungen

Als nächstes nehme ich mir die Justierung der Hintergrundbeleuchtung vor, dazu die Boot-Parameter ändern:

1
sudo nano /etc/default/grub

Die Zeile “GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT” suchen und um “acpi_backlight=vendor” erweitern, etwa:

1
GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash acpi_backlight=vendor"

Anschließend Grub die Änderungen mitteilen:

1
sudo update-grub
Mit dem Verzicht auf den Parameter “acpi_backlight”, wird das Linux-eigene ACPI-Design für die Helligkeit verwendet. Die automatische Einstellung der Hintergrundbeleuchtung würde hiermit deaktiviert werden.

Für die hybride Grafiklösung werden zwei (unfreie) Pakete via Terminal installiert. Ich verwende die offizielle Lösung von AMD und verzichte auf den freien “radeon” Treiber:

1
sudo apt-get install fglrx fglrx-pxpress

Das System jetzt neustarten. Erst danach funktioniert der nächste Schritt. Das liegt am neuen Boot-Parameter, womit sich der Klassenname für die Beleuchtung ändert.

Damit die Helligkeit über einen Reboot hinweg gespeichert wird, benötige ich ein Script, welches beim Herunterfahren den Status speichert und beim Hochfahren wieder abruft und einstellt:
1. Für das Speichern beim Herunterfahren, erstelle ich ein Script:

1
sudo nano /etc/rc6.d/K99actualbrightness

Der Inhalt:

1
2
#!/bin/bash
cat /sys/class/backlight/samsung/brightness > /var/actual_brightness

Als ausführbar markieren:

1
sudo chmod +x /etc/rc6.d/K99actualbrightness

2. Beim Hochfahren die alten Einstellungen abrufen.

1
sudo nano /etc/rc.local

Der Inhalt vor “exit 0″:

1
cat /var/actual_brightness > /sys/class/backlight/samsung/brightness

Abschluss

Welcher Grafikchip verwendet wird, kann im AMD CCC eingestellt werden. Diese Einstellung offenbart sich ausgegraut mit dem Hinweis, dass hierfür Administrator-Rechte notwendig sind.
Im Launcher befindet sich eine weitere Verknüpfung “AMD Catalyst Control Center (Administrativ)”, welche nur korrekt funktioniert, wenn das Paket “gksu” installiert ist:

1
sudo apt-get install gksu

Zur Video-Leistung möchte ich es mir nicht nehmen lassen anzumerken, dass die Leistung des Intel-Chips enorm ist! Das mag an Intels Bemühungen im Open-Source Sektor liegen; die Treiber sind einfach ausgereift. Zwar ließ AMD verlauten, in Zukunft etwas nachzulegen, spürbar ist das jedoch noch nicht.
Unter Windows greift der Laptop beinahe ausschließlich auf die Intel-Lösung zurück. Das kommt außer dem Akku auch den Ohren zugute.

12. April 2014

GRUB auf allen RAID-Festplatten installieren (Debian & Derivate)

Permalink [z]-Blog

Installiert man ein RAID möchte man im Zweifelsfall von jeder Festplatte booten können. Deshalb sollte GRUB auf allen Festplatten installiert sein. Der Installer von Debian installiert GRUB standardmäßig jedoch nur auf einer Festplatte.

Die einfachste Methode GRUB auf allen Festplatten eines RAIDs zu installieren ist über den folgenden Befehl:

dpkg-reconfigure grub-pc

Dort kann man nun die Festplatten auswählen auf denen GRUB installiert wird. Ändert man die Konfiguration von GRUB wird die Änderung automatisch auf alle Festplatten übertragen.

grub-raid

Neues Zertifikat für Dovecot erstellen

Permalink Invictus deus ex machina

Dank der Heartbleed-Sicherheitslücke, sollten Applikationen welche OpenSSL nutzen, neue Zertifikate erzeugen. Dies trifft auch auf den Mailserver Dovecot zu. Um hier ein neues Zertifikat zu erzeugen gibt man im Terminal folgendes ein:

openssl req -new -x509 -days 3650 -nodes -out /etc/dovecot/dovecot.pem -keyout /etc/dovecot/private/dovecot.pem

Die zeitliche Gültigkeit des Zertifikats sollte man dabei je nach seinen Bedürfnissen über den Parameter „days“ anpassen. Anschließend muss Dovecot neugestartet werden:

service dovecot restart

Nach dem Neustart wird das neue Zertifikat genutzt.

Weitere Informationen gibt es unter:
http://wiki2.dovecot.org/SSL/CertificateCreation